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    immo-inside · 30. Okt 2024

    IRECC Lounge Gründer Alexander Schmid im Interview

    30. Okt 2024 39:19 6 Min. Lesezeit
    #009 - Alexander Schmid: Der Gründer der IRECC Lounge über seinen Erfolg

    Kapitel

    Das Wichtigste in Kürze

    • Erfolgreiches Networking beginnt mit einer klaren Zielsetzung und der präzisen Identifikation der richtigen Kontakte vor der Veranstaltung.
    • Kaltakquise ohne Vorbereitung scheitert oft, während persönliche Mittagessen über Empfehlungen eine effektive Methode zur Auftragsgewinnung sind.
    • Auf Netzwerk-Events ist aktives Zuhören und Fragenstellen deutlich erfolgreicher als das ungefragte Abspulen des eigenen Verkaufspitchs.
    • Ein starkes Branchennetzwerk schützt vor schlechten Erfahrungen und hilft, bei baulichen oder geschäftlichen Problemen schnell Zweitmeinungen einzuholen.
    • Der Schritt in die Selbstständigkeit erfordert den Mut, ins Ungewisse zu gehen, da sich Lösungen oft erst während des Prozesses entwickeln.

    Wie baut man ein Immobilien-Netzwerk mit über 10.000 Kontakten auf? Alexander Schmid (IRECC Lounge) teilt seine besten Networking-Strategien.

    Der Sprung ins kalte Wasser der Selbstständigkeit

    Der Start in die berufliche Unabhängigkeit verläuft selten geradlinig oder ohne Hürden. Alexander Schmid, der Gründer der renommierten IRECC Lounge, berichtet im Gespräch mit Dr. Peter Burnickl sehr offen von seinen ersten, holprigen Schritten als selbstständiger Projektsteurer im Jahr 2013. Ohne bestehende Kundenbeziehungen, ohne fertige Aufträge und vor allem ohne ein tragfähiges Netzwerk stand er vor der existenziellen und dringenden Frage, wie er neue Projekte und Kunden akquirieren sollte.

    Sein allererster Versuch bestand aus klassischer, unvorbereiteter Kaltakquise am Telefon. Ausgerüstet mit einer Liste von Immobilieneigentümern im Raum München begann er, die Telefonnummern von A bis F abzuarbeiten. Doch ohne einen professionellen Leitfaden, ohne Akquise-Training oder ein strategisches Vorgehen blieb der Erfolg vollständig aus. Diese frustrierende Erfahrung machte ihm jedoch schnell klar, dass herkömmliche, unpersönliche Verkaufsmethoden in einer stark beziehungsbasierten Branche wie der Immobilienwirtschaft zum Scheitern verurteilt sind.

    Die Sinnsuche auf einer einjährigen Weltreise

    Vor seinem Schritt in die Selbstständigkeit durchlebte Alexander Schmid eine persönliche Krise. Als angestellter Architekt und Projektleiter stieß er sowohl finanziell als auch mental an seine Grenzen. Er kündigte seinen Job und begab sich auf eine einjährige Weltreise, in der Hoffnung, den Sinn des Lebens und das persönliche Glück in der Ferne zu finden.

    Diese Reise brachte ihm eine wichtige Erkenntnis über sich selbst und das Leben. Das erhoffte Glück wartete nicht an einem exotischen Ort, sondern musste in der eigenen inneren Einstellung gefunden werden. Nach seiner Rückkehr stand fest, dass er nicht mehr in ein Angestelltenverhältnis zurückkehren konnte, was ihn schließlich zum unumkehrbaren Schritt in die Selbstständigkeit führte.

    „Das Glück liegt nicht unter einem Stein in Ecuador irgendwo, sondern das muss jeder in sich finden.“ — Alexander Schmid

    Die Geburtsstunde der Real Estate Lounge

    Nachdem die unpersönliche Kaltakquise kläglich gescheitert war, entschied sich Alexander Schmid für einen gänzlich anderen, persönlicheren Weg. Ein befreundeter Unternehmer gab ihm den entscheidenden Impuls: Er solle sich einfach mit potenziellen Kontakten zum Mittagessen treffen. Da Schmid zu diesem Zeitpunkt jedoch kaum Branchenkontakte besaß, ließ er sich erste Empfehlungen geben und baute daraufhin einen eigenen, zwanglosen Stammtisch in München auf, um Gleichgesinnte zu versammeln.

