
Erfahre von Jasper Schouw, wie du mit einem Restnutzungsdauer-Gutachten deine Abschreibung drastisch erhöhst und legal Steuern sparst.
In dieser Episode von "Immo Inside" unterhalten sich Dr. Peter Burnickl und Steuerexperte Jasper Schouw über hocheffiziente Wege, wie man als privater Vermieter legal Steuern sparen und im Idealfall steuerfrei vermieten kann. Das zentrale Thema ist dabei die Erhöhung der Gebäudeabschreibung (AfA) von den gesetzlichen Standardsätzen auf bis zu 8 Prozent pro Jahr.
Durch den qualifizierten Nachweis einer kürzeren verbleibenden Nutzungsdauer lässt sich der jährliche Abschreibungsbetrag drastisch steigern. Dies mindert nicht nur die Steuerlast auf die Mieteinnahmen, sondern kann auch ein steuerliches Minus erzeugen, welches mit anderen steuerpflichtigen Einkünften, etwa aus nichtselbstständiger Arbeit, verrechnet werden kann.
„Erst machen wir den Kuchen groß und dann versuchen wir ihn ganz schnell aufzuessen.“ — Jasper Schouw
Die Optimierung der Abschreibung über ein Restnutzungsdauer-Gutachten funktioniert nicht willkürlich, sondern erfordert das Vorhandensein bestimmter Objektabhängigkeiten. Jasper Schouw erklärt präzise, welche Rahmenbedingungen eine Immobilie erfüllen muss, um für diese Strategie infrage zu kommen.
Ebenfalls wichtig ist die Historie des Eigentumserwerbs. Bei geerbten Objekten greift die rechtliche Fußstapfentheorie, wodurch die ursprüngliche, oft bereits sehr niedrige Abschreibungsbasis des Erblassers unverändert fortgeführt werden muss.
Für Eigentümer, die ihre Immobilien bereits über einen längeren Zeitraum im Bestand halten und signifikante Wertsteigerungen verzeichnen konnten, bietet die sogenannte Ehegattenschaukel eine hervorragende Möglichkeit zur steuerlichen Neuaufstellung. Hierbei wird die Immobilie gezielt an den Partner übertragen, um das Abschreibungsvolumen neu zu definieren.
Nachdem das Abschreibungsvolumen durch diese Transaktionen künstlich vergrößert wurde, kommt das Restnutzungsdauer-Gutachten ins Spiel. Dieses sorgt dafür, dass dieser neue, größere steuerliche Vorteil in möglichst kurzer Zeit abgeschrieben und somit liquiditätswirksam wird.
In Investorenkreisen wird häufig die vermögensverwaltende GmbH (VV GmbH) als Allheilmittel für die steuerliche Optimierung gepriesen. Jasper Schouw legt im Gespräch jedoch dar, warum sich eine Restnutzungsdauerverkürzung innerhalb einer solchen Kapitalgesellschaft in den meisten Fällen nicht rechnet.
Da die Abschreibung den Buchwert der Immobilie in der Bilanz der GmbH kontinuierlich reduziert, steigt im Falle eines späteren Verkaufs der steuerpflichtige Veräußerungsgewinn im gleichen Maße an. Die gesparte Steuer wird somit beim Verkauf komplett nachversteuert.
„Dieses ein tatsächlicher steuerlicher Werthub entsteht nur, wenn du es privat hältst oder in einer Personengesellschaft.“ — Jasper Schouw
Bereits beim Kauf einer Immobilie werden die Weichen für die spätere Abschreibungshöhe gestellt. Da ausschließlich das Gebäude, nicht aber der Grund- und Bodenanteil abgeschrieben werden darf, ist eine geschickte Kaufpreisaufteilung im Notarvertrag essenziell.
