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    immo-inside · 8. Jul 2026

    Reich mit Immobilien: Die 3 Säulen der Profis

    8. Jul 2026 18:48 6 Min. Lesezeit
    #098 - Reich mit Immobilien - die drei Säulen der Profis

    Kapitel

    Das Wichtigste in Kürze

    • Intelligente Investoren bringen ihre Einkommensteuerlast durch gezielte Abschreibungen wie Denkmal- oder Sanierungsgebiets-Afa auf null.
    • Ein Restnutzungsdauergutachten kann die gesetzliche Abschreibungszeit rechtssicher verkürzen und so die jährliche Steuerersparnis drastisch erhöhen.
    • Beim Einstieg über Fix & Flip sollte man nur in Immobilien investieren, in denen man auch selbst wohnen würde, um das Leerstandsrisiko zu minimieren.
    • Das Aufteilergeschäft von Mehrfamilienhäusern bietet starken Cashflow, erfordert aber rechtliche Vorsicht bezüglich Aufteilungsbarrieren und Brandschutz.
    • In der Projektentwicklung lässt sich durch Dachgeschossausbauten oder Nachverdichtung im Innenhof neuer Wohnraum schaffen, ohne für Grund und Boden zu bezahlen.

    Wie werden Profis mit Immobilien reich? Dr. Peter Burnickl erklärt die 3 Säulen: Steuern senken, Fix & Flip / Aufteilen und die Champions League.

    Der Hebel der Steuer: Einkommensteuer auf Null bringen

    Der größte Kostenblock für die meisten Deutschen ist die Einkommensteuer. Intelligente Immobilieninvestoren setzen genau hier an und nutzen steuerliche Abschreibungen (AfA), um ihre persönliche Steuerlast im ersten Schritt auf null zu senken. Das Prinzip funktioniert unabhängig vom Einkommen, indem man gezielte Investitionen tätigt, die hohe steuerliche Verluste generieren.

    Durch diese strategische Herangehensweise verwandeln Investoren Steuerzahlungen in Eigenkapital für den Vermögensaufbau. Das Ziel ist ein klassisches Buy-and-Hold-Portfolio, das sich über einen langen Zeitraum trägt und nach der gesetzlichen Haltefrist steuerfrei veräußert werden kann.

    „Jeder intelligente Investor versucht erstmal die eigene Einkommenssteuerlast auf null zu bekommen.“ — Peter Burnickl

    Unternehmer haben hierbei sogar noch größere Hebelwirkungen: Sie können ihr eigenes Einkommen steuern, die Einkommensteuer über hohe Abschreibungen quasi ins Minus bringen und den Ausgleich über steuerfreie Ausschüttungen regeln.

    Drei Abschreibungsmodelle für maximalen Cashflow

    Um die Einkommensteuer effektiv zu senken, nutzen Profis vor allem drei Abschreibungsmodelle, die den größten steuerlichen Hebel bieten.

    • KFW40 QNG Neubau: Beim Kauf eines hocheffizienten Neubaus gibt es attraktive Sonderabschreibungen von derzeit viermal fünf Prozent, was den Cashflow in den ersten Jahren massiv stärkt.
    • Denkmalschutz-Immobilien: Denkmalgeschützte Objekte bieten extrem hohe Abschreibungssätze auf die Sanierungskosten, was besonders für Gutverdiener mit hoher Steuerprogression interessant ist.
    • Förmliches Sanierungsgebiet: Dieses Modell ist ein absoluter Geheimtipp. Liegt eine Immobilie in einem Sanierungsgebiet, können alle Sanierungskosten über 12 Jahre zu 100 % abgeschrieben werden – ganz ohne die strengen Denkmalschutzauflagen.

    Insbesondere der Kauf sanierungsbedürftiger Immobilien in Sanierungsgebieten bietet exzellente Chancen, da der günstige Anschaffungspreis das Kapital schont, während die darauffolgende Modernisierung steuerlich voll gefördert wird.

    Turbo-Abschreibung mit dem Restnutzungsdauergutachten

    Ein oft übersehener Hebel zur Steueroptimierung bei Bestandsimmobilien ist das sogenannte Restnutzungsdauergutachten. Gesetzlich ist die Abschreibungsdauer für ältere Gebäude starr vorgegeben, spiegelt jedoch häufig nicht den tatsächlichen Zustand wider.

    • Verkürzung der Abschreibungszeit: Durch ein qualifiziertes Gutachten kann nachgewiesen werden, dass die tatsächliche Restnutzungsdauer der Immobilie kürzer ist als gesetzlich veranschlagt.
    • Erhöhung der jährlichen Abschreibung: Verkürzt sich die Abschreibungszeit beispielsweise von 50 auf 25 Jahre, verdoppelt sich die jährliche steuerliche Abschreibungshöhe sofort.
    • Rechtssicherheit: Wichtig ist hierbei die Zusammenarbeit mit zertifizierten Partnern, da Finanzämter diese Gutachten genau prüfen.

    Dieses Werkzeug ermöglicht es, auch ohne sofortige Großsanierungen erhebliche steuerliche Liquidität aus bestehenden Immobilienportfolios freizusetzen.

