Alle immo-inside Episoden
    immo-inside · 31. Dez 2025

    Fix & Flip: 60k Durchschnittsgewinn mit System

    31. Dez 2025 44:22 5 Min. Lesezeit
    #071 - 60k Durchschnitts-Gewinn bei Fix & Flip

    Kapitel

    Das Wichtigste in Kürze

    • Erfolgreiches Fix & Flip basiert auf einem klaren Fokus auf eine einzige Strategie statt dem gleichzeitigen Verfolgen mehrerer Hypes.
    • Beim Immobilien-Flippen im Allgäu sichert die Ausrichtung auf Eigennutzer statt Kapitalanleger verlässliche Abnehmer und emotionale Wertschätzung.
    • Handwerkliche Probleme müssen im Einkauf gelöst und kalkuliert werden, da strukturelle Mängel wie schlechte Energieklassen nachträglich kaum heilbar sind.
    • Von unzuverlässigen Handwerkern sollte man sich bei den ersten Anzeichen von mangelnder Qualität oder Unzuverlässigkeit sofort konsequent trennen.
    • Die Skalierung eines Immobilienunternehmens gelingt nur, wenn der Gründer eigene operative Aufgaben abgibt und seinen fiktiven Stundensatz hoch ansetzt.

    Wie Johannes Schwärzler mit Fix & Flip 60.000 € Gewinn pro Deal erzielt. Erfahren Sie alles über Systematisierung, Eigennutzer und Fehlervermeidung.

    Der steinige Weg zum Immobilien-Erfolg

    Johannes Schwärzler, heute in der Immobilien-Szene als „Der Flipper“ bekannt, blickt auf einen unkonventionellen Lebensweg zurück. Aufgewachsen auf einem Bauernhof im Allgäu, lernte er früh, was bedingungsloser Fleiß bedeutet. Nach einer Ausbildung zum Bauzeichner und dem Fachabitur zog es ihn in die Welt hinaus. Seine Stationen führten ihn über Australien nach Dubai, wo er als Immobilienmakler arbeitete, und schließlich nach Mallorca. Doch der Weg war geprägt von Rückschlägen, Entlassungen bei Startups und finanziellen Engpässen.

    Diese Erfahrungen im Ausland waren jedoch keine verlorene Zeit. Sie formten sein Verständnis für Vertrieb, Netzwerke und die Notwendigkeit einer klaren Ausrichtung. Erst eine Lebensberatung nach seiner Rückkehr nach Deutschland öffnete ihm die Augen. Er erkannte, dass er nicht länger dem Geld in ungeliebten Angestelltenverhältnissen hinterherjagen durfte, sondern seine Stärken bündeln musste.

    Der erste Flip und die Magie der Eigenleistung

    Zurück in Deutschland startete Johannes fast ohne Vorkenntnisse im deutschen Immobilienrecht, aber mit handwerklichem Geschick und Vertriebserfahrung. Er erwarb seine erste Wohnung Ende der 2010er-Jahre mit einem variablen Zinssatz von 1,6 Prozent. Durch intensive Marktbeobachtung auf ImmoScout und das Verteilen von Flyern fand er ein Objekt unter Marktwert. Mit massiver Eigenleistung – vom Wändeauspumpen bis zum Streichen – realisierte er einen Gewinn von 80.000 Euro.

    Sein Vater, ein erfahrener Landwirt, unterstützte ihn bei der Bauleitung. Diese Partnerschaft mündete in einer GbR, die später in eine Holdingstruktur überführt wurde. Der Erfolg des ersten Projekts zeigte Johannes das enorme Potenzial von Fix & Flip, wenn man bereit ist, anzupacken und den Markt im Detail zu verstehen.

    Warum Fokus im Immobilien-Business alles ist

    Ein zentrales Thema des Gesprächs zwischen Peter Burnickl und Johannes Schwärzler ist die Gefahr, sich in zu vielen Projekten und Hypes zu verlieren. In Zeiten von Social Media lassen sich viele Investoren von Trends wie Airbnb, Monteurswohnungen oder komplexen Aufteilungen ablenken. Johannes warnt eindringlich davor, diese Fehler zu machen. Er plädiert für das klassische Prinzip „Schuster bleib bei deinen Leisten“.

