
Peter Götz verrät, wie er ohne Startkapital über 2.000 Wohnungen aufbaute, warum Neubau sich selten lohnt und welche Zauberformel wirklich skaliert.
Peter Götz blickt auf einen außergewöhnlichen Lebensweg zurück, der weit entfernt von einer klassischen akademischen Karriere begann. Nach seiner Ausbildung zum Energieanlagenelektroniker bei der Deutschen Bundesbahn fällte er eine radikale Entscheidung: Bereits einen Tag nach dem Ende seiner Lehrzeit kündigte er seinen sicheren Job – ohne Netz, doppelten Boden oder einen konkreten Plan für die Zukunft. Seine Großmutter, bei der er aufwuchs, war besorgt, doch Peter trieb der Drang nach Veränderung an.
Nach einigen kurzen Umwegen landete er im Frühjahr 1993 durch Zufall in der Finanzdienstleistungsbranche. Obwohl er dort schnell gutes Geld verdiente, merkte er rasch, dass die klassischen Finanzprodukte ihn nicht langfristig begeisterten. Der entscheidende Wendepunkt folgte kurz darauf mit dem Einstieg in den boomenden Immobiliensektor der Nachwendezeit.
Der Einstieg in den Immobilienmarkt der frühen 1990er-Jahre war für Peter Götz eine intensive, aber auch fehlerbehaftete Phase. Als junger Vertriebler vermittelte er Denkmalschutz-Objekte, Pflegeapartments und Neubauprojekte, ohne anfangs selbst über tiefgehende Branchenerfahrung zu verfügen. Er stand unter dem Einfluss von Bauträgern, die Projekte oft schönrechneten, was zu suboptimalen Konzepten für die damaligen Kunden führte.
Trotz dieser frühen Fehltritte betont Götz, dass die langfristige Marktentwicklung fast alle Fehler korrigierte. Wer seine Immobilien über Jahrzehnte hielt, ging am Ende meist als Gewinner hervor. Für ihn selbst war diese Zeit die wertvollste Schule des Lebens, die ihn vor heutigen Marktzyklen warnt, da sich die typischen Fehler der Investoren über die Jahrzehnte hinweg kaum verändert haben.
Auf die Frage nach der ultimativen „Zauberformel“ für seinen Erfolg reagiert Peter Götz überraschend demütig. Er führt einen Großteil seines Aufstiegs auf Glück und glückliche Zufälle zurück, die er auch als „Fügungen“ bezeichnet. Im Laufe seiner Karriere traf er zur richtigen Zeit auf die passenden Mentoren und Förderer, die an ihn glaubten und ihn aktiv unterstützten.
„Wir sind Unternehmer und nicht Unterlasser.“ — Peter Götz
Dieses Zitat eines befreundeten Unternehmers prägt seine Philosophie bis heute. Es geht darum, mutig voranzugehen, Risiken einzugehen und aktiv zu handeln. Da Peter keine eigene Familie gründete, konnte er stets das volle unternehmerische Risiko tragen, ohne Angst vor dem finanziellen Scheitern haben zu müssen. Diese mentale Freiheit war ein entscheidender Katalysator für sein Wachstum.
Ein zentrales Thema im Buch von Peter Götz ist das menschliche Ego, das er als einen der größten Erfolgsverhinderer im Unternehmertum identifiziert. Viele Gründer scheitern daran, dass sie sich stets selbst im Rampenlicht präsentieren wollen, anstatt dem Gesamtergebnis des Unternehmens den Vorzug zu geben. Wahre Skalierung gelingt erst dann, wenn Aufgaben und Verantwortung vollständig an qualifizierte Mitarbeiter übertragen werden.
„Wenn du das Ego nicht schaffst zurückzustellen, wirst du nie ein Großer.“ — Peter Götz
Um diesen Punkt zu verdeutlichen, nutzt Götz eine Parabel aus seiner Jugendzeit als Fußballer: Ein herausragender Einzelspieler wurde vom Trainer in einem Trainingsspiel allein gegen eine elfköpfige Mannschaft aufgestellt. Die Lektion saß tief: Auch das größte Talent ist ohne sein Team machtlos. Ein erfolgreicher Unternehmer muss verstehen, dass er die Menschen um sich herum braucht, um ein stabiles Gesamtgefüge zu bilden, und muss ihnen mit entsprechendem Respekt begegnen.
Im aktuellen Marktumfeld setzt die Unternehmensgruppe von Peter Götz fast ausschließlich auf die Sanierung und Revitalisierung von Bestandsbauten anstelle von Neubauprojekten. Die Gründe hierfür liegen in der enormen Zeit- und Kapitalbindung, die Neubauten mit sich bringen. Während ein Neubauprojekt von der Planung bis zur Fertigstellung oft Jahre beansprucht, lassen sich in der gleichen Zeit hunderte Bestandswohnungen sanieren und neu vermieten.
