Wie baut man ein Netzwerk mit 10.000 Kontakten auf? Alexander Schmid (IRECC) teilt seine 5 Schritte für erfolgreiches Networking in der Immobilienwelt.
Alexander Schmid startete seinen beruflichen Weg klassisch als Architekt und Projektmanager, bevor er nach einer einjährigen Weltreise den Entschluss fasste, sich selbstständig zu machen. Ohne fertiges Geschäftskonzept oder einen sicheren Erstauftrag stand er vor der existenziellen Herausforderung, schnellstmöglich neue Kunden zu gewinnen.
In dieser Phase stellte Schmid fest, dass das traditionelle Netzwerk eines angestellten Projektingenieurs oft zu klein ist, um tragfähige Aufträge für ein eigenes Unternehmen zu generieren. Er kannte schlichtweg niemanden, der direkt als solventer Auftraggeber infrage kam, da Großprojekte meist nur etablierte Konzerne beauftragten.
Um die ersten Aufträge an Land zu ziehen, versuchte sich der frischgebackene Gründer zunächst an der klassischen Telefonakquise. Ohne ein erprobtes Fragenskript oder vertriebliche Vorkenntnisse telefonierte er lange Listen ab, was sich jedoch als nahezu vollständig erfolglos erwies.
Ein entscheidender Ratschlag eines guten Freundes änderte schließlich seine gesamte Akquisestrategie. Statt anonymer Anrufe setzte Schmid fortan auf persönliche Treffen beim Mittagessen, um Vertrauen aufzubauen.
„Die Leute machen immer so viele Fehler beim Netzwerk. Sie gehen hin, quatschen mit irgendjemandem, gehen nach Hause und heulen.“ — Alexander Schmid
Diese einfachen Lunch-Termine legten den Grundstein für seine ersten erfolgreichen Projektabschlüsse. Sie zeigten ihm, dass im B2B-Bereich Geschäfte in erster Linie zwischen Menschen und nicht zwischen anonymen Firmen gemacht werden.
Aus der Idee heraus, den Akquise-Prozess zu systematisieren und zu automatisieren, gründete Alexander Schmid den ersten Immobilienstammtisch in München. Obwohl das erste Treffen mit nur drei Personen – inklusive seines besten Freundes – sehr bescheiden startete, ließ er sich nicht entmutigen.
Heute hat sich dieses kleine Format zu einem der führenden Netzwerke der deutschen Immobilienwirtschaft namens IRECC entwickelt. Mit Präsenzen in rund 20 Städten und jährlich bis zu 100 Veranstaltungen verbindet das Netzwerk heute über 10.000 Branchenakteure.
Um Networking nicht dem Zufall zu überlassen, hat Alexander Schmid ein klares System entwickelt, das aus fünf aufeinander aufbauenden Schritten besteht. Dieses System hilft Akteuren dabei, gezielt Mehrwert aus jeder Veranstaltung zu ziehen:
Ein weit verbreiteter Fehler auf Netzwerk-Events ist laut Schmid die unkontrollierte Selbstdarstellung. Viele Teilnehmer neigen dazu, sofort ihr gesamtes Dienstleistungsportfolio herunterzuberichten, ohne zu wissen, was das Gegenüber eigentlich benötigt.
Besonders Männer begehen oft den Fehler, sich sofort profilieren zu wollen, während Frauen beim Netzwerken meist strategischer vorgehen. Sie hören aufmerksam zu und platzieren ihre Angebote erst dann, wenn sie eine echte Schnittstelle identifiziert haben.
„Zuhören, erster Schritt. Das ist ein typischer Männerfehler, die alles immer erzählen möchten, wie toll sie sind.“ — Alexander Schmid
Durch aktives Zuhören erfährt man nicht nur die echten Herausforderungen des Gesprächspartners, sondern kann das eigene Angebot auch viel präziser und relevanter zuschneiden.
Gerade für schüchterne Personen stellt der Einstieg in bestehende Gesprächsrunden auf Events oft eine Hürde dar. Schmid rät dazu, offen auf Gruppen zuzugehen und einfach höflich zu fragen, ob man sich hinzugesellen darf. Da alle Teilnehmer mit der Absicht des Netzwerkens vor Ort sind, wird dies fast ausnahmslos positiv aufgenommen.