    „Es ist langweilig eine Sache mal fünf Jahre durchzuziehen, aber du machst so extrem viel mehr Meter.“ — Johannes Schwärzler

    Nur wer sich über Jahre hinweg auf eine einzige Nische konzentriert, baut die notwendige Expertise auf, um Prozesse zu optimieren und echte Margen zu sichern. Das ständige Springen zwischen verschiedenen Geschäftsmodellen führt meist zu Ineffizienz und im schlimmsten Fall zum finanziellen Ruin.

    Die Zielgruppe im Blick: Eigennutzer statt Kapitalanleger

    Während viele Investoren auf Kapitalanleger abzielen, setzt Johannes im Allgäu konsequent auf Eigennutzer. Er renoviert Wohnungen auf einem sehr hohen Niveau mit Parkettböden und modernen Bädern. Das Ziel ist es, ein echtes Zuhause zu schaffen, auf das alle Beteiligten stolz sein können.

    Dieser Ansatz bringt entscheidende Vorteile mit sich:

    • Höhere Wertschätzung: Eigennutzer kaufen emotionaler und sind bereit, für hohe Qualität einen angemessenen Preis zu zahlen.
    • Glückliche Partner: Makler vermitteln gerne wieder Objekte, weil das Endergebnis überzeugt.
    • Banken-Vertrauen: Banker finanzieren die Projekte gerne, da sie den realen Gegenwert und die exzellente Umsetzung sehen.
    • Keine Schönrechnerei: Es müssen keine utopischen Renditen oder Mietversprechen kalkuliert werden, um das Objekt zu verkaufen.

    Leverage.immo: Die Digitalisierung der Immobilienbewertung

    Aus dem Bedarf nach schnelleren und einfacheren Prozessen entstand die Software Leverage.immo. Gemeinsam mit zwei Partnern entwickelte Johannes ein Tool, das die klassische, fehleranfällige Excel-Liste ablöst. Ziel war es, die Immobilienbewertung so einfach und zugänglich zu machen wie den Aktienhandel auf modernen Trading-Plattformen.

    Die Software bietet innovative Funktionen für Investoren:

    • KI-Exposé-Scan: Exposés können direkt eingelesen werden, woraus die künstliche Intelligenz automatisch die Kalkulationsdaten zieht.
    • Fix & Flip Kalkulation: Mit nur zwei Knopfdrücken lässt sich die Rentabilität eines potenziellen Deals berechnen.
    • Portfolio-Überblick: Nutzer sehen tagesaktuell ihren Cashflow und die Tilgung ihrer Bestandsimmobilien auf dem Smartphone.
    • Individuelle Bots: Zukünftig sollen sich Nutzer eigene kleine KI-Anwendungen für spezifische Optimierungen zusammenbauen können.

    Professionelles Handwerker-Management und das GU-Modell

    Die Skalierung eines Fix & Flip Business scheitert oft an der Koordination von Handwerkern. Johannes gründete daher zusammen mit seinem Partner Max das Generalunternehmen „Die Renovierhelden“. Dieses Modell richtet sich speziell an professionelle Flipper und Bestandshalter, die ihre Sanierungen im Bestand stressfrei abwickeln möchten.

    Johannes betont, wie wichtig es ist, sich im Zweifel schnell von unzuverlässigen Partnern zu trennen. Wenn die Qualität beim ersten Arbeitsschritt nicht stimmt, wird sie sich auch in Zukunft nicht verbessern.

    „Wenn du ein Bauchgefühl hast und es wird nichts anfangs, lass es, trenn dich, mach lieber eine extra Runde.“ — Johannes Schwärzler

    Ein funktionierendes Handwerker-Netzwerk und klare Verträge sind das Fundament, um mehrere Baustellen parallel und ohne persönlichen Burnout zu steuern.

    Fehler vermeiden: Worauf Anfänger achten müssen

    Auch Johannes musste Lehrgeld zahlen. Bei einem Objekt verlor er rund 20.000 Euro, weil er es während der Zinswende zu lange hielt und die Zinskosten die Marge auffraßen. Zudem war das Objekt mit 100 Quadratmetern schlecht geschnitten – zu klein für Familien, zu groß für Singles.

    Für Einsteiger hat er daher klare Ratschläge parat:

    • Objektgröße begrenzen: Idealerweise sollten Anfänger mit Wohnungen zwischen 50 und 80 Quadratmetern (2 bis 3 Zimmer) starten.
    • Energieklasse prüfen: Objekte mit einer Energieklasse schlechter als D sollten gemieden werden, da Banken hier bei der Endfinanzierung der Käufer oft blockieren.
    • Probleme im Einkauf lösen: Nur Mängel, die man kalkulieren und beheben kann, sollten eingekauft werden. Strukturelle Probleme des gesamten Hauses lassen sich nachträglich nicht verändern.
    • Stundensatz kalkulieren: Wer alles selbst macht, schränkt seine Skalierbarkeit massiv ein. Der eigene Fokus muss auf dem Finden neuer Deals liegen.

