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    Immobilien-Netzwerk aufbauen: Alexander Schmid im Interview

    5 Min. Lesezeit
    #009 - Alexander Schmid: Der Gründer der IRECC Lounge über seinen Erfolg

    Kapitel

    Das Wichtigste in Kürze

    • Erfolgreiches Netzwerken basiert auf strategischer Vorbereitung, dem gezielten Analysieren von Gästelisten und dem Anbieten von echtem Mehrwert vor dem ersten Treffen.
    • Kaltakquise ohne Skript und ohne Vorbereitung führt in der Immobilienbranche selten zum Erfolg, während persönliche Mittagessen das Vertrauen effektiv aufbauen.
    • Das klassische Architekturstudium vernachlässigt oft die wirtschaftliche Perspektive der Baukosten, was durch spezialisierte Weiterbildungen wie ein Immobilienmanagement-Studium ausgeglichen werden muss.
    • Eine eigene digitale Plattform wie iRECC schützt Netzwerke vor der Abhängigkeit von Drittanbietern wie Xing oder LinkedIn und sichert den direkten Zugang zur Community.
    • Der Schlüssel zum Geschäftsabschluss auf Netzwerk-Events liegt im aktiven Zuhören und Fragenstellen, während der eigentliche Verkaufs-Pitch erst im Nachgang erfolgen sollte.
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    Wie baut man ein Netzwerk mit 10.000 Branchen-Profis auf? Alexander Schmid (iRECC) verrät seine Erfolgsstrategie für die Immobilienbranche.

    Vom Kaltakquise-Flop zum strategischen Mittagessen

    Alexander Schmid startete seine Selbstständigkeit im Jahr 2013 als Projektsteurer ohne einen einzigen Auftrag in der Tasche. Ohne etabliertes Netzwerk versuchte er sich zunächst an klassischer Kaltakquise und telefonierte in München eine Liste von Immobilieneigentümern ab. Da er jedoch ohne Skript und strategische Vorbereitung agierte, blieb der Erfolg vollständig aus. Er merkte schnell, dass unvorbereitete Anrufe oft zur falschen Zeit kommen und die Angerufenen misstrauisch zurücklassen.

    Der Wendepunkt kam durch den wertvollen Ratschlag eines Freundes, der ihm empfahl, den persönlichen Kontakt bei gemeinsamen Mittagessen zu suchen. Da Schmid selbst als ehemaliger Angestellter kaum Kontakte hatte, vermittelte ihm der Freund die ersten fünf Ansprechpartner. Aus diesen informellen Treffen entstanden schließlich die ersten echten Aufträge für sein junges Unternehmen.

    Sinnsuche auf Weltreise und der Point of no Return

    Vor dem Schritt in die Selbstständigkeit durchlebte Alexander Schmid eine persönliche Lebenskrise, die ihn dazu bewog, seine Anstellung als Projektingenieur zu kündigen. Er verabschiedete sich mit einer provokanten E-Mail von seinen Kollegen, in der er sie als "Ameisen" bezeichnete – ein Fehler, für den er sich heute aufrichtig entschuldigt. Er begab sich auf eine einjährige Weltreise, um den Sinn des Lebens zu finden.

    „Das Glück liegt nicht unter einem Stein in Ecuador, sondern das muss jeder eben in sich finden.“ — Alexander Schmid

    Diese Erkenntnis führte dazu, dass Schmid nach seiner Rückkehr den Entschluss fasste, nie wieder in ein Angestelltenverhältnis zurückzukehren. Die provokante Abschieds-E-Mail fungierte dabei als sein persönlicher "Point of no Return". Er musste den Weg der Selbstständigkeit erfolgreich bestreiten, da eine Rückkehr mental und gesellschaftlich ausgeschlossen war.

    Der steinige Weg zum DACH-weiten Branchen-Netzwerk

    Um die Akquise für seine Projektsteuerung zu systematisieren, gründete Schmid einen ersten Immobilien-Stammtisch in München. Das erste Treffen verlief ernüchternd: Nur er, ein enger Freund und ein Immobilienmakler saßen am Tisch. Trotz des harten Feedbacks seines Freundes, das Projekt wegen Peinlichkeit abzubrechen, machte Schmid unbeirrt weiter.

