
Beeinflussen Trumps Zölle die deutschen Baukosten? Dr. Peter Burnickl erklärt, warum jetzt die beste Zeit für Investments in Bestandsimmobilien ist.
Die globale Wirtschaft steht derzeit unter dem Eindruck tiefgreifender politischer Veränderungen in den USA und Europa. Viele Akteure in der hiesigen Immobilienbranche sorgen sich insbesondere vor neuen Strafzöllen unter der Präsidentschaft von Donald Trump und befürchten, dass diese die heimischen Baukosten unaufhaltsam in die Höhe treiben könnten.
Doch diese Sorge ist bei genauerer Betrachtung der tatsächlichen Lieferketten im Bauwesen weitgehend unbegründet. Dr. Peter Burnickl gibt für den deutschen und österreichischen Markt klare Entwarnung, da die Baubranche in Mitteleuropa strukturell stark regional und europäisch geprägt ist und kaum direkte Importabhängigkeiten von den USA aufweist.
Die wichtigsten Baustoffe und Bauprodukte für Wohnbauprojekte stammen fast ausschließlich aus europäischen Herkunftsländern:
Während globale Handelskriege für das heimische Bauen kaum eine Rolle spielen, ist die tatsächliche Krise der Baubranche in Deutschland und Österreich hausgemacht. Gestiegene Zinsen, ausufernde Bauvorschriften und bürokratische Hürden haben in den vergangenen zwei bis drei Jahren zu einer starken Verunsicherung geführt, die viele Projekte zum Erliegen brachte.
Die Zinsen haben sich mittlerweile auf einem gesunden und realistischen Niveau zwischen drei und vier Prozent eingependelt. Die extremen Niedrigzinsphasen der Vergangenheit von unter einem Prozent waren ohnehin eine historische Ausnahme, die den Markt künstlich überhitzt und die Preise für Grundstücke ins Absurde getrieben hat.
„Die Krise in der Baubranche ist hausgemacht, aber genau darin liegen heute die größten Chancen für mutige Investoren.“ — Peter Burnickl
Erfolgreiche Investoren müssen lernen, mit den aktuellen, normalen Finanzierungskonditionen zu kalkulieren, anstatt auf eine unrealistische Rückkehr der Nullzinsphase zu hoffen. Wer seine Hausaufgaben im Einkauf macht und eine professionelle Baukostenplanung implementiert, kann auch im aktuellen Zinsumfeld hochrentable Projekte realisieren.
Ein massiver Belastungstest für die gesamte Branche war der plötzliche und unvorhersehbare Stopp bewährter KfW-Förderprogramme. Besonders die abrupte Einstellung der KfW-55-Förderung durch die Bundesregierung zu Beginn des Jahres 2022 hat zu einem tiefen und nachhaltigen Vertrauensverlust in die politische Verlässlichkeit geführt.
Viele Bauträger und Investoren versuchten in der Folge, ihre Projekte auf einkommensorientierte Förderungen (EOF) umzuplanen, nur um kurz darauf erneut vor leeren Fördertöpfen zu stehen. Diese Unberechenbarkeit staatlicher Lenkungsinstrumente zwingt private Akteure am Markt nun zu einem radikalen und gesunden Umdenken bei der Projektkalkulation.
„Wer auf Abschreibungen oder Förderungen baut, baut auf Sand – der Gewinn liegt im intelligenten Ankauf und der Sanierung.“ — Peter Burnickl
Ein solides Bauprojekt darf niemals spitz auf Knopf genäht sein und ausschließlich von staatlichen Subventionen oder steuerlichen Sonderregeln abhängen. Staatliche Förderungen und degressive Abschreibungen sollten in der heutigen Zeit nur noch als optionaler Bonus beziehungsweise "Nice-to-have" eingeplant werden, während sich das Projekt im Kern selbst tragen muss.
Der klassische Neubaumarkt ist durch restriktive Vorgaben zur Vermeidung von Flächenversiegelungen, strenge Naturschutzauflagen und langwierige bürokratische Genehmigungsverfahren stark blockiert. Daher verschiebt sich der Fokus erfahrener Investoren immer deutlicher und konsequenter in Richtung Bestandsimmobilien.
In Deutschland existiert ein riesiger Altbestand an energetisch extrem unzureichenden Gebäuden, den sogenannten "Worst Performing Buildings". Viele institutionelle Eigentümer, Family Offices und ältere private Vermieter wollen oder können diese sanierungsbedürftigen Objekte aufgrund des hohen Aufwands nicht mehr halten und stoßen sie ab.