    Aus diesem ersten, bescheidenen Treffen, bei dem am Ende nur drei Teilnehmer an einem Tisch saßen, entwickelte sich über die Jahre die heutige Real Estate Lounge. Das Format wuchs vollkommen organisch und dehnte sich durch begeisterte Partner schnell auf weitere Städte wie Augsburg und Stuttgart aus. Heute ist das Netzwerk im gesamten deutschsprachigen Raum, einschließlich Österreich und der Schweiz, aktiv und verbindet über 10.000 Branchenakteure, die von der gegenseitigen Reichweite profitieren.

    Die technologische Evolution: Von Xing zu iRECC

    Der Erfolg des Netzwerks basierte anfangs stark auf der Event-Infrastruktur von Xing. Als die Plattform jedoch ihre Event- und Gruppenfunktionen einstellte, stand die Real Estate Lounge vor einer digitalen Zäsur. Statt aufzugeben, entschied sich Alexander Schmid dazu, eine eigene Plattform zu entwickeln.

    So entstand iRECC als maßgeschneidertes digitales Netzwerk für die Immobilienbranche. Die Plattform bietet den Mitgliedern:

    • Profilverwaltung: Erstellung individueller Branchenprofile für Fachleute.
    • Event-Management: Übersicht und Anmeldung zu allen regionalen Veranstaltungen.
    • Premium-Features: Funktionen wie der Download von Gästelisten zur gezielten Vorbereitung.
    • WhatsApp-Gruppen: Streng moderierte, spamfreie Kommunikationskanäle für den schnellen Austausch.

    Die Kunst des Netzwerkens: Die 5-Stufen-Methode

    Ein verhängnisvoller Fehler, den laut Alexander Schmid fast 90 Prozent aller Menschen beim professionellen Networking machen, ist das sofortige und ungefragte Abspulen des eigenen Verkaufspitchs. Erfolgreiches Netzwerken folgt stattdessen einem systematischen Prozess, der auf gründlicher Vorbereitung und echtem, ehrlichem Interesse am Gegenüber basiert.

    Schmid unterteilt diesen Prozess in fünf wesentliche und aufeinander aufbauende Stufen:

    • Zielklarheit: Vor dem Besuch eines Events muss man sich im Klaren darüber sein, welche geschäftlichen Ziele man aktuell verfolgt, sei es die Suche nach neuen Mitarbeitern, Aufträgen oder strategischen Kooperationspartnern.
    • Identifikation: Die gezielte Analyse der Gästeliste im Vorfeld, um relevante Akteure und potenzielle Partner vorab zu identifizieren und sich auf das Gespräch vorzubereiten.
    • Kontaktaufnahme: Die erste, unverbindliche Ansprache direkt auf der Veranstaltung, die idealerweise mit einem konkreten Mehrwert oder einer Empfehlung für den Gesprächspartner verknüpft ist.
    • Zuhören und Fragen: Dem Gegenüber die Bühne überlassen und durch gezielte Fragen herausfinden, wo dessen aktuelle Herausforderungen und Pain Points liegen.
    • Nachbereitung: Der eigentliche geschäftliche Pitch oder ein konkretes Angebot erfolgt niemals direkt auf dem Event, sondern erst im Nachgang, beispielsweise bei einem separaten Mittagessen oder Folgetermin.

    Synergien durch die Real Estate Academy

    Neben der iRECC-Plattform und der Projektsteuerung hat Alexander Schmid mit Partnern die Real Estate Academy ins Leben gerufen. Dieses Unternehmen fokussiert sich auf hochwertige Online-Kurse für Immobilien-Professionals. Damit schließt er eine wichtige Lücke in der Aus- und Weiterbildung der Branche.

    Das Ziel ist es, praxisrelevantes Wissen flexibel zugänglich zu machen. Die Verknüpfung von Netzwerk, akademischer Weiterbildung und praktischer Projekterfahrung schafft einzigartige Synergien, von denen alle Mitglieder der Community profitieren können.

    Warum Wirtschaftlichkeit im Architekturstudium fehlt

    Ein großes Manko in der Ausbildung von Architekten ist der mangelnde Bezug zu wirtschaftlichen Kennzahlen. Alexander Schmid, selbst gelernter Architekt, betont, wie wichtig das Verständnis für Baukosten, Zeitplanung und Renditeerwartungen der Bauherren ist. Erst durch sein anschließendes MBA-Studium im internationalen Immobilienmanagement lernte er die finanzielle Perspektive der Projektentwickler und Investoren richtig zu verstehen.