    Aus dem kleinen Stammtisch entwickelte sich im Laufe der Jahre ein riesiges Netzwerk, das heute als Real Estate Lounge in über 20 Städten in Deutschland, Österreich und der Schweiz aktiv ist. Die Expansion basierte auf einem dezentralen Partnermodell:

    • Lokale Organisatoren: Engagierte Branchenprofis leiten die Treffen vor Ort auf freiwilliger Basis, um ihr eigenes Netzwerk auszubauen.
    • Zentrales Marketing: Die iRECC-Plattform unterstützt die Partner mit technischer Infrastruktur und hoher Reichweite.
    • Newsletter-Power: Über 14.000 Abonnenten werden regelmäßig über die anstehenden Events in den Regionen informiert.
    • WhatsApp-Community: Mehr als 1.000 aktive Mitglieder tauschen sich in moderierten Gruppen spamfrei aus.

    Dieses Prinzip stellt sicher, dass alle Beteiligten voneinander profitieren und hochqualitative Kontakte in entspannter Atmosphäre knüpfen können.

    Die Evolution von iRECC: Unabhängigkeit von Drittplattformen

    Lange Zeit organisierte das Team der Real Estate Lounge seine Veranstaltungen und das gesamte Einladungsmanagement über die Plattform Xing. Als Xing vor rund zwei Jahren seine Event-Hosting-Funktionen und Gruppen schloss, brach dem Netzwerk von heute auf morgen das organisatorische Fundament weg. Anstatt zu kapitulieren, entschied sich Schmid für eine fundamentale, mutige Eigenentwicklung.

    Daraus entstand die Plattform iRECC, ein maßgeschneidertes soziales Netzwerk für die Immobilienwirtschaft. Nutzer können dort eigene Profile anlegen, in Fachgruppen interagieren und sich für Events anmelden. Premium-Mitglieder profitieren zudem von exklusiven Funktionen wie dem direkten Download von Gästelisten, was eine gezielte Event-Vorbereitung ermöglicht.

    Die 5 Stufen des erfolgreichen Netzwerkens

    Netzwerken wird laut Schmid von rund 90 Prozent der Akteure falsch betrieben, da sie unvorbereitet auftreten und sofort versuchen, ihre Dienstleistungen zu verkaufen. Erfolgreiches Netzwerken in der hochpreisigen Immobilienbranche erfordert hingegen einen systematischen, fünfstufigen Prozess:

    • Zieldefinition: Vor jedem Event muss klar sein, welche geschäftlichen Ziele aktuell im Fokus stehen.
    • Zielgruppen-Identifikation: Die Analyse der Gästeliste im Vorfeld hilft dabei, die relevanten Entscheidungsträger gezielt herauszufiltern.
    • Kontaktaufnahme vorab: Durch eine kurze Nachricht vor dem Event kann man sich ankündigen und dem Gegenüber bereits einen konkreten Mehrwert anbieten.
    • Persönliches Kennenlernen: Auf der Veranstaltung stehen das aktive Zuhören und das Stellen von Fragen im Vordergrund, nicht der eigene Pitch.
    • Nachbereitung und Follow-up: Erst im Nachgang, beispielsweise bei einem exklusiven Mittagessen, wird die geschäftliche Kooperation konkret besprochen.

    Durch diesen strukturierten Ansatz wird echtes Vertrauen aufgebaut, welches das unverzichtbare Fundament für jedes hochvolumige Immobiliengeschäft darstellt.

    Wirtschaftliches Denken: Die Lücke in der Architektenausbildung

    Als studierter Architekt stellte Alexander Schmid im Laufe seiner Karriere fest, dass die klassische akademische Ausbildung gravierende Lücken aufweist. Das Thema Baukosten und die wirtschaftliche Perspektive der Bauherren werden im Architekturstudium nahezu vollständig ausgeblendet. Dies führt zu massiven Kommunikationsproblemen zwischen kreativen Planern und renditeorientierten Investoren.

    Um diese Lücke zu schließen, absolvierte Schmid ein MBA-Studium im internationalen Immobilienmanagement in Biberach, Zürich und London. Erst dort lernte er fundamentale wirtschaftliche Zusammenhänge wie das Residualwertverfahren, Baukostenkalkulationen und die finanzielle Logik von Projektentwicklern kennen. Er rät jedem Planer, sich intensiv mit der Kostenseite zu beschäftigen, um als vollwertiger Partner auf Augenhöhe agieren zu können.

