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    Gastauftritte · 2026-08-19

    Immobilien-Akquise für Makler: Eigentümer richtig überzeugen

    2026-08-19 5 Min. Lesezeit
    Deepimmo im Podcast auf der Deutschen Immobilienmesse

    Kapitel

    Das Wichtigste in Kürze

    • Unrealistische Preisvorstellungen von Eigentümern basieren meist auf veralteten Marktbedingungen der Niedrigzinsphase zwischen 2015 und 2021.
    • Erfolgreiche Immobilienmakler agieren primär als beratende Vermittler und nicht als reine Verkäufer.
    • Nur 8 Prozent der Immobilieneigentümer würden laut aktuellen Daten wieder mit demselben Makler zusammenarbeiten, was auf mangelhafte Kommunikation zurückzuführen ist.
    • Die Software von Deepimmo visualisiert komplexe Marktdaten und Zinsentwicklungen, um Argumente für Eigentümer leicht verständlich und transparent zu machen.
    • Eine konsistente, digitale Plattform ohne Medienbrüche verbessert den Transaktionsprozess und stärkt das Vertrauen zwischen Verkäufer, Käufer und Makler.

    Nils Harrenberger von Deepimmo erklärt, wie Immobilienmakler mit datenbasierten Argumenten und smarter Software erfolgreich Aufträge akquirieren.

    Die Hürden der modernen Immobilienakquise

    Immobilienmakler stehen heute vor einer großen Herausforderung: Sie verfügen über ein enormes Fachwissen, das sie über Jahrzehnte aufgebaut haben, können dieses im Erstgespräch aber oft nur schwer vermitteln. Auf der anderen Seite steht ein Eigentümer, der sich meist zum ersten Mal im Leben mit dem Verkauf einer Immobilie beschäftigt und komplexe Entscheidungen treffen muss.

    Hier setzt die Softwarelösung von Deepimmo an, wie Nils Harrenberger auf der Deutschen Immobilienmesse im Gespräch mit Alexander Schmid erklärt. Das Ziel ist es, das tiefe Fachwissen des Maklers in verständliche, visuelle Argumente zu übersetzen, die auch für Laien sofort nachvollziehbar sind.

    „Wir sorgen mit unserer Software dafür, dass dieses Wissen, was der Makler besitzt, schwarz auf weiß belegbar in nachvollziehbare Argumente verwandelt wird.“ — Nils Harrenberger

    Durch diese transparente Aufbereitung der Daten gelingt es Maklern, selbst anspruchsvolle oder sture Eigentümer von einer realistischen Vermarktungsstrategie zu überzeugen und den Akquiseprozess nachhaltig zu professionalisieren.

    Veraltete Wunschpreise aus einer anderen Epoche

    Ein zentrales Problem in der Immobilienpraxis sind unrealistische Preisvorstellungen seitens der Verkäufer. Häufig holen sich Eigentümer mehrere Makler ins Boot, wobei derjenige den Zuschlag erhält, der den höchsten utopischen Preis verspricht – eine Taktik, die sich später durch lange Vermarktungszeiten und drastische Preisreduzierungen rächt.

    Nils Harrenberger betont, dass diese Wunschpreise historisch durchaus ihre Berechtigung hatten. Sie stammen aus einer Marktphase, die heute jedoch endgültig vorbei ist:

    • Niedrigzinsphase (2015–2021): In diesem Zeitraum waren die geforderten Höchstpreise aufgrund extrem günstiger Finanzierungen problemlos am Markt realisierbar.
    • Heutiges Zinsumfeld: Durch gestiegene Zinsen hat sich die Leistbarkeit für Käufer drastisch verändert, was Eigentümer oft nicht wahrhaben wollen.
    • Referenzwerte: Eigentümer orientieren sich fälschlicherweise an Verkäufen aus der Nachbarschaft, die Jahre zurückliegen und unter völlig anderen Bedingungen stattfanden.

    „Der Preis, den der Eigentümer gerne hätte, der ist ja gar nicht falsch. Er ist nur aus einer anderen Zeit.“ — Nils Harrenberger

    Wird der Preis nachträglich immer wieder reduziert, entsteht am Markt schnell das Image einer "Resterampe". Kaufinteressenten vermuten dann Mängel an der Immobilie, was den Preis letztlich sogar unter den eigentlichen Marktwert drücken kann.

