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    immo-inside · 5. Mrz 2025

    Immobilien-Portfolio aufbauen: Strategien von Jan Taschlitzki

    5. Mrz 2025 42:44 6 Min. Lesezeit
    #028 - Projektenwicklung von A-Z. Chancen und Risiken der Königsdisziplin

    Kapitel

    Das Wichtigste in Kürze

    • Geschwindigkeit und Erreichbarkeit sind im hart umkämpften Immobilienmarkt entscheidender für den Erfolg als die reine Unternehmensgröße.
    • Ein professionell aufbereitetes Banken-Exposé mit sauber strukturierten Unterlagen erhöht die Kreditzusage-Wahrscheinlichkeit bei der Marktfolge drastisch.
    • Wer im Ankauf erfolgreich sein will, muss eine hohe Quantität an Angeboten herausschicken, anstatt sich zu früh in Detailprüfungen zu verlieren.
    • Eine schlanke Unternehmensstruktur mit Fokus auf Schlüsselpositionen schützt Bauträger vor hohen Fixkosten in marktstrukturellen Krisenzeiten.
    • Menschlichkeit und Verhandlungen auf Augenhöhe sichern langfristige, loyale Partnerschaften mit ausführenden Handwerksbetrieben und Maklern.

    Erfahre von Jan Taschlitzki, wie er mit Schnelligkeit, Netzwerk und unkonventionellen Deals ein großes Immobilienportfolio aufgebaut hat.

    Vom Autopfleger zum Immobilien-Millionär

    Jan Taschlitzki startete seinen unternehmerischen Weg direkt nach dem Abitur im Jahr 2007. Zusammen mit seinem Bruder kaufte er für insgesamt 5.000 Euro eine Autopflege in einem Parkhaus, um die Wartezeit bis zum Studienbeginn sinnvoll zu überbrücken.

    Dieses erste kleine Unternehmen war eine prägende Schule für den späteren Erfolg im Immobiliengeschäft. Jan lernte früh, wie man mit Finanzen, Mitarbeitern und dem Finanzamt umgeht.

    • Frühe Selbstständigkeit: Der feste Entschluss, niemals als Angestellter, sondern immer für sich selbst zu arbeiten, stand schon damals felsenfest.
    • Praktische BWL: Die Erkenntnis, dass eingenommenes Geld nicht direkt wieder ausgegeben werden darf, sondern Rücklagen gebildet werden müssen.
    • Fokus im Studium: Die Wahl des Studiengangs Entrepreneurship half ihm, gezielt Wissen in Gesellschaftsrecht und Rechnungswesen aufzusaugen.

    Der Sprung ins kalte Wasser: Das Pflegeheimportfolio

    Kurz vor dem Ende seines Studiums bot sich Jan eine außergewöhnliche Gelegenheit. Ein erfahrener Partner schlug vor, ein Pflegeheimportfolio in Berliner Toplagen zu übernehmen, das damals extrem günstig bewertet war.

    Ohne nennenswertes Eigenkapital, aber mit viel Fleiß und Darlehen von Familie und Freunden, stieg Jan in das Projekt ein. Er übernahm für ein Jahr die Heimleiterrolle in Heidelberg und sanierte den Betrieb grundlegend.

    „Bleib Mensch, weil du im Wesentlichen mit Menschen zu tun hast.“ — Jan Taschlitzki

    • Verantwortung tragen: Die Nutzung von Sweat Equity und privaten Darlehen erhöhte den Druck, das Projekt erfolgreich umzusetzen.
    • Menschlichkeit als Hebel: Durch ehrliche Kommunikation auf Augenhöhe mit Mitarbeitern und Angehörigen gelang der wirtschaftliche Turnaround.
    • Fokusverschiebung: Die emotionale Belastung im Pflegebetrieb führte dazu, dass Jan sich fortan auf die bauliche Entwicklung statt auf den Betrieb konzentrierte.

    Die Feuertaufe: 20-Millionen-Projekt am Kurfürstendamm

    Nach dem erfolgreichen Verkauf des Pflegebetriebs reinvestierte Jan sein Kapital in ein anspruchsvolles Aufteilerobjekt an der Meinecke Straße nahe dem Kurfürstendamm. Das Projekt umfasste die Entkernung und den Umbau eines leerstehenden Denkmalschutz-Hotels in hochwertigen Wohnraum.

    Mit einem Projektvolumen von 20 Millionen Euro war dies ein enormer Schritt für den jungen Entwickler. Dank eines exzellenten Architekten direkt vor Ort konnte das Projekt vor der Zeit und unter dem veranschlagten Budget abgeschlossen werden.

    • Baustellen-Präsenz: Der bauleitende Architekt hatte sein Büro direkt auf der Baustelle, was tägliche Abstimmungen extrem beschleunigte.
    • MABV-Erfolg: Durch die saubere Abwicklung zahlten die Käufer zuverlässig, was dem Unternehmen ein exzellentes Standing bei der Berliner Volksbank einbrachte.
    • Lerneffekt: Praktische Erfahrung direkt auf der Baustelle schlägt jede theoretische Ausbildung im Immobilienbereich um Längen.

