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    Immobilien-Netzwerk aufbauen: Alexander Schmid im Interview

    7 Min. Lesezeit
    "Wegen diesem Satz ging ich auf Weltreise" | Architekt Alexander Schmid

    Kapitel

    Das Wichtigste in Kürze

    • Identifikation mit der eigenen Aufgabe ist das fundamentale Fundament für echte Motivation und langfristigen beruflichen Erfolg.
    • Der Übergang von der klassischen Bauplanung zur Investorenperspektive erfordert ein striktes Denken in Kosten und Renditen statt in rein technischer Perfektion.
    • Ein erfolgreiches B2B-Netzwerk wächst durch Zugänglichkeit und Kooperation statt durch künstliche Barrieren und direkte Monetarisierungsversuche.
    • Die drei größten Blockaden vor dem Schritt in die Selbstständigkeit sind die Angst vor dem Unbekannten, das Loslassen des Gewohnten und die Sorge vor gesellschaftlicher Bewertung.
    • Bei der Immobilienanlage entscheidet die grundlegende Weichenstellung zwischen aktiver Bewirtschaftung und passivem Vermögensaufbau über die passende Strategie.
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    Wie baut man ein Immobilien-Netzwerk mit 8.000 Profis auf? Architekt Alexander Schmid über die Real Estate Lounge und den Schritt in die Selbstständigkeit.

    Disziplin und Psychologie: Vom Fechtsport lernen

    Alexander Schmid blickt auf eine sportlich hocherfolgreiche Jugend zurück. Er schaffte es, deutscher Meister und sogar Europameister im Fechten zu werden. Doch diese glanzvolle Karriere verdankt er, wie er selbst sagt, nicht ausschließlich einem überragenden Naturtalent. Vielmehr spielten die richtige Anleitung durch erstklassige Trainer und ein hohes Maß an Disziplin die entscheidenden Rollen in seiner sportlichen Entwicklung.

    Der Fechtsport selbst ist für Außenstehende oft schwer zu verstehen, da er sich in einer extremen Geschwindigkeit abspielt. Beim Säbelfechten, Alexanders Paradedisziplin, geht es um weit mehr als um das bloße Treffen des Gegners. Es ist ein hochgradig psychologisches Duell, bei dem Provokation, Einschüchterung und strategische Kriegsführung über Sieg und Niederlage auf der Planche entscheiden. Die Bewegungen müssen aus dem Handgelenk kommen, um maximale Schnelligkeit zu garantieren.

    • Talent und Anleitung: Ein kompetenter Trainer kann auch bei moderatem Talent außergewöhnliche Meilensteine ermöglichen.
    • Waffenarten im Detail: Beim Fechten unterscheidet man grundsätzlich zwischen Degen, Florett und Säbel, wobei der Säbel Schläge und Stiche erlaubt.
    • Mentale Kriegsführung: Die bewusste psychologische Provokation des Gegenübers ist ein fester Bestandteil des sportlichen Wettkampfs.
    • Präzise Technik: Große Bewegungen kosten wertvolle Millisekunden, weshalb feine Impulse aus dem Handgelenk entscheidend sind.

    Mentoren im Business: Die Suche nach dem richtigen Coach

    Der Übergang vom Sport in die Wirtschaft zeigt viele Parallelen auf. Die Bedeutung von Mentoren ist sowohl im Leistungssport als auch in der unternehmerischen Selbstständigkeit kaum zu überschätzen. Ein exzellenter Coach fungiert als die ultimative Abkürzung, indem er wertvolles Praxiswissen teilt. Dadurch lassen sich typische Fehler vermeiden, für die man im Normalfall jahrelang Lehrgeld zahlen müsste.

    Der heutige Coaching- und Beratungsmarkt ist jedoch unübersichtlich und oft mit Vorurteilen behaftet. Viele Anbieter schmücken sich mit dem Titel des Coaches, ohne jemals eigene nennenswerte Erfolge vorgewiesen zu haben. Für Unternehmer ist es daher von essenzieller Bedeutung, Angebote kritisch zu hinterfragen. Ein seriöses Mentoring-Programm zeichnet sich vor allem durch logische, nachvollziehbare Systeme und messbare Kennzahlen aus.

