
Maximilian Werndl teilt exklusive Einblicke in erfolgreiche Quartiersentwicklung, Baukostenkontrolle und Hürden durch starre Vorgaben.
Maximilian Werndl blickt auf einen ungewöhnlichen Karriereweg zurück. Seine Motivation, das Gymnasium erfolgreich zu absolvieren, entsprang dem großen Traum vom eigenen Go-Kart. Nach ersten Erfolgen und einem schweren Unfall folgten weitere intensive Jahre im aktiven Motorsport, die im Sieg des 24-Stunden-Rennens auf der Nürburgring-Nordschleife auf Aston Martin in der GT4-Klasse gipfelten.
Parallel zum Motorsport studierte Werndl Bauingenieurwesen an der TU München. Diese herausfordernde Zeit prägte seine Herangehensweise an kalkulierte Risiken, die er später direkt auf die Immobilienbranche übertragen konnte. Im Jahr 2009 traf er schließlich die Entscheidung, den Helm an den Nagel zu hängen und sich voll auf die berufliche Laufbahn im familiären Umfeld zu konzentrieren.
Die Wurzeln der Familie Werndl liegen ursprünglich in der Büromöbelproduktion. Nach dem Verkauf der Werndl Büromöbel AG im Jahr 1999 floss das Kapital direkt in die Immobilienentwicklung und die Gründung der Quest AG durch Klaus Werndl. Der Fokus lag von Beginn an auf der Sanierung geschichtsträchtiger Industriedenkmäler.
„Qualität hat am Markt immer einen Platz. Immer.“ — Maximilian Werndl
Dieses eiserne Qualitätsversprechen zieht sich durch sämtliche Projekte des Entwicklers. Es sichert auch in wirtschaftlich anspruchsvollen Marktphasen den langfristigen Erfolg und schützt effektiv vor Leerstand.
Für Maximilian Werndl ist Nachhaltigkeit weit mehr als ein politisches Schlagwort oder der ausschließliche Einsatz von Holz als Baustoff. Die wahre ökologische Verantwortung liegt in der flexiblen Umnutzbarkeit von Gebäuden, um einen Abriss in der Zukunft zu vermeiden.
Die erfolgreiche Entwicklung ganzer Quartiere erfordert Geduld und eine klare Vision für einen ausgewogenen Nutzungsmix. Am Beispiel der Spinnerei Kolbermoor zeigt sich, wie Wohnen, Arbeiten, Einkaufen, Gastronomie und Kultur an einem einzigen Ort verschmelzen.
Um die enorme Anzahl an Projekten effizient abzuwickeln, setzt Werndl & Partner konsequent auf digitale Werkzeuge. Die Digitalisierung der Bemusterung über Online-Konfiguratoren spart immense personelle Ressourcen und nimmt den Käufern den typischen Entscheidungsdruck.
Der Erfolg eines Großprojekts basiert laut Werndl auf drei wesentlichen Erfolgsfaktoren, die jeder Entwickler beherzigen sollte. Das perfekte Zusammenspiel von visionärer Planung und kalkulatorischer Disziplin bildet dabei das tragende Fundament.
„Der Flo wird ohne mich Scheiße bauen und ich würde ohne den Flo nichts verdienen.“ — Maximilian Werndl
Die Realisierung des Projekts „Lichtspielhaus“ in Bad Aibling verdeutlicht die extremen Risiken der modernen Projektentwicklung. Eine ungeplante, zweigeschossige Tiefgarage im Grundwasser führte zu massiven technischen und finanziellen Herausforderungen.
Abschließend fordert Werndl ein Umdenken in der Politik und bei der Erstellung von Baunormen. Starre Vorschriften wie veraltete Stellplatzsatzungen bei der Innenverdichtung behindern den dringend benötigten Wohnungsbau und treiben die Kosten unnötig nach oben.
„Wenn wir wieder innovativer bauen können und nicht in diesem Lego-Baukasten-DIN-System sind, haben wir viel mehr Punkte.“ — Maximilian Werndl
Eine stärkere Orientierung an der baulichen Realität und mehr Freiraum für innovative Abweichungen von starren DIN-Normen könnten das wirtschaftliche Bauen in Deutschland wiederbeleben.
Er ist Geschäftsführer der Werndl & Partner GmbH, ehemaliger Rennfahrer und studierter Bauingenieur an der TU München.
Er war bis 2009 professioneller Rennfahrer und gewann unter anderem das 24-Stunden-Rennen auf der Nürburgring-Nordschleife in der Klasse GT4.
Die Philosophie basiert auf dem Leitsatz, dass Qualität am Markt immer einen Platz hat, kombiniert mit dem Ziel, die bayerische Heimat durch Revitalisierungen schöner zu machen.
Für ihn bedeutet Nachhaltigkeit vor allem, Gebäude so flexibel zu konstruieren, dass sie später ohne Abriss umgenutzt werden können, anstatt nur auf bestimmte Baustoffe wie Holz zu setzen.
Es ist ein urbanes Mischgebiet, das Wohnen, Arbeiten, Einkaufen, Gastronomie und Kultur an einem historischen Ort vereint und seit über 20 Jahren erfolgreich wächst.
Durch eine Online-Plattform können Kunden ihre Wohnungen flexibel von zu Hause aus konfigurieren, was den Zeitaufwand und den Entscheidungsdruck drastisch reduziert.
Es wird alle 14 Tage ein lückenloser 360-Grad-Rundgang jedes Raums erstellt, wodurch der Bauzustand über die gesamte Bauzeit hinweg revisionssicher dokumentiert wird.
Es gab erhebliche Herausforderungen durch den Bau einer zweigeschossigen Tiefgarage im Grundwasser, kontaminierte Böden und unvorhergesehene archäologische Funde.
Sie zwingen Entwickler bei der Innenverdichtung zu extrem teuren Tiefgaragen, die den Wohnraum durch notwendige Quersubventionierungen unbezahlbar machen.
Er wünscht sich ein freieres Denken, weniger starre DIN-Normen und mehr Spielraum für innovative, wirtschaftliche Baulösungen.
Das Transkript für diese Folge wird derzeit vorbereitet.