    Lean Management: Warum TTI auf riesige Payrolls verzichtet

    Houte umfasst die TTI-Gruppe rund 40 Tochtergesellschaften, wird jedoch extrem schlank geführt. Jan Taschlitzki setzt bewusst auf ein kleines, aber hochqualifiziertes Kernteam von rund zehn Mitarbeitern im Hauptunternehmen.

    Für Großprojekte nutzt das Unternehmen strategische Joint Ventures und Mezzanine-Kapital-Geber, anstatt die eigene Payroll künstlich aufzublähen. Dies schützt das Unternehmen vor Liquiditätsengpässen in schwierigen Marktphasen.

    • Kernpositionen besetzen: Wichtige Säulen sind ein technischer Geschäftsführer, ein Kaufmanager, eine Controllerin und ein starkes Backoffice.
    • Risikominimierung: Durch die Auslagerung von Architekturleistungen und die Nutzung externer Partner bleibt die Kostenstruktur flexibel.
    • Krisensicherheit: Dank der Einnahmen aus dem soliden Bestandsportfolio muss das Unternehmen selbst in verkaufsschwachen Jahren keine Entlassungen fürchten.

    Erfolgsfaktor Banken: Die Kunst der perfekten Unterlagen

    Eine der wichtigsten Säulen in der Projektentwicklung ist die Beziehung zur finanzierenden Bank. Jan betont, dass strukturierte und visuell ansprechende Unterlagen die halbe Miete bei der Kreditprüfung sind.

    Der Banker in der Marktfolge muss die Unterlagen schnell verstehen und verarbeiten können. Ein gut aufbereitetes Exposé hebt einen Investor sofort von der Masse der Mitbewerber ab.

    • Strukturierte Aufbereitung: Alle steuerlichen und objektspezifischen Dokumente müssen jederzeit griffbereit und geordnet sein.
    • Visuelle Unterstützung: Hochwertige Renderings und Bilder erleichtern dem Entscheidungsträger in der Bank den Zugang zum Projekt.
    • Sicherheit durch Bestand: Ein bereits aufgebauter Immobilienbestand erleichtert die Verhandlungen bei neuen Projektentwicklungen massiv.

    Quantität vor Qualität im Ankauf: Der Weg zum Deal

    Im aktuellen Käufermarkt ist die Geschwindigkeit beim Herausschicken von Kaufangeboten ein entscheidender Wettbewerbsvorteil. Jan rät dazu, nicht wochenlang jedes kleinste Risiko zu analysieren, bevor das erste Angebot abgegeben wird.

    Erst nach der Zusage des Verkäufers und dem Erreichen der Exklusivität erfolgt die detaillierte technische und wirtschaftliche Prüfung des Objekts.

    „Nicht die Großen fressen die Kleinen, sondern die Schnellen die Langsamen.“ — Jan Taschlitzki

    • Angebote rausballern: Investoren sollten in der aktuellen Marktphase kontinuierlich Angebote abgeben, um im Gespräch zu bleiben.
    • Erreichbarkeit sichern: Schnelle Reaktionszeiten innerhalb von 24 Stunden schaffen sofortiges Vertrauen bei Maklern und Verkäufern.
    • Mut zum Abschlag: Auch vermeintlich unverschämte Angebote können im aktuellen Marktumfeld zum Erfolg führen.

    Die Münzwurf-Story am Checkpoint Charlie

    Eine der verrücktesten Anekdoten aus Jans Karriere betrifft den Ankauf eines Gebäudes in unmittelbarer Nähe des Checkpoint Charlie im Jahr 2017. Da sich zwei Kaufinteressenten preislich absolut einig waren, kam es zu einer ungewöhnlichen Entscheidung.

    Beide Parteien boten exakt 9,7 Millionen Euro und weigerten sich, den Preis künstlich weiter in die Höhe zu treiben. Der Notar warf daraufhin eine Zwei-Euro-Münze, um den Käufer zu bestimmen.

    • Gezielte Absprache: Die potenziellen Käufer einigten sich im Vorfeld darauf, sich nicht gegenseitig hochzubieten.
    • Glücksfaktor: Am Ende entschied das reine Glück über den Zuschlag für eines der besten Objekte im heutigen Portfolio.
    • Unternehmerischer Mut: Das Eingehen von unkonventionellen Risiken zahlt sich in der Immobilienbranche oft langfristig aus.

    Social Media als moderner Vertriebskanal für Immobilien

    In den letzten Jahren hat Jan Taschlitzki eine starke Präsenz auf Plattformen wie Instagram, LinkedIn und TikTok aufgebaut. Diese digitale Visitenkarte dient ihm heute als hocheffiziente Deal-Maschine.