    Die emotionale Dimension des Immobilienverkaufs

    Der Verkauf des eigenen Heims ist selten eine rein rationale Angelegenheit, sondern extrem emotional aufgeladen. Oft handelt es sich um das selbstgebaute Haus, in dem die eigenen Kinder aufgewachsen sind und in das viel Herzblut geflossen ist.

    Für die Eigentümer stellt die Immobilie meist den größten Vermögenswert ihres Lebens dar. Wenn ein Makler nun ohne visuelle Beweise erklärt, dass dieser Wert drastisch gesunken ist, stößt dies verständlicherweise auf emotionalen Widerstand. Die Software von Deepimmo fungiert hier als neutraler Vermittler, der Emotionen versachlicht.

    Komplexe Daten in einfache Bilder übersetzen

    Um den Eigentümer abzuholen, müssen komplexe Bewertungsverfahren verständlich gemacht werden. Normale Eigentümer kennen weder Bodenrichtwerte noch Liegenschaftszinssätze oder Marktanpassungsfaktoren. Der Makler darf daher nicht als reiner Verkäufer auftreten, sondern muss als beratender Partner agieren.

    Die Plattform visualisiert die Daten so einfach wie möglich, getreu dem Prinzip: Das Auge isst mit. Zu den wichtigsten visuellen Elementen gehören:

    • Interaktive Preischarts: Grafische Darstellung der historischen und aktuellen Preisentwicklung in der jeweiligen Region.
    • Transparente Kartenansichten: Geografische Einordnung von vergleichbaren Objekten in der direkten Nachbarschaft.
    • Reduzierungshistorie: Eine genaue Aufschlüsselung, wie oft und wie stark Konkurrenzobjekte im Preis gesenkt werden mussten.

    Diese einfache Customer Experience sorgt dafür, dass die Argumente des Maklers ohne langes Erklären für den Kunden greifbar werden.

    Der Zinssimulator als stärkstes Argument

    Um die veränderte Marktlage verständlich zu machen, hat Deepimmo einen intuitiven Simulator entwickelt. Dieser zeigt dem Eigentümer spielerisch, wie sich veränderte Zinssätze direkt auf das Budget des potenziellen Käufers auswirken.

    Der Simulator verdeutlicht zwei Kernaspekte der Käuferfinanzierung:

    • Finanzierungsrate: Wie hoch die monatliche Belastung für den Käufer bei unterschiedlichen Zinssätzen tatsächlich ist.
    • Nötiges Einkommen: Welches Haushaltsnettoeinkommen ein Käufer benötigt, um sich die Immobilie heute noch leisten zu können.

    Dadurch wird das scheinbare Paradoxon gelöst, warum ein niedrigerer Kaufpreis heute für den Käufer monatlich teurer sein kann als ein hoher Kaufpreis während der Niedrigzinsphase.

    Warum die Makler-Kundenzufriedenheit bei nur 8 % liegt

    Ein schockierendes Ergebnis aktueller Marktuntersuchungen ist die extrem geringe Loyalität von Immobilienverkäufern gegenüber ihren Maklern. Nur ein winziger Bruchteil der Verkäufer würde denselben Dienstleister erneut beauftragen.

    • Mangelnde Kommunikation: Viele Makler schaffen es nicht, ihr Fachwissen verständlich zu vermitteln.
    • Falsche Versprechungen: Um den Auftrag zu erhalten, stimmen Makler anfangs utopischen Wunschpreisen zu, nur um später schrittweise reduzieren zu müssen.
    • Imageverlust: Am Ende bleibt das Gefühl beim Verkäufer zurück, dass die Immobilie unter Wert "verscherbelt" wurde, was Weiterempfehlungen verhindert.

    „8 % der Eigentümer, die mit einem Makler verkauft haben, würden den gleichen Makler wiederwählen. Warum? Weil sie unzufrieden waren mit der Leistung.“ — Nils Harrenberger

    Durch den Einsatz transparenter Beratungstools können Makler dieses Vertrauen zurückgewinnen und sich wertvolle Empfehlungen für zukünftige Geschäfte sichern.

