
Edelsteine vs. Immobilien: Alexander Streeb erklärt, wie farbige Edelsteine als mobiler Sachwert dein Portfolio sichern und steuerfrei wachsen.
Alexander Streeb blickt auf eine jahrzehntelange Karriere in der Finanz- und Versicherungswirtschaft zurück. Nach dem Aufbau einer erfolgreichen Vermögensverwaltung stellte er fest, dass besonders vermögende Kunden ab einem gewissen Niveau nach alternativer Diversifikation suchen.
Nach über zwei Jahrzehnten im Asset-Management und der Betreuung von dreistelligen Millionenbeträgen kennt Alexander Streeb die Bedürfnisse vermögender Anleger genau. Er erkannte früh, dass die herkömmliche Finanzwelt oft an ihre Grenzen stößt, wenn es um echten Vermögensschutz in Krisenzeiten geht.
Auf der Suche nach greifbaren Sachwerten stieß er auf den Markt der Farbedelsteine. Da dieser Markt für Laien jedoch intransparent und voller Risiken schien, entwickelte er ein standardisiertes System, um Edelsteine so investierbar wie Goldbarren zu machen.
Viele Anleger denken bei Edelsteinen automatisch an Diamanten. Doch im direkten Vergleich zeigt sich, dass Diamanten keineswegs so selten sind, wie oft vermutet wird.
Jährlich werden weltweit über 20 Tonnen Diamanten gefördert, was sie zu einem eher industriell kontrollierten Markt macht. Farbige Edelsteine wie Rubine, Saphire und Smaragde hingegen sind ungleich seltener.
Der Diamantenmarkt wird zudem von wenigen großen Konsortien stark kontrolliert, was den Preis künstlich stabilisiert, aber wenig Raum für echte, marktgetriebene Seltenheitsgewinne lässt. Farbedelsteine hingegen bewegen sich in einem extrem freien und fragmentierten Markt, auf dem die reine physische Verfügbarkeit den Preis bestimmt.
Besonders die obersten Güteklassen sind extrem limitiert und entziehen sich der industriellen Masse.
„Rubine in Spitzenqualität sind extrem selten – wir sprechen weltweit von gerade einmal ungefähr 30 Kilo Ertrag pro Jahr.“ — Alexander Streeb
Um das Vertrauensproblem beim Edelsteinkauf zu lösen, hat das Deutsche Edelsteinhaus ein geschlossenes, dokumentiertes Verfahren etabliert. Jeder Stein wird in einer sogenannten Gem-Unit verpackt, die in ihrer Handhabung und Kennzeichnung einem klassischen Goldbarren ähnelt.
Dieses System stellt sicher, dass auch Laien ohne Fachwissen bedenkenlos investieren können, da der versiegelte Blister nicht beschädigungsfrei geöffnet werden kann. Wer den Stein wieder veräußern möchte, kann dies dank der unbeschädigten Versiegelung und der digitalen Akte problemlos tun.
Dieses System garantiert absolute Fälschungssicherheit und Nachvollziehbarkeit. Der gesamte Prozess vom Eintreffen des Steins bis zur finalen Verblisterung unterliegt strengen Sicherheitsauflagen:
Die Werthaltigkeit eines Farbedelsteins hängt maßgeblich von seiner Naturbelassenheit ab. Ein Großteil der auf dem regulären Schmuckmarkt angebotenen Steine wird künstlich behandelt, um Farbe oder Reinheit zu verbessern.
Die Labore nutzen modernste spektroskopische Verfahren, um selbst kleinste Spuren von Fremdstoffen oder thermischen Veränderungen nachzuweisen. Ein makelloser, vollkommen naturbelassener Stein ist ein absolutes Naturwunder und stellt eine eigene Anlageklasse dar.
Für das Segment der Investment-Edelsteine kommen jedoch nur Steine infrage, die völlig unbehandelt geblieben sind. Sobald ein Stein thermisch erhitzt oder anderweitig manipuliert wird, verliert er augenblicklich einen Großteil seines Wertes:
Um Interessenkonflikte auszuschließen, legt das Deutsche Edelsteinhaus die Preise seiner Steine nicht selbst fest. Die Bewertung erfolgt durch von der Industrie- und Handelskammer (IHK) bestellte, gerichtlich vereidigte Sachverständige.
Diese IHK-Gutachten werden von Banken, Versicherungen und Nachlassgerichten gleichermaßen anerkannt. Dadurch besitzt der Anleger ein offizielles Dokument, das den physischen Wert seines Sachwertes unabhängig von subjektiven Händlermeinungen belegt.
Der Käufer erhält dadurch ein verlässliches Gutachten über den aktuellen Einzelhandelswiederbeschaffungswert. Dies schafft eine solide und bankenunabhängige Bewertungsgrundlage für das eigene Vermögensportfolio.
