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    immo-inside · 10. Dez 2025

    Zukunft des Bauens: KI und Roboter revolutionieren den Bau

    10. Dez 2025 43:34 6 Min. Lesezeit
    #068 - So sieht die Zukunft des Bauens wirklich aus – mit Sven Gábor Jánszky

    Kapitel

    Das Wichtigste in Kürze

    • Die technologische Entwicklung der nächsten 5 bis 10 Jahre lässt sich durch wissenschaftliche Zukunftsforschung sehr präzise prognostizieren.
    • Ab dem Jahr 2026 werden humanoide Roboter für den kommerziellen Einsatz auf Baustellen verfügbar sein und schwere handwerkliche Tätigkeiten übernehmen.
    • Die Digitalisierung verschiebt den klassischen Bauprozess hin zu einer hochstandardisierten modularen Bauweise mit digitaler Vorplanung.
    • Statt einfacher KI-Tools werden künftig koordinierte Netzwerke aus spezialisierten KI-Agenten (AI Agents) komplexe Planungsschritte autonom abwickeln.
    • Quantencomputer werden zwischen 2028 und 2030 marktreif und ermöglichen hochpräzise physikalische und energetische Zukunftssimulationen für Gebäude.

    Wie verändern KI-Agenten und humanoide Roboter ab 2026 die Baustelle? Zukunftsforscher Sven Gábor Jánszky im Gespräch über die Zukunft des Bauens.

    Von der ARD zur Zukunftsforschung: Sven Gábor Jánszkys Weg

    Sven Gábor Jánszky blickt auf eine ungewöhnliche und faszinierende Karriere zurück. Nach einer erfolgreichen Jugend im strategischen Schachsport, in der er sogar Vize-DDR-Meister wurde, zog es ihn nach dem Mauerfall in den Journalismus. Er arbeitete über zehn Jahre hinweg als ARD-Moderator, Prime-Time-Anchor und Korrespondent. Diese prägende Phase legte das Fundament für seinen heutigen Erfolg, da er schon früh den direkten, unvoreingenommenen Zugang zu den wichtigsten gesellschaftlichen und wirtschaftlichen Entscheidern suchte.

    Mit gerade einmal 28 Jahren entschied er sich für einen radikalen Neuanfang ohne Netz und doppelten Boden. Er kündigte seine feste Anstellung bei der ARD und gründete das Zukunftsforschungsinstitut 2b AHEAD, das sich über die letzten 24 Jahre zum größten unabhängigen Institut seiner Art in Europa entwickelt hat. Heute arbeiten dort promovierte Zukunftsforscher mit wissenschaftlichen Methoden daran, technologische und wirtschaftliche Entwicklungen für die kommenden Jahre präzise zu prognostizieren und Großkonzerne strategisch zu begleiten.

    Warum Deep-Tech-Investments an Deutschland vorbeigehen

    Aus der fundierten wissenschaftlichen Vorausschau entwickelte sich bei 2b AHEAD rasch ein hochprofitabler Investmentzweig. Nachdem das Institut jahrelang nur Beratungsleistungen für andere Unternehmen erbracht hatte, begann man, mit eigenem Kapital und später über drei spezialisierte Investmentfonds in internationale Deep-Tech-Startups zu investieren. Die Schwerpunkte liegen dabei auf extremen Zukunftstechnologien wie Quantencomputing, Kernfusion, Genetik, Robotik und Cryopreservation.

    Ein bitterer Wermutstropfen für den Standort Europa ist jedoch, dass diese zukunftsweisenden Investments fast vollständig an Deutschland vorbeigehen. Sven Gábor Jánszky berichtet, dass seine Fonds seit nunmehr drei Jahren kein Kapital mehr in deutsche Startups gelenkt haben. Die überbordende Bürokratie, mangelnde politische Planungssicherheit und eine generelle Risikoaversion im Land bremsen Innovationen massiv aus, weshalb das Kapital dorthin fließt, wo echte Zukunft aktiv gestaltet wird – etwa ins Silicon Valley, nach Israel oder Großbritannien.

    „Wir prognostizieren in unseren Studien für die Bauwirtschaft wirklich enorme enorme Kosteneinsparungen.“ — Sven Gábor Jánszky

    Modulares Bauen: Die digitale Prozessrevolution

    Die deutsche Baubranche leidet unter einer enormen Regulierungsdichte, die vom KfW-55-Standard bis hin zu KFW-40 und QNG-Zertifizierungen reicht. Diese Vorschriften machen das Bauen extrem komplex und teuer. Viele Bauherren verhalten sich wie ängstliche Beckenrandschwimmer und trauen sich kaum, die gesetzlichen Spielräume kreativ auszureizen. Doch die technologische Entwicklung bietet einen kraftvollen Ausweg aus dieser Kostenfalle.