    Die Demografie der neuen Verkäufergeneration

    Ein weiterer Aspekt, den Makler in den kommenden Jahren berücksichtigen müssen, ist der demografische Wandel unter den Immobilienverkäufern. Die neue Generation an Eigentümern ist jünger, digital affiner und informiert sich vorab intensiv im Internet.

    Diese Verkäufer nutzen moderne Tools wie ChatGPT, um sich über den privaten Immobilienverkauf zu informieren. Zwar rät auch die KI in vielen Fällen dazu, für den bestmöglichen Preis einen Experten hinzuzuziehen, doch die Erwartungshaltung an die digitale Kompetenz des Maklers ist dadurch massiv gestiegen. Wer hier nicht mit moderner Software überzeugt, verliert den Auftrag schnell an die Konkurrenz.

    Die Zukunft der Immobilientransaktion auf einer Plattform

    Abschließend wirft Nils Harrenberger einen Blick in die Zukunft der Immobilienbranche. Der Markt ist derzeit von einer stark fragmentierten Tool-Landschaft geprägt. Dies führt bei Maklern häufig zu Medienbrüchen und Datenverlusten.

    Das Ziel von Deepimmo ist es daher, eine durchgängige Plattform zu etablieren. Diese soll als moderierendes Bindeglied zwischen Verkäufer, Käufer und Makler fungieren. Auf diese Weise können alle transaktionsrelevanten Entscheidungen von der Akquise bis zur Vermarktung ohne Systemwechsel auf einer einzigen Oberfläche abgewickelt werden.

    Häufige Fragen

    Was macht das Unternehmen Deepimmo?

    Deepimmo bietet eine Software für Immobilienmakler an, die komplexe Marktdaten verständlich visualisiert, um Eigentümer bei der Mandatsakquise rational zu überzeugen.

    Warum fordern viele Immobilieneigentümer unrealistisch hohe Preise?

    Viele Eigentümer orientieren sich noch an den Preisen der Niedrigzinsphase (2015–2021). Sie blenden dabei die veränderten Zinsbedingungen und Finanzierungsmöglichkeiten der heutigen Käufer aus.

    Wie hilft der Simulator von Deepimmo im Gespräch mit Eigentümern?

    Der Simulator vergleicht spielerisch unterschiedliche Zinssätze und Kaufpreise. Dadurch wird Eigentümern gezeigt, wie drastisch höhere Zinsen die monatliche Rate und das nötige Einkommen des Käufers beeinflussen.

    Warum ist die Weiterempfehlungsquote bei Immobilienmaklern so niedrig?

    Sie liegt aktuell bei nur 8 Prozent. Grund dafür ist meist unzureichende Kommunikation: Makler können ihr Fachwissen oft nicht transparent vermitteln oder versprechen anfangs zu hohe Preise, die später reduziert werden müssen.

    Welche Daten visualisiert das Dashboard von Deepimmo?

    Das Dashboard zeigt Preischarts, Karten, Datenbanken von Vergleichsobjekten aus Portalen und die genaue Historie von Preisreduzierungen an.

    Warum schaden ständige Preisreduzierungen dem Verkauf?

    Wenn eine Immobilie zu hoch eingepreist wird und lange am Markt bleibt, entsteht das Image einer 'Resterampe'. Käufer vermuten Mängel, was den Preis am Ende oft unter den echten Marktwert drückt.

    Welche Rolle spielen Emotionen beim Hausverkauf?

    Immobilien sind meist der größte Vermögenswert und eng mit persönlichen Erinnerungen verknüpft. Das macht Preisverhandlungen hochemotional und erfordert eine sachliche, datenbasierte Moderation durch den Makler.

    Wie verändert KI wie ChatGPT das Verhalten von Immobilienverkäufern?

    Jüngere Verkäufer informieren sich zunehmend über KI-Tools, wodurch sie anspruchsvoller werden. Makler müssen daher mit hoher digitaler Kompetenz und professioneller Software überzeugen.

    Transkript

    Das Transkript für diese Folge wird derzeit vorbereitet.