„Wir machen den Preis gar nicht selber, sondern lassen ihn von einem gerichtlich vereidigten Sachverständigen festlegen.“ — Alexander Streeb
Edelsteine bieten im Vergleich zu anderen Sachwerten erhebliche steuerliche Vorteile, die insbesondere bei größeren Vermögenswerten an Bedeutung gewinnen. Durch die Verwahrung in einem Hochsicherheits-Zollfreilager in der Schweiz lässt sich die Umsatzsteuer beim Kauf vollständig aussetzen.
Die Verwahrung im Zollfreilager spart nicht nur Liquidität beim Erwerb, sondern vereinfacht auch den späteren Weiterverkauf an internationale Investoren erheblich. Da die Steine physisch im zollfreien Raum verbleiben, entfällt der bürokratische Aufwand einer nationalen Besteuerung.
Zudem greift nach einer Haltefrist von nur einem Jahr die Steuerfreiheit auf Veräußerungsgewinne. Da im Gegensatz zu Gold keine staatlichen Meldepflichten oder Registrierungssysteme existieren, bleibt das Investment diskret.
Immobilien und Edelsteine ergänzen sich hervorragend, weisen jedoch fundamentale Unterschiede in ihrer Struktur auf. Während Immobilien ortsgebunden sind und staatlichen Regulierungen wie dem Heizungsgesetz unterliegen, glänzen Edelsteine durch ihre absolute Mobilität.
Die „Immobilie für die Handtasche“ bietet somit einen unschätzbaren Vorteil, wenn es um geopolitische Risiken oder persönliche Flexibilität geht. Während Grundbesitz im schlimmsten Fall durch staatliche Zwangsabgaben oder Nutzungsverbote belastet werden kann, entziehen sich transportable Sachwerte diesem direkten Zugriff.
Allerdings lässt sich das Edelstein-Investment nicht über Bankkredite hebeln. Investoren müssen daher mit reinem Eigenkapital agieren, profitieren dafür aber von einer schuldenfreien Assetklasse ohne laufende Instandhaltungskosten.
„Die Edelsteine sind mobil, sie sind quasi die Immobilie für die Handtasche.“ — Alexander Streeb
Der Einstieg in die Welt der Farbedelsteine erfordert ein gewisses Mindestkapital, um echte Investmentqualität erwerben zu können. Das Deutsche Edelsteinhaus empfiehlt eine maximale Depotbeimischung von 10 bis 15 Prozent des Gesamtvermögens.
Für kleinere Anlagesummen arbeitet das Deutsche Edelsteinhaus an Kooperationen mit Edelsteinbörsen, um tokenisierte oder teildeckende Sachwertmodelle zu ermöglichen. Wer jedoch das physische Eigentum in den eigenen Händen halten möchte, sollte die klassischen Einstiegsgrößen fokussieren.
Die Einstiegsbarrieren variieren je nach Steinart erheblich und richten sich nach der Seltenheit:
Diamanten werden in großen Mengen von über 20 Tonnen jährlich gefördert und sind industriell kontrolliert. Farbige Edelsteine wie Rubine in Investmentqualität sind mit nur etwa 30 Kilo pro Jahr weltweit extrem rar und wertstabil.
Durch den Kauf von zertifizierten Einheiten (Gem-Units), die von führenden Laboren geprüft, von IHK-bestellten Sachverständigen geschätzt und unter lückenloser Kameraüberwachung verblistert wurden.
Zu den weltweit sieben anerkannten Top-Laboren gehören die Deutsche Stiftung Edelsteinforschung (Idar-Oberstein), die Schweizer Stiftung Edelsteinforschung (Basel) und das Gübelin-Labor (Luzern).
Unbehandelt bedeutet, dass der Stein nicht erhitzt, bestrahlt oder chemisch verändert wurde. Behandelte Steine verlieren sofort 60 bis 70 Prozent ihres Wertes für Investoren.
Nach einer Haltefrist von nur einem Jahr sind Gewinne aus dem Verkauf von Edelsteinen komplett steuerfrei. Zudem lässt sich die Umsatzsteuer beim Kauf über ein Zollfreilager einsparen.
Die Steine werden in einem Schweizer Hochsicherheitslager verwahrt. Dadurch wird die Einfuhrumsatzsteuer legal ausgesetzt, solange sich die Steine im zollfreien Raum befinden.
Nein, Banken finanzieren Edelsteine in der Regel nicht. Im Gegensatz zu Immobilien, die hoch beliehen werden können, müssen Edelsteine vollständig mit Eigenkapital bezahlt werden.
Der Preis wird nicht vom Händler, sondern von einem IHK-bestellten, gerichtlich vereidigten Sachverständigen auf Basis des marktüblichen Einzelhandelswiederbeschaffungswerts ermittelt.
Der Einstieg beginnt bei etwa 15.000 Euro für Aquamarine oder Tansanite. Hochwertige Saphire und Smaragde starten bei 30.000 Euro, Rubine ab 70.000 Euro.
Ein ausgewogenes Portfolio aus den zwölf wertstabilsten Edelsteinarten erzielte historisch eine durchschnittliche, inflationsgeschützte Wertsteigerung von etwa 8 bis 10 Prozent pro Jahr.
Das Transkript für diese Folge wird derzeit vorbereitet.