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    immo-inside · 4. Dez 2024

    Projektentwicklung ohne Eigenkapital: Erfolg mit System

    4. Dez 2024 39:11 6 Min. Lesezeit
    #014 - Erfolgreiche Projektentwicklung mit mind. 2 Mio. Gewinn und ohne Bau-KnowHow

    Kapitel

    Das Wichtigste in Kürze

    • Um Engpässe und Liquiditätsengpässe zu vermeiden, kann Projektentwicklung durch die gezielte Einbindung von externen Investoren komplett ohne eigenes Kapital realisiert werden.
    • Das ideale Investorenmodell für Projektentwicklungen besteht aus einer Kommanditgesellschaft (KG), bei der die Geldgeber zu 100 % Eigentümer werden und das Kapital ungenutzt auf einem verpfändeten Konto liegt.
    • Im Baugewerbe und bei Behördenverzögerungen ist eine konsequente, rechtlich bestimmte und unnachgiebige Haltung als Unternehmer entscheidend für den Projekterfolg.
    • Erfolgreiche Skalierung in der Projektentwicklung setzt voraus, dass alle operativen Planungs- und Bauleistungen konsequent eingekauft und über strikte Budgetvorgaben kontrolliert werden.
    • Das mittlere Wohnungssegment ist durch veränderte Finanzierungsbedingungen stark eingebrochen, weshalb der Fokus auf Kleinstwohnungen oder das absolute Luxussegment gelegt werden sollte.

    Wie gelingt Projektentwicklung ohne Eigenkapital? Robert Hoffmann teilt seine Strategie für Millionenmargen im Immobilienmarkt München. Jetzt reinhören!

    Vom Familienbetrieb in München zum Hochhausbau in Istanbul

    Der Grundstein für Robert Hoffmanns bemerkenswerte Karriere in der Immobilienbranche wurde von seinem Vater gelegt. Als Luftwaffenoffizier bei der Bundeswehr und aus chronischem Geldmangel beschloss dieser, ein Grundstück in Ottobrunn bei München zu kaufen und das Haus kurzerhand selbst zu bauen. Er abonnierte die Zeitschrift „selber bauen“, las alte Archivjahrgänge und zog das Projekt mit minimaler Hilfe durch. Der Erfolg dieses ersten Vorhabens war so groß, dass er die Bundeswehr verließ, um gemeinsam mit Roberts älterem Bruder ein Bauunternehmen in ganz Bayern aufzubauen.

    Der Vater pflegte dabei eine ganz eigene, kompromisslose Philosophie: Er mied Partner, hasste Kundenkontakte und verzichtete bewusst auf den Verkauf vom Plan weg, um sich von niemandem reinreden zu lassen. In den 1990er-Jahren verlagerten sie das Geschäft auf Anraten türkischer Vorarbeiter nach Istanbul – ein damals extrem boomender „Emerging Market“. Nach einem erfolgreichen siebenstöckigen Testprojekt brach der Vater alle Zelte in Deutschland ab, lernte fließend Türkisch und baute in Istanbul ein Bauunternehmen mit einem jährlichen Umsatz von fast 100 Millionen US-Dollar auf. Dort wurden luxuriöse Hochhäuser mit bis zu 22 Stockwerken direkt am Bosporus realisiert, wobei Robert Hoffmann früh im Finanzmanagement und der Strukturierung in der Schweiz mitwirkte.

    Der Neustart in München: Skalierung ohne eigenes Kapital

    Nachdem der Vater in den Ruhestand gegangen war, kehrten Robert Hoffmann und sein Bruder nach Deutschland zurück. Sie mussten jedoch schnell feststellen, dass der Markt in München sich grundlegend verändert hatte. Beim Kauf von klassischen Einfamilienhaus-Grundstücken konkurrierten sie plötzlich mit privaten Käufern, die keine Renditeberechnungen anstellen mussten und Höchstpreise zahlten. Dies zwang die Brüder dazu, deutlich größere Projekte anzustreben, was wiederum immense finanzielle Ressourcen erforderte.

    Da ihr eigenes Kapital für diese Größenordnungen nicht ausreichte, trafen sie eine strategische Entscheidung: Sie verzichteten vollständig auf den Einsatz von Eigenkapital und bauten stattdessen ein stabiles Netzwerk externer Investoren auf. Hoffmann verweist in diesem Zusammenhang auf das bekannte Branchen-Phänomen, dass erfolgreiche Projektentwickler auf dem Papier zwar Millionäre sind, aufgrund der hohen Kapitalbindung in den Projekten jedoch permanent unter Liquiditätsengpässen leiden.

    „Wir haben gesagt, wir stecken kein eigenes Geld rein. Wir suchen uns Investoren, versuchen, das eine Nummer größer zu denken.“ — Robert Hoffmann

    Innerhalb von nur sechs Monaten gelang es ihnen, das notwendige externe Kapital zu beschaffen, um die ersten großen Grundstücke in München anzukaufen und die Transformation zum reinen Projektentwickler zu vollziehen.

