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    immo-inside · 27. Nov 2024

    Holz-Modulbau: Schneller & risikofreier bauen mit LiWooD

    27. Nov 2024 53:40 5 Min. Lesezeit
    #013 - Holz-Modulbau als echter Gamechanger?

    Kapitel

    Das Wichtigste in Kürze

    • Der Holz-Modulbau verkürzt die reine Bauzeit vor Ort von üblichen 18 Monaten auf rund ein halbes Jahr, was Finanzierungsrisiken massiv senkt und den Cashflow beschleunigt.
    • Die frühzeitige Einbindung des Modulbauers vor Abschluss der Planungsphase 2 ist entscheidend, um Umplanungen und zeitintensive Korrekturen zu vermeiden.
    • Holz-Modulbau eignet sich hervorragend für urbane Aufstockungen im laufenden Betrieb, da die Bewohner während der schnellen Montage meist im Gebäude verbleiben können.
    • Das Konzept der Feldfabrik verlagert den finalen Zusammenbau der Module in die Nähe der Baustelle, was Transportwege minimiert und eine flexible Montage ermöglicht.
    • Moderne Holz-Modulbauten stehen konventionellen Gebäuden in puncto Schallschutz, Brandschutz und optischer Hochwertigkeit in nichts nach.

    Wie revolutioniert der Holz-Modulbau die Baubranche? Stefan Stenzel von LiWooD im Interview über Kosten, Aufstockung und extreme Zeitersparnis.

    Der Weg vom Großprojekt zum innovativen Holz-Modulbau

    Der Werdegang von Stefan Stenzel ist eng mit den Themen Kosten, Risiko und Bauabwicklung verknüpft. Nach Stationen im klassischen Industriebau und dem Kostenmanagement bei Großprojekten wie Stuttgart 21 sammelte er tiefgehende Erfahrungen im Risikomonitoring für Banken. Diese Perspektive prägt seine heutige Arbeit als Head of Development bei LiWooD entscheidend.

    In der Finanz- und Beratungswelt stellte Stenzel schnell fest, dass die Zeit der größte Hebel zur Risikominimierung ist. Lange Bauzeiten setzen Projektentwickler unkontrollierbaren Marktschwankungen, Personalwechseln und steigenden Zinsen aus. Der Holz-Modulbau bietet hier einen radikalen Lösungsansatz, um diese Unsicherheiten zu minimieren.

    „Wer schnell baut, der hat ganz, ganz viele Risiken nicht, die jemand einfach systemimmanent auf sich nimmt.“ — Stefan Stenzel

    Der Faktor Zeit: Warum Schnelligkeit am Bau bares Geld wert ist

    Die klassische Bauwirtschaft leidet seit Jahrzehnten unter stagnierender Effizienz. Ein konventionelles Bauvorhaben zieht sich oft über 18 Monate oder länger hin, was enorme Kapitalbindungskosten verursacht. Im Holz-Modulbau lässt sich diese Zeitspanne auf ein halbes Jahr reduzieren.

    Diese enorme Beschleunigung verändert die wirtschaftliche Dynamik eines Projekts grundlegend:

    • Schnellere Mieteinnahmen: Die Generierung von Cashflow startet bis zu ein Jahr früher als bei konventioneller Bauweise.
    • Kürzere Finanzierungsphasen: Die teuren Bereitstellungszinsen und Zwischenfinanzierungen werden drastisch reduziert.
    • Weniger Schnittstellenrisiken: Durch die werkseitige Vorfertigung entfallen unvorhersehbare Verzögerungen durch nachfolgende Gewerke auf der Baustelle.

    Der optimale Einstieg: Wann Bauherren umdenken müssen

    Ein häufiger Fehler bei der Umsetzung von Modulbauprojekten ist der Zeitpunkt der Entscheidung. Viele Bauherren planen zunächst konventionell und versuchen erst in fortgeschrittenen Leistungsphasen, das Projekt auf Modulbau umzustellen. Dies führt meist zu Verzögerungen und Frustration.

