
Sanierung vs. Neubau: Dr. Peter Burnikl vergleicht Kosten, Baurecht und Risiken. Finde die rentabelste Strategie für dein nächstes Immobilienprojekt!
Die Frage, ob eine energetische Sanierung oder ein kompletter Neubau die bessere Wahl für Investoren und Bauträger darstellt, lässt sich nicht pauschal beantworten. Beide Ansätze haben spezifische Vor- und Nachteile, die je nach Marktphase, Kapitalausstattung und persönlicher Risikobereitschaft abgewogen werden müssen.
Ein erfahrener Projektentwickler agiert hier opportunistisch und nutzt beide Werkzeuge flexibel. Das Ziel besteht immer darin, die Rentabilität des eingesetzten Kapitals zu maximieren und unkalkulierbare Risiken von vornherein auszuschließen. Sowohl der Neubau als auch die Sanierung haben das Potenzial, exzellente Cashflows und erhebliche Wertsteigerungen zu generieren, wenn die Spielregeln beherrscht werden.
Beim Neubau liegt das größte Risiko selten bei den reinen Baukosten, sondern vielmehr im langwierigen und oft unvorhersehbaren Prozess der Baugenehmigung. Nachbarn, Umweltschutzauflagen wie der Schutz von Zauneidechsen oder unerwartete Lärmschutzverordnungen können Projekte über Monate oder gar Jahre blockieren.
„Für mich ist beim Neubau aus meiner Sicht das größte Risiko das Baurecht.“ — Peter Burnikl
Diese Verzögerungen kosten extremes Geld, besonders wenn das Projekt mit teurem Fremdkapital finanziert ist. Daher empfiehlt es sich, Neubaugrundstücke idealerweise bereits mit bestehendem Baurecht anzukaufen, um die Haltezeit vor dem eigentlichen Baubeginn so kurz wie möglich zu halten.
Trotz steigender Material- und Lohnkosten lassen sich Neubauprojekte bei professioneller Planung für unter 3.000 Euro pro Quadratmeter Wohnfläche realisieren. Das Baukostenrisiko lässt sich durch erprobte Einkaufsprozesse, eine konservative Kalkulation und die frühzeitige Einbindung verlässlicher Generalunternehmer fast vollständig eliminieren.
„Das Baukostenrisiko ist für mich eigentlich das geringste, weil das habe ich wirklich mit unserer Methodik und unseren Experten voll im Griff.“ — Peter Burnikl
Zudem bietet der Neubau im Vergleich zur Sanierung klare, standardisierte Vorteile für den späteren Vertrieb und die Bewirtschaftung:
Die Sanierung von Bestandsgebäuden wird von vielen Akteuren aufgrund unvorhersehbarer Altlasten gemieden, bietet jedoch oft eine deutlich höhere Rentabilität als ein Neubau. Ein wesentlicher Hebel liegt in den staatlichen Förderungen und den rechtlichen Rahmenbedingungen der Makler- und Bauträgerverordnung (MABV).
Die Sanierungskosten variieren stark nach Projektstandort und Tiefe des Eingriffs: In einfachen Lagen reichen oft 1.000 bis 1.200 Euro pro Quadratmeter aus, während Kernsanierungen in Metropolen wie Berlin inklusive Dach und Fassade auch 2.200 Euro pro Quadratmeter kosten können. Dennoch bleibt dieser Ansatz durch die direkte Hebelwirkung staatlicher Gelder für den Endkäufer hochgradig attraktiv.
Ein unschlagbarer Vorteil von Sanierungsprojekten ist der stark vereinfachte Weg zu den notwendigen Genehmigungen. Wenn ein bestehendes Gebäude lediglich im Inneren modernisiert wird, greift meist der Bestandsschutz der ursprünglichen Baugenehmigung.
Trotz aller Vorteile birgt die Sanierung handfeste technische Risiken, die vor dem Kauf gründlich analysiert werden müssen. Wer hier blind agiert, riskiert, dass unvorhergesehene Mängel die gesamte Marge auffressen.
