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    immo-inside · 10. Jun 2026

    Vermögensaufbau Strategie: Das Enkelmillionärsprinzip

    10. Jun 2026 34:23 5 Min. Lesezeit
    #094 - Buchautor Michael Grunge: Die Millionärsenkel-Formel

    Kapitel

    Das Wichtigste in Kürze

    • Die Zeit ist der mächtigste Hebel beim Vermögensaufbau, da der Zinseszinseffekt über Jahrzehnte hinweg auch kleine Sparraten exponentiell wachsen lässt.
    • Ein erfolgreiches Vermögenssystem basiert auf einer klaren Struktur aus Liquidität, Sachwerten (wie Gold oder Immobilien) und breit gestreuten ETFs.
    • Ein separates, mental abgeschriebenes "Labor-Depot" schützt das Hauptvermögen vor riskanten Spekulationen und emotionalen Fehlentscheidungen.
    • Saisonale Anlagestrategien und systematische Marktindikatoren bieten wissenschaftlich fundierte Möglichkeiten, die Portfoliorendite stressfrei zu steigern.
    • Anleger ab 50 Jahren sollten vor dem Abschluss von Bankprodukten akribisch die versteckten Kosten und Gebühren prüfen, um ihre Rendite zu schützen.

    Michael Grunge erklärt im Podcast, wie Du mit dem Enkelmillionärsprinzip und klugen Anlagestrategien langfristig Vermögen aufbaust.

    Vom Fliegen zum systematischen Vermögensaufbau

    In dieser Folge begrüßt Dr. Peter Burnickl seinen ehemaligen Studienkollegen Michael Grunge. Beide haben gemeinsam ihren Wirtschaftsingenieur-Master absolviert. Während Peter den Weg in die Selbstständigkeit wählte, machte Michael Karriere beim Luftfahrtkonzern Airbus.

    Neben seiner beruflichen Tätigkeit ist Michael leidenschaftlicher Hobbypilot und Familienvater. Aus dieser Leidenschaft zieht er Parallelen zum Investieren. Beim Fliegen wie auch beim Vermögensaufbau kommt es primär auf ein exzellentes Risikomanagement an.

    „Wichtig beim Fliegen ist auch immer das Risikomanagement. Und das Gleiche ist es eigentlich auch beim Vermögenserhalt beziehungsweise auch beim Vermögensaufbau.“ — Michael Grunge

    Nur wer seine Grenzen kennt, ein funktionierendes System nutzt und emotional stabil bleibt, kommt sicher ans Ziel. Dieses Prinzip bildet das Fundament für Michaels heutigen Erfolg als Finanzcoach und Buchautor.

    Das Enkelmillionärsprinzip: Der Hebel der Zeit

    Der Anstoß für Michaels Buch „Das Enkelmillionärsprinzip“ war die Geburt seiner eigenen Kinder. Er stellte sich die Frage, wie man für die nächste Generation ein echtes finanzielles Sicherheitsnetz knüpfen kann. Die Lösung liegt im extremen Zeithorizont, den Großeltern für ihre Enkelkinder nutzen können.

    Wenn bereits ab der Geburt monatlich kleine Beträge diszipliniert zurückgelegt werden, sorgt der Zinseszinseffekt über 65 Jahre für ein Millionenvermögen. Dabei geht es Michael nicht um protzigen Reichtum. Das Ziel ist vielmehr, dem Kind im späteren Leben maximale Entscheidungsfreiheit und finanzielle Sorgenfreiheit zu schenken.

    Peter teilt diese Philosophie vollkommen. Sein ältester Sohn wird bald 18 Jahre alt. Peters klares Ziel ist es, am Geburtstag beim Notar zu sitzen und die erste Immobilie für den Sohn zu erwerben. Bei Immobilien lässt sich die Zeit ebenfalls hervorragend als Hebel nutzen, um von Tilgung und steuerfreien Gewinnen zu profitieren.

    Die Drei-Säulen-Struktur eines krisensicheren Portfolios

    Ein wesentlicher Fehler vieler Privatanleger ist das unkoordinierte Ansammeln einzelner Finanzprodukte. Michael plädiert stattdessen dafür, Vermögensaufbau als geschlossenes System zu begreifen. Bevor überhaupt Rendite entstehen kann, muss eine klare, persönliche Struktur definiert werden.

    Diese Struktur ruht idealerweise auf drei essenziellen Säulen:

    • Säule 1 (Cash & Liquidität): Diese Basis sorgt für die nötige Handlungsfähigkeit im Alltag und deckt unvorhergesehene Ausgaben ab.
    • Säule 2 (Kaufkrafterhalt): Physische Sachwerte sichern das Vermögen langfristig gegen Inflation und Währungsverfall ab.
    • Säule 3 (Wachstum): Breit gestreute, kostengünstige Anlageklassen sorgen für die kontinuierliche Vermehrung des Kapitals.

