Vom Architekten zum Top-Netzwerker: Alexander Schmid verrät seine 5 Schritte für B2B-Networking & wie Podcasts als Vertriebstool funktionieren.
Alexander Schmid blickt auf eine vielseitige Karriere zurück. Er startete seine berufliche Laufbahn ganz klassisch mit einem Architekturstudium. Danach entwarf er als Architekt Gebäude und genoss das faszinierende Gefühl, eigene Ideen in gebaute Realität umzusetzen. Doch trotz der Leidenschaft für das Erschaffen stieß er bald an finanzielle und persönliche Grenzen.
Um sich weiterzuentwickeln, absolvierte Alexander ein Studium im internationalen Immobilienmanagement. Es folgten Stationen als angestellter Projektsteuerer bei renommierten Unternehmen wie Ernst & Young sowie Arcadis. Trotz des vermeintlich sicheren und erfolgreichen Karrierewegs machte sich jedoch eine tiefe, ungreifbare Sehnsucht in ihm breit. Er spürte, dass das Angestelltendasein nicht das Ende seines Weges sein konnte.
„Ich wusste nur, das kann nicht alles gewesen sein. Und ich war dann auch schon so ein bisschen verzweitelt.“ — Alexander Schmid
Die Konsequenz aus dieser inneren Zerrissenheit war ein radikaler Schnitt. Alexander kündigte seinen sicheren Job, um ein ganzes Jahr auf Weltreise zu gehen. Ein mutiger Schritt, der für ihn die einzig logische Reaktion auf die ungeliebte Situation war. Er empfiehlt jedem in einer ähnlichen Krise, die Komfortzone zu verlassen und radikale Veränderungen zu wagen.
Die Weltreise selbst verlief anfangs sehr "deutsch" und durchgetaktet. Alexander plante jede Sehens- und Aktivitätsoption akribisch durch und hakte sie ab, ganz wie ein Projektsteuerer. Erst im Laufe der Zeit lernte er, sich treiben zu lassen, in Hostels zu schlafen und die Orte wirklich aufzusaugen. Gegen Ende der Reise wuchs jedoch die Nervosität, da er immer noch keinen konkreten Zukunftsplan hatte.
Die erste Phase: Extrem durchgetaktet, Sightseeing nach TripAdvisor-Listen, hohe Hektik.
Die Backpacker-Erfahrung: Übernachtungen in einfachen Hostels, echter Austausch mit anderen Reisenden.
Der Lerneffekt: Loslassen lernen und die eigene Identität abseits von beruflichen Titeln finden.
Ohne eine bahnbrechende neue Geschäftsidee kehrte Alexander nach München zurück. Er entschied sich, sich als selbstständiger Projektsteuerer im B2B-Bereich zu versuchen. Mit hochwertigen Visitenkarten und einer professionellen Website wollte er Eindruck schinden. Das größte Problem bestand jedoch darin, dass er keinerlei Kunden hatte.
Um an Aufträge zu gelangen, griff er zu einer Liste von Münchner Immobilienbestandshaltern. Er versuchte sich an der klassischen Kaltakquise am Telefon, scheiterte damit jedoch kläglich. Ohne Verkaufserfahrung fühlte sich die Akquise für ihn unnatürlich und unangenehm an. Ein erster Auftrag über diesen Weg erwies sich schnell als unpassend für sein Profil.
Die Wende brachte der Ratschlag eines Freundes, sich einfach zum Mittagessen mit Branchenkollegen zu treffen. Da Alexander durch seine bisherige Fokussierung auf einzelne Großprojekte kaum Kontakte besaß, startete er mit nur fünf Empfehlungen. Aus diesen informellen Treffen entstanden überraschend seine ersten echten Aufträge. Dies weckte in ihm den Wunsch, diese Methode strategisch zu skalieren.
Die Lösung war die Gründung eines eigenen Event-Formats: der Real Estate Lounge. Anstatt mühsam einzelnen Kontakten hinterherzujagen, schuf er eine Plattform, auf der sich die Immobilienbranche ungezwungen treffen konnte. Aus diesem anfänglichen Stammtisch entwickelte sich schnell ein etabliertes Branchen-Netzwerk, das schließlich auch den Weg für Alexanders eigenen Podcast ebnete.
Für Alexander ist Networking kein Zufallsprodukt, sondern eine erlernbare, hochgradig strategische Disziplin. Die meisten Menschen machen laut seiner Erfahrung den Fehler, planlos auf Events zu gehen und darauf zu hoffen, die richtigen Personen zufällig zu treffen. Er empfiehlt stattdessen einen klaren, fünfstufigen Prozess für messbaren Erfolg.
Schritt 1: Positionierung und Ziele definieren: Vorab klären, warum man die Veranstaltung besucht und welche geschäftlichen Ziele man verfolgt.
