
Wie moderne Ziegelprodukte, integrierte Lüftung und smarter Ziegelestrich die Baukosten senken. Jetzt reinhören und effizienter bauen!
Moderne Ziegelprodukte haben sich weit über ihre traditionelle Funktion als reiner Wandbaustoff hinausentwickelt. Im Fokus steht heute die Schaffung ganzheitlicher Bausysteme, die Bauzeiten verkürzen und gleichzeitig die Baukosten minimieren.
Durch die intelligente Verknüpfung von Tragwerk, energetischer Hülle und technischer Gebäudeausrüstung entstehen hochwirtschaftliche Gesamtlösungen. Für Bauträger und Investoren ist diese Systematik ein entscheidender Hebel, um den aktuellen Herausforderungen der Bauwirtschaft zu begegnen.
Statt isolierter Gewerkeplanung greift hier ein integrativer Ansatz, der bereits in der frühesten Planungsphase ansetzt. Das spart nicht nur Koordinationsaufwand auf der Baustelle, sondern senkt auch das Fehlerrisiko erheblich.
Ein zentraler Baustein dieses Systemgedankens ist die Integration dezentraler Lüftungstechnik direkt in den Rohbau. Anstatt komplexe und wartungsintensive Rohrleitungssysteme durch das gesamte Gebäude zu ziehen, wird die Lüftung unsichtbar in den Rollladen- oder Raffstorekasten integriert.
Diese Kombination vereinfacht den Bauablauf grundlegend und verlagert einen großen Teil der technischen Wertschöpfung.
„Wir ziehen ja das ganze Gewerk Lüftung in den Rohbau. Die Wertschöpfung entsteht auf einmal an anderer Stelle.“ — Thomas Bader
Das System überzeugt durch seine einfache Montage auf der Baustelle. Der montagefertige Kasten wird vom Rohbauunternehmen wie ein normales Bauteil versetzt.
Die eigentliche, empfindliche Lüftungstechnik wird erst nach Fertigstellung der Fenster im Rahmen eines simplen Plug-and-Play-Verfahrens eingesteckt. Dadurch ist die Technik während der rauen Rohbauphase optimal vor Beschädigung und Verschmutzung geschützt.
Die Entscheidung für innovative Ziegellösungen hat direkten Einfluss auf die Wirtschaftlichkeit eines Projekts. Susanne Braun betont in der Beratung von Investoren und Bauträgern immer wieder vier Kernbereiche, um das Beste aus einem Bauvorhaben herauszuholen:
„Wir haben vier Punkte, die ich mir bei jedem Termin vornehme: Nachhaltigkeit, Wohnflächenoptimierung, Bauzeitenreduzierung und Wirtschaftlichkeit.“ — Susanne Braun
Besonders attraktiv ist der Übergang von herkömmlichen Standards zum KfW-40- oder gar KfN-Standard mit QNG-Siegel. Die dafür notwendigen baulichen Anpassungen sind bei einer geschickten Produktwahl oft kostenneutral, während der Investor von signifikanten Zinsvorteilen und Sonderabschreibungen profitiert.
Um das volle Einsparpotenzial der Ziegelbauweise auszuschöpfen, ist eine frühzeitige Abstimmung der Planung auf das Steinraster unerlässlich. Werden Gebäude in den Leistungsphasen 1 und 2 konsequent im Ziegelraster geplant, entfällt das zeit- und lohnintensive Schneiden von Passstücken auf der Baustelle fast vollständig.
Das serielle Bauen mit vorgefertigten Wandelementen aus Ziegeln hebt diese Effizienz auf ein neues Niveau. Die präzise Werksvorfertigung verkürzt die Rohbauzeit drastisch und sorgt für eine konstant hohe Ausführungsqualität.
Durch den reduzierten Verschnitt sinken zudem die Materialkosten. Gleichzeitig wird die Menge des störenden Baustellenabfalls auf ein Minimum reduziert.
Ein echter Gamechanger im Innenausbau ist der Ziegelestrich, der auf den physikalischen Prinzipien antiker römischer Thermen basiert. Im Gegensatz zu herkömmlichem Zementestrich zeichnet sich dieses System durch ein extrem dichtes, hart gebranntes Ziegelmaterial aus, das Wärme besonders schnell und gleichmäßig leitet.
Gekoppelt wird dieser Spezialestrich mit einem hochentwickelten Heizpapier, das direkt unter den Platten verlegt wird. Dieses System bietet entscheidende Vorteile für den Bauablauf und den späteren Betrieb:
Die Bauindustrie steht unter enormem Druck, CO2-Emissionen einzusparen und nachhaltige Kreisläufe zu etablieren. Ein wichtiger Hebel hierfür ist die konsequente Reduktion von Beton und Stahl im Hochbau.