„Alles, was auf das Grundstück entfällt, kann man nicht abschreiben. Es ist verloren für die Steuer.“ — Jasper Schouw
Käufer sollten daher aktiv darauf hinwirken, eine realistische, aber vorteilhafte Aufteilung direkt im Kaufvertrag verankern zu lassen:
Der Weg zu einer höheren Abschreibung ist für den Eigentümer mit überraschend wenig bürokratischem Aufwand verbunden und lässt sich effizient in den Alltag integrieren.
Nach erfolgtem Besichtigungstermin wird das Gutachten in der Regel innerhalb weniger Werktage finalisiert und kann direkt dem Steuerberater übergeben werden, um die Steuererklärung anzupassen.
Ein weiteres wichtiges Instrument zur Abwehr unberechtigter Steuerforderungen ist das klassische Verkehrswertgutachten. Besonders in Erbfällen oder bei Schenkungen neigen Finanzämter dazu, Immobilienwerte anhand standardisierter Massenberechnungsverfahren deutlich zu hoch anzusetzen.
Zum Abschluss der Folge betonen Peter Burnickl und Jasper Schouw die Notwendigkeit, sich bereits in gesunden und jungen Jahren mit der Nachlassplanung zu beschäftigen, um böse Überraschungen für die Hinterbliebenen zu vermeiden.
Durch die rechtzeitige Nutzung von Schenkungsfreibeträgen im Zehnjahresrhythmus kann Vermögen steuerfrei an die nächste Generation übergeben werden. Ergänzt durch ein durchdachtes Testament, wie beispielsweise das Berliner Testament, wird sichergestellt, dass der überlebende Partner finanziell abgesichert bleibt und nicht durch plötzliche Steuerforderungen oder Pflichtteilsansprüche zum Notverkauf gezwungen wird.
Ein solches Gutachten ermittelt die tatsächliche verbleibende wirtschaftliche Nutzungsdauer eines Gebäudes anstelle der vom Finanzamt pauschal angenommenen 40 bis 50 Jahre. Dadurch lässt sich der jährliche Abschreibungssatz (AfA) legal anheben.
Es eignet sich besonders für vermietete Bestandsimmobilien ab dem Baujahr 1980 und älter, die einen nicht oder nur geringfügig modernisierten Zustand aufweisen.
Nein, das Verfahren betrifft ausschließlich fremdgenutzte Immobilien, die zur Erzielung von Einkünften aus Vermietung und Verpachtung genutzt werden.
Durch den Verkauf einer Immobilie an den Ehegatten wird das Abschreibungsvolumen auf den aktuellen Marktwert angehoben (Step-Up), und der Verkaufsgewinn bleibt nach einer zehnjährigen Spekulationsfrist steuerfrei.
In einer VV GmbH führt eine höhere Abschreibung nur zu einer Steuerstundung, da der reduzierte Buchwert beim späteren Verkauf der Immobilie zu einem höheren, voll steuerpflichtigen Veräußerungsgewinn führt.
Die Aufteilung zwischen Grund- und Bodenwert sowie dem Gebäudeanteil sollte im Kaufvertrag unbedingt in absoluten Euro-Zahlen festgeschrieben werden, da nur der Gebäudeanteil steuerlich abgeschrieben werden kann.
Benötigt werden im Wesentlichen Grundrisse, der Energieausweis des Gebäudes, aktuelle Fotos sowie eine kurze Besichtigung des Objekts vor Ort.
Nach der Bereitstellung der Unterlagen und der Vor-Ort-Besichtigung liegt das fertige Gutachten in der Regel innerhalb von 5 bis 10 Werktagen vor.
Da das Finanzamt den Wert geerbter Immobilien meist pauschal und oft zu hoch schätzt, kann ein Verkehrswertgutachten den tatsächlichen, niedrigeren Wert nachweisen und so die Erbschaftsteuer deutlich senken.
Durch den Vorbehalt des Nießbrauchs mindert der Kapitalwert des Nutzungsrechts den steuerlichen Wert der Schenkung, während der Schenkende weiterhin von den Mieteinnahmen profitiert.
Das Transkript für diese Folge wird derzeit vorbereitet.