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    immo-inside · 15. Apr 2026

    20% Rendite mit Immobilien: So kalkulieren Profis

    15. Apr 2026 18:07 4 Min. Lesezeit

    Kapitel

    00:00Einleitung und das Vorurteil der toten Immobilien
    01:15Der Unterschied zwischen Bauträgerkauf und aktiver Entwicklung
    02:30Die magische Grenze: Warum 10% Rendite das absolute Minimum ist
    03:45Die Drei-Szenarien-Kalkulation für sichere Gewinne
    04:50Baukosten und Vertriebskosten radikal optimieren

    Das Wichtigste in Kürze

    • Immobilienprojekte unter einer Worst-Case-Rendite von 10 Prozent sollten von professionellen Investoren konsequent abgelehnt werden.
    • Eine rentable Sanierung lässt sich durch optimierte Prozesse und harte Kostenkontrolle für unter 1.000 Euro pro Quadratmeter realisieren.
    • Durch die Einsparung teurer externer Vertriebsprovisionen lässt sich die Projektmarge um bis zu acht Prozent steigern.
    • Skalierung im Bauträgergeschäft gelingt ohne Blockierung des eigenen Kapitals durch den gezielten Einsatz von Mezzanine-Kapital.
    • Im aktuellen Käufermarkt müssen unrealistische Preisvorstellungen von Verkäufern durch fundierte, eiskalte Gegenangebote gekontert werden.

    Dr. Peter Burnickl zeigt, wie Sie mit Bestandsimmobilien und systematischen Sanierungen Renditen von über 20 % sicher erzielen und finanzieren.

    Das Märchen vom toten Immobilienmarkt

    Der Immobilienmarkt wird aktuell von vielen Beobachtern und den Medien totgesagt. Doch die pauschale Behauptung, dass sich mit Immobilien kein Geld mehr verdienen lässt, ist schlichtweg falsch und entbehrt jeder fachlichen Grundlage. Wer systematisch vorgeht, kann auch in der aktuellen Marktphase Renditen von 15, 20 oder sogar 25 Prozent erzielen.

    Der Schlüssel zu diesem Erfolg liegt im grundlegenden Wandel der eigenen Rolle: weg vom passiven Käufer, hin zum aktiven Entwickler. Während der klassische Erwerb einer fertigen Bauträgerwohnung kaum nennenswerte Renditen abwirft, bieten sich im sanierungsbedürftigen Bestand enorme Hebel. Wer die Mechanismen des Marktes versteht, begreift die aktuelle Krise als die größte Chance seit Jahrzehnten.

    Die Grenzen des klassischen Bestandsinvestments

    Wer eine schlüsselfertige Wohnung direkt vom Bauträger kauft, profitiert zwar von steuerlichen Vorteilen wie der degressiven AfA oder speziellen KfW-Förderungen, die reale Rendite bleibt jedoch mathematisch begrenzt. Diese bekannten Steuersparmodelle und die attraktiven Tilgungszuschüsse von bis zu 35 Prozent für Effizienzhäuser im Rahmen des "Worst Performing Building"-Programms sind zwar solide Werkzeuge, führen alleine aber nicht zu den angestrebten Spitzenrenditen.

    Um echte Überflieger-Renditen im zweistelligen Bereich zu erzielen, müssen Investoren tiefer in die Wertschöpfungskette einsteigen. Das bedeutet, gezielt Sanierungsobjekte zu suchen, die erhebliche bauliche und energetische Aufwertungspotenziale bieten. Nur durch die aktive Projektentwicklung und die Hebung stiller Reserven im Bestand lässt sich der notwendige Mehrwert schaffen, der die Basis für exzellente Renditen legt.

    Die strikte 10-Prozent-Grenze im Worst Case

    Ein entscheidendes Gesetz für erfolgreiche Immobilienprojekte ist die kompromisslose Untergrenze bei der Renditekalkulation. Jedes Projekt muss vor dem Ankauf so hart gerechnet werden, dass selbst im ungünstigsten Szenario eine zweistellige Rendite übrig bleibt. Wer hier Kompromisse eingeht und Projekte mit knappen Margen ankauft, gefährdet sein gesamtes Portfolio.

