
Wie entstehen echte Offmarket-Deals? Stephan Gerlach erklärt, wie Investoren durch Netzwerke und Partnerschaften mit Maklern Win-Win-Deals erzielen.
Bereits in jungen Jahren legte Stephan Hilmar Gerlach den Grundstein für seine wirtschaftliche Karriere. Gemeinsam mit seinem Vater handelte er früh mit Aktien und Optionen, da ihm bewusst war, dass man mit geringem Startkapital clevere Hebel nutzen muss, um signifikante Ergebnisse zu erzielen. Diese Affinität zu Zahlen führte ihn zu einem breit gefächerten BWL-Studium mit den Schwerpunkten Steuern, Wirtschaftsprüfung und Marketing.
Nach dem Studium startete er seine Karriere in der Wirtschaftsprüfung und Steuerberatung. Es folgten mehrere Leitungspositionen im Finanzbereich, bevor er die Geschäftsführung eines etablierten Aufteilungsunternehmens übernahm. Dieses Unternehmen war vor allem in Hamburg und deutschlandweit in der Projektentwicklung und Aufteilung von Bestandsimmobilien in guten Lagen aktiv. Aus dieser Erfahrung heraus gründete Gerlach 2017 sein erstes eigenes Unternehmen.
Hente umfasst die Gerlach Immobilien Gruppe über 50 Mitarbeiter. Sie bildet die gesamte Wertschöpfungskette ab – von der Bestandssanierung über die möblierte Vermietung bis hin zur schlüsselfertigen Kapitalanlagebetreuung für externe Investoren.
Die Erfolgsgeschichte war jedoch nicht frei von Rückschlägen. Als im dritten Quartal 2022 die Zinsen rasant anstiegen, brach der Markt für klassische Eigentumswohnungen für Eigennutzer fast vollständig ein. Statt der üblichen rund 120 Wohnungen pro Jahr verkaufte das Unternehmen plötzlich nur noch zwei Einheiten in einem Quartal. Bei einem hohen Bestand von rund 400 Einheiten und variablen Finanzierungen entstand ein enormer wirtschaftlicher Druck.
„Veränderung kommt nur aus dem Schmerz.“ — Stephan Gerlach
In dieser Phase des extremen Marktschmerzes bewies das Unternehmen seine Anpassungsfähigkeit. Anstatt in Schockstarre zu verharren, wurden neue Nutzungs- und Vertriebskonzepte entwickelt:
In der Immobilienbranche gilt „Offmarket“ oft als das ultimative Modewort. Viele Einsteiger glauben fälschlicherweise, das Ziel bestehe darin, einen uninformierten Privateigentümer zu finden und ihm seine Immobilie weit unter Wert abzuluchsen. Dieser Ansatz ist jedoch weder ethisch noch skalierbar.
„Unser Geschäftsmodell ist erstmal das Lösen von Problemen und das Erschaffen von Mehrwerten.“ — Stephan Gerlach
Ein professioneller Offmarket-Deal entsteht stattdessen durch die Identifikation und Lösung spezifischer Probleme des Verkäufers. Typische Szenarien umfassen:
Um den gestiegenen Zinsen und Baukosten entgegenzuwirken, hat die Gerlach Immobilien Gruppe das Modell der „Projektentwicklung als Service“ etabliert. Dabei agiert die Gruppe als Dienstleister für den aktuellen Eigentümer, anstatt die Immobilie sofort selbst anzukaufen.
Dieses Modell bietet erhebliche finanzielle Vorteile für alle Beteiligten:
Ein weitaus verbreiteter Irrglaube unter Investoren ist, dass man Makler umgehen sollte, um die Provision einzusparen. Wer so denkt, verbaut sich jedoch den Zugang zu den besten Deals des Marktes. Professionelle Makler steuern den Großteil des relevanten Offmarket-Volumens.
„Die Nahrungskette dieses Geschäftsfeldes ist, dass die besten Objekte erst mal in einem engeren Kreis verteilt werden.“ — Stephan Gerlach
Wer diesen Verteilungsprozess versteht, arbeitet eng mit Maklern zusammen:
Für angehende Investoren, die noch über kein großes Netzwerk verfügen, ist der strukturierte Aufbau von Beziehungen der wichtigste Erfolgsfaktor. Der Einstieg gelingt am besten über bestehende Marktstrukturen.
Bei diesem Modell kauft der Investor das Objekt nicht selbst an, sondern saniert und entwickelt es im Auftrag und auf Kosten des Eigentümers. Der Gewinn wird anschließend über den exklusiven Weiterverkauf realisiert, wodurch erhebliche Ankaufneben- und Finanzierungskosten entfallen.
Makler haben den direktesten Zugang zum Mikromarkt und zu Eigentümern. Wer fair mit ihnen kooperiert, sichert ihnen Provisionen und profitiert im Gegenzug von exklusiven Angeboten, noch bevor diese auf Portalen landen.
Nein, auch auf Portalen lassen sich gute Deals finden. Allerdings ist der Wettbewerb dort extrem hoch, weshalb der direkte, persönliche Vorentwurf über Netzwerke meist die besseren Konditionen bietet.
Das Unternehmen stellte sich flexibel auf möblierte Vermietung, Studenten-WGs und den Aufbau eines eigenen Kapitalanlagevertriebs um, um neue Kundengruppen mit hoher Bonität und wenig Zeit zu erschließen.
Ein klares, definiertes Suchprofil, ein sympathischer und verlässlicher Auftritt bei Besichtigungen sowie der Nachweis von Transaktionssicherheit.
Homestaging wertet die sanierte Immobilie optisch auf und macht sie für Eigennutzer oder Kapitalanleger extrem attraktiv, was den Vertriebsprozess erheblich beschleunigt.
Kapitalanleger entscheiden primär rational anhand von Zahlen, Renditen, steuerlichen Vorteilen und dem gebotenen Service-Level, während Eigennutzer emotionaler kaufen.
Die Gruppe agiert im Umkreis von zwei bis drei Stunden rund um Hamburg (Schleswig-Holstein, Niedersachsen, Bremen, Mecklenburg-Vorpommern) sowie an einem neuen Standort in Köln.
Verkäufer, die unter Zeitdruck stehen, bevorzugen Käufer, die eine schnelle Abwicklung und zeitnahe Kaufpreiszahlung garantieren können, selbst wenn der Preis etwas niedriger ist.
Man sollte gezielt Makler kontaktieren, die passende Objekte in der Zielregion anbieten, persönliche Kontakte knüpfen und ein präzises Suchprofil hinterlegen.
Das Transkript für diese Folge wird derzeit vorbereitet.