    • Abkürzung durch Expertise: Mentoren bieten sofortigen Zugriff auf jahrzehntelange Erfahrungswerte.
    • Messbare Kennzahlen: Ein gutes Coaching-System arbeitet mit klaren KPIs wie Click-Through-Rates und Konvertierungsraten im Verkaufsprozess.
    • Logik schlägt Versprechungen: Die Wirksamkeit einer Methode sollte sich logisch und schrittweise überprüfen lassen.
    • Fehlinvestitionen vermeiden: Teure Coachings lohnen sich nur dann, wenn das dahinterstehende System transparent und replizierbar ist.

    Die Realität des Architektenberufs

    Der klassische Beruf des Architekten wird in der Öffentlichkeit häufig missverstanden. Viele Menschen haben das romantische Bild eines kreativen Zeichners am Reißbrett vor Augen. In der Praxis ist dieses traditionelle Werkzeug längst durch moderne CAD-Programme und Virtual-Reality-Brillen ersetzt worden. Das eigentliche Aufgabenfeld erstreckt sich über neun hochkomplexe Leistungsphasen, die weit über das reine Entwerfen hinausgehen.

    Ein Architekt fungiert im Kern als strategischer Berater, Koordinator und psychologischer Vermittler. Er muss nicht nur die Wünsche des Kunden verstehen, sondern auch die Planungen unzähliger Fachleute harmonisieren. Wenn der Brandschützer, der Statiker und der Lüftungsplaner widersprüchliche Anforderungen stellen, ist es die Aufgabe des Architekten, eine baubare Lösung zu finden.

    • Ermittlung der Grundlagen: In der ersten Phase geht es um die präzise Analyse der Kundenbedürfnisse und die Bestandsaufnahme.
    • Der Vorentwurf: Hier entstehen erste grobe Skizzen, Flächenberechnungen und eine erste Kostenschätzung.
    • Die Genehmigungsplanung: In dieser Phase werden die detaillierten Pläne formal aufbereitet und bei den zuständigen Behörden eingereicht.
    • Koordination aller Fachplaner: Der Architekt führt die Entwürfe von Statikern, Brandschützern und Haustechnikern fehlerfrei zusammen.

    „Was frustrierend war als Angestellter, war die fehlende Perspektive.“ — Alexander Schmid

    Zwei Welten: Architektenbrille vs. Investorenbrille

    Ein tiefgreifendes Verständnis für den Immobilienmarkt entwickelte Alexander Schmid erst, als er seine eigene Perspektive erweiterte. Durch ein zusätzliches Studium im Projektmanagement lernte er die "Investorenbrille" kennen. Architekten und Investoren blicken oft aus völlig gegensätzlichen Richtungen auf dasselbe Gebäude. Diese Diskrepanz führt in der Praxis nicht selten zu schweren Konflikten bei der Projektumsetzung.

    Während der Architekt aus Leidenschaft die gestalterisch anspruchsvollste und technisch perfekteste Lösung anstrebt, zählt für den Investor die nackte Zahl. Ein Investor kalkuliert streng mit Sanierungskosten, Mietrenditen und dem schlussendlichen Wiederverkaufswert. Er ist selten bereit, horrende Summen für exklusive Design-Details auszugeben, die ein durchschnittlicher Mieter am Ende nicht bezahlt.

    • Gestalterischer Anspruch: Architekten planen oft mit dem Fokus auf Ästhetik, Langlebigkeit und innovative Materialien.
    • Ökonomische Realität: Investoren fokussieren sich auf Kosten-Nutzen-Verhältnisse, um die Wirtschaftlichkeit des Projekts zu sichern.
    • Das Risiko der Übersanierung: Insbesondere Einsteiger im Bereich Fix-and-Flip investieren oft zu viel Geld in irrelevante Ausstattungsdetails.
    • Kollaboration auf Augenhöhe: Ein erfolgreicher Architekt muss die finanzielle Denkweise des Entwicklers verstehen, um optimal zuzuarbeiten.

    Der Sprung aus dem Angestelltendasein

    Das Angestelltenverhältnis bietet zweifellos eine komfortable Sicherheit, doch diese Sicherheit verlangt oft einen hohen Preis. Für Alexander Schmid war die fehlende Entwicklungsperspektive im Job ein dauerhafter Quell der Frustration. Als Angestellter stieß er trotz hoher Leistungsbereitschaft und Akquisitionsangeboten in seiner Freizeit an starre Gehaltsgrenzen und unbewegliche Strukturen.