Ebenso wichtig wie ein gelungener Einstieg ist jedoch auch der professionelle Ausstieg aus Gesprächen, die keinen geschäftlichen oder persönlichen Mehrwert bieten. Hier gilt es, falsche Höflichkeit abzulegen, um die begrenzte Zeit auf einer Veranstaltung effizient zu nutzen.
Ein rein altruistisches Netzwerk trägt sich wirtschaftlich auf Dauer nicht. Daher basiert das Geschäftsmodell von IRECC heute auf drei stabilen Säulen, die einen klaren geschäftlichen Nutzen für Partnerunternehmen stiften, ohne die Community mit aufdringlicher Werbung zu belasten:
Für die Zukunft plant Alexander Schmid einen massiven Ausbau seiner digitalen Sichtbarkeit, insbesondere auf Instagram, wo er bis zum Jahr 2025 die Marke von 10.000 Followern erreichen möchte. Er hat erkannt, dass die Verknüpfung von starkem Online-Content und physischen Events einen unschlagbaren Hebel bietet.
Zudem steht eine strategische Weiterentwicklung der IRECC-Community bevor. Da Angestellte und Gründer oft sehr unterschiedliche Ziele und Mindsets besitzen, wird es zukünftig einen exklusiven, separaten Bereich für Unternehmer geben.
Diese Abspaltung ermöglicht es Unternehmern, sich in einem geschützten Rahmen auf Augenhöhe über strategische Herausforderungen und Kooperationen auszutauschen, während die klassischen Formate weiterhin für alle Akteure offenbleiben.
Auf die traditionelle Abschlussfrage nach einer hypothetischen Veränderung im Städtebau wünscht sich Schmid eine grundlegendere, menschliche Transformation. Er plädiert leidenschaftlich dafür, dass jeder Mensch in der Branche und darüber hinaus genau das tut, was ihm echte Freude bereitet.
„Wenn du was wirklich willst, dann denkst du da Tag und Nacht drüber nach und du bringst es, du gehst nicht mehr die Umwege.“ — Alexander Schmid
Wer aus tiefer Überzeugung und mit echter Begeisterung arbeitet, setzt ungenutzte Potenziale frei. Dieser persönliche Antrieb ist letztlich der stärkste Motor für Innovation und Fortschritt in der gesamten Bau- und Immobilienwirtschaft.
Alexander Schmid ist Architekt, Projektmanager, Gründer des Immobiliennetzwerks IRECC und leidenschaftlicher B2B-Netzwerker.
Nach einer Weltreise machte sich Schmid selbstständig. Um Aufträge zu generieren, begann er systematisch mit Lunch-Terminen und gründete schließlich den ersten Immobilienstammtisch in München.
Das Netzwerk verbindet heute über 10.000 Akteure der Immobilienbranche und veranstaltet jährlich etwa 50 bis 100 Events in rund 20 Städten.
Die Schritte umfassen eine klare Zielsetzung, die Vorab-Kontaktaufnahme vor Events, das persönliche Treffen vor Ort, das gezielte Matching und das Nachfassen nach der Veranstaltung.
Männer neigen oft dazu, sofort von sich und ihren Angeboten zu erzählen, anstatt dem Gegenüber erst einmal aufmerksam zuzuhören und die Bedürfnisse zu analysieren.
Man kann sich höflich mit dem Verweis entschuldigen, sich ein Getränk holen zu wollen, oder offen kommunizieren, dass man noch andere Personen auf dem Event ansprechen möchte.
Die Monetarisierung erfolgt über Mehrwert-Angebote für Partnerunternehmen, wie Featured-Podcast-Folgen, Webinare, Speaker-Auftritte und zielgerichtete Newsletter-Werbung.
Social Media wird als starker Hebel zur Erhöhung der Sichtbarkeit genutzt. Schmid plant beispielsweise, seine Reichweite auf Instagram bis 2025 auf 10.000 Follower auszubauen.
Es wird eine Abspaltung in Form eines exklusiven Unternehmer-Bereichs geben, da Unternehmer und Angestellte oft unterschiedliche Mindsets und geschäftliche Ziele verfolgen.
Er wünscht sich, dass jeder Mensch das findet, woran er wirklich Freude hat. Diese Leidenschaft ist der stärkste Motor, um ungenutzte Potenziale freizusetzen.
Das Transkript für diese Folge wird derzeit vorbereitet.