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    immo-inside · 22. Okt 2025

    Vom Porsche-Ingenieur zu 250 Wohnungen: Carsten Schug

    22. Okt 2025 31:48 4 Min. Lesezeit
    #061 - Von 0 auf 250 Wohnungen: Immobilienentwickler Carsten Schug im Interview

    Kapitel

    Das Wichtigste in Kürze

    • Die eigene Bonität im unbefristeten Angestelltenverhältnis sollte so lange wie möglich für den Bestandsaufbau genutzt werden, bevor der Schritt in die Selbstständigkeit erfolgt.
    • Das Saarland bietet als Investitionsstandort im Vergleich zu Ballungsräumen wie Stuttgart attraktive Cashflow-Objekte mit hoher Mietrendite und stabiler Industriebasis.
    • Die Vermietung von saniertem, kleinteiligem Wohnraum an Bürgergeld-Empfänger stellt ein krisensicheres und hochprofitables Geschäftsmodell dar.
    • Bei der Zusammenarbeit mit Generalunternehmern schützt nur ein präzises, schriftliches Vertragswerk vor unkalkulierbaren Nachträgen und Verzögerungen.
    • Schnelligkeit und Verbindlichkeit, beispielsweise durch die direkte Vorlage eines schriftlichen LOI, sichern im Einkauf den entscheidenden Vorteil gegenüber Mitbewerbern.

    Wie wird man mit Cashflow-Immobilien im Saarland erfolgreich? Entwickler Carsten Schug teilt seine Strategie vom Angestellten zum Großbestand.

    Vom Porsche-Ingenieur zum Immobilienentwickler

    Carsten Schug, ein 32-jähriger ehemaliger Ingenieur aus Mecklenburg-Vorpommern, zog für die Automobilindustrie nach Stuttgart. Nach seinem Masterstudium im Maschinenbau merkte er jedoch schnell, dass das klassische Angestelltendasein im Großkonzern nicht seine langfristige Erfüllung war.

    Über Umwege lernte er seine heutigen Geschäftspartner Arthur und Michael kennen. Gemeinsam bündelten sie ihre Leidenschaft für Immobilien, um systematisch Vermögen aufzubauen.

    „Man kann nur das neue Ufer erreichen, wenn man das alte Ufer verlässt. Du kannst nicht an beiden Stellen sein.“ — Carsten Schug

    Das Drei-Partner-Modell und die Holding-Struktur

    Der schnelle Erfolg des Trios basierte auf einer klaren Strukturierung ihrer Finanzen und Gesellschaften. Um die Bonität optimal zu nutzen, legten die Partner ihre finanziellen Mittel und Kreditwürdigkeiten in gemeinsamen GmbHs zusammen.

    Dazu gründete jeder Partner eine eigene Holding GmbH. Diese Holdings halten wiederum Anteile an einer operativen, vermögensverwaltenden Tochter-GmbH, über die der Ankauf der Immobilien abgewickelt wird.

    • Holding-Ebene: Dient der steueroptimierten Sicherung von Gewinnen und der persönlichen Absicherung jedes Partners.
    • Tochter-GmbH: Agiert als operative Einheit, die Bestandsimmobilien ankauft und verwaltet.
    • Bonität bündeln: Ermöglichte den schnellen Ankauf von über 200 Einheiten innerhalb von nur zwei Jahren.

    Warum das Saarland Stuttgart als Investitionsstandort schlägt

    Während Carsten Schug in Stuttgart lebt, investiert er bewusst im rund 250 Kilometer entfernten Saarland. In Stuttgart kosten kleine Eigentumswohnungen oft so viel wie ein ganzes Mehrfamilienhaus im Saarland, was positive Cashflows nahezu unmöglich macht.

    Das Saarland bietet dagegen eine unterschätzte Infrastruktur mit starker Industrie und der Nähe zum extrem teuren Luxemburg. Zudem sorgt eine professionelle Hausverwaltung vor Ort dafür, dass die räumliche Distanz kein Hindernis darstellt.