    „Bitte macht mir hier keine Immobilienprojekte unter 10 Prozent. Das wäre für mich der absolute Worst Case und das auch in einer Worst Case Betrachtung.“ — Peter Burnickl

    Ein echter Worst Case definiert sich über zwei wesentliche Risikofaktoren, die in der Realität leider häufig gleichzeitig eintreffen:

    • Reduzierte Verkaufserlöse: Die Quadratmeterpreise im späteren Verkauf liegen aufgrund von Marktveränderungen deutlich unter den ursprünglich kalkulierten Erwartungen.
    • Explodierende Gestehungskosten: Unerwartete bauliche Risiken wie Altlasten im Boden, schwierige Gründungsvoraussetzungen oder aufwendige Wasserhaltungsmaßnahmen verteuern das Projekt massiv.

    Die Drei-Szenarien-Kalkulation für maximale Sicherheit

    Professionelle Projektentwickler arbeiten niemals mit nur einer einfachen Excel-Tabelle oder einer vagen Schätzung. Für eine verlässliche und bankenfähige Planung ist die strikte Aufteilung der Berechnungen in drei völlig verschiedene Szenarien unerlässlich.

    Diese Szenarien helfen dabei, die Risiken realistisch einzuschätzen, den Kopf über Wasser zu halten und die Wirtschaftlichkeit des Projekts abzusichern:

    • Worst-Case-Szenario: Höchste anzunehmende Baukosten treffen auf den niedrigsten denkbaren Verkaufspreis am Markt. Die Rendite muss hier zwingend über 10 Prozent liegen, um das Projekt überhaupt zu starten.
    • Real-Case-Szenario: Dies ist die wahrscheinlichste Annahme auf Basis aktueller Marktdaten, verlässlicher Partner und bewährter Einkaufspreise. Hier werden in der Praxis üblicherweise Renditen zwischen 18 und 25 Prozent erzielt.
    • Best-Case-Szenario: Optimale Marktbedingungen, eine reibungslose Bauphase ohne jegliche Verzögerungen und maximale Verkaufserlöse führen zu herausragenden Renditen von bis zu 28 Prozent.

    Baukosten und Vertrieb als Renditekiller entlarven

    Zwei der größten Hebel zur Renditeoptimierung liegen in der radikalen Kontrolle der Baukosten und der Vertriebskosten. Viele unerfahrene Entwickler scheitern kläglich, weil sie bei der Sanierung 2.000 bis 2.500 Euro pro Quadratmeter ausgeben und gleichzeitig die Baunebenkosten völlig aus dem Blick verlieren.

    In der Kostengruppe 700 sollten die Ausgaben bei Mehrfamilienhäusern stabil zwischen 8 und 13 Prozent der Gesamtbaukosten liegen. Ein weiterer massiver Kostenblock ist der externe Vertrieb, der im Bereich der Kapitalanlagen schnell 8 bis 10 Prozent der Projektsumme verschlingen kann. Durch den Aufbau und die Durchführung eines eigenen Vertriebs lässt sich diese Marge sichern und direkt dem eigenen Projekt gutschreiben.

    Skalierung durch intelligenten Eigenkapitalersatz

    Wer mehrere große Projekte gleichzeitig realisieren möchte, stößt mit dem eigenen Kapital schnell an natürliche Grenzen. Bei einem 10-Millionen-Euro-Projekt fordern konservative Banken in der aktuellen Marktphase oft 2,5 Millionen Euro Eigenkapital – ein Betrag, der das liquide Pulver vieler Investoren sofort komplett verschießen würde.

    Die Lösung für dieses Problem liegt im strategischen Einsatz von Mezzanine-Kapital als Eigenkapitalersatz:

    • Rangrücktrittskapital: Mezzanine-Kapital wird von den finanzierenden Banken wirtschaftlich wie Eigenkapital gewertet, was die klassische Senior-Finanzierung überhaupt erst ermöglicht.
    • Attraktive Zinsmodelle: Investoren kalkulieren meist mit ca. 15 Prozent Gesamtzins für die Mezzanine-Geber, oft aufgeteilt in einen fixen Zins von 6 bis 7 Prozent und einen erfolgsabhängigen Exit-Kicker.
    • Kapitalumschlag und Hebel: Durch die Reduzierung des eigenen Kapitalbindungsanteils bleibt der Entwickler maximal liquide und kann problemlos mehrere Bauvorhaben parallel steuern und skalieren.

    Souveränes Verhandeln im aktuellen Käufermarkt

    Wir befinden uns aktuell in einer Marktphase, in der die Käufer die Bedingungen diktieren können. Dennoch rufen viele Verkäufer und unseriöse Makler weiterhin utopische Preise auf, die auf den Marktgegebenheiten der vergangenen Jahre basieren und völlig unrealistisch sind.