    Die Selbstständigkeit hingegen lockt mit unbegrenzten Entfaltungsmöglichkeiten, erfordert jedoch auch eine völlig andere Lebenseinstellung. Man muss bereit sein, die volle Verantwortung für das eigene Schicksal zu tragen. Für leidenschaftliche Unternehmer verschwimmt die Grenze zwischen Arbeit und Freizeit, da das eigene Business oft mit der Begeisterung eines Spiels betrieben wird.

    • Unbegrenztes Potenzial: In der Selbstständigkeit entscheidet das eigene Engagement direkt über den persönlichen und finanziellen Erfolg.
    • Volle Eigenverantwortung: Scheitern und Erfolg liegen gleichermaßen in den eigenen Händen, ohne schützende Leitplanken eines Arbeitgebers.
    • Leidenschaft als Antrieb: Erfolgreiche Gründer denken oft rund um die Uhr an ihr Unternehmen, ohne dies als belastende Arbeit zu empfinden.
    • Der Typus entscheidet: Wer nach festen Arbeitszeiten und mentaler Entlastung ab 17:00 Uhr sucht, sollte den Angestelltenweg wählen.

    Drei Ängste, die den beruflichen Wechsel blockieren

    Der Wunsch nach beruflicher Veränderung ist bei vielen Angestellten groß, doch die wenigsten wagen den tatsächlichen Absprung. Alexander Schmid analysiert die psychologischen Barrieren, die Menschen systematisch in ihrer Komfortzone gefangen halten. Meist sind es drei tief verwurzelte Ängste, die den mutigen Schritt über die Schwelle der Veränderung verhindern.

    Diese Ängste sind evolutionär bedingt, blockieren jedoch in der modernen Arbeitswelt das persönliche Wachstum. Sie führen dazu, dass unglückliche Zustände im Job über Jahrzehnte hinweg einfach stillschweigend hingenommen werden.

    • Die Angst vor dem Verlust des Bekannten: Das vertraute Umfeld wird gehalten, selbst wenn es destruktiv oder zutiefst unglücklich macht.
    • Die Sorge vor dem Unbekannten: Die Ungewissheit, was nach dem Verlassen der Komfortzone geschieht und ob man scheitern könnte.
    • Der gesellschaftliche Druck: Die Furcht vor der Bewertung durch Freunde, Familie und das soziale Netzwerk im Falle eines Misserfolgs.

    Der eine Satz, der alles veränderte

    Ein Besuch auf der Münchener Immobilienmesse Expo Real markierte den endgültigen Wendepunkt in Alexanders Leben. Ein wissenschaftlicher Vortrag lieferte ihm den entscheidenden Impuls, der ihn noch am selben Wochenende zur Kündigung veranlasste.

    „Identifikation ist die Mutter der Motivation.“ — Alexander Schmid

    Dieser prägende Lehrsatz besagt, dass echte Motivation niemals künstlich von außen erzeugt werden kann. Sie entsteht ausschließlich aus einer tiefen inneren Identifikation mit dem eigenen Tun, dem Team oder dem Produkt. Wer sich nicht mit seiner Arbeit identifiziert, wird auf Dauer unglücklich und blockiert sein eigenes Erfolgspotenzial.

    • Die radikale Entscheidung: Wenige Tage nach dem Vortrag kündigte Alexander seine Festanstellung und beendete seine Beziehung.
    • Die Suche auf Weltreise: Auf einer einjährigen Reise durch 16 Länder suchte er nach sich selbst und neuen Business-Ideen.
    • Innere Überzeugung: Identifikation sorgt dafür, dass sich Arbeit leicht anfühlt, man automatisch besser wird und somit auch finanziell erfolgreich.

    Das Geheimnis hinter 8.000 B2B-Netzwerk-Mitgliedern

    Nach seiner einjährigen Weltreise kehrte Alexander Schmid ohne Kunden, Aufträge oder Kontakte in die Heimat zurück. Die harten Absagen bei der Kaltakquise machten ihm schnell klar, dass Vertrauen das wichtigste Gut im B2B-Geschäft ist. Um systematisch neue Kontakte aufzubauen, gründete er kurzerhand einen eigenen kleinen Stammtisch für die Immobilienbranche in München.

    Aus diesem anfangs egoistischen Motiv entstand über die Jahre die "Real Estate Lounge". Heute ist sie eines der größten B2B-Netzwerke für Immobilienprofis im gesamten deutschsprachigen Raum.