    Das bankenfreundliche Investorenmodell über verpfändete Konten

    Das von Hoffmann entwickelte Beteiligungsmodell basiert auf einer klaren Strukturierung über Kommanditgesellschaften (KGs). Die externen Investoren bringen das nötige Eigenkapital ab einer Summe von mindestens 200.000 Euro ein und werden im Gegenzug zu 100 % Eigentümer der jeweiligen Projektgesellschaft. Hoffmann und sein Bruder fungieren ausschließlich als komplementäre Geschäftsführer ohne eigene Gesellschaftsanteile.

    Dieses Setup bietet eine außergewöhnliche Sicherheit für alle Beteiligten und folgt klaren Spielregeln:

    • Kapitalschutz durch Verpfändung: Das Geld der Investoren wird nicht direkt für die Bauausgaben ausgegeben. Es verbleibt auf einem privaten Konto und wird lediglich als Sicherheit an die finanzierende Bank verpfändet.
    • Vermeidung von Working-Capital-Risiken: Banken fordern zwar häufig den aktiven Einsatz des Eigenkapitals zur Reduzierung der Zinslast, doch für die Investorensicherheit ist das geparkte, verpfändete Guthaben der weitaus bessere Weg.
    • Gewinnverteilung statt Festzins: Eine feste Verzinsung birgt bei Bauverzögerungen ein massives Risiko für den Entwickler. Eine prozentuale Gewinnbeteiligung stellt sicher, dass die Interessen von Entwickler und Geldgebern stets gleichgerichtet sind.

    Delegation und Budgetkontrolle als Schlüssel zum Erfolg

    Ein wesentlicher Erfolgsfaktor der Hoffmann-Gruppe ist die Erkenntnis, dass man für erfolgreiche Projektentwicklungen kein eigenes bautechnisches Fachwissen benötigt. Während Robert Hoffmann eine Bankausbildung absolvierte, ist sein operativ tätiger Bruder gelernter Bäcker. Ihre Kernkompetenz liegt nicht im Mauern oder Planen, sondern im strikten Management von Budgets und der konsequenten Delegation aller operativen Aufgaben.

    „Sobald man etwas selber macht, limitiert man sich in den Möglichkeiten. Natürlich kostet alles Geld, aber es macht Sinn, das zu tun.“ — Robert Hoffmann

    Die wichtigste Aufgabe des Projektentwicklers besteht darin, die Budgetgrenzen für jedes Gewerk exakt zu definieren, hart zu verhandeln und lückenlos zu kontrollieren. Um Haftungs- und Finanzierungsrisiken zu minimieren, gründeten die Brüder eine eigene Generalunternehmer-Gesellschaft, vergaben die eigentlichen Bauleistungen jedoch im Detail an Einzelgewerke weiter:

    • Reduzierung von Klumpenrisiken: Die Vergabe an einzelne, spezialisierte Handwerksbetriebe verhindert die fatale Abhängigkeit von einem einzigen Generalunternehmer.
    • Nutzung fremder Referenzen: Da sie anfangs keine eigenen deutschen Referenzprojekte vorweisen konnten, engagierten sie gezielt ein etabliertes Architekturbüro mit Sitz in der Münchner Maximilianstraße, um dessen erstklassige Reputation gegenüber Banken und Käufern zu nutzen.

    Konsequente Härte im Umgang mit Behörden und Widerständen

    In der Praxis stoßen Projektentwickler immer wieder auf erhebliche Widerstände durch langwierige Behördenprozesse oder Klagen von Nachbarn. Robert Hoffmann vertritt hierbei eine extrem pragmatische und unnachgiebige Haltung. Versuche, im Vorfeld mühsam gute Beziehungen zu Nachbarn aufzubauen, hält er für reine Zeitverschwendung, da sich Klagen dadurch selten verhindern lassen.

    Stattdessen setzt er auf maximale Geschwindigkeit und den konsequenten Einsatz juristischer Mittel, um Tatsachen zu schaffen und Verzögerungen im Keim zu ersticken. Bei Verzögerungen im Bauamt zögert er nicht, Dienstaufsichtsbeschwerden einzureichen oder direkt den Behördenleiter zu kontaktieren.

    „Je lauter man schreit, desto mehr wird man wahrgenommen. Die Leute möchten das vom Tisch haben, weil sie es einfach unangenehm ist.“ — Robert Hoffmann

    Um diese unerbittliche Strategie durchzusetzen, engagiert er gezielt Anwälte, gegen die er in der Vergangenheit selbst Verfahren verloren hat. Diese bissigen Juristen garantieren eine aggressive und erfolgreiche Durchsetzung der Bauherrenrechte.

    Branchenfokus: Warum das mittlere Wohnsegment ausgedient hat

    Für die kommenden Jahre prognostiziert Hoffmann eine tiefgreifende Spaltung des Immobilienmarktes. Das klassische mittlere Wohnsegment für Familien ist aufgrund der gestiegenen Zinsen nahezu tot, da sich Normalverdiener die hohen Quadratmeterpreise in Ballungsräumen schlicht nicht mehr leisten können.

