
Dr. Peter Burnickl teilt seine ehrlichsten Learnings aus 280.000 € Verlust und zeigt die 5 fatalsten Fehler bei Immobilien-Investments.
Viele Investoren und Bauträger wiegen sich nach den ersten erfolgreichen Projekten in falscher Sicherheit. Der Glaube, durch ein gutes Netzwerk oder erste gelungene Sanierungen bereits ein unfehlbarer Profi zu sein, wird in der Praxis oft bestraft. Selbst Dr. Peter Burnickl musste diese Erfahrung machen. Bei seinem ersten größeren Projekt vernichtete er trotz bester Qualität 280.000 Euro, weil er sich zu sehr auf sein Bauchgefühl verlassen hatte.
In der Boom-Phase zwischen 2010 und 2020 funktionierte fast jedes Immobilienprojekt von selbst. Heute befinden wir uns jedoch in einem Käufermarkt, der ein weitaus clevereres und datenbasiertes Vorgehen verlangt als noch vor wenigen Jahren.
„Die meisten werden einfach greedy, die werden überheblich, die werden gierig.“ — Dr. Peter Burnickl
Wer langfristig erfolgreich bleiben will, muss radikal ehrlich zu sich selbst sein. Es gilt, das eigene Ego zurückzustellen und Projekte regelmäßig durch eine neutrale, professionelle Drittmeinung prüfen zu lassen.
Ein weit verbreiteter Denkfehler unter Projektentwicklern ist die Annahme, dass der Quadratmeter-Baupreis bei größeren Projekten automatisch sinkt. In der Realität verhält es sich jedoch oft umgekehrt, da ab bestimmten Projektgrößen erhebliche, sprungfixe Kosten anfallen.
Sobald ein Bauvorhaben eine höhere Gebäudeklasse erreicht oder zum Sonderbau wird, greifen verschärfte gesetzliche Vorschriften:
Wer diese Faktoren nicht präzise im Vorfeld kalkuliert, sondern blind auf die Erfahrungswerte kleinerer Vorgängerprojekte vertraut, erlebt auf der Baustelle eine böse Überraschung. Plötzlich explodiert der kalkulierte Quadratmeterpreis unerwartet.
Ein gravierender strategischer Fehler zu Beginn eines Projekts ist die vorzeitige Festlegung auf bestimmte Baustoffe oder Herstellermarken. Häufig entwirft der Architekt die Planung bereits fest basierend auf einem Material wie Kalksandstein. Da das Bauwesen ein regionales Geschäft ist – kaum ein Bauunternehmen nimmt Anfahrten von über 50 bis 70 Kilometern in Kauf –, schränkt diese frühe Festlegung den Kreis potenzieller Bieter massiv ein.
Alle regionalen Unternehmen, die sich auf andere Bauweisen wie den klassischen Ziegelbau spezialisiert haben, fallen dadurch weg. Dies schwächt den Wettbewerb und treibt die Preise künstlich nach oben.
Um dieses Problem zu umgehen, sollten Investoren folgende Maßnahmen ergreifen:
Viele Architekten und Ingenieure neigen dazu, gestalterisch anspruchsvolle, aber wirtschaftlich unvorteilhafte Details zu planen. Ein klassisches Beispiel dafür ist die Gefälledämmung bei Flachdächern, die in den Planungen als Standard deklariert wird, in der Ausführung jedoch extrem kostspielig ist.
Eine pragmatische und deutlich kostengünstigere Alternative wird dabei meist übersehen:
Dieses Detail steht stellvertretend für unzählige bautechnische Feinheiten, die ein Projekt unnötig verteuern. Investoren müssen daher jede Detailplanung kritisch hinterfragen und pragmatische, kosteneffiziente Lösungen einfordern.
Die Technische Gebäudeausrüstung (TGA) stellt mittlerweile einen der größten Kostentreiber bei modernen Bauvorhaben dar. Die Zeiten, in denen die Haustechnik nur einen kleinen Bruchteil der Baukosten ausmachte, sind vorbei.
„Wir erleben ja kaum noch Gebäude mit TGA-Kosten unter 20 Prozent. Mittlerweile erleben wir über 40 Prozent.“ — Dr. Peter Burnickl
Ein massives Problem besteht darin, dass viele Investoren auf eine detaillierte TGA-Fachplanung verzichten und die Ausführung direkt den Handwerksbetrieben überlassen. Dies führt dazu, dass Angebote kaum vergleichbar sind. Zudem kennen Handwerker oft nicht die aktuellsten Normen, während reine Planungsbüros manchmal den praktischen Bezug vermissen lassen.
Besonders bei Projekten unter der Makler- und Bauträgerverordnung (MaBV) ist dies ein großes Risiko. Werden gesetzliche Vorgaben oder KfW-Förderrichtlinien missachtet, drohen nach der Fertigstellung kostspielige Mängelrügen durch Käufer-Sachverständige.
