
Warum baut Deutschland für die Ewigkeit, während die USA Rendite machen? Dr. Peter Burnickl deckt die extremen Unterschiede auf.
Die deutsche Bau- und Immobilienbranche steht vor einer paradoxen Situation. Obwohl die Bauqualität im weltweiten Vergleich Spitzenklasse ist, wird es für Entwickler und Investoren immer schwieriger, wirtschaftlich attraktive Projekte zu realisieren. Ein Hauptgrund hierfür liegt in der Mentalität der Marktteilnehmer.
In Deutschland herrscht ein stark angstgetriebener Ansatz, der Innovationen und wirtschaftliche Entscheidungen im Keim erstickt. Ein markantes Beispiel ist die Verwendung von unbewehrtem Beton. Während diese Bauweise in Frankreich weit verbreitet ist und bis zu zwei Prozent der Baukosten einsparen kann, schrecken deutsche Planer davor zurück.
„Wir haben in Deutschland leider einen sehr angstgetriebenen Kunden.“ — Dr. Peter Burnickl
Die Angst vor rechtlichen Auseinandersetzungen und Mängelansprüchen lähmt das gesamte System. Jede Schnittstelle im Bauprozess versucht sich durch zusätzliche Sicherheitsmargen und starre Absicherungen abzusichern.
Um das eigene Bau- und Selbstmanagement zu optimieren, lohnt sich ein Blick auf praxisnahe Fachliteratur. Das E-Book „Bauwesen“ von Jürgen Lauber zeigt auf humorvolle Weise mit über 50 Cartoons, wie Bauprojekte in der Realität ablaufen. Es hilft Bauherren, im chaotischen Baualltag kluge Entscheidungen zu treffen und unnötige Fehler zu vermeiden.
Ein zweites empfehlenswertes Werk des Autors widmet sich dem Thema „Professionelle persönliche Planung und Selbstmanagement“, welches Strategien liefert, um den Arbeitsalltag effizienter zu strukturieren und mehr Freiräume zu schaffen. Beide Bücher sind über die Plattform pro-bauherr.com kostenfrei erhältlich.
Ein weiteres massives Problem ist das systematische Aufrunden in fast allen Planungsdisziplinen. Von der Tragwerksplanung über die Statik bis hin zur technischen Gebäudeausrüstung (TGA) wird großzügig aufgeschlagen.
Diese Praxis führt zu massiv überdimensionierten Gebäuden und technischen Anlagen. Kaum ein Gebäude leidet unter einer zu schwachen Heizung, aber unzählige Anlagen laufen permanent im unwirtschaftlichen Teillastbetrieb.
Folgende Bereiche sind besonders vom Aufrunden betroffen:
Um in Deutschland überhaupt noch eine Wirtschaftlichkeit darstellen zu können, greifen viele Bauträger auf staatliche Förderungen zurück. Dies zwingt sie jedoch in eine Spirale aus immer höheren technischen Anforderungen.
Der KfW 55-Standard gehört bereits zu den besten ein Prozent weltweit. Anstatt diesen Erfolg zu konsolidieren, drängt der Gesetzgeber auf KfW 40, gekoppelt mit dem Qualitätssiegel Nachhaltiges Gebäude (QNG) für steuerliche Sonderabschreibungen.
Zusätzlich kommen für institutionelle Investoren noch folgende Hürden hinzu:
In den USA wird das Thema Bauen völlig anders angegangen. Hier bestimmt der Markt, was gebaut wird, und nicht ein starres Korsett aus über 7.300 Normen und Richtlinien. Die Prozesse sind stark föderalistisch und pragmatisch geprägt.
Ein Großteil der amerikanischen Mehrfamilienhäuser wird im Holzrahmenbau errichtet. Obwohl die Rohstoffpreise für Holz im Vergleich zu Deutschland ähnlich sind, ist das Bauen in den USA deutlich günstiger, da viel weniger Auflagen erfüllt werden müssen.
Zwar müssen sich Entwickler eng mit den lokalen Abnahmebehörden abstimmen, doch der Verhandlungsspielraum und die Flexibilität in der Ausführung sind ungleich größer als im deutschen System.
Der Unterschied in der Herangehensweise lässt sich hervorragend am Beispiel des Brandschutzes demonstrieren. Während in Deutschland komplexe High-Tech-Lösungen Standard sind, setzt man in den USA auf einfache, funktionale Systeme.