    „Du musst halt das finden in deinem Leben, ansonsten hast du dein Leben verkackt. Ehrlich.“ — Alexander Schmid

    • Barrierefreier Zugang: Im Gegensatz zu exklusiven Premium-Clubs steht die Lounge jedem offen, vom Berufseinsteiger bis zum erfahrenen Investor.
    • Skalierung im DACH-Raum: Das Netzwerk wächst organisch über Standorte hinweg, indem lokale Partner die Organisation vor Ort übernehmen.
    • Indirekte Monetarisierung: Der Versuch, direkte Mitgliedsgebühren zu verlangen, hemmt das Wachstum; der wahre Wert liegt im Vertrauensaufbau für Folgegeschäfte.
    • Zentrales Marketing: Ein starker Newsletter-Verteiler und gezieltes Event-Marketing sorgen an allen Standorten für konstant hohe Besucherzahlen.

    Häufige Fragen

    Wer ist Alexander Schmid?

    Alexander Schmid ist Architekt, Gründer des Immobiliennetzwerks "Real Estate Lounge" mit über 8.000 Mitgliedern und ehemaliger Europameister im Fechten. Er betreibt zudem einen eigenen Podcast und coacht Menschen im Bereich Podcast-Marketing.

    Was ist der wichtigste Satz für berufliche Motivation laut Alexander Schmid?

    Der wichtigste Satz lautet: "Identifikation ist die Mutter der Motivation." Er besagt, dass dauerhafte Motivation und beruflicher Erfolg nur durch eine tiefe persönliche Identifikation mit der eigenen Arbeit entstehen können.

    Was macht ein Architekt in den verschiedenen Leistungsphasen?

    Der Beruf des Architekten umfasst neun Leistungsphasen, von der Grundlagenermittlung und dem Vorentwurf über die Genehmigungsplanung und Detailplanung bis hin zur Ausschreibung, Bauüberwachung und Dokumentation des Projekts.

    Wie unterscheidet sich die Architektenbrille von der Investorenbrille?

    Architekten fokussieren sich meist auf die bestmögliche gestalterische und technische Lösung. Investoren hingegen betrachten Immobilien streng wirtschaftlich und achten primär auf Sanierungskosten, Rendite und Wiederverkaufswert.

    Warum scheitern viele Menschen beim Schritt in die Selbstständigkeit?

    Häufig blockieren drei Ängste den Schritt: Die Angst, das Vertraute loszulassen, die Sorge vor dem Unbekannten sowie die Angst vor gesellschaftlicher Bewertung oder dem Spott des sozialen Umfelds im Falle eines Scheiterns.

    Wie ist die Real Estate Lounge entstanden?

    Nach einer Weltreise stand Alexander Schmid ohne Kundennetzwerk da. Um systematisch und skaliert Kontakte in der Immobilienbranche zu knüpfen, gründete er einen Stammtisch in München, der sich zur Real Estate Lounge weiterentwickelte.

    Wie lässt sich ein B2B-Netzwerk erfolgreich skalieren?

    Die Skalierung gelingt organisch, indem man engagierten Partnern in anderen Städten (ab 100.000 Einwohnern) die Standortleitung übergibt und das Marketing sowie den Newsletter-Verteiler zentral steuert.

    Warum ist eine direkte Monetarisierung von Netzwerken oft schwierig?

    Direkte Mitgliedsbeiträge schrecken insbesondere neue Mitglieder ab und hemmen das Wachstum des Netzwerks. Der wirtschaftliche Wert liegt meist im indirekten Aufbau von Vertrauen und der Gewinnung von Folgeaufträgen.

    Worauf sollte man bei der Auswahl eines Business-Coaches achten?

    Ein gutes Coaching sollte auf einem logischen, Schritt für Schritt überprüfbaren System basieren und klare KPIs (wie Click-Through-Rates oder Konvertierungsraten) zur Erfolgskontrolle bereitstellen.

    Würde Alexander Schmid aktuell in Immobilien investieren?

    Er rät dazu, das Pulver trocken zu halten und die eigene Strategie an der Unterscheidung zwischen aktiver Arbeit (wie Fix & Flip) und passivem Investment auszurichten. Er selbst hält derzeit vermehrt Cash.

    Transkript

    Das Transkript für diese Folge wird derzeit vorbereitet.