Alle immo-inside Episoden
    immo-inside · 11. Mrz 2026

    Immobilienvermögen aufbauen: So skalierst du richtig

    11. Mrz 2026 18:19 4 Min. Lesezeit
    #081- Immovermögen 2/2 Schritt für Schritt : der größere Kuchen

    Kapitel

    Das Wichtigste in Kürze

    • Aufteilerprojekte stellen die logische nächste Stufe nach ersten Fix-and-Flip-Deals dar, erfordern aber eine genaue Prüfung des lokalen Aufteilungsverbots.
    • Baurecht und Brandschutz sind die kritischsten Faktoren beim Dachgeschossausbau und müssen vor dem Kauf durch Experten geprüft werden.
    • Durch gezieltes Value-Adding wie die Aufwertung von Außenanlagen und Treppenhäusern lässt sich der Verkaufswert von Wohneinheiten drastisch steigern.
    • Nachverdichtungspotenziale im Innenhof oder durch Aufstockung senken rechnerisch den Quadratmeter-Einkaufspreis des gesamten Objekts.
    • Das Bauträgergeschäft ist hochkomplex und birgt durch rechtliche Vorgaben wie die MaBV erhebliche Risiken, die ein extrem konservatives Handeln erfordern.

    Vom ersten Deal zum echten Immobilienvermögen: Erfahre, wie du Mehrfamilienhäuser aufteilst, Potenziale hebst und Risiken im Baurecht vermeidest.

    Vom ersten Gewinn zum echten Immobilienvermögen

    Wer die ersten Schritte im Immobiliengeschäft erfolgreich gemeistert und die ersten 100.000 bis 200.000 Euro Gewinn erzielt hat, steht vor einer entscheidenden Weggabelung. Statt diesen ersten finanziellen Erfolg sofort in kurzfristigen Konsum wie einen teuren Sportwagen zu stecken, gilt es, demütig zu bleiben und das Kapital strategisch zu reinvestieren.

    Der Übergang vom klassischen Fix-and-Flip-Geschäft hin zu echtem, langfristigem Immobilienvermögen erfordert ein grundlegend neues Denken. Während kleinere Sanierungsprojekte oft noch mit überschaubarem Risiko abgewickelt werden können, verlangen größere Portfolios nach klaren Systemen, verlässlichen Prozessen und einem starken Netzwerk.

    Aufteilerprojekte als logischer nächster Schritt

    Das sogenannte Aufteilergeschäft lässt sich am besten als "Fix & Flip für Fortgeschrittene" beschreiben. Hierbei kauft man nicht mehr nur einzelne Wohnungen, sondern ganze Mehrfamilienhäuser, um diese nach einer Aufteilung in Einzeleigentum gewinnbringend zu veräußern. Beim Ankauf von Mehrfamilienhäusern lauern jedoch rechtliche Fallstricke, die das gesamte Projekt gefährden können.

    • Aufteilungsverbot: In vielen Regionen Deutschlands ist die Aufteilung von Bestandsgebäuden in Eigentumswohnungen gesetzlich stark eingeschränkt oder erst ab einer bestimmten Anzahl von Einheiten zulässig.
    • Abgeschlossenheitserklärung: Vor dem Verkauf muss eine behördliche Bestätigung vorliegen, dass die Wohnungen baulich hinreichend voneinander getrennt sind.
    • Globalkauf-Abschlag: Gelingt die Aufteilung nicht, muss das Objekt als Ganzes verkauft werden, was in der Regel mit erheblichen Preisabschlägen verbunden ist.

    „Wenn du global verkaufst, dann musst du Ader lassen.“ — Peter Burnickl

    Baurecht und Brandschutz im Fokus

    Ein besonders lukrativer Hebel bei Aufteilerprojekten ist das Heben von stillen Reserven, beispielsweise durch den nachträglichen Ausbau eines ungenutzten Dachgeschosses. Doch genau an dieser Stelle trennt sich die Spreu vom Weizen, und die Expertise von Profis wird unerlässlich.