Schritt 2: Gästeliste analysieren: Die Teilnehmerliste im Vorfeld studieren und gezielt die Personen herausfiltern, die für das eigene Business relevant sind.
Schritt 3: Vorab-Kontaktaufnahme: Die Wunschkontakte schon vor dem Event über LinkedIn oder E-Mail anschreiben und ein konkretes Treffen vor Ort vereinbaren.
Schritt 4: Das Treffen vor Ort: Das vereinbarte persönliche Gespräch führen, eine erste vertrauensvolle Beziehung aufbauen und Smalltalk mit konkretem Austausch verbinden.
Schritt 5: Das strukturierte Follow-up: Nach der Veranstaltung zeitnah ein vertiefendes Mittagessen vereinbaren, um den geschäftlichen Deal abzuschließen.
Im Laufe seiner Karriere bemerkte Alexander, dass er einen gravierenden Fehler begangen hatte. Er pflegte ein riesiges Netzwerk, das jedoch zum Großteil aus Angestellten bestand. Angestellte haben jedoch grundlegend andere Ziele, Denkweisen und Herausforderungen als Unternehmer. Wer unternehmerisch wachsen will, muss seine Zeit gezielt in Kontakte mit anderen Unternehmern investieren.
„Wenn du unternehmerisch weiterkommen willst, musst du dich mit anderen Unternehmern treffen.“ — Alexander Schmid
Da Zeit die wertvollste Ressource ist, plädiert er für eine radikale Selektion. Er filtert sein Netzwerk heute sehr genau und erteilt unpassenden Anfragen auch mal eine Absage. Gleichzeitig betont er, dass es wichtig ist, sich den Blick für das Wesentliche zu bewahren. Oftmals verbergen sich hinter unscheinbar auftretenden Personen ohne teure Statussymbole die erfolgreichsten Geschäftspartner mit beachtlichen Immobilienportfolios.
Da physisches Netzwerken zeitlich und räumlich limitiert ist, sieht Alexander in digitalen Formaten die Zukunft. Ein eigener Business-Podcast ist für ihn das mächtigste Werkzeug überhaupt. Er ermöglicht ein hocheffizientes Pull-Prinzip: Anstatt aktiv zu akquirieren, zieht man durch wertvollen Content die passenden Kunden magisch an.
„Ich glaube, dass ein Podcast eins der krassesten Werbeinstrumente ist, weil es eben Long-Form ist.“ — Alexander Schmid
Ein Podcast baut durch seine lange Konsumdauer das notwendige Vertrauen für hochpreisige B2B-Dienstleistungen auf. Zudem lässt sich das Format strategisch für die Einwandbehandlung nutzen. Indem man typische Kundenfragen oder Mythen in einer Folge detailliert bespricht, verkürzt man den Sales-Prozess drastisch. Das Vertriebsteam kann diese Folgen gezielt an Interessenten senden, um Hürden abzubauen, noch bevor das erste Verkaufsgespräch stattfindet.
Alexander Schmid ist Architekt, Projektsteuerer, Netzwerk-Gründer (Real Estate Lounge) und B2B-Podcaster in der Immobilienbranche.
Er suchte nach finanzieller Weiterentwicklung und spürte eine tiefe Sehnsucht nach beruflicher Veränderung und neuen Herausforderungen abseits des klassischen Planens.
Er kündigte seinen Job und reiste ein Jahr lang um die Welt. Anfangs plante er alles durch, entwickelte sich aber zum entspannten Backpacker, der in günstigen Hostels übernachtete.
Er hatte das Verkaufen nie gelernt und empfand Kaltakquise per Telefon als unnatürlich. Die dicken Visitenkarten brachten ihm ohne Netzwerk keine Kunden ein.
Auf Anraten eines Freundes traf sich Alexander mit Kontakten zum Mittagessen. Um diese Treffen effizienter zu gestalten, gründete er den Immobilien-Stammtisch in München.
Planlos zu Veranstaltungen zu gehen, in der Hoffnung, zufällig die richtigen Personen kennenzulernen, anstatt das Event strategisch vorzubereiten.
Sie umfasst die eigene Positionierung, das Filtern der Gästeliste, die persönliche Kontaktaufnahme vor dem Event, das Treffen vor Ort und das strukturierte Follow-up.
Unternehmer und Angestellte haben unterschiedliche Ziele und Denkweisen. Unternehmer müssen sich mit Gleichgesinnten austauschen, um ihr Business strategisch voranzubringen.
Man kann typische Kunden-Einwände in einzelnen Podcast-Folgen klären. Das Sales-Team kann diese Folgen an Interessenten senden, um Vertrauen aufzubauen.
Er interviewte unter anderem den ehemaligen Fußballtorwart Oliver Kahn, den Ökonomen Hans-Werner Sinn und den früheren griechischen Ministerpräsidenten George Papadopoulos.
Das Transkript für diese Folge wird derzeit vorbereitet.