„Mit einer Bestandsimmobilie habe ich dreimal Geld verdient, bis ich mit einem Neubau überhaupt fertig bin.“ — Peter Götz
Durch die Integration der kompletten Wertschöpfungskette im eigenen Unternehmen maximiert Götz die Effizienz:
Die Verwaltung der eigenen Immobilien ist für Peter Götz ein strategisches Werkzeug, das er bewusst nicht an externe Dienstleister vergibt. Obwohl das klassische Hausverwaltungsgeschäft am Markt oft als margenschwach und konfliktgeladen gilt, sichert es langfristig den Werterhalt und die Wertsteigerung des Portfolios. Viele Bauträger vernachlässigen diesen Bereich nach dem Verkauf, was nach ein bis zwei Jahrzehnten zu einem massiven Substanzverlust der Objekte führt.
Götz subventioniert seine interne Hausverwaltung bewusst mit nennenswerten Beträgen, um eine erstklassige Betreuung der Mieter und Eigentümer zu gewährleisten. Er warnt davor, die Ansprüche an Verwaltungen bei gleichzeitiger Sparwut ins Unermessliche zu schrauben, da das Geschäft ansonsten für niemanden mehr tragbar und wirtschaftlich abbildbar bleibt.
Für junge Menschen, die am Anfang ihrer Karriere stehen und ein Immobilienportfolio aufbauen möchten, hält Peter Götz einen pragmatischen Rat bereit, der gänzlich ohne Motivations-Floskeln auskommt. Erfolg ist für ihn primär das Ergebnis von Konsequenz und der Etablierung produktiver Gewohnheiten, vergleichbar mit dem täglichen Gang ins Fitnessstudio, der sich nach einiger Zeit nicht mehr nach harter Arbeit anfühlt.
Seine konkrete Strategie für den schnellen Vermögensaufbau basiert auf einfachen mathematischen Prinzipien:
„Verzichte in jungen Jahren auf ein bisschen Freizeit, mach keinen Playstation-Kram, sondern geh arbeiten und tilge deine Schulden.“ — Peter Götz
Mit dieser simplen, aber konsequenten Methode lässt sich innerhalb von 15 Jahren ein schuldenfreies Millionen-Portfolio aufbauen, das im späteren Leben maximale persönliche Freiheit und echten Freizeitgenuss ermöglicht.
Peter Götz ist ein erfolgreicher Selfmade-Immobilienunternehmer, Geschäftsführer der HG Beratungsgesellschaft mbH und Autor von mehreren Büchern, darunter „Aus der Gosse in den Porsche“.
Er hat ursprünglich eine Ausbildung zum Energieanlagenelektroniker bei der Deutschen Bundesbahn absolviert, kündigte jedoch direkt einen Tag nach dem Ende seiner Lehrzeit.
Nach seinem Ausstieg bei der Bahn stieg er 1993 über die Finanzdienstleistung und einen Strukturvertrieb in den damaligen Immobilienboom in den neuen Bundesländern ein.
Viele Bauträger rechneten Objekte schön, und mangels Erfahrung wurden schlechte Konzepte an Kunden verkauft. Langfristig glichen die Wertsteigerungen des Marktes diese Fehler jedoch meist wieder aus.
Bestandssanierungen binden deutlich weniger Zeit und Kapital als Neubauprojekte. Während der Sanierung fließen bereits Mieten, und die Wertschöpfung lässt sich mit eigenen Handwerkern schneller realisieren.
Er beschäftigt ein großes Team eigener Handwerker für Schlüsselgewerke wie Sanitär, Heizung, Elektro, Flachdach und Fassadenbau und nutzt eigene Zentrallager für den Materialeinkauf.
Eine gute Hausverwaltung sichert den langfristigen Werterhalt der Immobilien. Da externe Verwaltungen oft unterbezahlt und überlastet sind, übernimmt sein Unternehmen diese Aufgabe trotz hoher Eigenkosten selbst.
Junge Menschen sollten in ihrer Freizeit ca. 10 Stunden pro Woche zusätzlich arbeiten, um rund 1.200 Euro extra netto zu verdienen. Dieses Geld sollte komplett in die Sondertilgung der ersten Immobilien fließen.
Wer sich aus Ego-Gründen immer selbst in den Vordergrund drängt, blockiert die Skalierung seines Unternehmens. Erfolg stellt sich erst ein, wenn man Verantwortung abgibt und als Team agiert.
Peter Götz spendet die Einnahmen aus seinen Buchverkäufen zu 100 % an kleine, ausgewählte Tierschutzorganisationen, oft in Form von Sachspenden oder dem Bau von Gehegen.
Das Transkript für diese Folge wird derzeit vorbereitet.