    Makler versprechen im Verkaufsprozess oft eine unkomplizierte Nachverdichtung, verschweigen dabei jedoch die komplexen rechtlichen und technischen Hürden. Ohne eine detaillierte Prüfung von Brandschutz und Baurecht kann ein vermeintliches Schnäppchen schnell zur finanziellen Katastrophe werden.

    Bestandsschutz gilt meist nur für den unveränderten Zustand; sobald bauliche Eingriffe stattfinden, müssen die aktuellen Brandschutzauflagen zwingend erfüllt werden. Dies betrifft insbesondere die Schaffung von zweiten Rettungswegen sowie den Feuerwiderstand von Decken und Wänden.

    Schadstoffe und optische Aufwertung im Bestand

    Neben rechtlichen Hürden bergen ältere Immobilien oft materielle Risiken, die auf den ersten Blick unsichtbar sind. Schadstoffe wie Asbest, beispielsweise als versteckter Anstrich auf alten Holzbalken im Dachstuhl, erfordern eine fachgerechte und kostspielige Sanierung.

    Wer hier über die richtigen Kontakte und ein verlässliches Experten-Netzwerk verfügt, kann solche Problemimmobilien dennoch wirtschaftlich sanieren und einen enormen Mehrwert schaffen. Nach der Bereinigung der Altlasten steht die optische und funktionale Aufwertung des Objekts im Vordergrund, um maximale Verkaufspreise zu erzielen.

    Dazu gehören vor allem folgende Maßnahmen:

    • Außenanlagen: Ein neues Pflaster, ein ansprechender Zaun und gepflegte Grünflächen sorgen für einen positiven ersten Eindruck.
    • Eingangsbereich: Eine moderne Briefkasten- und Klingelanlage wertet das gesamte Gebäude optisch auf.
    • Treppenhaus: Ein frischer Anstrich und moderne Beleuchtungskonzepte schaffen eine einladende Atmosphäre.
    • Elektroinfrastruktur: Alte Zähleranlagen im Treppenhaus müssen aus Brandschutzgründen häufig abgekoffert oder in den Keller verlegt werden.

    Wertsteigerung durch kreative Nachverdichtung

    Echte Profis suchen gezielt nach Immobilien mit sogenannten Value-Add-Potenzialen. Das bedeutet, dass der Wert des Objekts durch kreative architektonische und baurechtliche Maßnahmen signifikant gesteigert wird.

    Dazu gehören unter anderem:

    • Anbauten: Die Erweiterung bestehender Wohnungen durch zusätzliche Balkone oder Zimmer.
    • Aufstockung: Das Aufsetzen eines zusätzlichen Stockwerks auf ein bestehendes Gebäude.
    • Hinterbebauung: Die Errichtung von Gartenhäusern oder zusätzlichen Wohneinheiten im Innenhof.

    Durch diese zusätzlichen Flächen lässt sich der kalkulatorische Quadratmeter-Einkaufspreis des gesamten Projekts im Nachgang drastisch senken. Selbst mit einem moderaten Eigenkapital von beispielsweise 200.000 Euro lassen sich so erhebliche Gewinne im mittleren sechsstelligen Bereich realisieren.

    Projektentwicklung und die Kraft von Co-Investments

    Wer den Weg vom Aufteiler hin zur echten Projektentwicklung geht, betritt ein neues Level der Immobilienwirtschaft. Hierbei geht es um die Revitalisierung schrottreifer Immobilien oder die Schaffung von Baurecht auf unbebauten Grundstücken.

    „Echtes Vermögen entsteht nicht durch Risiko, sondern durch System, Netzwerk und saubere Prozesse.“ — Peter Burnickl

    Solche Prozesse sind intensiv und erfordern Geduld, da Baugenehmigungen oft 6 bis 18 Monate in Anspruch nehmen können. Um das finanzielle Risiko zu streuen und größere Tickets realisieren zu können, bietet sich die Zusammenarbeit mit Co-Investoren an.

    Sobald ein Projekt ein klar erkennbares und kalkuliertes Potenzial besitzt, findet sich im richtigen Netzwerk meist auch das nötige Kapital. Bei Partnerschaften mit bauausführenden Firmen ist jedoch Vorsicht geboten, um potenzielle Interessenkonflikte bei den Baukosten frühzeitig zu vermeiden.

