
So steigerst du die Wirtschaftlichkeit im Wohnungsbau: Luca Arenz verrät wertvolle Tipps zu KfW 40, QNG, Stellplatzsatzungen & Baukostensenkung.
Luca Danilo Arenz, Gründer und Generalplaner der ARG-Energie, vereint alle wichtigen Planungsdisziplinen unter einem einzigen Dach. Im klassischen Bauprozess arbeiten oft Architekten, Statiker, Schallschützer und Energieberater als separate Einheiten. Dies führt in der Praxis häufig zu erheblichen Schnittstellenverlusten, Kommunikationsproblemen und gegenseitigen Schuldzuweisungen, wenn Fehler auftreten. Jedes Gewerk versucht dann, die Verantwortung auf das andere abzuwälzen, was den Bauherrn Zeit und Geld kostet.
Durch ein interdisziplinäres Team, das ohne Konkurrenzdenken und Ellenbogenmentalität zusammenarbeitet, wird der gesamte Planungsprozess massiv beschleunigt und optimiert. Der Bauherr profitiert von einem einzigen, zentralen Ansprechpartner für alle Belange der Planung. Dies eliminiert Reibungsverluste und stellt sicher, dass alle energetischen, statischen und schallschutztechnischen Anforderungen von Anfang an perfekt ineinandergreifen.
Der Schallschutz wird im Vergleich zum Wärmeschutz in der Planung oft stiefmütterlich behandelt oder unterschätzt. Während Rechenfehler im Wärmeschutz meist nur zu leicht erhöhten Heizkosten über die Jahre führen, können Mängel im Schallschutz den wirtschaftlichen Ruin bedeuten. Typische Fehlerquellen in der Praxis sind ungeeignete Steinmaterialien oder unsachgemäß verlegte Leitungen, die durch schallschutzrelevante Trennwände gepresst werden.
Ein extremes Praxisbeispiel verdeutlicht die immensen Risiken: Ein Doppelhaus musste aufgrund mangelhaften Schallschutzes komplett rückabgewickelt werden. Der Bauträger war gezwungen, nach drei Jahren den vollen Kaufpreis inklusive aller Nebenkosten und Steuern zu erstatten, während der Käufer quasi umsonst wohnte. Solche Schäden gehen direkt in den sechsstelligen Bereich und können ganze Unternehmen zerstören.
„Der Aufwand ist im Schallschutz geringer als im Wärmeschutz. Aber der potenzielle Schaden, der entstehen kann, ist einfach krass.“ — Luca Danilo Arenz
Die Definition eines Projekts gegenüber dem Bauamt entscheidet über immense Kostenfaktoren wie die Stellplatzsatzung. Baurechtlich gibt es den Begriff des „Teilabrisses“ nicht – es existiert rechtlich nur der vollständige Abriss. Bleiben wesentliche Bestandteile wie Fundamente, tragende Mauern oder die Bodenplatte erhalten, handelt es sich offiziell um eine Bestandssanierung.
Durch die geschickte Einordnung als Sanierung mit Erweiterung greifen oft deutlich mildere baurechtliche Vorgaben als beim klassischen Neubau. Am Beispiel eines Zwölffamilienhauses in Mainz bedeutete dies eine enorme finanzielle Entlastung:
Der Bau von Untergeschossen ist in vielen Regionen Deutschlands einer der größten wirtschaftlichen Fehler im modernen Wohnungsbau. Neben den extrem hohen Rohbaukosten belasten teure Erdarbeiten, Spezialtiefbau, notwendiger Verbau und das Risiko von Grundwasserproblemen das Budget des Bauherrn enorm. Oft verlängert sich dadurch auch die Bauzeit erheblich, was die Finanzierungskosten weiter in die Höhe treibt.
Um die Wirtschaftlichkeit eines Projekts zu sichern, sollte daher konsequent auf Keller und Tiefgaragen verzichtet werden, sofern es die örtliche Satzung erlaubt. Ersatzflächen für Abstellräume können kostengünstig und pragmatisch im Außenbereich geschaffen werden, ohne die Baukosten pro Quadratmeter explodieren zu lassen. Die Mieter akzeptieren oberirdische Alternativen meist problemlos, wenn sie gut zugänglich sind.
Jeder Quadratmeter Wohnfläche entscheidet über die spätere Rendite und den Cashflow eines Objekts. Deshalb sollte auch die Haustechnik strategisch und flächeneffizient platziert werden. Statt wertvolle Wohnfläche im Hauptgebäude für Heizungsanlagen, Warmwasserspeicher oder Technikräume zu opfern, bietet sich eine konsequente Auslagerung an.