Ein oft unterschätzter Hebel zur Senkung der Baukosten liegt in der akribischen Prüfung der Ausschreibungsmengen. In der Praxis enthalten viele Leistungsverzeichnisse massive Sicherheitsüberschläge und falsche Massenberechnungen.
Gemeinsam mit der ProBauher GmbH prüft das Team von Dr. Peter Burnickl diese Planungen systematisch und deckt dabei regelmäßig erhebliche Ineffizienzen auf:
Ein konkretes Praxisbeispiel verdeutlicht das Einsparpotenzial: Durch das Aufdecken eines Massenfehlers bei den Elektroinstallationen konnte die Angebotssumme eines Elektrikers bei einem Großprojekt von 900.000 Euro auf 720.000 Euro gesenkt werden – ohne jeglichen Qualitätsverlust.
Der klassische Weg im Bauwesen sieht vor, dass Architekten in der Leistungsphase 3 eine Kostenberechnung erstellen. Diese basiert jedoch meist auf dem Baukostenindex (BKI). Das Problem ist, dass der BKI der tatsächlichen Marktentwicklung in der Regel zwei bis drei Jahre hinterherhinkt und das reale Marktgeschehen vor Ort nicht widerspiegelt.
Investoren, die sich blind auf diese Berechnungen verlassen, erleben oft erst Monate später bei der ersten echten Ausschreibung ein böses Erwachen. Zu diesem Zeitpunkt steht die Finanzierung meist schon fest und der Bauantrag ist genehmigt.
„Ich gehe mit der Entwurfsplanung ganz, ganz früh an den Markt ... und ich hole mir ganz früh eine Marktindikation.“ — Dr. Peter Burnickl
Durch diesen proaktiven Ansatz erhalten Investoren noch vor der finalen Baurechtsschaffung verlässliche Richtpreisangebote von Handwerksbetrieben. Sollten die Preise das veranschlagte Budget überschreiten, kann in dieser frühen Phase problemlos gegengesteuert werden.
Größere Projekte rutschen häufig in höhere Gebäudeklassen oder Sonderbauten. Dadurch greifen strenge Brandschutzauflagen, Anforderungen an die Sicherheitstechnik und größere Garagenverordnungen, die als sprungfixe Kosten den Preis pro Quadratmeter stark verteuern.
Produktbindung bedeutet, dass eine Planung von Anfang an auf ein bestimmtes Material wie Kalksandstein festgelegt wird. Dies schränkt den Wettbewerb stark ein, da lokale Firmen, die auf andere Baustoffe wie Ziegel spezialisiert sind, kein Angebot abgeben können.
Indem man eine produkt- und methodenneutrale Planung ausschreibt. Dadurch können sich alle qualifizierten Betriebe der Region bewerben, unabhängig davon, ob sie mit Kalksandstein, Ziegel oder Holz arbeiten.
Viele Architekten planen teure Gefälledämmungen ein. Eine deutlich wirtschaftlichere Alternative ist es, das Flachdach direkt im Gefälle zu betonieren und eine normale, günstigere Dämmung daraufzulegen.
Die Anforderungen an die Gebäudetechnik (TGA) steigen kontinuierlich. Inzwischen machen die TGA-Kosten selten unter 20 Prozent und teilweise sogar über 40 Prozent des gesamten Kostenkuchens aus.
Ohne detaillierte Planung vergleicht man bei Handwerkerangeboten Äpfel mit Birnen. Zudem drohen spätere Mängelrügen durch Käufer-Sachverständige, wenn gesetzliche Normen wie die DIN 18015 unbemerkt missachtet wurden.
Ausschreibungen sollten ohne künstliche Puffer erstellt werden. Durch das genaue Nachzählen und Abgleichen der echten Planungsdaten lassen sich Überdimensionierungen und Massenfehler aufdecken, was die Verhandlungssumme drastisch senken kann.
Der BKI hinkt der realen Marktentwicklung meist zwei bis drei Jahre hinterher. Er ist daher oft ungenau, veraltet und bildet das konkrete regionale Marktgeschehen nicht verlässlich ab.
Bereits in einer sehr frühen Phase, idealerweise direkt nach der Entwurfsplanung. Mit einer frühen Marktindikation erfährt man sofort, ob das Projekt im Budget liegt, noch bevor teure Umplanungen oder Finanzierungsprobleme entstehen.
Er veranstaltet im Mai 2026 ein dreitägiges, exklusives Networking-Event auf zwei Luxusjachten in Griechenland (Athen) für maximal 18 handverlesene Immobilieninvestoren.
Das Transkript für diese Folge wird derzeit vorbereitet.