
Wie revolutionieren 360°-Rundgänge die Immobilienbranche? Florentino Tretzek (Ogulo) erklärt den digitalen Zwilling und moderne Vermarktungstrends.
Die Deutsche Immobilienmesse (DIM) gilt als einer der wichtigsten Treffpunkte für Branchenexperten, innovative Dienstleister und zukunftsweisende Trends in der deutschen Immobilienwirtschaft. Im Rahmen dieses hochkarätigen Branchen-Events führte Alexander Schmid ein spannendes Live-Interview mit Florentino Tretzek, dem Repräsentanten der Firma Ogulo.
Das Unternehmen Ogulo hat sich in den vergangenen Jahren als absoluter Pionier im Bereich der virtuellen Rundgänge und der digitalen Objektaufbereitung etabliert. In diesem intensiven Gespräch teilen die beiden Experten tiefe Einblicke in moderne Kameratechnologien, das Potenzial digitaler Zwillinge und die sich wandelnden Anforderungen an zeitgemäße Immobilienmakler.
Bereits vor über 14 Jahren revolutionierte Ogulo den Markt mit der Einführung von virtuellen 3D-Touren für Immobilien. Damals war das Prinzip noch stark an Google Street View angelehnt, bot jedoch bereits einen völlig neuen Blickwinkel auf die digitale Präsentation von Wohn- und Gewerberäumen.
Hente hat sich die Technologie dank rasanter Hardware- und Softwareentwicklungen fundamental verändert. Tretzek vergleicht das aktuelle System von Ogulo mit einem universellen Werkzeug, das Maklern alle mühsamen Schritte der visuellen Objektaufbereitung abnimmt.
„Grundsätzlich, sage ich immer, haben wir das Schweizer Taschenmesser zur professionellen Objektaufbereitung erfunden.“ — Florentino Tretzek
Dank der Automatisierung können Immobilienprofis aus einer einzigen Begehung vielfältige, verkaufsfördernde Medien erstellen:
Ein zentrales Qualitätsmerkmal der Ogulo-Technologie ist die innovative Sechser-Belichtungsreihe für die Fotografie. Viele Immobilienfotografen stehen vor der Herausforderung, dass Räume mit großen Fenstern bei direkter Sonneneinstrahlung entweder im Schatten liegen oder die Fensterflächen komplett überbelichtet wirken.
Die Kamera von Ogulo löst dieses Problem vollautomatisch während des Scanvorgangs durch ein ausgeklügeltes Belichtungssystem.
„Mit einer Sechser Belichtungsreihe kann man das ausgleichen.“ — Florentino Tretzek
Die Kamera erfasst die Umgebung in sechs unterschiedlichen Belichtungsstufen von extrem dunkel bis extrem hell. Diese Einzelaufnahmen werden anschließend in der Cloud zu einem sogenannten HDR-Foto (High Dynamic Range) verschmolzen. Das Ergebnis sind perfekt ausbalancierte Aufnahmen, bei denen sowohl der Innenraum als auch der Ausblick durch das Fenster scharf und farbecht sichtbar sind.
Die Hardware hinter Ogulo ist eine eigens entwickelte Kamera, die von einem spezialisierten Dienstleister in China produziert wird. Das Gerät ist mit insgesamt 25 einzelnen Linsen ausgestattet, die jeweils eine Auflösung von 8 Megapixeln besitzen, was eine Gesamtauflösung von 200 Megapixeln pro Raumscan generiert.
Im Gegensatz zu vielen Mitbewerbern verzichtet Ogulo ganz bewusst auf die LiDAR-Technologie (Light Detection and Ranging). Stattdessen setzt das Entwicklerteam auf ein mathematisch-optisches Verfahren, das auf Fotogrammetrie und Triangulation basiert.
Diese bewusste Technologieentscheidung bringt handfeste Vorteile für die Praxis im Immobilienalltag:
Um die Technologie flächendeckend zugänglich zu machen, verzichtet Ogulo auf teure Einzeldienstleister vor Ort. Stattdessen befähigt das Unternehmen die Immobilienmakler dazu, die Aufnahmen mit minimalem Aufwand selbst durchzuführen.
Das Geschäftsmodell ist dabei so konzipiert, dass es sich auch für kleinere Maklerbüros schnell amortisiert und extrem skalierbar ist.