    Erst wenn diese Säulen im richtigen Verhältnis zueinander stehen, ist ein Portfolio wirklich krisenfest. Das genaue Verhältnis muss dabei individuell an das Alter und die Lebensphase des Anlegers angepasst werden.

    Sachwerte als Schutzschild gegen Inflation und Rechtssysteme

    Die zweite Säule dient primär dem Schutz der Kaufkraft. Sachwerte wie Gold und Silber sind historisch bewährte Mittel, um den realen Wert von Geld über Generationen zu erhalten. Michael empfiehlt, einen Teil des Vermögens in physischen Edelmetallen anzulegen.

    Ein spannender Aspekt bei Edelmetallen ist zudem die Möglichkeit der geografischen und rechtlichen Diversifikation. Durch die Verwahrung von Gold auf Konten im außereuropäischen Ausland lässt sich das Vermögen vor lokalen rechtlichen Risiken schützen. Dies ist völlig legal und transparent gegenüber dem deutschen Fiskus.

    Peter ergänzt, dass neben Gold auch Immobilien und hochwertige Edelsteine hervorragende Sachwerte darstellen. Wichtig ist jedoch immer, dass man die Anlageklasse versteht. Blindes Investieren ohne Fachwissen führt auch bei Sachwerten schnell zu herben Verlusten.

    ETFs als langweilige, aber hocheffektive Wachstumsmotoren

    Für den eigentlichen Vermögensaufbau setzt Michael auf maximale Einfachheit und investiert in ETFs. Er rät dringend davon ab, kurzfristigen Modetrends wie Cannabis, Wasserstoff oder überhitzten KI-Hypes hinterherzujagen. Erfolgreiches Investieren darf und sollte extrem langweilig sein.

    Ein global gestreuter ETF wie der MSCI World passt sich automatisch der weltweiten Wirtschaftskraft an. Schwächelt eine Region, wird eine andere stärker gewichtet. Wer hier einmal im Jahr reinschaut und ansonsten stur seine Sparraten laufen lässt, fährt langfristig die besten Renditen ein.

    „Ein Hobby kostet halt oft Geld. Ja. Und da ist dann der Unterschied, ja.“ — Michael Grunge

    Aktives Daytrading hingegen kostet meist nur Nerven und Rendite. Für die allermeisten Menschen ist ein passiver, regelbasierter Ansatz der einzig sinnvolle Weg zur finanziellen Unabhängigkeit.

    Das Labor-Depot: Kontrolliertes Zocken ohne Gesamtrisiko

    Für Anleger, die dennoch den Nervenkitzel des Marktes suchen, schlägt Michael ein sogenanntes „Labor-Depot“ vor. Hierbei handelt es sich um ein separates, strikt vom Hauptvermögen abgekoppeltes Konto. Auf dieses Depot wird eine feste Summe überwiesen, die mental sofort abgeschrieben wird.

    In diesem geschlossenen Raum können Anleger nach Herzenslust spekulieren, Hebelprodukte testen oder trendige Einzelaktien kaufen. Geht das Geld verloren, hat dies keinerlei Auswirkungen auf die finanzielle Existenz oder das langfristige Altersvorsorge-System.

    Dieses Ventil ist psychologisch äußerst wertvoll. Es verhindert, dass Anleger aus Langeweile oder Gier unüberlegte Transaktionen im seriösen Hauptdepot durchführen. So bleibt der Kern des Vermögens stets geschützt.

    Saisonale Strategien und der Blick in den Rückspiegel

    Neben passivem Investieren nutzt Michael auch wissenschaftlich fundierte, aktive Strategien. Dazu gehört der saisonale Handel. Durch historische Datenauswertungen mit KI und Python-Skripten lassen sich wiederkehrende Muster an den Märkten identifizieren.

    Aktienindizes wie der S&P 500 oder der DAX performen historisch betrachtet in den Monaten Oktober bis Dezember besonders stark. Im Winter hingegen weisen Rohstoffe wie Gold und Silber oft hervorragende Zyklen auf. Diese Muster lassen sich mit minimalem Zeitaufwand von wenigen Minuten pro Monat nutzen.

    „Das beste Aktiengeld meines Lebens mit weitem Abstand habe ich verdient beim großen Corona-Crash.“ — Peter Burnickl

    Peter erinnert sich in diesem Zusammenhang an den Corona-Crash 2020. Während die breite Masse panisch am Tiefpunkt verkaufte, nutzte er die Gunst der Stunde für massive Nachkäufe. Wer die Marktmechanismen versteht, kann in solchen Krisen außergewöhnliche Renditen erzielen.