In einem typischen US-Mehrfamilienhaus sind Sprinkleranlagen nahezu flächendeckend verbaut. Das System ist jedoch denkbar einfach konstruiert und verzichtet auf teure Peripheriegeräte.
Folgende Vereinfachungen zeichnen die US-Systeme aus:
Während in Deutschland über Energieeffizienz und Dämmung debattiert wird, fokussieren sich US-Bauträger voll auf den Komfort und den konkreten Nutzen für den Endkunden.
Aufgrund der günstigen Energiepreise spielen Photovoltaikanlagen oft keine Rolle, da sich die Amortisationszeiten auf über 70 Jahre belaufen würden. Stattdessen wird dem Mieter eine allumfassende Warmmiete angeboten.
Diese Miet-Flatrate beinhaltet typischerweise folgende Annehmlichkeiten:
Ein fundamentaler Unterschied liegt auch in der Bewertung des Gebäude-Lebenszyklus. Während deutsche Immobilien traditionell für die Ewigkeit gebaut und über viele Jahrzehnte abgeschrieben werden, kalkuliert man in den USA ganz anders.
Der steuerliche und kalkulatorische Lebenszyklus eines Gebäudes wird in den USA oft mit nur 27 Jahren bewertet. Dies zwingt Bauträger und Investoren dazu, extrem kurze Amortisationszeiten zu realisieren.
„In Spanien lacht man über Projekte unter 8% Rendite, die packt dort niemand an, weil die sagen, du spinnst doch.“ — Dr. Peter Burnickl
Der US-Markt beweist, dass Kunden bereit sind, Abstriche beim Schallschutz oder der thermischen Isolierung zu machen, wenn das Gesamtpaket aus Service, Ausstattung und Preis stimmt.
Um in Deutschland wieder profitabel bauen zu können, müssen Projektentwickler und Architekten umdenken. Es ist rechtlich durchaus möglich, von überzogenen Standards und Richtlinien abzuweichen – man muss nur den Mut dazu aufbringen.
Für alle Akteure der Immobilienbranche, die sich nicht mit dem Status quo zufriedengeben wollen, bietet sich im Jahr 2026 eine exklusive Gelegenheit zum Austausch. Vom 23. bis zum 25. Mai veranstaltet Dr. Peter Burnickl ein hochkarätiges Networking-Event in Griechenland.
Das Event zeichnet sich durch folgende Merkmale aus:
In Deutschland behindern über 7.300 Normen und eine starke Risikoaversion den Bauprozess. Zudem treiben überdimensionierte Heizungen, Statiken und komplexe Zertifizierungen die Kosten in die Höhe.
Während Deutschland strenge Schallschutznormen (DIN 4109) besitzt, ist der Schallschutz in amerikanischen Holzhäusern oft sehr schwach, was im Alltag zu einer deutlichen Hellhörigkeit führt.
Obwohl unbewehrter Beton bis zu zwei Prozent der Baukosten sparen kann und in Nachbarländern wie Frankreich Standard ist, meiden deutsche Planer ihn aus Angst vor Gewährleistungsansprüchen.
Sie sind sehr einfach konstruiert, verzichten auf teure Zentralen oder Diesel-Netzersatzaggregate und werden stattdessen direkt an das städtische Wassernetz oder einen Außenanschluss für die Feuerwehr gekoppelt.
Aufgrund der sehr günstigen Strom- und Energiepreise amortisieren sich PV-Anlagen in vielen Regionen erst nach über 70 Jahren, was sie wirtschaftlich unattraktiv macht.
Bei diesem Mietmodell sind sämtliche Nebenkosten wie Strom, Wasser und schnelles Internet sowie die Nutzung von Pools oder Gemeinschaftsräumen im Pauschalpreis enthalten.
In den USA wird ein Gebäude steuerlich und kalkulatorisch oft mit einem Lebenszyklus von nur 27 Jahren bewertet, weshalb sich Investitionen extrem schnell amortisieren müssen.
Ja, Projektentwickler und Architekten können in Deutschland rechtssicher von vielen baulichen Normen abweichen, scheitern jedoch meist an mangelndem Mut oder übermäßiger Vorsicht.
Die beiden Bücher über das Bauwesen sowie persönliche Planung und Selbstmanagement können kostenfrei auf der Website pro-bauherr.com/buch heruntergeladen werden.
Im Mai 2026 veranstaltet Dr. Peter Burnickl ein dreitägiges Networking-Event auf zwei Luxusjachten nahe Athen für maximal 18 handverlesene Immobilieninvestoren.
Das Transkript für diese Folge wird derzeit vorbereitet.