    Die Zukunft der Bauausführung liegt in einer konsequenten Digitalisierung und dem radikalen Wandel hin zu modularer Bauweise. Die traditionelle, fehleranfällige und zeitintensive Abfolge einzelner Handwerksgewerke direkt auf der Baustelle wird durch industrielle Prozesse ersetzt.

    • Digitale Vorplanung: Gebäude werden im Vorfeld komplett digital konzipiert, simuliert und bis ins kleinste Detail optimiert.
    • Modulare Fertigung: Die einzelnen Bauelemente entstehen wetterunabhängig und präzise in spezialisierten Vorkonfigurationshallen.
    • Effiziente Montage: Auf der eigentlichen Baustelle müssen die fertigen Module im Grunde nur noch zusammengesteckt werden.
    • Massive Kostensenkung: Durch die Standardisierung und die Verlagerung in Werkhallen werden Schnittstellenprobleme und Bauzeiten extrem reduziert.

    Humanoide Roboter: Der physische Gamechanger auf der Baustelle ab 2026

    Ein zentraler technologischer Meilenstein steht unmittelbar bevor. Ab dem Jahr 2026 erwarten Zukunftsforscher den weltweiten kommerziellen Vertrieb von humanoiden Robotern. Weltweit arbeiten bereits etwa 80 spezialisierte Unternehmen an dieser Technologie, wobei die deutliche Mehrheit von rund 60 Firmen in China ansässig ist. Diese humanoiden Roboter sind mit hochentwickelter KI sowie beweglichen Gliedmaßen ausgestattet, um menschliche Tätigkeiten eins zu eins zu übernehmen.

    Besonders auf Baustellen, wo schwere und gesundheitsschädigende körperliche Arbeiten den Alltag prägen, wird diese Technologie zu einem massiven Umbruch führen.

    • Erschwingliche Anschaffung: Die Preise für die ersten kommerziellen Modelle werden voraussichtlich zwischen 10.000 und 30.000 US-Dollar liegen.
    • Mühsames KI-Training: Die Roboter werden im Vorfeld durch menschliche Trainer mithilfe von Controllern in riesigen Trainingshallen angelernt.
    • 24/7-Einsatz: Obwohl ein Roboter aufgrund der Batteriekapazitäten regelmäßig geladen werden muss, kann er ohne Pausen, Urlaub oder Wochenendzuschläge arbeiten.
    • Fachkräfte-Kompensation: Die Technologie wird den bereits jetzt akuten Mangel an handwerklichen Fachkräften in der Bauwirtschaft effektiv abfedern.

    AI Agents: Wie KI-Netzwerke Architektur und Planung automatisieren

    Nicht nur auf der physischen Baustelle, sondern auch im Planungsbüro steht kein Stein mehr auf dem anderen. Der aktuelle Einsatz einfacher KI-Tools wie ChatGPT ist erst der Anfang. Die wahre Revolution im Bereich der Architektur und des Ingenieurwesens wird durch sogenannte AI Agents (Künstliche Intelligenz-Agenten) getragen.

    Im Gegensatz zu herkömmlichen Assistenten-Tools, bei denen der Mensch jeden Schritt manuell anstoßen muss, arbeiten bei AI Agents ganze Netzwerke aus hochspezialisierten KIs autonom zusammen.

    • Autonome Kooperation: Ein Netz aus 10 bis 15 spezialisierten Agenten übergibt sich Arbeitsschritte vollautomatisch und optimiert Planungsentwürfe im Sekundentakt.
    • Enorme Skalierung: Sven Gábor Jánszky berichtet von betreuten Unternehmen, die mit nur 25 Mitarbeitern und über 60 AI Agents eine Verzehnfachung ihrer Prozesse erzielen.
    • Neue Rolle des Planers: Der Architekt oder Ingenieur wird vom ausführenden Arbeiter zum Supervisor, der die Qualität überwacht und die KI-Systeme steuert.
    • Fehlerminimierung: Die softwaregestützte Planung reduziert manuelle Berechnungsfehler im Vorfeld gegen null.

    Quantencomputing: Fehlerfreie Simulationen statt Fehlplanungen

    Die physikalische und energetische Simulation von Gebäuden ist heute oft noch ein ungenauer und extrem teurer Prozess. Das wird sich zwischen den Jahren 2028 und 2030 durch den Durchbruch des Quantencomputings drastisch ändern. Das von Jánszkys Fonds unterstützte Startup „Universal Quantum“ an der University of Sussex zeigt das immense Potenzial: Die Bewertung des Startups verhundertfachte sich innerhalb von nur fünf Jahren von 20 Millionen auf 2 Milliarden Pfund.

    Sobald diese Technologie massentauglich wird, können komplexe physikalische Prozesse in Echtzeit simuliert werden.

    • Zukunftsorientierte Prognosen: Quantencomputer berechnen Millionen zukünftiger Szenarien gleichzeitig, anstatt nur historische Daten auszuwerten.
    • Exakte Energieberechnung: Strömungsverhalten, Luftverwirbelungen und der genaue Energiebedarf von Gebäudetechnik werden perfekt prognostiziert.
    • Ausschluss von Planungsrisiken: Nachträgliche, teure Korrekturen an fertiggestellten Gebäuden werden durch präzise Vorab-Simulationen überflüssig.

