
Richard Hohme teilt seine Learnings aus über 300 Wohneinheiten: Warum Masse oft Stress bedeutet und wie Fokus auf A-Lagen wie Dresden Cashflow bringt.
Unternehmer, Investor und Projektentwickler Richard Hohme blickt offen auf seine Anfänge zurück. Gemeinsam mit seinen Partnern startete er mit einer ambitionierten, fast schon jugendlich-naiven Vision in der Niedrigzinsphase.
Die Kombination aus sprudelnder Liquidität aus dem Beteiligungsgeschäft und scheinbar grenzenloser Bonität trieb das Wachstum rasant voran. Innerhalb kürzester Zeit bauten die Gründer ein Portfolio von über 300 Wohneinheiten auf, verteilt auf rund 50 Mehrfamilienhäuser in Sachsen.
Doch das schnelle Wachstum brachte unerwartete Komplikationen mit sich, da Strukturen und Prozesse nicht mitwuchsen. Der Fokus lag am Anfang primär auf dem reinen Zukauf und der theoretischen Wertsteigerung der Objekte.
„Wir haben quasi Sachen angefangen, bevor wir wussten, wie man sie aufhört.“ — Richard Hohme
Die Excel-Tabellen versprachen einen hervorragenden, passiven Cashflow nach Sanierung und Vollvermietung. Die Realität vor Ort in den sächsischen B- und C-Lagen sah jedoch völlig anders aus.
Einer von Hohmes Partnern mutierte unfreiwillig zum "fernfahrenden Immobilienverwalter", der täglich Stunden auf der Autobahn verbrachte. Problemmieter, Leerstände und substanzielle Mängel an den Objekten forderten ständige physische Präsenz vor Ort.
Das vermeintlich passive Einkommen entwickelte sich zu einem operativen Albtraum, der immense zeitliche und finanzielle Ressourcen fraß. Die kalkulierten Budgets für planmäßige Instandsetzungen versickerten in der Bewältigung akuter Krisen.
Um das Verwaltungsproblem selbst in den Griff zu bekommen, trafen die Investoren eine folgenschwere Entscheidung: Sie gründeten eine eigene Hausverwaltung. Was in der Theorie nach logischer Synergie klang, entpuppte sich in der Praxis als das größte finanzielle Desaster ihrer bisherigen Karriere.
Der administrative Aufwand, das geringe Margenniveau und die behördlichen Hürden wurden komplett unterschätzt. Das operative Geschäft der Hausverwaltung fraß Unmengen an Kapital im fünfstelligen Bereich, ohne die gewünschte Entlastung zu bringen.
„Die eigene Hausverwaltung zu gründen, war bis jetzt das größte Fehlinvestment, was wir gemacht haben.“ — Richard Hohme
Aus den schmerzhaften Erfahrungen zogen Richard Hohme und seine Partner die Reißleine. Sie leiteten eine radikale Portfolio-Bereinigung ein, verkauften Problemimmobilien teilweise sogar mit Verlusten, um sich von dem operativen Ballast zu befreien.
Houte liegt der absolute geografische Fokus auf dem Heimatmarkt Dresden. Hier sind die Wege kurz, die Marktkenntnis ist exzellent und das Mietniveau erlaubt eine wirtschaftlich gesunde Bewirtschaftung.
Durch den Fokus auf qualitativ hochwertigere Objekte in guten Lagen lässt sich der Verwaltungsaufwand drastisch reduzieren.
Heute agiert die Unternehmensgruppe zweigleisig: Einerseits wird gezielt Bestand aufgebaut, andererseits werden Aufteilerprojekte für den Handel realisiert.
Die Entscheidung, ob ein Objekt im eigenen Bestand verbleibt oder in den Abverkauf als Eigentumswohnung (ETW) geht, hängt von klaren Kriterien ab. Für den Handel müssen die Produkte absolut fehlerfrei und pflegeleicht sein, da die Endkäufer meist reine Kapitalanleger ohne tiefes Immobilienwissen sind.
Schwierigere Objekte mit Entwicklungspotenzial verbleiben im eigenen Bestand, da hier die nötige Expertise und das Netzwerk vorhanden sind, um Probleme auszusitzen und zu lösen.
Der Erfolg im Vertrieb von Eigentumswohnungen steht und fällt mit dem Vertrauen der Partner und Kunden. Richard Hohme betont, wie wichtig eine langfristige und ehrliche Beziehung zu Finanzdienstleistern und Vertriebspartnern ist.
Wer hier auf die schnelle Mark schielt und Mängel verschweigt, zerstört langfristig seinen Ruf. Kulanz bei kleineren Mängeln nach dem Verkauf zahlt sich über die Jahre durch wiederkehrende Geschäfte und Empfehlungen aus.
Die Qualität des Produkts und die Zuverlässigkeit des Entwicklers sind das beste Marketing im gehobenen Kundensegment.
Zum Abschluss fasst Richard Hohme seine wichtigsten Lehren zusammen, die er jedem angehenden oder bereits aktiven Immobilieninvestor ans Herz legt.
Der wichtigste Grundsatz lautet dabei, jedes Projekt von hinten zu denken und sich nicht vom schnellen Wachstum blenden zu lassen.
„Bevor du anfängst, sei dir bewusst, wie du es beendest.“ — Richard Hohme
In der Spitze bestand das Portfolio aus über 300 Wohneinheiten, verteilt auf rund 50 Mehrfamilienhäuser in Sachsen.
Geringe Mieten (z. B. 5 €/m²) stehen oft in keinem Verhältnis zum enormen Verwaltungs- und Fahrzeitaufwand, den Problemmieter und Instandhaltung vor Ort verursachen.
Das größte Fehlinvestment war die Gründung einer eigenen Hausverwaltung, die extrem viel Kapital im fünfstelligen Bereich verschlang und operativ scheiterte.
Der absolute Fokus liegt heute auf dem Heimatstandort Dresden und der unmittelbaren Umgebung in Sachsen.
Er kooperiert mit einem jungen, hochmotivierten lokalen Hausverwalter, der die Bestände leidenschaftlich betreut und im Gegenzug vom Wachstum der Gruppe profitiert.
Reibungslose, pflegeleichte Objekte in Top-Lagen werden aufgeteilt und an Kapitalanleger verkauft. Komplexere Objekte mit Entwicklungsbedarf verbleiben im Eigenbestand.
Gut verdienende Kapitalanleger, die steuerliche Vorteile suchen, bonitätsstark sind, aber keine Zeit für die eigene Verwaltung der Immobilien haben.
Eine sehr große. Kulante Reparaturen oder die Unterstützung bei Neuvermietungen sichern das Vertrauen der Vertriebspartner und sichern langfristige Folgegeschäfte.
Ohne tiefe Ortskenntnis und lokales Netzwerk lassen sich Probleme bei Mietern oder Handwerkern kaum wirtschaftlich lösen.
Jeder Investor muss vor dem Kauf genau wissen, wie das Exit-Szenario aussieht, welche Ressourcen nötig sind und wie die Immobilien langfristig stabilisiert wird.
Das Transkript für diese Folge wird derzeit vorbereitet.