    Mut zum Ungewissen: Ein Plädoyer für die Leidenschaft

    Heute teilt Alexander Schmid seine Arbeitszeit flexibel auf verschiedene Projekte auf. Während die iRECC-Plattform und die Real Estate Lounge etwa 20 bis 30 Prozent seiner Zeit in Anspruch nehmen, sichert die klassische Projektsteuerung seinen Hauptumsatz. Zusätzlich betreibt er mit Partnern die Real Estate Academy, um praxisnahes Branchenwissen digital zu vermitteln.

    Für die Zukunft wünscht sich Schmid, dass mehr Menschen den Mut aufbringen, ihrer echten Leidenschaft zu folgen. Wer sich mit seiner Aufgabe identifiziert, arbeitet automatisch kreativer und erfolgreicher.

    „Wenn du einmal über diese imaginäre Linie drüber bist, dann kannst du auch nicht mehr zurück.“ — Alexander Schmid

    Der Schritt ins Ungewisse mag zwar Angst einflößen, doch im Prozess der Umsetzung entwickeln sich stets neue, ungeahnte Wege zum Erfolg. Schmid motiviert alle Zuhörer, den Sprung zu wagen und das eigene Netzwerk als Sicherheitsnetz für alle unternehmerischen Herausforderungen zu etablieren.

    Häufige Fragen

    Was ist der Unterschied zwischen iRECC und der Real Estate Lounge?

    iRECC ist die digitale Plattform für Profile, Gruppen und Einladungsmanagement, während die Real Estate Lounge das physische Veranstaltungs- und Netzwerkformat vor Ort darstellt.

    Wie entstand die Idee zur Gründung der Real Estate Lounge?

    Alexander Schmid gründete das Format 2013 aus der Not heraus, um nach dem Start seiner Selbstständigkeit als Projektsteurer ohne Budget ein eigenes berufliches Netzwerk für die Akquise aufzubauen.

    Warum scheiterte Alexanders anfängliche Kaltakquise in München?

    Er versuchte, ohne ein vorbereitetes Skript oder eine strategische Herangehensweise eine Liste von Immobilieneigentümern abzutelefonieren, was zu keinem einzigen Auftrag führte.

    Was ist laut Alexander Schmid der größte Fehler beim Netzwerken?

    Der größte Fehler ist es, sich ohne Vorbereitung auf Events zu begeben und sofort den eigenen Verkaufs-Pitch zu platzieren, anstatt dem Gegenüber zuzuhören und Fragen zu stellen.

    Wie bereitet man sich optimal auf ein Netzwerk-Event vor?

    Man sollte sich vorab die Gästeliste herunterladen, relevante Kontakte identifizieren und diese bereits vor dem Event kontaktieren, um ein Treffen mit potenziellem Mehrwert zu vereinbaren.

    Warum wurde die eigene Plattform iRECC entwickelt?

    Da Xing seine Event-Hosting- und Gruppen-Funktionen abschaltete, verlor die Real Estate Lounge ihre organisatorische Basis und programmierte iRECC als unabhängige Branchen-Alternative.

    Wie funktioniert das Partnermodell der Real Estate Lounge in verschiedenen Städten?

    Lokale Partner organisieren die Events ehrenamtlich, um ihr eigenes Netzwerk auszubauen, während die iRECC-Zentrale das Marketing und die Reichweite über ihren Newsletter bereitstellt.

    Welche Defizite sieht Alexander Schmid in der klassischen Architektenausbildung?

    Im Architekturstudium wird das Thema Baukosten und Wirtschaftlichkeit oft komplett vernachlässigt, weshalb Planer die finanzielle Perspektive von Bauherren häufig nicht verstehen.

    Welchen Mehrwert bietet ein Studium des Internationalen Immobilienmanagements?

    Es vermittelt Planern das Verständnis für Baukosten, Bauzeiten, Residualwertverfahren und die wirtschaftlichen Strategien von Bauherren und Entwicklern.

    Welchen Rat gibt Alexander Schmid angehenden Gründern?

    Man sollte keine Angst vor dem Ungewissen haben und den Schritt über die Linie wagen, da sich im Prozess der Selbstständigkeit immer Lösungen und Wege finden.

    Transkript

    Das Transkript für diese Folge wird derzeit vorbereitet.