
Wie steigert man die Rendite von Immobilien? Laurent Brückner erklärt, wie Flächeneffizienz und KI-Baurechtsoptimierung Millionenwerte schaffen.
Laurent Brückner wurde die Architektur quasi in die Wiege gelegt. Bereits während seines Studiums an der FH München stieg er im 1973 gegründeten Architekturbüro seines Vaters ein. Durch die frühe Verantwortung für eigene Projektleitungen ab dem vierten Semester lernte er schnell, worauf es in der Praxis ankommt.
Sein Vater setzte schon Anfang der 1980er Jahre auf innovative CAD-Systeme. Diese frühe Digitalisierung prägte Laurents Verständnis für effiziente und schnelle Planungsprozesse maßgeblich.
Nach dem Studium sammelte Brückner wertvolle Erfahrungen bei Klaus Weißenfeld, dem Planer der Frachtanlagen am Münchner Flughafen. Ein prägendes Großprojekt war der Bau einer ICE-Wartungsanlage in Berlin.
Durch einen cleveren Sondervorschlag gelang es Brückner und seinem Team, das geplante Betriebsgebäude massiv zu verschlanken. Unnötige Innenhöfe wurden eliminiert und die Flächen radikal auf das Wesentliche reduziert.
„Ich mache nur Generalplanung. Weil der Jogi Löw ist auch noch nie zu einer WM gefahren mit einer wild zusammengewürfelten Mannschaft.“ — Laurent Brückner
Für Brückner Architekten gibt es keine Alternative zur Generalplanung. Nur wenn alle Planungsdisziplinen unter einem Dach vereint sind, lässt sich ein Projekt ohne Reibungsverluste steuern.
Das klassische Modell, bei dem der Bauherr sich einzelne Planer lose zusammensuche, führt laut Brückner oft zu Kommunikationsproblemen. Besonders die Schnittstelle zwischen Architektur und Technischer Gebäudeausrüstung (TGA) erfordert eine extrem enge Verzahnung.
Dass sich hohe Anfangsinvestitionen in die Gebäudetechnik langfristig auszahlen, zeigt das Bürogebäude Alpenwerk in Raubling. Hier investierte Brückner bewusst einen siebenstelligen Betrag mehr in nachhaltige Energiesysteme.
Durch die Kombination aus Geothermie, Wärmepumpen und Photovoltaik konnten die Nebenkosten für die Mieter auf ein Zehntel des Marktüblichen gesenkt werden. Dies führte zu einer extrem schnellen Vermietung und einer massiven Wertsteigerung der Immobilie.
„Wir haben quasi mit einer Million Euro mehr Investitionen, drei Millionen Euro mehr Immobilienwert.“ — Laurent Brückner
Zusammen mit seinem Geschäftspartner Andreas Kohnle gründete Brückner das PropTech-Unternehmen PropertyMax. Ziel ist es, das Baurecht auf Grundstücken mithilfe mathematischer Algorithmen lückenlos zu analysieren.
Die Software prüft Millionen von Varianten unter Berücksichtigung von Abstandsflächen, Höhen und Paragraph 34 BauGB. Das Ergebnis sind fundierte Planungsvarianten, die oft weit über dem liegen, was manuelle Entwürfe leisten können.
Ein oft vernachlässigter Faktor im Wohnungsbau ist das Verhältnis von Wohnfläche zu Bruttogeschossfläche. Viele Projektentwickler geben sich mit einer Effizienz von 80 Prozent zufrieden – ein fataler Fehler.
Brückner konnte bei eigenen Projekten eine Flächeneffizienz von fast 90 Prozent nachweisen. Jeder gewonnene Prozentpunkt reduziert die anteiligen Baukosten pro Quadratmeter Wohnfläche drastisch.
„Wenn ich die Flächeneffizienz steigere, dann reduziere ich meine Baukosten pro Quadratmeter Wohnfläche. Und das ist unser Problem.“ — Laurent Brückner
Die Baubranche leidet aktuell unter gestiegenen Zinsen, unkalkulierbaren Genehmigungsfristen und verunsicherten Banken. Brückner sieht die Lösung in einer gesteigerten Ertragskraft der Projekte.
Nur hochgradig rentable Projekte erhalten heute noch eine Bankenfinanzierung ohne massiven Eigenkapitaleinschuss. Dafür müssen Architekten und Entwickler mutig neue Wege gehen und die Digitalisierung vorantreiben.
Laurent Brückner ist ein erfahrener Münchner Architekt, Unternehmer und Pionier für digitale Baurechtsoptimierung sowie Geschäftsführer von Brückner Architekten.
Die Flächeneffizienz beschreibt das Verhältnis von verkauf- oder vermietbarer Wohnfläche zur gesamten oberirdischen Bruttogeschossfläche (BGF).
Laut Laurent Brückner kann ein einziger Prozentpunkt mehr Flächeneffizienz bei größeren Projekten etwa eine Million Euro mehr Immobilienwert generieren.
PropertyMax ist ein softwaregestütztes Tool, das mithilfe von Algorithmen und KI das Baurecht auf Grundstücken analysiert und optimiert, um die maximale BGF herauszufinden.
Sie verhindert Abstimmungsprobleme zwischen wild zusammengewürfelten Teams und sichert, dass alle Gewerke von Anfang an am selben wirtschaftlichen Ziel arbeiten.
Durch kluge Energiesysteme sinken die Betriebskosten drastisch, was Mieter anzieht, höhere Kaltmieten ermöglicht und somit den Immobilienwert steigert.
Durch einen Sondervorschlag, der das Betriebsgebäude verschlankte, wurden die Kosten von 150 auf 130 Millionen D-Mark gesenkt.
Banken finanzieren Projekte deutlich leichter, wenn deren Ertragskraft durch optimiertes Baurecht und hohe Flächeneffizienz nachweislich maximiert wurde.
Im Alpenwerk wird Erdwärme genutzt, um im Sommer Wärme in den Boden einzuspeisen und sie im Winter wieder herauszuholen, was die Nebenkosten auf ein Zehntel senkt.
Die größten Hürden für Entwickler sind schwierige Finanzierungen, unkalkulierbar lange Genehmigungszeiträume und die unklare staatliche Förderlandschaft.
Das Transkript für diese Folge wird derzeit vorbereitet.