    Adaptive Gebäude als Antwort auf den stetigen Wandel

    Die drängenden Probleme des modernen Immobilienmarktes – wie der massive Leerstand von Büroflächen bei gleichzeitiger Wohnungsnot – erfordern völlig neue bauliche Konzepte. Gebäude dürfen nicht mehr als starre, unveränderliche Monumente gedacht werden.

    Sie müssen eine hohe Adaptivität aufweisen. Das bedeutet, dass sie sich flexibel an veränderte Lebensumstände, neue technologische Standards oder alternative Nutzungsarten anpassen lassen müssen. Ein intelligenten Mix aus wartungsarmen Lowtech-Konstruktionen für die Langlebigkeit und adaptiver Gebäudetechnik sichert den dauerhaften wirtschaftlichen Erfolg und die Nachhaltigkeit einer Immobilie.

    Vertrauen in die Zukunft schlägt Erfahrung der Vergangenheit

    Der wichtigste Rat des Zukunftsforschers an alle Bauherren, Planer und Investoren ist ein mentaler Appell. Deutschland verharrt zu oft in der Nostalgie und versucht, die Zukunft mit den Rezepten der Vergangenheit zu lösen. Doch echter Fortschritt entsteht niemals aus alten Erfahrungen, sondern aus dem mutigen Ergreifen neuer technologischer Möglichkeiten.

    „Vertraut den Möglichkeiten der Zukunft mehr als euren Erfahrungen aus der Vergangenheit.“ — Sven Gábor Jánszky

    Es gilt, die Ängste vor Veränderung abzulegen und die gigantischen Chancen von KI, Robotik und neuer Energieeffizienz aktiv in die eigenen Geschäftsmodelle zu integrieren. Wer sich jetzt mit diesen Technologien auseinandersetzt, sichert sich den entscheidenden Vorsprung für die kommenden Jahrzehnte.

    Häufige Fragen

    Wer ist Sven Gábor Jánszky?

    Sven Gábor Jánszky ist ein renommierter deutscher Zukunftsforscher, Investor, Bestsellerautor und Chairman des größten unabhängigen europäischen Zukunftsforschungsinstituts 2b AHEAD.

    Was ist das Zukunftsforschungsinstitut 2b AHEAD?

    Das 2b AHEAD ThinkTank ist das größte unabhängige Zukunftsforschungsinstitut in Europa, das mit wissenschaftlichen Methoden die technologische und wirtschaftliche Zukunft der nächsten 5 bis 10 Jahre prognostiziert.

    Ab wann sind humanoide Roboter auf Baustellen einsatzbereit?

    Erste humanoide Roboter werden voraussichtlich ab dem Jahr 2026 kommerziell verkauft und einsatzbereit sein.

    Wie viel wird ein humanoider Roboter für die Baustelle kosten?

    Die Preise werden laut führenden Herstellern in der Anfangsphase voraussichtlich zwischen 10.000 und 30.000 US-Dollar pro Stück liegen.

    Was ist der Unterschied zwischen einem KI-Tool und einem AI Agent?

    Während ein KI-Tool als Assistent auf direkte menschliche Anweisungen reagiert, arbeiten AI Agents in koordinierten Netzwerken vollkommen autonom zusammen und übergeben sich gegenseitig Arbeitsschritte.

    Wie können AI Agents die Arbeit in Architekturbüros verändern?

    AI Agents können komplexe Planungsentwürfe, Berechnungen und Simulationen autonom erstellen, sodass Architekten primär eine überwachende und steuernde Rolle einnehmen.

    Wann werden Quantencomputer für Unternehmen nutzbar sein?

    Quantencomputer werden voraussichtlich zwischen 2028 und 2030 so weit entwickelt und erschwinglich sein, dass auch mittelständische Unternehmen sie nutzen können.

    Warum investiert Sven Gábor Jánszky nicht mehr in deutsche Startups?

    Wegen der hohen bürokratischen Hürden, der mangelnden Dynamik und der langsameren Innovationsgeschwindigkeit in Deutschland investieren seine Fonds seit drei Jahren nur noch international.

    Was bedeutet Adaptivität bei modernen Gebäuden?

    Adaptive Gebäude sind so konzipiert, dass sie sich flexibel an veränderte Nutzungen, technologische Standards und gesellschaftliche Anforderungen anpassen lassen.

    Wie können Bauherren und Planer am besten auf die kommenden Veränderungen reagieren?

    Sie sollten sich frühzeitig mit neuen Technologien wie KI und modularer Bauweise beschäftigen und den zukünftigen technologischen Möglichkeiten mehr vertrauen als den Erfahrungen der Vergangenheit.

    Transkript

    Das Transkript für diese Folge wird derzeit vorbereitet.