    Die Kostenfalle bei Bankprodukten für Best Ager

    Zum Abschluss der Folge richtet Michael eine dringende Warnung an die Generation 50+. Viele Menschen arbeiten ihr Leben lang hart, sparen diszipliniert und tragen ihr Geld dann blind zum Hausbankberater. Dort werden ihnen oft komplexe, teure Produkte wie Dachfonds oder Zertifikate verkauft.

    Anleger sollten vor jeder Unterschrift die Kostenstruktur dieser Produkte genau analysieren:

    • Ausgabeaufschläge: Einmalige Gebühren beim Kauf, die sofort die Rendite schmälern.
    • Laufende Fondskosten (TER): Jährliche Gebühren, die den Zinseszinseffekt massiv ausbremsen.
    • Depotführungsgebühren: Versteckte Fixkosten, die bei modernen Online-Brokern längst hinfällig sind.

    Wer diese Faktoren nicht prüft, verbrennt über die Jahre zehntausende Euro. Michael rät dazu, sich grundlegendes Finanzwissen anzueignen, um dem Bankberater auf Augenhöhe zu begegnen und die eigene Altersvorsorge selbstbestimmt zu sichern.

    Häufige Fragen

    Was ist das Enkelmillionärsprinzip?

    Es ist eine Anlagestrategie, bei der ab der Geburt eines Kindes über einen Zeitraum von 65 Jahren kleine, regelmäßige Sparraten investiert werden. Durch den extrem langen Zeithorizont und den Zinseszinseffekt entsteht so bis zum Ruhestand ein Millionenvermögen.

    Welche Rolle spielt das Risikomanagement beim Vermögensaufbau?

    Genauso wie in der Fliegerei schützt ein klares Risikomanagement vor dem Totalabsturz. Es definiert feste Leitplanken, sorgt für die nötige Diversifikation und verhindert emotionale Fehlentscheidungen in Krisenphasen.

    Wie sieht eine sinnvolle Vermögensstruktur aus?

    Ein stabiles Portfolio ruht auf drei Säulen: einer liquiden Cash-Reserve, inflationsgeschützten Sachwerten (wie Edelmetallen oder Immobilien) und breit gestreuten, wachstumsorientierten ETFs.

    Warum sind Sachwerte im Portfolio wichtig?

    Sachwerte wie physisches Gold oder Immobilien dienen als Schutzschild gegen Inflation. Sie erhalten ihre Kaufkraft unabhängig von staatlichen Währungen und bieten die Möglichkeit, Vermögen über verschiedene Rechtssysteme hinweg zu diversifizieren.

    Welche ETFs empfiehlt Michael Grunge für den Vermögensaufbau?

    Er empfiehlt breit gestreute, kostengünstige Klassiker wie den MSCI World. Anleger sollten kurzlebigen Modetrends wie Cannabis-, Wasserstoff- oder reinen KI-ETFs fernbleiben, da diese oft ein hohes Klumpenrisiko bergen.

    Was versteht man unter einem Labor-Depot?

    Das Labor-Depot ist ein separates Spielkonto mit einer kleinen, mental bereits abgeschriebenen Summe. Hier können spekulative Strategien oder Einzelaktien getestet werden, ohne dass das solide Hauptvermögen gefährdet wird.

    Wie funktioniert saisonales Investieren?

    Saisonales Investieren nutzt historisch nachgewiesene Marktzyklen. Beispielsweise performen Aktienindizes statistisch gesehen im vierten Quartal besonders stark, während Edelmetalle oft im Winter überdurchschnittliche Gewinne erzielen.

    Was ist die RSL-Strategie?

    Die Relative-Stärke-Levy-Strategie (RSL) filtert die trendstärksten Aktien aus einem Index wie dem S&P 500 heraus. Diese werden über einen festgelegten Zeitraum gehalten, um von ihrer überdurchschnittlichen Dynamik zu profitieren.

    Warum sollten Menschen ab 50 vorsichtig bei Bankberatern sein?

    Hausbankberater verkaufen oft komplexe Produkte mit hohen versteckten Gebühren wie Ausgabeaufschlägen oder teuren laufenden Verwaltungsgebühren. Diese Kosten können einen erheblichen Teil der ohnehin niedrigen Renditen aufzehren.

    Wie reagiert man am besten auf einen Börsen-Crash?

    Ein Crash sollte rational als Kaufgelegenheit („Schnapper“) genutzt werden, um günstig nachzukaufen. Panische Verkäufe am Tiefpunkt hingegen besiegeln den Verlust und sollten durch eine solide Vorbereitung vermieden werden.

    Transkript

    Das Transkript für diese Folge wird derzeit vorbereitet.