Für aktive und mutige Projektentwickler ergeben sich in dieser Marktsituation hervorragende Gelegenheiten:
Wer im Bestand agiert, sollte bei der Akquise gezielt nach Objekten Ausschau halten, die sich in offiziell ausgewiesenen, förmlichen Sanierungsgebieten befinden. Die entsprechenden Gebietsausweisungen lassen sich unkompliziert und direkt bei den lokalen Bauämtern der Kommunen erfragen.
Liegt ein entsprechender Sanierungsvermerk im Grundbuch der Immobilie vor, gewährt der Staat immense steuerliche Anreize. Diese sind im Ablauf und in der Wirkung stark mit den Privilegien von Denkmalimmobilien vergleichbar und stellen einen der mächtigsten Steuerhebel im deutschen Steuerrecht dar.
„Je hässlicher das Entlein, desto besser die Rendite durch gezieles Sanieren in förmlichen Sanierungsgebieten.“ — Peter Burnickl
Die steuerlichen Rahmenbedingungen für diese Sonderabschreibungen im Überblick:
Die dramatisch abgekühlte Baukonjunktur hat die Machtverhältnisse zwischen Bauherren auf der einen sowie Planern und Handwerksbetrieben auf der anderen Seite grundlegend verschoben. War man in den Boomjahren bis 2021 noch dankbar, überhaupt ein Angebot zu erhalten, herrscht heute wieder ein echter, gesunder Wettbewerb am Markt.
Viele Architekten, Ingenieurbüros und Handwerker verzeichnen signifikante Auftragsrückgänge im Neubausegment und sind dringend auf Auslastung angewiesen. Dies führt in Ausschreibungsverfahren nicht selten zu erheblichen Preisnachlässen und einer deutlich gesteigerten Servicebereitschaft.
Dennoch warnt Dr. Peter Burnickl davor, die Preise bis auf das Äußerste zu drücken, um die Qualität der Partnerschaft nicht zu gefährden:
Während ein Großteil der Marktteilnehmer aus Angst vor der unklaren politischen und wirtschaftlichen Zukunft auf liquiden Mitteln sitzt und abwartet, schlägt jetzt die Stunde der antizyklischen Investoren. Wer über Kapital verfügt und handlungsfähig ist, findet derzeit ein Marktumfeld vor, das es so seit über einem Jahrzehnt nicht mehr gab.
Die einzigartige Kombination aus günstigen Einstiegspreisen, einer entspannten Situation am Handwerkermarkt und der langfristigen Schutzfunktion von Sachwerten spricht eindeutig für ein entschlossenes, mutiges Handeln im Hier und Jetzt.
Die Auswirkungen sind minimal, da die Baubranche in Deutschland und Österreich stark europäisch geprägt ist und Baustoffe wie Holz, Fenster, Türen und Keramik größtenteils aus Europa bezogen werden.
Sie resultiert primär aus gestiegenen Zinsen, übertriebenen regulatorischen Auflagen, dem plötzlichen Stopp bewährter KfW-Förderprogramme und einer daraus resultierenden Verunsicherung der Marktteilnehmer.
Dies sind Bestandsgebäude mit extrem schlechten energetischen Werten. Da viele Eigentümer den Sanierungsaufwand scheuen, können Investoren diese Immobilien mit hohen Preisabschlägen einkaufen.
Sanierungskosten für solche Immobilien können über einen Zeitraum von 12 Jahren zu 100 Prozent steuerlich abgeschrieben werden, ähnlich wie bei denkmalgeschützten Immobilien.
Nein, Förderungen und Abschreibungen sollten nur als Bonus ("Nice-to-have") betrachtet werden. Das Projekt muss sich im Kern bereits durch einen günstigen Ankauf und eine effiziente Planung tragen.
Durch den Rückgang im Neubau stehen Handwerker und Architekten wieder stark im Wettbewerb. Bauherren können dadurch heute wieder fairere Preise und bessere Konditionen verhandeln als noch 2021.
Weil viele Marktteilnehmer aus Angst abwarten. Kapitalstarke Investoren profitieren aktuell von günstigen Einkaufspreisen, hoher Verhandlungsbereitschaft am Bau und dem Schutz vor Inflation.
Fenster und Türen stammen zu einem großen Teil aus Polen, während hochwertige Fliesen und andere Keramikprodukte oft aus der Türkei importiert werden.
Die Versorgung und die Preise für Baustahl haben sich nach den anfänglichen Turbulenzen der letzten Jahre auf einem weitgehend stabilen Niveau eingependelt.
Dr. Peter Burnickl veranstaltet ein exklusives Networking-Wochenende auf zwei Luxusjachten in Griechenland für maximal 18 handverlesene Immobilieninvestoren zum Erfahrungsaustausch auf Augenhöhe.
Das Transkript für diese Folge wird derzeit vorbereitet.