
Wie gelingt stressfreier Vermögensaufbau? Dr. Carmen Mayer im Gespräch über Money-Mindset, Aktien-Optionen und Erfolgsfaktoren beim Immobilienbau.
Dr. Carmen Mayer startete ihre Karriere als promovierte Biochemikerin an der TU München und fand schnell eine gut bezahlte Anstellung beim Pharma-Riesen Roche. Trotz scheinbar perfekter Voraussetzungen stieß sie während ihrer Schwangerschaft bei der Suche nach einem Eigenheim im Münchner Raum an finanzielle Grenzen. Die extremen Immobilienpreise brachten sie dazu, gängige gesellschaftliche Pfade und Glaubenssätze zu hinterfragen.
Auf der Suche nach Antworten stieß sie im Buchhandel auf den Klassiker „Rich Dad Poor Dad“ von Robert Kiyosaki. Dieses Buch öffnete ihr die Augen für die drei klassischen Wege zum Vermögensaufbau: Immobilien als Kapitalanlage, das Gründen eines eigenen Unternehmens oder das Investieren in Aktien. Da sie hochschwanger war, entschied sie sich für den vermeintlich flexibelsten Weg und startete direkt an der Börse mit dem Optionshandel.
In der Bau- und Immobilienbranche, aber auch in der Welt der Finanzen, herrscht nach wie vor eine drastische Männerquote. Carmen Mayer berichtet aus ihrer täglichen Coaching-Praxis, dass sich viele Frauen beim Thema Geld bewusst ausklinken und die Verantwortung an ihre Partner abtreten. Oft blockieren tief sitzende Glaubenssätze wie „Geld ist nicht wichtig“ oder „Über Geld spricht man nicht“ den Weg zu finanzieller Unabhängigkeit.
„Geld mag keine Angst und mag auch keine Geizhälze.“ — Carmen Mayer
Wer die Allgegenwärtigkeit und Bedeutung von Geld im täglichen Leben nicht wertschätzt, wird laut Mayer auch keinen finanziellen Zufluss erleben. Frauen benötigen gezielte finanzielle Bildung und weibliche Vorbilder, um den Mut aufzubringen, eigene Investments zu tätigen und finanzielle Unabhängigkeit als Form der Selbstfürsorge zu begreifen.
Der Weg zum Reichtum basiert auf der Beherrschung von drei fundamentalen Geldgesetzen, die aufeinander aufbauen:
Ein häufiger Fehler besteht darin, die erwirtschafteten Renditen – im übertragenen Sinne die „Kinder der Heinzelmännchen“ – zu früh für Konsumgüter oder Urlaube zu verbrauchen. Erst wenn die Investitionen eine kritische Masse erreicht haben und das Vermögen stabil wächst, sollte der Ertrag für Luxus genutzt werden.
Beide Anlageklassen bieten einzigartige Vorteile und müssen je nach Persönlichkeitstyp ausgewählt werden. Während Aktien durch hohe Transparenz, tägliche Verfügbarkeit und schnellen Einstieg glänzen, punkten Immobilien vor allem durch die Hebelwirkung von Fremdkapital.
Die wesentlichen Unterschiede der beiden Assetklassen im Überblick:
Mayer betont, dass viele Anfänger Angst vor Schulden haben und deshalb zögern, in Immobilien zu investieren. Sobald man jedoch den Unterschied zwischen guten Schulden (die von Mietern abbezahlt werden) und schlechten Schulden (für privaten Konsum) versteht, verliert diese Anlageklasse ihren Schrecken.
Obwohl sie an der Börse bereits die Millionen-Grenze geknackt hatte, zögerte Carmen Mayer anfangs beim Thema Immobilien. Die Angst vor hohen Verbindlichkeiten blockierte sie zunächst, bis sie ein Seminar über Off-Market-Immobilien besuchte und dort wertvolle Kontakte knüpfte.
Ihr erstes Projekt realisierte sie schließlich im Allgäu, wo sie ein bereits vorhandenes Grundstück als Eigenkapitalersatz einbrachte. Durch den gezielten Austausch mit erfahrenen Investoren lernte sie, dass man für den Bau von Mietobjekten kein riesiges liquides Barvermögen benötigt, wenn man die Mechanismen der Banken klug nutzt.