Ein entscheidender Faktor bei der Entscheidung für ein Sanierungsobjekt ist die aktuelle Mieterstruktur. Bestehende Mietverhältnisse können Modernisierungen und den anschließenden Abverkauf massiv verzögern, weshalb leerstehende Objekte im Einkauf klar zu bevorzugen sind.
Darüber hinaus spielt die Wahl der Finanzierung eine existenzielle Rolle für das Überleben des Bauträgers. Wer schnelle, aber extrem teure Finanzierungsquellen nutzt, gerät bei kleinsten Verzögerungen in eine tödliche Abwärtsspirale.
Die absolute Spitze der Rentabilität erreichen Projektentwickler, wenn sie Sanierung und Neubau intelligent miteinander kombinieren. Durch den Einsatz moderner Baurechtsinstrumente lässt sich auf bestehenden Grundstücken zusätzlicher Wohnraum schaffen, ohne teuren Baugrund ankaufen zu müssen.
„Der absolute Königsweg ist eine Mischung aus den Szenarien, man sollte vor nichts Angst haben, aber immer gehörigen Respekt.“ — Peter Burnikl
Gerade politische Erleichterungen wie der sogenannte Bauturbo können Bestandsgebäuden einen massiven Wertschub verleihen. Wenn Kommunen zusätzliche Geschosse oder Nachverdichtungen im Innenbereich unkompliziert genehmigen, verwandelt sich ein durchschnittliches Sanierungsobjekt schlagartig in ein hochprofitables Kombinationsprojekt. Wer diese Spielregeln beherrscht, sichert sich im aktuellen Marktumfeld die besten Renditen.
Sanierungen sind in den reinen Baukosten (oft 1.000 bis 1.200 €/m²) meist deutlich günstiger als ein Neubau, der typischerweise unter 3.000 €/m² realisiert wird. Die Wirtschaftlichkeit hängt jedoch stark vom Einkaufspreis und dem Zustand der Altbausubstanz ab.
Das größte Risiko beim Neubau liegt im Baurecht und den Genehmigungsverfahren. Verzögerungen durch Nachbarn, Lärmschutz oder Umweltauflagen können Projekte jahrelang blockieren und enorme Haltekosten verursachen.
Da bei einer Sanierung der Rohbau bereits vorhanden ist, können Bauträger gemäß MaBV deutlich schneller Zahlungsraten der Käufer abrufen. Dies verringert die Abhängigkeit von teurem Bank- oder Mezzanine-Kapital.
Mit einer optimierten Planung und enger Zusammenarbeit mit Generalunternehmern lassen sich Neubauten unter 3.000 Euro (teilweise sogar ab 2.800 Euro) brutto pro Quadratmeter Wohnfläche realisieren.
Käufer können über das KfW-Programm 261 zinsgünstige Darlehen von bis zu 150.000 Euro in Anspruch nehmen, kombiniert mit einem Tilgungszuschuss von bis zu 30 Prozent.
Leerstehende Objekte verhindern zeit- und nervenaufreibende Konflikte mit Bestandsmietern während der Modernisierungsphase. Dies beschleunigt den Baufortschritt und sichert den kalkulierten Zeitplan.
Mezzanine-Kapital lohnt sich nur bei hochrentablen Projekten mit extrem kurzen und sicheren Genehmigungsphasen. Bei Zinssätzen von 15 bis 17 Prozent führen lange Verzögerungen beim Baurecht schnell zur Insolvenz.
Vor dem Kauf sollten die Versorgungsstränge, die Statik, der Brandschutz und potenzielle Schadstoffbelastungen in Decken und Wänden gründlich durch Probeöffnungen untersucht werden.
Unter Nachverdichtung versteht man die Schaffung von zusätzlichem Wohnraum auf bereits bebauten Grundstücken, zum Beispiel durch Dachaufstockungen oder die Bebauung von Innenhöfen.
Das Risiko lässt sich durch eine konservative Kalkulation, eine standardisierte Planungsmethodik und den frühzeitigen Abschluss von Festpreisverträgen mit erfahrenen Generalunternehmern kontrollieren.
Das Transkript für diese Folge wird derzeit vorbereitet.