    Um das volle Potenzial der modularen Bauweise auszuschöpfen, sollte die Entscheidung extrem früh fallen:

    • Idealer Zeitpunkt: Die Kontaktaufnahme mit dem Modulbauer sollte optimalerweise vor dem Abschluss der Leistungsphase 2 (Vorplanung) erfolgen.
    • Gemeinsame Zieldefinition: Architekten, Fachplaner und der Modulbauer müssen von Anfang an an einem Strang ziehen, um das Modulraster effizient zu integrieren.
    • Vermeidung von Umplanungen: Wer erst nach der Baugenehmigung (Leistungsphase 4) umstellt, verliert wertvolle Zeit und riskiert zusätzliche Planungskosten.

    Das System Feldfabrik: Vorfertigung neu gedacht

    LiWooD unterscheidet sich von klassischen Modulbauern durch ein einzigartiges Logistikkonzept: die Feldfabrik. Statt fertige, sperrige Raummodule über hunderte Kilometer auf Tiefladern zu transportieren, werden die flachen Bauteile erst nahe der Baustelle zusammengesetzt.

    Dieses System vereint die Vorteile industrieller Präzision mit maximaler Flexibilität vor Ort:

    • Komponentenfertigung im Werk: Wände, Decken und Nasszellen werden unter kontrollierten Bedingungen im Werk produziert.
    • Zusammenbau in der Feldfabrik: Eine temporäre Montagehalle in unmittelbarer Nähe des Baufelds dient dem finalen Zusammenbau der 3D-Module.
    • Effiziente Logistik: Nur die "letzte Meile" wird mit fertig montierten Modulen zurückgelegt, was Transportkosten und CO2-Emissionen minimiert.

    „Bei uns sieht man am Schluss nicht mehr, dass es ein Modulbau war.“ — Stefan Stenzel

    Höchste Qualität im Härtetest: Schallschutz, Brandschutz und Optik

    Viele Vorurteile gegenüber dem Modulbau stammen noch aus den Anfängen des Behelfsbaus. Heutige Holz-Modulbauten von LiWooD sind jedoch High-Tech-Produkte, die konventionellen Gebäuden in nichts nachstehen und oft sogar überlegen sind.

    Die technischen Kernbereiche zeigen, wie ausgereift die Technologie mittlerweile ist:

    • Hervorragender Schallschutz: Durch die systembedingte Entkopplung der einzelnen Module (Wand-an-Wand-Prinzip) wird die Schallübertragung extrem minimiert. Erhöhte Anforderungen nach DIN 4109-5 werden problemlos erfüllt.
    • Sicherer Brandschutz: Durch präzise Brandschutzkonzepte und die Verwendung von massivem Holz, das im Brandfall eine schützende Kohleschicht bildet, sind alle Sicherheitsstandards voll erfüllt.
    • Individuelle Architektur: Fast jedes Fassadenbild und anspruchsvolle Grundrisse lassen sich durch das flexible Lego-Technik-Baukastensystem realisieren.

    Aufstockung im Bestand: Die Königsdisziplin der Nachverdichtung

    In dicht besiedelten Ballungsräumen wie München ist Baugrund Mangelware. Hier bietet die Aufstockung bestehender Gebäude ein enormes Potenzial zur Schaffung von neuem Wohnraum. Holz eignet sich hierfür aufgrund seines geringen Eigengewichts ideal.

    Besonders attraktiv ist dabei die soziale und logistische Komponente dieses Bauverfahrens:

    • Wohnen bleiben im Bestand: Die Bewohner müssen während der Bauphase nicht ausziehen, da die Belastung vor Ort extrem kurz gehalten wird.
    • Schneller Baufortschritt: Innerhalb weniger Tage wird das bestehende Dach geöffnet, die Module aufgesetzt und das Gebäude wieder regendicht verschlossen.
    • Aufwertung für alle: Häufig wird die Aufstockung mit energetischen Sanierungen oder dem nachträglichen Anbau eines Aufzugs kombiniert, wovon auch die Bestandsmieter profitieren.

    Wirtschaftlichkeit und die Herausforderungen der Branche

    Holz ist als nachhaltiger Rohstoff nicht der billigste Werkstoff am Markt. Daher sind die reinen Baukosten im Holz-Modulbau oft auf einem ähnlichen Niveau wie beim konventionellen Bauen. Der wahre wirtschaftliche Vorteil liegt in der Gesamtbetrachtung des Projektzyklus.