Ein massives Problem in der Baubranche sind unvorhergesehene Kostensteigerungen, die unerfahrene Bauherren schnell in den Ruin treiben können. Carmen Mayer entging dieser Falle nur knapp durch die Unterstützung eines erfahrenen Mentors aus ihrem Netzwerk, der ihre Baupläne kritisch prüfte.
„Dank ihm habe ich alles noch mal neu geplant und wir haben für die zwei Häuser 100.000 Euro gespart.“ — Carmen Mayer
Peter Burnickl bestätigt, dass viele Bauherren unvorbereitet in Bauprojekte starten und sich blind auf Kostenschätzungen von Architekten verlassen. Um existenzbedrohende Nachfinanzierungen zu vermeiden, sind folgende Schritte essenziell:
Sowohl bei Aktieninvestments als auch bei der Führung eines eigenen Unternehmens machen viele Menschen den Fehler, sich von hohen Umsatzzahlen blenden zu lassen. Carmen Mayer analysiert Bilanzen bis ins Detail und warnt davor, bekannte Großkonzerne ungeprüft als gute Investments zu betrachten.
Als Beispiel nennt sie den Automobilhersteller BMW: Trotz hervorragender Produkte und gigantischer Umsätze ist die Gewinnmarge vergleichsweise niedrig. Im Gegensatz dazu bieten Technologie-Giganten wie Nvidia oder Microsoft extrem hohe Margen und fantastische Wachstumsraten, was sie zu deutlich attraktiveren Aktieninvestments macht.
„Wenn du wirklich an dich glaubst, kannst du den Erfolg auf lange Sicht gar nicht verhindern.“ — Carmen Mayer
Wer dauerhaft zweistellige Renditen erzielen möchte, muss lernen, Bilanzen und Kennzahlen wie das EBIT richtig zu interpretieren und darf sich nicht von reinem Marketing blenden lassen.
Dr. Carmen Mayer ist eine promovierte Biochemikerin, Spiegel-Bestseller-Autorin von „Mama goes Millionär“, Börsenexpertin und Mentorin für Frauen beim Vermögensaufbau.
Sie las das Buch „Rich Dad Poor Dad“ von Robert Kiyosaki, das ihr die drei Wege zum Reichtum (Immobilien, Unternehmensgründung, Aktien) aufzeigte.
Viele Frauen geben die finanzielle Verantwortung an ihre Partner ab und sind durch blockierende Glaubenssätze wie „Geld ist nicht wichtig“ oder die Angst vor Risiken gehemmt.
Die drei Gesetze lauten: Geld verdienen, Geld halten (nicht sofort wieder verkonsumieren) und Geld klug investieren.
Bei Aktien schätzte sie die hohe Transparenz, die sofortige Sichtbarkeit der Depotwerte und den Umstand, dass sie sich anfangs nicht für Millionenbeträge verschulden musste.
Sie nutzte ihr Netzwerk und holte sich eine kritische, ehrliche Zweitmeinung eines erfahrenen Großinvestors ein, der die Planung radikal korrigierte.
Ja, ein bereits vorhandenes Grundstück kann bei Banken als Eigenkapital (Einkapitalersatz) eingebracht werden, um die Finanzierung eines Bauprojekts zu sichern.
Bauen bedeutet das Errichten eines Gebäudes nach einem bestehenden Bebauungsplan. Entwickeln beinhaltet das Heben von ungenutzten Potenzialen (z. B. Aufstockung, Nachverdichtung) auf Grundstücken ohne starren Bebauungsplan.
Trotz extrem hoher Umsätze ist die Gewinnmarge bei BMW im Vergleich zu Tech-Unternehmen wie Nvidia oder Microsoft zu niedrig (oft unter 10 %).
Sie empfiehlt, an der Börse eine zweistellige jährliche Rendite von mindestens 15 Prozent anzustreben, da alles darunter oft von der realen Inflation aufgefressen wird.
Das Transkript für diese Folge wird derzeit vorbereitet.