    „Wir haben einen Käufermarkt und das wird auch noch eine Weile lang so bleiben.“ — Peter Burnickl

    Für den erfolgreichen Umgang mit uneinsichtigen Verkäufern gilt eine klare, professionelle und absolut schmerzfreie Verhandlungstaktik:

    • Keine emotionalen Diskussionen: Biete dem Verkäufer einen Preis an, der auf einer harten, realistischen und rückwärtsgerechneten Kalkulation basiert.
    • Konsequente Befristung: Kommuniziere unmissverständlich, dass das Angebot nur so lange steht, wie die eigenen Kapazitäten und Finanzierungslinien nicht anderweitig gebunden sind.
    • Die harte Wahrheit aussprechen: Dem Verkäufer sachlich, aber direkt erklären, dass kein professioneller und seriöser Käufer seine überzogenen Preisvorstellungen in der aktuellen Zinslandschaft bedienen wird.

    Häufige Fragen

    Warum lohnt sich der Kauf von Bauträgerwohnungen derzeit kaum für hohe Renditen?

    Bauträgerwohnungen bieten zwar solide Steuervorteile und Tilgungszuschüsse, die eigentliche Projektmarge fließt jedoch an den Bauträger, weshalb für den Endkäufer meist nur geringe Renditen im einstelligen Prozentbereich verbleiben.

    Ab welcher Rendite ist ein Immobilienprojekt laut Dr. Peter Burnickl rentabel?

    Ein Immobilienprojekt sollte im kalkulierten Worst-Case-Szenario eine Rendite von mindestens 10 Prozent, besser noch 12 Prozent aufweisen; alles darunter sollte konsequent abgelehnt werden.

    Was versteht man unter einer Drei-Szenarien-Kalkulation bei Immobilien?

    Dabei berechnet man das Projekt in drei Varianten: dem Worst Case (maximale Kosten, minimaler Verkaufspreis), dem Real Case (wahrscheinlichste Annahme) und dem Best Case (optimale Bedingungen, maximale Marge).

    Wie hoch sollten die Sanierungskosten pro Quadratmeter idealerweise sein?

    Zielgerichtete Sanierungsprojekte sollten durch optimierte Prozesse und harte Kostenkontrolle für unter 1.000 Euro pro Quadratmeter Wohnfläche realisiert werden.

    Wie hoch dürfen die Baunebenkosten in der Kostengruppe 700 sein?

    Bei größeren Mehrfamilienhausprojekten sollten sich die Baunebenkosten der Kostengruppe 700 stabil in einem Rahmen von 8 bis 13 Prozent der Gesamtgestehungskosten bewegen.

    Warum ist der Eigenvertrieb von Immobilienprojekten so attraktiv?

    Externe Vertriebskosten für Kapitalanlagen können 8 bis 10 Prozent kosten. Wer den Vertrieb selbst übernimmt, spart ca. 6 bis 8 Prozent ein, die direkt als Gewinn auf das eigene Konto fließen.

    Was ist Mezzanine-Kapital und wie wird es bei Immobilienprojekten eingesetzt?

    Mezzanine-Kapital ist ein Eigenkapitalersatz (Rangrücktrittskapital), das von Banken als wirtschaftliches Eigenkapital gewertet wird und es Investoren ermöglicht, mehrere Projekte gleichzeitig ohne hohes eigenes Kapital zu realisieren.

    Welche Zinsen fallen für Mezzanine-Kapital im Bauträgerbereich üblicherweise an?

    Es wird meist mit rund 15 Prozent Gesamtzins kalkuliert, der entweder als Festzins vereinbart oder durch einen niedrigeren Festzins (6-7 %) plus einen gewinnabhängigen Exit-Kicker abgebildet wird.

    Wie reagiert man am besten auf Verkäufer mit völlig überzogenen Preisvorstellungen?

    Man sollte ein realistisches, auf einer harten Kalkulation basierendes Gegenangebot abgeben, dieses zeitlich befristen und dem Verkäufer sachlich erklären, warum kein Profi seinen Wunschpreis zahlen wird.

    Befinden wir uns aktuell in einem Käufer- oder Verkäufermarkt?

    Wir befinden uns aktuell in einem klaren Käufermarkt, was bedeutet, dass Käufer aufgrund gestiegener Zinsen und strengerer Bankenvorgaben eine deutlich stärkere Verhandlungsposition haben.

    Transkript

    Das Transkript für diese Folge wird derzeit vorbereitet.