Das transparente Preiskonzept basiert auf zwei einfachen Säulen:
Dieses Prinzip lässt sich gut mit dem Kauf eines modernen Smartphones oder Fitness-Trackers vergleichen, bei dem die Hardware einmalig erworben und der Service über eine regelmäßige Gebühr freigeschaltet wird.
Die Vision von Ogulo reicht weit über die reine Verkaufsphase einer Immobilie hinaus. Das langfristige Ziel des Unternehmens ist die Etablierung des „digitalen Scheckhefts“ für Gebäude jeglicher Art.
Ein einmal erstellter digitaler Zwilling kann und sollte laut Tretzek in allen Phasen des Immobilien-Lebenszyklus genutzt werden.
Dank der präzisen Vermessungstechnik ergeben sich völlig neue vertikale Geschäftsfelder:
Für Eigentümer, die den Verkauf ihrer Immobilie planen, hat Florentino Tretzek einen wertvollen Rat parat. Die Digitalisierung hat den Markt emanzipiert, weshalb Eigentümer genau prüfen sollten, welche Dienstleistungen ein moderner Makler heute anbietet.
Die professionelle Aufbereitung digitaler Unterlagen und Medien gehört heute zur absoluten Pflicht eines zeitgemäßen Immobilienprofis.
„Diese Kompetenz kann relativ schlecht durch Digitalisierung oder KI kompensiert werden.“ — Florentino Tretzek
Die wahre Kür des Maklers liegt im Beziehungsmanagement, der empathischen Beratung und der Mediation in schwierigen Situationen wie Scheidungen oder Erbschaften. Ein moderner Makler nutzt die Automatisierung von Ogulo für Exposés und Grundrisse, um genau für diese zwischenmenschlichen Aufgaben den Kopf und die Zeit frei zu haben.
Ogulo bietet eine professionelle All-in-one-Lösung zur Erstellung von virtuellen 360°-Rundgängen, hochwertigen HDR-Exposéfotos, Social-Media-Videos und zertifizierten Grundrissen für Immobilien.
Mit nur einer einzigen Begehung und Aufnahme können Makler alle verkaufsrelevanten visuellen Medien sowie einen nach der Wohnflächenverordnung zertifizierten Grundriss automatisiert erstellen lassen.
Dabei nimmt die Kamera bei jedem Auslösen sechs unterschiedlich belichtete Bilder von sehr dunkel bis sehr hell auf. Diese werden zu einem HDR-Foto zusammengesetzt, um Überbelichtung an Fenstern und extreme Schatten im Raum auszugleichen.
LiDAR-Sensoren neigen bei direkter Sonneneinstrahlung zu Messfehlern und ungenauen Punktwolken. Das fotogrammetrische System von Ogulo auf Basis optischer Triangulation bleibt auch bei hellem Licht zentimetergenau.
Die speziell entwickelte Kamera verfügt über insgesamt 25 Linsen mit jeweils 8 Megapixeln, was zu einer extrem hohen Gesamtauflösung von 200 Megapixeln pro Aufnahme führt.
Die Kamera wird einmalig für 2000 Euro erworben. Die anschließende Bearbeitung und Cloud-Nutzung erfolgt im Rahmen einer Kooperationsgebühr, die umgerechnet unter 8 Euro pro Immobilie kostet.
Es handelt sich um einen digitalen Zwilling, der über den gesamten Lebenszyklus eines Gebäudes – von der Baustelle über die Sanierung bis zum Verkauf – alle relevanten Daten, Maße und Mängel dokumentiert.
Ja, die erstellten Grundrisse sind offiziell nach der deutschen Wohnflächenverordnung zertifiziert, was die anschließenden Finanzierungsprozesse bei Banken erheblich beschleunigt.
Eigentümer sollten einen zeitgemäßen Makler wählen, der digitale Tools zur automatisierten Objektaufbereitung nutzt, damit dieser maximale Zeit für die persönliche Kundenberatung und Verhandlung hat.
Die präzisen 3D-Scans eignen sich hervorragend für die lückenlose Baustellendokumentation, das digitale Mängelmanagement sowie die detaillierte Planung von Sanierungen im Bestand.
Das Transkript für diese Folge wird derzeit vorbereitet.