    Stenzel betont, dass eine ehrliche und ganzheitliche Kalkulation entscheidend ist:

    • Vollständige Planung: Nur eine lückenlose Planung verhindert teure Nachträge während der Montagephase.
    • Ganzheitliche Renditebetrachtung: Die Einsparungen bei den Finanzierungskosten und der frühere Mietbeginn müssen zwingend in den Businessplan einfließen.
    • Fokus auf das Wesentliche: Effiziente Grundrisse mit einer logischen Anordnung von Sanitärschächten senken die Kosten pro Quadratmeter signifikant.

    „Die Planung muss vollständig sein, sie muss abgestimmt sein, sie muss ein Ziel haben.“ — Stefan Stenzel

    Zukunftsaussichten: Was die Baubranche jetzt braucht

    Für die kommenden Jahre sieht Stefan Stenzel trotz der aktuellen Krise im Wohnungsbau optimistisch in die Zukunft. Während der klassische Einfamilienhausmarkt unter den hohen Zinsen leidet, bieten Nischen wie die Bestandserweiterung und die Umnutzung von Büroflächen in Wohnraum weiterhin große Chancen.

    Damit die innovative Bauweise jedoch flächendeckend erfolgreich sein kann, is auch die Politik gefragt:

    • Verlässliche Förderungen: Ein ständiges Hin und Her bei den KfW-Förderungen behindert langfristige Planungen von Projektentwicklern massiv.
    • Konsequente Entbürokratisierung: Die Reduzierung von übertriebenen regulatorischen Anforderungen würde das Bauen insgesamt wieder bezahlbarer machen.
    • Partnerschaftliches Miteinander: Erfolgreiche Projekte basieren auf Vertrauen, realistischen Businessplänen und dem gemeinsamen Ziel aller Beteiligten.

    Häufige Fragen

    Was ist Holz-Modulbau?

    Beim Holz-Modulbau werden dreidimensionale Raummodule aus Holz industriell vorgefertigt und auf der Baustelle in kürzester Zeit zusammengesetzt.

    Wie viel Zeit spart man durch modulares Bauen?

    Die reine Bauzeit vor Ort kann von typischen 18 Monaten auf rund sechs Monate verkürzt werden.

    Was ist eine Feldfabrik im Modulbau?

    Eine Feldfabrik ist eine Montagehalle nahe der Baustelle, in der die im Werk vorgefertigten Einzelteile final zu 3D-Modulen montiert werden.

    Wann sollte man den Modulbauer in die Planung einbeziehen?

    Idealerweise erfolgt die Einbindung vor dem Abschluss der Leistungsphase 2, um die Planung optimal auf das Modulraster anzupassen.

    Wie schneidet Holz-Modulbau beim Schallschutz ab?

    Durch das doppelte Wand-an-Wand-System der aneinandergrenzenden Module sind die Räume schalltechnisch hervorragend entkoppelt und erfüllen erhöhte Schallschutzanforderungen.

    Ist Holz-Modulbau anfälliger für Brände?

    Nein, moderne Holz-Modulbauten verfügen über geprüfte Brandschutzkonzepte und erfüllen alle behördlichen Sicherheitsanforderungen und Richtlinien.

    Eignet sich Modulbau für die Aufstockung von bewohnten Gebäuden?

    Ja, durch das geringe Gewicht von Holz und die extrem schnelle Montage können Aufstockungen oft im laufenden Betrieb und ohne Auszug der Bewohner realisiert werden.

    Ist ein Modulhaus optisch als solches erkennbar?

    Nein, durch flexible Fassadengestaltungen und fugenlose Übergänge im Innenbereich lässt sich ein moderner Modulbau optisch nicht von konventionellen Gebäuden unterscheiden.

    Ist der Holz-Modulbau günstiger als konventionelles Bauen?

    Die reinen Baukosten sind vergleichbar, jedoch entstehen erhebliche finanzielle Vorteile durch die verkürzte Bauzeit, geringere Finanzierungskosten und schnelleren Cashflow.

    Welche Rolle spielt die Flächeneffizienz beim modularen Bauen?

    Während Außenwände oft schlanker ausfallen, sind tragende Innenwände manchmal etwas dicker. Eine geschickte Grundrissplanung gleicht diese Unterschiede jedoch problemlos aus.

    Transkript

    Das Transkript für diese Folge wird derzeit vorbereitet.