Ein kleiner, separater Anbau im Erdgeschoss oder ein kompaktes Technikgebäude auf dem Grundstück ist oft die wirtschaftlichere Lösung. Über erdverlegte Leitungen wird das Hauptgebäude effizient mit Wärme und Wasser versorgt, während im Inneren des Wohngebäudes die vermietbare Fläche maximiert wird. Dies führt zu dauerhaft höheren Mieteinnahmen bei minimalen Mehrkosten für die Erschließung.
Der Neubau oder die umfassende Sanierung nach KfW-40-Standard mit dem QNG-Siegel (Qualitätssiegel Nachhaltiges Gebäude) wird vom Staat massiv subventioniert. Die Kombination aus zinsgünstigen Darlehen, attraktiven Tilgungszuschüssen und steuerlichen Abschreibungen macht diese anspruchsvollen Projekte bei richtiger Planung hochgradig wirtschaftlich.
Besonders die Sonderabschreibung nach § 7b EStG bietet Projektentwicklern und Investoren enorme Hebelwirkungen:
„Die Leute, die Angst haben vor Fördermitteln, weil sie sagen, die Mehrkosten sind höher als das, was ich bekomme: Hört auf so zu denken.“ — Luca Danilo Arenz
Ein entscheidender Erfolgsfaktor für jeden Investor ist die Auswahl der richtigen Partner auf Planungsseite. Planer, die selbst noch nie gebaut, investiert oder eigenes Kapital riskiert haben, planen oft am wirtschaftlichen Optimum vorbei und haben keinen Blick für reale Baustellenkosten. Erst das eigene unternehmerische Risiko schärft das Verständnis für kosteneffiziente Lösungen.
„Baue du mit Leuten, die für sich selber schon gebaut haben.“ — Luca Danilo Arenz
Durch die eigene Erfahrung als Investor versteht ein kompetenter Planer die Ängste, den Stress und die finanziellen Druckpunkte eines Bauherrn viel besser. Dieses Wissen fließt direkt in die Optimierung der Planungsdetails, die Verhandlungen mit Behörden und die Auswahl der wirtschaftlichsten Bauweisen ein, um das Projekt stressfrei und erfolgreich umzusetzen.
Wenn ein Projekt baurechtlich als Sanierung statt als Neubau deklariert wird, entfallen oft strenge Auflagen wie die Pflicht zur Erstellung neuer Stellplätze für den Altbestand.
Solange nicht das gesamte Gebäude abgerissen wird (z. B. Fundamente, Bodenplatte oder Teile der Mauern stehen bleiben), gilt das Projekt baurechtlich als Sanierung bzw. Teilabriss mit Aufstockung.
Ein Keller verursacht immense Kosten für Erdarbeiten, Verbau und Spezialtiefbau sowie lange Bauzeiten, was die Mietrendite im Vergleich zu den hohen Erstellungskosten drückt.
Abstellräume können entweder direkt in die Wohnungen integriert oder durch kostengünstige, oberirdische Außenhütten auf dem Grundstück realisiert werden.
Der § 7b EStG ermöglicht eine attraktive Sonderabschreibung für neu geschaffenen Wohnraum, der bestimmte energetische Standards erfüllt.
Ja, wenn durch die Sanierung, Aufstockung oder Erweiterung eines Bestandsgebäudes neue, zuvor nicht vorhandene Wohneinheiten entstehen, greift die Sonder-AfA für diese Einheiten.
Mängel im Schallschutz können im Gegensatz zu Wärmeschutzfehlern zur vollständigen Rückabwicklung von Kaufverträgen und zu extrem teuren Sanierungskosten im sechsstelligen Bereich führen.
Ein Generalplaner bündelt alle Disziplinen wie Architektur, Statik, Schallschutz und Energieberatung in einem Team. Dadurch entfallen Schnittstellenverlust und die gegenseitige Schuldzuweisung bei Fehlern.
Ja, durch die Kombination aus extrem günstigen KfW-Zinsen, Tilgungszuschüssen und steuerlichen Abschreibungen übertreffen die finanziellen Vorteile meist die energetischen Mehrkosten im Neubau.
Indem die Heizungs- und Haustechnik in ein separates, kleines Nebengebäude auf dem Grundstück ausgelagert wird, bleibt wertvolle, vermietbare Wohnfläche im Hauptgebäude erhalten.
Das Transkript für diese Folge wird derzeit vorbereitet.