    Dieses Wissen ist essenziell, um Projekte erfolgreich und im Budgetrahmen zu steuern:

    • Baukosten: Ein tiefes Verständnis für Kostenberechnungen schützt vor bösen Überraschungen während der Bauphase.
    • Bauzeit: Verzögerungen haben massive finanzielle Auswirkungen, die Planer oft nicht im Blick haben.
    • Wirtschaftlichkeit: Nur wer die Renditeerwartungen des Bauherren versteht, kann als Planer oder Steurer echten Mehrwert bieten.

    Der unschätzbare Wert eines starken Netzwerks

    In einer kapitalintensiven Branche wie der Immobilienwirtschaft basiert fast jedes Geschäft auf Vertrauen. Ein verlässliches Netzwerk bietet nicht nur Zugang zu neuen Aufträgen, sondern dient auch als Sicherheitsnetz bei fachlichen Herausforderungen oder unerwarteten Problemen auf der Baustelle.

    Dr. Peter Burnickl und Alexander Schmid sind sich einig, dass der persönliche Kontakt durch nichts zu ersetzen ist. Über die iRECC-Plattform und die zugehörigen WhatsApp-Kanäle können Mitglieder bei dringenden Fragen in kürzester Zeit Expertenmeinungen und Ratschläge einholen.

    „Mit einem guten Netzwerk kann man sichergehen, dass man nicht übers Ohr gehauen wird, wenn man die Leute persönlich kennt.“ — Alexander Schmid

    Keine Angst vor dem Ungewissen

    Am Ende der Episode teilt Alexander Schmid seinen wichtigsten Ratschlag für sein jüngeres Ich und für alle angehenden Unternehmer. Der Schritt aus der Komfortzone und das Überwinden der eigenen Ängste sind der Schlüssel zu persönlichem und geschäftlichem Wachstum.

    Man muss nicht jeden Schritt im Voraus perfekt geplant haben. Wichtig ist es, die Entscheidung zu treffen, loszulegen und darauf zu vertrauen, dass sich die passenden Lösungen und Wege im Laufe des Prozesses ergeben werden.

    „Wenn du einmal über diese imaginäre Linie drüber bist, dann kannst du auch nicht mehr zurück.“ — Alexander Schmid

    Häufige Fragen

    Was ist die IRECC Lounge?

    Die IRECC Lounge ist eine von Alexander Schmid gegründete Netzwerkplattform für die Immobilienbranche, die über 10.000 Fachleute miteinander verbindet.

    Wie ist die Real Estate Lounge entstanden?

    Sie entstand aus der Notwendigkeit heraus, dass Alexander Schmid sich nach dem Start seiner Selbstständigkeit als Projektsteurer ohne Aufträge ein eigenes Netzwerk aufbauen musste.

    Was war Alexander Schmids größter Fehler bei der Akquise?

    Er versuchte anfangs unvorbereitete Kaltakquise per Telefonbuch, was völlig ohne Erfolg blieb, da der persönliche Bezug fehlte.

    Wie funktioniert erfolgreiches Networking laut Alexander Schmid?

    Erfolgreiches Netzwerken basiert auf Vorbereitung, dem Nutzen von Gästelisten, aktivem Zuhören und dem Aufbau von Vertrauen vor dem eigentlichen Pitch.

    Warum scheitern viele Menschen beim Netzwerken?

    Die meisten Menschen spulen sofort ihren eigenen Verkaufspitch ab, anstatt dem Gegenüber zuzuhören und dessen Bedürfnisse zu verstehen.

    Welche Plattformen nutzt die IRECC Lounge für ihr Management?

    Nach dem Wegfall der Xing-Gruppen wurde die eigene Plattform iRECC programmiert, ergänzt durch stark gepflegte, spamfreie WhatsApp-Gruppen.

    Was zeichnet die Real Estate Academy aus?

    Es ist ein weiteres Unternehmen von Alexander Schmid, das spezialisierte Online-Kurse für Immobilien-Professionals anbietet.

    Warum verstehen viele Planer die Bauherren-Perspektive nicht?

    Im klassischen Architekturstudium werden wirtschaftliche Faktoren wie Kostenberechnungen oft vernachlässigt, weshalb kaufmännische Weiterbildungen extrem wertvoll sind.

    Wie hilft ein starkes Netzwerk bei Bauschwierigkeiten?

    Durch ein starkes Netzwerk lassen sich bei Problemen schnell und unkompliziert vertrauenswürdige Zweitmeinungen von befreundeten Experten einholen.

    Welchen Rat gibt Alexander Schmid angehenden Gründern?

    Er rät dazu, keine Angst vor dem Ungewissen zu haben und einfach den Schritt über die Linie zu wagen, da sich Lösungen im Prozess ergeben.

    Transkript

    Das Transkript für diese Folge wird derzeit vorbereitet.