    Das Bauträgergeschäft als Champions League

    Die absolute Endstufe des Immobilienwachstums ist die Aktivität als klassischer Bauträger. Doch dieser Bereich unterscheidet sich fundamental von einfachen Sanierungen oder Aufteilungen und sollte niemals leichtsinnig betreten werden.

    „Bauträgergeschäft ist Champions League einer anderen Sportart.“ — Peter Burnickl

    Als Bauträger bewegt man sich im Rahmen der strengen Makler- und Bauträgerverordnung (MaBV). Zudem haftet man vollumfänglich für die Einhaltung der allgemein anerkannten Regeln der Technik und zahlreicher DIN-Normen.

    Um in diesem Geschäft langfristig erfolgreich zu sein und nicht an unvorhergesehenen Mängeln oder rechtlichen Streitigkeiten zu scheitern, ist eine extrem konservative Kalkulation unverzichtbar. Ein erfahrener Partner an der Seite schützt vor den typischen Fehlern und sorgt dafür, dass das investierte Kapital sicher und rentabel wächst.

    Häufige Fragen

    Was ist ein Aufteilerprojekt bei Immobilien?

    Ein Aufteilerprojekt beschreibt den Ankauf eines Mehrfamilienhauses mit dem Ziel, dieses in einzelne Eigentumswohnungen aufzuteilen und diese separat zu verkaufen.

    Welche rechtlichen Hürden gibt es beim Aufteilen von Mehrfamilienhäusern?

    Es muss geprüft werden, ob eine Abgeschlossenheitserklärung vorliegt und ob am Standort gesetzliche Aufteilungsverbote gelten, die eine Aufteilung einschränken oder untersagen.

    Was bedeutet 'global verkaufen' bei Immobilien?

    Dabei wird das gesamte Mehrfamilienhaus als eine Einheit an einen einzigen Investor verkauft, was im Vergleich zum Einzelvertrieb meist zu einem geringeren Gesamtumsatz führt.

    Warum ist der Brandschutz beim Dachgeschossausbau so wichtig?

    Sobald neuer Wohnraum geschaffen wird, erlischt in der Regel der Bestandsschutz. Es müssen zwingend moderne Auflagen zu Rettungswegen und Feuerwiderstandsklassen erfüllt werden.

    Worauf muss man bei alten Elektrozählern im Treppenhaus achten?

    Alte Zähleranlagen entsprechen oft nicht mehr den Brandschutzvorschriften und müssen im Zuge einer Sanierung abgekoffert oder an einen zentralen Zählerplatz verlegt werden.

    Wie lässt sich der Quadratmeterpreis beim Ankauf rechnerisch senken?

    Durch die Realisierung von Nachverdichtungspotenzialen wie Anbauten, Aufstockungen oder Hinterbebauungen, die die Gesamtwohnfläche des Projekts erhöhen.

    Was unterscheidet klassisches Fix & Flip von echter Projektentwicklung?

    Fix & Flip zielt auf schnelle Sanierung ab, während Projektentwicklung langwierige Prozesse wie Baurechtsschaffung, Neubau oder energetische Revitalisierungen umfasst.

    Wie lässt sich ein großes Immobilienprojekt ohne eigenes Kapital finanzieren?

    Durch die Einbindung von Co-Investoren, Mezzanine-Kapital oder strategischen Partnern, sobald ein profitabler 'Rohdiamant' von einem Experten identifiziert wurde.

    Warum birgt das Bauträgergeschäft so große finanzielle Risiken?

    Es unterliegt der strengen Makler- und Bauträgerverordnung (MaBV) sowie weitreichenden Haftungsrisiken bezüglich der allgemein anerkannten Regeln der Technik.

    Welche Rolle spielen Schadstoffe wie Asbest bei Sanierungen?

    Sie können unentdeckt im Dachstuhl oder Putz lauern. Eine fachgerechte Sanierung ist gesetzlich vorgeschrieben und muss in der Budgetplanung exakt einkalkuliert werden.

    Transkript

    Das Transkript für diese Folge wird derzeit vorbereitet.