
Michael Grunge erklärt im Podcast, wie Du mit dem Enkelmillionärsprinzip und klugen Anlagestrategien langfristig Vermögen aufbaust.
In dieser Folge begrüßt Dr. Peter Burnickl seinen ehemaligen Studienkollegen Michael Grunge. Beide haben gemeinsam ihren Wirtschaftsingenieur-Master absolviert. Während Peter den Weg in die Selbstständigkeit wählte, machte Michael Karriere beim Luftfahrtkonzern Airbus.
Neben seiner beruflichen Tätigkeit ist Michael leidenschaftlicher Hobbypilot und Familienvater. Aus dieser Leidenschaft zieht er Parallelen zum Investieren. Beim Fliegen wie auch beim Vermögensaufbau kommt es primär auf ein exzellentes Risikomanagement an.
„Wichtig beim Fliegen ist auch immer das Risikomanagement. Und das Gleiche ist es eigentlich auch beim Vermögenserhalt beziehungsweise auch beim Vermögensaufbau.“ — Michael Grunge
Nur wer seine Grenzen kennt, ein funktionierendes System nutzt und emotional stabil bleibt, kommt sicher ans Ziel. Dieses Prinzip bildet das Fundament für Michaels heutigen Erfolg als Finanzcoach und Buchautor.
Der Anstoß für Michaels Buch „Das Enkelmillionärsprinzip“ war die Geburt seiner eigenen Kinder. Er stellte sich die Frage, wie man für die nächste Generation ein echtes finanzielles Sicherheitsnetz knüpfen kann. Die Lösung liegt im extremen Zeithorizont, den Großeltern für ihre Enkelkinder nutzen können.
Wenn bereits ab der Geburt monatlich kleine Beträge diszipliniert zurückgelegt werden, sorgt der Zinseszinseffekt über 65 Jahre für ein Millionenvermögen. Dabei geht es Michael nicht um protzigen Reichtum. Das Ziel ist vielmehr, dem Kind im späteren Leben maximale Entscheidungsfreiheit und finanzielle Sorgenfreiheit zu schenken.
Peter teilt diese Philosophie vollkommen. Sein ältester Sohn wird bald 18 Jahre alt. Peters klares Ziel ist es, am Geburtstag beim Notar zu sitzen und die erste Immobilie für den Sohn zu erwerben. Bei Immobilien lässt sich die Zeit ebenfalls hervorragend als Hebel nutzen, um von Tilgung und steuerfreien Gewinnen zu profitieren.
Ein wesentlicher Fehler vieler Privatanleger ist das unkoordinierte Ansammeln einzelner Finanzprodukte. Michael plädiert stattdessen dafür, Vermögensaufbau als geschlossenes System zu begreifen. Bevor überhaupt Rendite entstehen kann, muss eine klare, persönliche Struktur definiert werden.
Diese Struktur ruht idealerweise auf drei essenziellen Säulen:
Erst wenn diese Säulen im richtigen Verhältnis zueinander stehen, ist ein Portfolio wirklich krisenfest. Das genaue Verhältnis muss dabei individuell an das Alter und die Lebensphase des Anlegers angepasst werden.
Die zweite Säule dient primär dem Schutz der Kaufkraft. Sachwerte wie Gold und Silber sind historisch bewährte Mittel, um den realen Wert von Geld über Generationen zu erhalten. Michael empfiehlt, einen Teil des Vermögens in physischen Edelmetallen anzulegen.
Ein spannender Aspekt bei Edelmetallen ist zudem die Möglichkeit der geografischen und rechtlichen Diversifikation. Durch die Verwahrung von Gold auf Konten im außereuropäischen Ausland lässt sich das Vermögen vor lokalen rechtlichen Risiken schützen. Dies ist völlig legal und transparent gegenüber dem deutschen Fiskus.
Peter ergänzt, dass neben Gold auch Immobilien und hochwertige Edelsteine hervorragende Sachwerte darstellen. Wichtig ist jedoch immer, dass man die Anlageklasse versteht. Blindes Investieren ohne Fachwissen führt auch bei Sachwerten schnell zu herben Verlusten.
Für den eigentlichen Vermögensaufbau setzt Michael auf maximale Einfachheit und investiert in ETFs. Er rät dringend davon ab, kurzfristigen Modetrends wie Cannabis, Wasserstoff oder überhitzten KI-Hypes hinterherzujagen. Erfolgreiches Investieren darf und sollte extrem langweilig sein.
Ein global gestreuter ETF wie der MSCI World passt sich automatisch der weltweiten Wirtschaftskraft an. Schwächelt eine Region, wird eine andere stärker gewichtet. Wer hier einmal im Jahr reinschaut und ansonsten stur seine Sparraten laufen lässt, fährt langfristig die besten Renditen ein.
„Ein Hobby kostet halt oft Geld. Ja. Und da ist dann der Unterschied, ja.“ — Michael Grunge
Aktives Daytrading hingegen kostet meist nur Nerven und Rendite. Für die allermeisten Menschen ist ein passiver, regelbasierter Ansatz der einzig sinnvolle Weg zur finanziellen Unabhängigkeit.
Für Anleger, die dennoch den Nervenkitzel des Marktes suchen, schlägt Michael ein sogenanntes „Labor-Depot“ vor. Hierbei handelt es sich um ein separates, strikt vom Hauptvermögen abgekoppeltes Konto. Auf dieses Depot wird eine feste Summe überwiesen, die mental sofort abgeschrieben wird.