    Strategisch kluge Projektentwickler sollten sich daher auf zwei klar definierte Nischen konzentrieren:

    • Kleinstwohnungen (Micro-Living): Apartments mit 30 bis 40 Quadratmetern Wohnfläche, die dank der neuen Neubau-AfA für Kapitalanleger steuerlich hochattraktiv und extrem leicht zu vermieten sind.
    • High-End-Luxussegment: Großzügige Immobilien für die vermögende Erbengeneration, die über ausreichend Eigenkapital verfügt und nicht von restriktiven Bankenfinanzierungen abhängig ist.
    • Fokus auf Neubau: Im Gegensatz zur Sanierung, die oft unkalkulierbare Überraschungen wie Feuchtigkeit im Keller birgt, bietet der Neubau dank fester Bebauungspläne maximale Kalkulationssicherheit.

    Exklusives Networking: Das Pfingst-Event auf Luxusjachten

    Zum Abschluss der Episode gibt Dr. Peter Burnickl einen exklusiven Ausblick auf ein ganz besonderes Branchen-Highlight im Jahr 2026. Vom 23. bis 25. Mai veranstaltet er ein exklusives Networking-Event für einen streng limitierten Kreis von maximal 18 echten Immobilienentscheidern in Griechenland.

    Abseits des klassischen Messe-Trubels bietet dieses Treffen auf zwei Luxusjachten rund um Athen die ideale Plattform für vertrauensvolle Gespräche:

    • Keine Pitches, kein Blabla: Die Veranstaltung verzichtet bewusst auf Verkaufsbühnen und konzentriert sich stattdessen auf echten Austausch auf Augenhöhe.
    • Fokus auf Vertrauen: Die besten Immobiliendeals entstehen durch persönliche Freundschaften und gemeinsame Erlebnisse beim Inselhopping.
    • Bewerbung per Direktkontakt: Interessierte Investoren und Projektentwickler können sich direkt über Social Media oder per E-Mail für einen der wenigen verbleibenden Plätze bewerben.

    Häufige Fragen

    Wie kann man ohne Eigenkapital eine Projektentwicklung starten?

    Durch das Einbinden von externen Investoren über Kommanditgesellschaften (KGs), die das Eigenkapital stellen, während man selbst als Komplementär die operative Führung übernimmt.

    Welches Investorenmodell empfiehlt Robert Hoffmann für Bauprojekte?

    Eine KG-Struktur, bei der die Investoren zu 100 % Eigentümer werden und ihr eingebrachtes Kapital ungenutzt, aber verpfändet auf einem Privatkonto bei der Bank verbleibt.

    Warum ist das mittlere Wohnsegment laut Robert Hoffmann aktuell tot?

    Weil die gestiegenen Zinsen und Lebenshaltungskosten dazu führen, dass sich Durchschnittsverdiener diese Immobilien schlicht nicht mehr finanzieren können.

    Warum ist ein Neubau sicherer als eine Sanierung?

    Neubauten bieten dank klarer Bebauungspläne und standardisierter Prozesse eine weitaus höhere Kalkulationssicherheit im Vergleich zu oft unberechenbaren Altbausanierungen.

    Benötigt man zwingend Bau-Know-how für die Projektentwicklung?

    Nein. Hoffmann betont, dass kaufmännisches Geschick, Delegation aller Fachleistungen und eine lückenlose Budgetkontrolle wichtiger sind als eigenes bautechnisches Wissen.

    Wie löst man das Problem fehlender Referenzen bei Banken?

    Indem man mit etablierten und renommierten Architekturbüros zusammenarbeitet und deren Projekte und Standing als eigene Referenz präsentiert.

    Wie sollte man mit langwierigen Behördenverfahren umgehen?

    Mit maximaler Bestimmtheit und juristischer Härte. Bei Verzögerungen empfiehlt Hoffmann den sofortigen Einsatz von Anwälten oder Dienstaufsichtsbeschwerden.

    Warum empfiehlt Robert Hoffmann Einzelvergabe statt Generalunternehmer?

    Die Vergabe an Einzelgewerke eliminiert das Klumpenrisiko eines GU-Ausfalls und ermöglicht durch gezielte Einzelverhandlungen bessere Einkaufspreise.

    Was ist der Vorteil der degressiven Neubau-AfA?

    Sie schafft enorme steuerliche Abschreibungsmöglichkeiten für Kapitalanleger, wodurch sich kleinere Wohneinheiten deutlich leichter verkaufen lassen.

    Wie verhält man sich bei drohenden Nachbarschaftsklagen?

    Hoffmann rät, keine Zeit mit der Kontaktpflege zu Nachbarn zu verlieren, sondern das Bauprojekt zügig voranzutreiben, um vollendete Tatsachen zu schaffen.

    Transkript

    Das Transkript für diese Folge wird derzeit vorbereitet.