    Netzwerken auf Augenhöhe: Das Event in Griechenland

    Zum Abschluss der Episode gibt Peter Burnickl einen exklusiven Ausblick auf ein besonderes Highlight im Jahr 2026. Vom 23. bis 25. Mai veranstaltet er ein exklusives Networking-Event auf zwei Luxusjachten in der Nähe von Athen. Ein kleiner, handverlesener Kreis von maximal 18 echten Immobilieninvestoren wird sich dort in privater Atmosphäre austauschen.

    Es wird bewusst auf Bühnen, Pitches und Verkaufspräsentationen verzichtet. Stattdessen stehen der Aufbau von echtem Vertrauen, tiefe Freundschaften und der ehrliche Austausch über Ankäufe, Sanierungen und Neubauprojekte im Vordergrund. Interessenten können sich direkt per Social Media oder E-Mail für einen der wenigen verbliebenen Plätze bewerben.

    Häufige Fragen

    Wie viel Gewinn lässt sich mit Fix & Flip erzielen?

    Johannes Schwärzler erzielt mit seinem systematisierten Immobilien-Business teilweise über 60.000 Euro Durchschnittsgewinn pro Flip.

    Warum fokussiert sich Johannes Schwärzler auf Eigennutzer statt Kapitalanleger?

    Im Allgäu baut er Wohnungen, auf die er stolz ist, und verkauft sie an Menschen, die ein schönes Zuhause suchen. Dies sorgt für hohe Zufriedenheit bei Käufern, Banken und Maklern, ohne dass Renditen künstlich schön gerechnet werden müssen.

    Welche Rolle spielt die Energieklasse beim Immobilienankauf?

    Beim Ankauf sollte die Energieklasse maximal bei D liegen. Schlechtere Klassen werden von Banken im Wiederverkauf ungern finanziert und mindern die Marge deutlich.

    Was ist Leverage.immo?

    Leverage.immo ist eine von Johannes Schwärzler mitentwickelte Software, die Excel-Listen ersetzt. Sie ermöglicht die automatisierte Einwertung von Immobilien, das Einlesen von Exposés per KI und die einfache Kalkulation von Fix & Flip Deals am Smartphone.

    Wie verhält man sich bei unzuverlässigen Handwerkern?

    Johannes empfiehlt eine sofortige, konsequente Trennung beim ersten Anzeichen von schlechter Qualität oder Missachtung von Grundregeln, anstatt auf Besserung zu hoffen.

    Was verbirgt sich hinter den Renovierhelden?

    Die Renovierhelden sind ein neu gegründeter Generalunternehmer (GU), an dem Johannes beteiligt ist. Sie wickeln Sanierungen im Bestand primär für professionelle Flipper und Bestandshalter ab.

    Welche Immobilien-Größe eignet sich für Anfänger im Fix & Flip?

    Für den Einstieg eignen sich einfache Objekte mit zwei bis drei Zimmern und einer Wohnfläche zwischen 50 und 80 Quadratmetern.

    Warum ist ein hoher eigener Stundensatz für Unternehmer wichtig?

    Wer als Immobilieninvestor zu viel selbst renoviert, vernichtet laut Johannes eigenen Wert. Man sollte den eigenen Stundensatz fiktiv sehr hoch ansetzen, um operative Aufgaben schneller an Profis abzugeben.

    Was war das größte Learning aus Johannes' einzigem Verlustgeschäft?

    Ein zu großes Objekt (100 qm), das in der Zinswende von ein auf vier Prozent drei Jahre lang gehalten wurde, verursachte durch hohe Zinskosten 20.000 Euro Verlust.

    Welche Strategie schützt vor dem Scheitern bei Immobilien-Investments?

    Der absolute Fokus auf eine einzige Nische (Schuster bleib bei deinen Leisten) schützt vor Fehlern. Das gleichzeitige Verfolgen von Trends wie Airbnb, Co-Living und Aufteilern führt oft zu finanziellem Schaden.

    Transkript

    Das Transkript für diese Folge wird derzeit vorbereitet.