    Über die sozialen Medien generiert er nicht nur Aufmerksamkeit, sondern erhält auch direkte Off-Market-Angebote von Eigentümern und Maklern.

    • Digitale Visitenkarte: Ein professioneller Online-Auftritt arbeitet rund um die Uhr und schafft Vertrauen bei potenziellen Partnern.
    • Netzwerk-Erweiterung: Kontakte zu jüngeren Investoren und traditionellen Verkäufern lassen sich über Social Media extrem verkürzen.
    • Authentizität: Das Teilen von echten Erfolgen und auch Fehlern macht den Investor nahbar und attraktiv für Kooperationen.

    Netzwerk auf Augenhöhe: Umgang mit Dienstleistern

    Ein funktionierendes Netzwerk aus Handwerkern und Planern ist das Fundament jeder erfolgreichen Sanierung und Projektentwicklung. Jan arbeitet mit rund 70 Prozent der Firmen zusammen, die ihn bereits bei seinem ersten Großprojekt im Jahr 2012 begleitet haben.

    „Du kannst nicht schneller Geld verbrennen, als wenn du Leuten vertraust, die in der falschen Position sind.“ — Jan Taschlitzki

    Die Basis dafür ist ein fairer Umgang auf Augenhöhe und eine verlässliche Zahlungsmoral, die durch Skonto-Agreements für beide Seiten attraktiv gestaltet wird.

    • Partnerschaft statt Druck: Preisverhandlungen werden hart, aber immer fair geführt, um den Partnern ein auskömmliches Arbeiten zu ermöglichen.
    • Skonto nutzen: Schnelle Zahlungen sichern dem Bauträger erhebliche Rabatte und garantieren höchste Priorität beim Handwerker.
    • Konsequenter Cut: Wenn Dienstleister oder Angestellte dauerhaft die Erwartungen nicht erfüllen, muss eine schnelle Trennung erfolgen.

    Häufige Fragen

    Wie hat Jan Taschlitzki sein erstes Geld verdient?

    Direkt nach dem Abitur im Jahr 2007 kaufte er mit seinem Bruder eine Autopflege in einem Parkhaus für 5.000 Euro.

    Wie kam Jan Taschlitzki zu seinem ersten Pflegeheimportfolio?

    Ein erfahrener Partner bot ihm kurz vor dem Uni-Abschluss die Übernahme an. Jan sicherte sich die Beteiligung durch Arbeitseinsatz und private Darlehen von Familie und Freunden.

    Was war das erste große Bauprojekt von Jan Taschlitzki?

    Der Umbau eines leerstehenden, denkmalgeschützten Hotels an der Meinecke Straße nahe dem Kurfürstendamm in Wohnraum mit einem Projektvolumen von 20 Millionen Euro.

    Wie viele Mitarbeiter hat die TTI-Gruppe?

    Die TTI-Gruppe hat im Kernunternehmen ein sehr schlankes Team von etwa zehn Mitarbeitern, darunter ein technischer Geschäftsführer, ein Kaufmanager und eine Controllerin.

    Warum verzichtet Jan Taschlitzki auf eigene angestellte Architekten?

    Er bevorzugt eine schlanke Kostenstruktur und arbeitet bei Bedarf lieber mit bewährten externen Architekturbüros zusammen, um hohe Fixkosten in Krisenphasen zu vermeiden.

    Was ist der Vorteil von Skonto-Vereinbarungen bei Handwerkern?

    Schnelle Zahlungen sichern dem Bauträger lukrative Rabatte und sorgen dafür, dass die Handwerker das Projekt bevorzugt und verlässlich abwickeln.

    Wie lief der Hauskauf per Münzwurf ab?

    Da sich zwei Bieter bei einem Objekt am Checkpoint Charlie bei 9,7 Millionen Euro einig waren und sich nicht hochbieten wollten, entschied der Notar den Zuschlag per Wurf einer Zwei-Euro-Münze.

    Wie generiert Jan Taschlitzki heute neue Immobilien-Deals?

    Ein Großteil der Deals kommt über sein über 15 Jahre aufgebautes Makler-Netzwerk sowie zunehmend über Direktkontakte und Anfragen über Social-Media-Kanäle wie Instagram.

    Warum empfiehlt Jan Taschlitzki, im Einkauf Quantität vor Qualität zu stellen?

    Im aktuellen Käufermarkt sollte man schnell viele Angebote herausschicken. Eine detaillierte Prüfung der Risiken erfolgt erst, wenn man sich die Exklusivität gesichert hat.

    Welches Buch empfiehlt Jan Taschlitzki für Einsteiger?

    Er empfiehlt den Klassiker 'Rich Dad Poor Dad' von Robert Kiyosaki, um den Unterschied zwischen guten investiven Schulden und schlechten Konsumschulden zu verstehen.

    Transkript

    Das Transkript für diese Folge wird derzeit vorbereitet.