    Fix & Flip: Schnelles Geld für Einsteiger und seine Tücken

    Während die Steueroptimierung der langfristigen Sicherung dient, suchen viele Einsteiger nach Möglichkeiten, schnell aktives Kapital aufzubauen. Das als „Fix & Flip“ bekannte Geschäft – der günstige Einkauf, die schnelle Aufwertung und der teurere Wiederverkauf – ist dafür der klassische Einstieg.

    „Immobilien sind immobil. Daher mein dringender Tipp: Kauft euch wirklich nur Immobilien, in denen ihr euch auch vorstellen könntet, selbst zu leben.“ — Peter Burnickl

    Der Reiz liegt in der sogenannten Pinselsanierung. Mit überschaubarem Aufwand wie neuen Wandfarben, modernen Bodenbelägen und einer kostengünstigen Modernisierung von Küche und Bad lässt sich der optische Wert einer Wohnung massiv steigern. Doch dieses Geschäft birgt auch erhebliche Gefahren für unvorbereitete Akteure.

    • Das Risiko der Lage: Ein billiges Objekt in einer schwachen Mikrolage lässt sich selbst nach einer perfekten Sanierung oft nur schwer oder gar nicht weiterverkaufen.
    • Die Steuerfalle: Werden innerhalb von fünden Jahren mehr als drei Objekte veräußert, droht die Einstufung in den gewerblichen Grundstückshandel.
    • Eigentümergemeinschaften (WEG): Bei einzelnen Eigentumswohnungen ist man stets von den Beschlüssen der anderen Eigentümer abhängig, was Prozesse blockieren kann.

    Das Aufteilergeschäft: Die zweite Bundesliga der Immobilienprofis

    Wer über mehr Eigenkapital, freie Grundschulden oder entsprechende Sicherheiten verfügt, wechselt in das Aufteilergeschäft. Dieses Segment lässt sich als die zweite Bundesliga des Immobilieninvestments beschreiben.

    • Globaler Einkauf: Man erwirbt ein komplettes Mehrfamilienhaus im Paket, was im Vergleich zum Einzelkauf einen erheblichen Mengenrabatt ermöglicht.
    • Aufteilung in Wohneigentum: Das Gesamtobjekt wird rechtlich in einzelne Eigentumswohnungen aufgeteilt (Teileigentum).
    • Sukzessive Wertsteigerung: Durch gezielte Sanierungen bei Mieterwechseln, behutsame Mietanpassungen und direkte Gespräche mit den Mietern wird der Wert gesteigert.
    • Einzelverkauf: Die nun separaten Wohnungen werden einzeln zu einem deutlich höheren Quadratmeterpreis veräußert, als für das globale Gebäude gezahlt wurde.

    Allerdings lauern auch hier strenge regulatorische Fallstricke. In Ballungsräumen wie Berlin erschweren Aufteilungsverbote das Geschäft ab einer bestimmten Anzahl von Wohneinheiten. Zudem besteht bei einer zu starken baulichen Veränderung die Gefahr, den baurechtlichen Bestandsschutz zu verlieren. Brandschutzauflagen können dann schnell zu massiven ungeplanten Mehrkosten führen.

    Die Champions League: Projektentwicklung und Bauträgergeschäft

    Die absolute Königsklasse des Immobiliengeschäfts ist die Projektentwicklung in Kombination mit dem Bauträgergeschäft. Hier agiert man als echter Profi und bewegt sich in einem hochregulierten, aber extrem lukrativen Marktumfeld.

    „Bauträgergeschäft oder Projektentwicklungsgeschäft ist nicht die zweite Bundesliga, sondern ist mindestens erste Bundesliga oder Champions League.“ — Peter Burnickl

    Im klassischen Bauträgergeschäft baut und verkauft man Immobilien nach den Regeln der Makler- und Bauträgerverordnung (MaBV). Da man hier direkt an private Käufer veräußert, trägt man die volle Verantwortung und unterliegt den strengen Gewährleistungsfristen des BGB. Doch die Renditechancen sind bei professioneller Umsetzung unerreicht.

    Die höchste Stufe der Projektentwicklung liegt in der Schaffung von Baurecht. Investoren kaufen beispielsweise ungenutzte Gewerbeflächen ohne bestehendes Baurecht zu einem sehr günstigen Preis ein. Durch die erfolgreiche Umwidmung in wohnwirtschaftliche Nutzung vervielfacht sich der Wert des Grundstücks bereits vor dem ersten Spatenstich.

    Dachgeschossausbau und Nachverdichtung: Land geschenkt bekommen

    Ein genialer Schachzug innerhalb der Projektentwicklung ist die Nachverdichtung im Bestand, insbesondere durch den Dachgeschossausbau oder die Bebauung von Innenhöfen. Der unschlagbare Vorteil: Der teure Grund und Boden ist kalkulatorisch bereits vorhanden und kostet den Entwickler keinen Cent zusätzlich.