In diesem geschlossenen Raum können Anleger nach Herzenslust spekulieren, Hebelprodukte testen oder trendige Einzelaktien kaufen. Geht das Geld verloren, hat dies keinerlei Auswirkungen auf die finanzielle Existenz oder das langfristige Altersvorsorge-System.
Dieses Ventil ist psychologisch äußerst wertvoll. Es verhindert, dass Anleger aus Langeweile oder Gier unüberlegte Transaktionen im seriösen Hauptdepot durchführen. So bleibt der Kern des Vermögens stets geschützt.
Neben passivem Investieren nutzt Michael auch wissenschaftlich fundierte, aktive Strategien. Dazu gehört der saisonale Handel. Durch historische Datenauswertungen mit KI und Python-Skripten lassen sich wiederkehrende Muster an den Märkten identifizieren.
Aktienindizes wie der S&P 500 oder der DAX performen historisch betrachtet in den Monaten Oktober bis Dezember besonders stark. Im Winter hingegen weisen Rohstoffe wie Gold und Silber oft hervorragende Zyklen auf. Diese Muster lassen sich mit minimalem Zeitaufwand von wenigen Minuten pro Monat nutzen.
„Das beste Aktiengeld meines Lebens mit weitem Abstand habe ich verdient beim großen Corona-Crash.“ — Peter Burnickl
Peter erinnert sich in diesem Zusammenhang an den Corona-Crash 2020. Während die breite Masse panisch am Tiefpunkt verkaufte, nutzte er die Gunst der Stunde für massive Nachkäufe. Wer die Marktmechanismen versteht, kann in solchen Krisen außergewöhnliche Renditen erzielen.
Zum Abschluss der Folge richtet Michael eine dringende Warnung an die Generation 50+. Viele Menschen arbeiten ihr Leben lang hart, sparen diszipliniert und tragen ihr Geld dann blind zum Hausbankberater. Dort werden ihnen oft komplexe, teure Produkte wie Dachfonds oder Zertifikate verkauft.
Anleger sollten vor jeder Unterschrift die Kostenstruktur dieser Produkte genau analysieren:
Wer diese Faktoren nicht prüft, verbrennt über die Jahre zehntausende Euro. Michael rät dazu, sich grundlegendes Finanzwissen anzueignen, um dem Bankberater auf Augenhöhe zu begegnen und die eigene Altersvorsorge selbstbestimmt zu sichern.
Es ist eine Anlagestrategie, bei der ab der Geburt eines Kindes über einen Zeitraum von 65 Jahren kleine, regelmäßige Sparraten investiert werden. Durch den extrem langen Zeithorizont und den Zinseszinseffekt entsteht so bis zum Ruhestand ein Millionenvermögen.
Genauso wie in der Fliegerei schützt ein klares Risikomanagement vor dem Totalabsturz. Es definiert feste Leitplanken, sorgt für die nötige Diversifikation und verhindert emotionale Fehlentscheidungen in Krisenphasen.
Ein stabiles Portfolio ruht auf drei Säulen: einer liquiden Cash-Reserve, inflationsgeschützten Sachwerten (wie Edelmetallen oder Immobilien) und breit gestreuten, wachstumsorientierten ETFs.
Sachwerte wie physisches Gold oder Immobilien dienen als Schutzschild gegen Inflation. Sie erhalten ihre Kaufkraft unabhängig von staatlichen Währungen und bieten die Möglichkeit, Vermögen über verschiedene Rechtssysteme hinweg zu diversifizieren.
Er empfiehlt breit gestreute, kostengünstige Klassiker wie den MSCI World. Anleger sollten kurzlebigen Modetrends wie Cannabis-, Wasserstoff- oder reinen KI-ETFs fernbleiben, da diese oft ein hohes Klumpenrisiko bergen.
Das Labor-Depot ist ein separates Spielkonto mit einer kleinen, mental bereits abgeschriebenen Summe. Hier können spekulative Strategien oder Einzelaktien getestet werden, ohne dass das solide Hauptvermögen gefährdet wird.
Saisonales Investieren nutzt historisch nachgewiesene Marktzyklen. Beispielsweise performen Aktienindizes statistisch gesehen im vierten Quartal besonders stark, während Edelmetalle oft im Winter überdurchschnittliche Gewinne erzielen.
Die Relative-Stärke-Levy-Strategie (RSL) filtert die trendstärksten Aktien aus einem Index wie dem S&P 500 heraus. Diese werden über einen festgelegten Zeitraum gehalten, um von ihrer überdurchschnittlichen Dynamik zu profitieren.
Hausbankberater verkaufen oft komplexe Produkte mit hohen versteckten Gebühren wie Ausgabeaufschlägen oder teuren laufenden Verwaltungsgebühren. Diese Kosten können einen erheblichen Teil der ohnehin niedrigen Renditen aufzehren.
Ein Crash sollte rational als Kaufgelegenheit („Schnapper“) genutzt werden, um günstig nachzukaufen. Panische Verkäufe am Tiefpunkt hingegen besiegeln den Verlust und sollten durch eine solide Vorbereitung vermieden werden.
Das Transkript für diese Folge wird derzeit vorbereitet.