    „Das Objekt muss sich im Hier und Jetzt rechnen mit dem Überschuss.“ — Carsten Schug

    Der Business Case mit Bürgergeld-Mietern

    Ein zentraler Pfeiler von Schugs Strategie ist die gezielte Vermietung von saniertem Wohnraum an Bezieher von Bürgergeld. Da die Regelsätze im Saarland kontinuierlich steigen, lassen sich mit kleinen Wohnungen hervorragende Renditen erzielen.

    Besonders Wohnungen mit einer Größe von 30 bis 50 Quadratmetern bieten hierbei einen enormen Hebel. Durch eine sorgfältige Auswahl der Mieter durch die Hausverwaltung wird das Ausfallrisiko minimiert.

    • Kosten der Unterkunft: Die Miete wird direkt vom Amt übernommen, was eine hohe Zahlungssicherheit garantiert.
    • Kleinteiliger Wohnraum: Höhere Quadratmeterpreise bei der Vermietung von kleinen Einheiten im Vergleich zu Großwohnungen.
    • Sanierter Standard: Die Wohnungen werden in einem ordentlichen Zustand übergeben, was die Mieterzufriedenheit erhöht.

    Harte Learnings im Umgang mit Generalunternehmern

    Beim Einkauf und der Sanierung von sanierungsbedürftigen Objekten setzt das Team häufig auf Generalunternehmer (GUs). Hier mussten die Entwickler jedoch auch schmerzhaftes Lehrgeld im fünf- bis sechsstelligen Bereich zahlen.

    Mündliche Absprachen und Vertrauen auf Handschlag-Basis führten in der Vergangenheit zu unvorhergesehenen Nachträgen und Bauverzögerungen. Heute sichern sich die Partner durch strikte, schriftliche Verträge und klare Leistungsverzeichnisse ab.

    • Vertragsgestaltung: Jedes Detail der Sanierung muss vorab schriftlich fixiert und vertraglich bindend vereinbart werden.
    • Mischkalkulation: Eine hohe Marge von mindestens 25 Prozent fängt unvorhergesehene Risiken bei der Projektentwicklung ab.
    • Testphase: Neue Handwerker und GUs sollten zunächst bei kleineren Projekten im Bestand auf Zuverlässigkeit geprüft werden.

    Behördenfrust und das Risiko der Bauverzögerung

    Ein weiteres großes Nadelöhr in der Projektentwicklung sind die langen Bearbeitungszeiten der Baubehörden. Selbst im Saarland ticken die Bauämter je nach Ort völlig unterschiedlich und erschweren die Planbarkeit massiv.

    Jeder zusätzliche Monat Wartezeit verursacht erhebliche Zins- und Mitarbeiterkosten. Die kürzlich eingeführte Genehmigungsfiktion von zwei Monaten nach der letzten Rückfrage löst das Problem in der Praxis kaum auf.

    „Geld kannst du immer wieder dazu verdienen, wie die EZB, die unbegrenzt Geld drucken kann. So kannst du quasi unbegrenzt Geld dazu verdienen.“ — Carsten Schug

    Schnelligkeit und Verbindlichkeit im Einkauf als USP

    Im hart umkämpften Immobilienmarkt gewinnt nicht immer derjenige mit dem höchsten Gebot, sondern oft der Schnellste. Schug und seine Partner nutzen spezielle Metasuchmaschinen wie ThinkImmo, um passende Deals sofort zu identifizieren.

    Durch den Einsatz von professionellen Letter of Intent (LOI) strahlen sie sofortige Kaufbereitschaft und Verbindlichkeit aus. Ein schriftlicher LOI mit konkretem Zeitplan für den Notartermin sichert oft den entscheidenden Vorsprung vor Mitbewerbern.

    • Metasuche: Tools wie ThinkImmo bündeln Angebote aus Portalen und Lokalzeitungen für eine effiziente Suche.
    • Schriftlicher LOI: Signalisiert dem Verkäufer Ernsthaftigkeit und strukturiertes Vorgehen.
    • Schnelle Prozesse: Wer schnell entscheidet und finanzielle Verbindlichkeit nachweist, bekommt den Zuschlag.