Viele moderne Gebäude sind strukturell überdimensioniert, was nicht nur die Umwelt belastet, sondern auch die Baukosten in die Höhe treibt.
Durch den Einsatz von rein mineralischen Ziegelwänden ohne künstliche Dämmschichten entsteht ein langlebiges Gebäude, das am Ende seines Lebenszyklus zu 100 Prozent recycelt werden kann. Das schont wertvolle Ressourcen.
Neben dem Ziegel feiert auch der Lehm eine Renaissance im modernen Wohnungsbau. Als natürlicher Klimaregulator gleicht Lehm die Luftfeuchtigkeit im Innenraum optimal aus und sorgt für ein behagliches, schimmelfreies Raumklima. Insbesondere in Kombination mit Holzkonstruktionen entfaltet Lehm seine vollen Stärken.
„Es gibt nicht den großen Wurf, sondern es gibt viele kleine Mosaiksteinchen, die man berücksichtigen sollte...“ — Thomas Bader
Innovative Ansätze wie vorgefertigte Holz-Lehm-Verbunddecken zeigen, wie sich traditionelle Materialien industriell skalieren lassen. Diese Systeme bieten exzellenten Schall- und Brandschutz und ersetzen klassische Stahlbetondecken in vielen Bereichen vollständig.
Der erfolgreiche Weg zu bezahlbarem und nachhaltigem Wohnraum erfordert ein Umdenken bei allen Akteuren – von der Politik über die Planer bis hin zu den Handwerkern.
Es braucht Mut, etablierte Pfade zu verlassen und neue, ganzheitliche Systemlösungen auszuprobieren. Nur durch Innovationsfreundlichkeit und den Abbau bürokratischer Hürden kann die Bauwirtschaft die anstehende Transformation erfolgreich meistern.
Die dezentrale Lüftungstechnik ist unsichtbar direkt in den Rollladen- bzw. Raffstorekasten integriert. Sie wird als steckerfertiges Plug-and-Play-System erst nach dem Fenstereinbau installiert, was Beschädigungen in der Rohbauphase verhindert.
Planer sparen Zeit und Kosten, da Leipfinger Bader das komplette Lüftungskonzept erstellt. Dadurch entfällt der Bedarf an separaten Lüftungsplanern und komplexen, platzraubenden Rohrleitungssystemen im Gebäude.
Durch hochdämmende Ziegelprodukte können Außenwände schlanker dimensioniert werden (z. B. 40 cm statt 47 cm), um den KfW-40-Standard zu erreichen. Dies führt bei gleichem Außenmaß zu einem spürbaren Gewinn an nutzbarer Innenwohnfläche.
Der KfW-40-Standard ermöglicht den Zugang zu zinsgünstigen Förderkrediten und Sonderabschreibungen. Zudem führt der höhere energetische Standard zu einer besseren ESG-Einwertung bei Banken und steigert den langfristigen Immobilienwert.
Bei der Rasterplanung wird das Gebäude im Vorfeld exakt auf die Standardmaße der Ziegel abgestimmt. Dadurch muss auf der Baustelle kein Ziegel mehr manuell zugeschnitten werden, was Arbeitszeit und Materialabfall drastisch reduziert.
Der Ziegelestrich besteht aus einem hart gebrannten, dichten Produkt mit hoher Wärmeleitfähigkeit. Er reagiert deutlich schneller auf Temperaturänderungen als dicker Zementestrich, was die Effizienz moderner Heizsysteme wie Wärmepumpen steigert.
Unter dem Ziegelestrich wird ein elektrisches Heizpapier verlegt. Dieses System benötigt keine wasserführenden Leitungen und keinen klassischen Heizungsbauer, sondern wird unkompliziert direkt vom Elektriker installiert.
Beton und Stahl verursachen hohe Materialkosten und verschlechtern die Ökobilanz eines Gebäudes erheblich. Eine Reduktion zugunsten von Mauerwerk verbessert die Recyclingfähigkeit und senkt die Rohbaukosten.
Lehm dient als natürlicher Baustoff mit hervorragenden feuchteregulierenden Eigenschaften. Er lässt sich ideal mit Holz und Massivbaustoffen kombinieren (z. B. in Holz-Lehm-Decken) und unterstützt die Kreislaufwirtschaft im Bauwesen.
Durch den Verzicht auf künstliche Dämmstoffe (WDVS) und den Einsatz von sortenrein rückbaubaren Materialien wie Ziegel und Lehm bleibt das Gebäude zu 100 Prozent kreislauffähig. Das verhindert zukünftige Kosten für teuren Sondermüll.
Das Transkript für diese Folge wird derzeit vorbereitet.