    • Kostenloser Grund und Boden: Da das Grundstück bereits durch das bestehende Mehrfamilienhaus abbezahlt ist, entfallen die Grundstückserwerbskosten für den neuen Wohnraum komplett.
    • Enorme Margen: Während die Erstellungskosten für den Ausbau eines Dachgeschosses kalkulierbar bleiben, können die fertigen Penthäuser zu absoluten Spitzenpreisen verkauft werden.
    • Innenhof-Bebauung: Durch das Errichten von Anbauten oder Solitärgebäuden in ungenutzten Innenhöfen lässt sich zusätzliche Wohnfläche schaffen, ohne neues Land zukaufen zu müssen.

    Ein einziger gelungener Dachgeschossausbau oder eine genehmigte Aufstockung um zwei Vollgeschosse statt nur eines einfachen Staffelgeschosses kann den Gesamtgewinn eines Projekts auf einen Schlag vervielfachen.

    Souveräner Bauherr werden statt naiv zu scheitern

    Der Weg zum Reichtum mit Immobilien ist kein theoretisches Gedankenspiel, sondern erfordert tiefgehendes Praxiswissen und eiserne Disziplin. Die größte Gefahr für jeden Investor ist die eigene Naivität und das blinde Vertrauen auf ungeprüfte Versprechen.

    • Kontinuierliche Weiterbildung: Das Wissen über Baurecht, Brandschutz, Denkmalschutz und Steuergesetze muss ständig vertieft werden.
    • Profi-Netzwerke nutzen: Erfolgreiche Investoren arbeiten niemals alleine, sondern greifen auf erfahrene Architekten, Sonderfachleute und Berater zurück.
    • Risikominimierung: Jedes Projekt muss akribisch kalkuliert werden, um die Risiken maximal zu senken, während die Rendite durch intelligente Hebel optimiert wird.

    Wer den Weg vom passiven Beobachter zum souveränen Bauherrn aktiv geht, dem stehen alle Türen im profitablen Immobiliengeschäft offen.

    Häufige Fragen

    Wie kann man die Einkommensteuer mit Immobilien auf null senken?

    Durch hohe Abschreibungen (Afa) bei speziellen Immobilienmodellen wie Neubau (KFW40 QNG), Denkmalgeschützten Immobilien oder Sanierungsgebieten lässt sich die Steuerlast drastisch reduzieren.

    Was bringt ein Restnutzungsdauergutachten?

    Es verkürzt die steuerliche Abschreibungszeit einer älteren Immobilie rechtssicher, wodurch sich die jährliche Abschreibungshöhe deutlich erhöht.

    Welche Vorteile hat ein förmliches Sanierungsgebiet beim Immobilienkauf?

    Investoren können alle Sanierungskosten über 12 Jahre zu 100 % abschreiben, profitieren von ähnlichen Steuervorteilen wie beim Denkmal, haben jedoch weniger strenge Denkmalschutzauflagen.

    Wann lohnt sich der Einstieg über Fix & Flip?

    Fix & Flip eignet sich besonders für Einsteiger mit wenig Eigenkapital, um durch günstige Renovierung („Pinselsanierung“) und schnellen Wiederverkauf erstes Kapital aufzubauen.

    Ab wann gilt man als gewerblicher Immobilienhändler?

    Wer in der Regel mehr als drei Immobilienobjekte innerhalb von fünf Jahren ankauft und wieder verkauft, rutscht schnell in den gewerblichen Grundstückshandel mit entsprechenden Steuerfolgen.

    Was versteht man unter dem Aufteilergeschäft?

    Dabei kauft man ein ganzes Mehrfamilienhaus global ein, teilt es in einzelne Eigentumswohnungen auf und verkauft diese nach Sanierung oder Mieterhöhung gewinnbringend einzeln weiter.

    Welche rechtlichen Hürden gibt es beim Aufteilen von Mehrfamilienhäusern?

    In manchen Städten wie Berlin gibt es strenge Aufteilungsverbote (z. B. ab fünf Wohneinheiten), zudem kann das Aufteilen und Verändern von Wohnungen zum Verlust des Bestandsschutzes führen.

    Warum ist der Dachgeschossausbau kalkulatorisch so lukrativ?

    Weil der Grund und Boden bereits vorhanden und somit kostenlos ist. Man bezahlt lediglich die reinen Baukosten, erzielt aber hohe Verkaufspreise für das neue Penthouse.

    Was ist der Unterschied zwischen Projektentwicklung und Bauträgergeschäft?

    Projektentwicklung schafft Baurecht, zum Beispiel durch die Umwidmung von Gewerbe- in Wohnflächen, während das Bauträgergeschäft den Bau und Verkauf unter der Makler- und Bauträgerverordnung (MaBV) umfasst.

    Wie vermeidet man existenzbedrohende Fehler beim Immobilieninvestment?

    Durch kontinuierliche Weiterbildung, den Verzicht auf Naivität und das Hinzuziehen von Profis, um Risiken zu minimieren und baurechtliche sowie steuerliche Fallstricke zu umschiffen.

    Transkript

    Das Transkript für diese Folge wird derzeit vorbereitet.