    Die Top-Drei-Tipps für angehende Immobilieninvestoren

    Für alle, die einen ähnlichen Weg einschlagen möchten, gibt Carsten Schug drei essenzielle Ratschläge mit auf den Weg. Der Fokus liegt dabei klar auf dem Ausnutzen bestehender Vorteile und dem schnellen Übergang ins Handeln.

    Das Aufschieben von Entscheidungen und die ewige Suche nach dem perfekten Deal hindern die meisten Menschen am Erfolg. Wer die Grundlagen versteht, muss den Mut aufbringen, den ersten Schritt zu tun.

    • Tipp 1: Nutze die Bonität aus einem sicheren Angestelltenverhältnis so lange wie möglich für den Bestandsaufbau.
    • Tipp 2: Etabliere ein klares Ankaufsprofil und reagiere blitzschnell auf Angebote mit hoher Verbindlichkeit.
    • Tipp 3: Löse dich von persönlichen Wohnvorlieben und konzentriere dich rein auf die Ertragskraft des Standorts.

    Häufige Fragen

    Wer ist Carsten Schug?

    Carsten Schug ist ein 32-jähriger ehemaliger Porsche-Ingenieur, der sich innerhalb weniger Jahre mit zwei Partnern als erfolgreicher Immobilienentwickler selbstständig gemacht hat.

    Wie groß ist der Immobilienbestand von Carsten Schug?

    Zusammen mit seinen zwei Partnern hat er in nur wenigen Jahren einen Bestand von rund 250 Wohneinheiten aufgebaut.

    Warum investiert Carsten Schug im Saarland und nicht in Stuttgart?

    Im Saarland sind die Einstiegspreise deutlich niedriger und die Mietrenditen höher, während in Stuttgart die Immobilienpreise im Verhältnis zur Miete kaum noch positiven Cashflow zulassen.

    Wie funktioniert das Geschäftsmodell mit Bürgergeld-Mietern?

    Kleine Wohnungen werden gezielt an Bezieher von Bürgergeld vermietet, wobei die Miete direkt vom Amt übernommen wird, was hohe Sicherheit und exzellente Renditen bringt.

    Welche Holding-Struktur nutzen die Partner?

    Jeder Partner besitzt eine eigene Holding GmbH, die wiederum Anteile an einer gemeinsamen, operativen Tochter-GmbH hält, um Steuern zu optimieren und Risiken abzufedern.

    Welches Tool nutzt das Team für die Immobiliensuche?

    Sie nutzen die Metaplattform ThinkImmo, um Immobilienangebote aus verschiedenen Portalen und lokalen Zeitungen automatisiert zu filtern.

    Warum ist die Bonität als Angestellter so wichtig?

    Banken lieben ein sicheres, unbefristetes Angestelltengehalt, weshalb man diesen Status nutzen sollte, um erste Finanzierungen für den Bestandsaufbau zu sichern, bevor man kündigt.

    Was ist ein LOI und wie hilft er beim Immobilienkauf?

    Ein Letter of Intent (LOI) ist eine schriftliche Absichtserklärung, die dem Verkäufer Ernsthaftigkeit und eine konkrete Kaufabsicht inklusive Zeitplan signalisiert.

    Welche Fehler machten die Gründer bei der Sanierung mit GUs?

    Sie verließen sich anfangs zu sehr auf mündliche Absprachen und Handschlag-Deals, was zu teuren Nachträgen führte, weshalb heute nur noch detaillierte, schriftliche Verträge geschlossen werden.

    Warum meidet Carsten Schug den Neubau?

    Aufgrund der extrem komplexen, unberechenbaren und langwierigen Genehmigungsverfahren bei Neubauprojekten fokussiert er sich lieber auf die Sanierung von Bestandsgebäuden.

    Transkript

    Das Transkript für diese Folge wird derzeit vorbereitet.