Alle immo-inside Episoden
    immo-inside · 5. Aug 2026

    Baufails vermeiden: Top 3 Fehler aus 1.200 Bauvorhaben

    5. Aug 2026 15:34 4 Min. Lesezeit
    #103 - Meine Top 3 Fails aus 1.200 Bauvorhaben

    Kapitel

    Das Wichtigste in Kürze

    • Eine professionelle Technical und Legal Due Diligence (TDD/LDD) vor dem Ankauf schützt vor unvorhersehbaren Kostenexplosionen.
    • Verlassen Sie sich niemals blind auf die Kostenberechnungen von Architekten, sondern holen Sie frühzeitig echte Marktpreise ein.
    • Incentivieren Sie Architekten durch eine Vergütung pro Quadratmeter Wohnfläche, um das Maximum an Baurecht und Fläche herauszuholen.
    • Schlanke, partnerschaftliche Verträge und ein wertschätzender Umgang auf Augenhöhe sichern den Projekterfolg besser als Knebelverträge.
    • Erfolgreiches Bauen erfordert eine realistische Selbsteinschätzung und die Demut, trotz eigener Expertise ein interdisziplinäres Team von Fachplanern einzubinden.

    Dr. Peter Burnickl teilt die 3 größten Fehler aus über 1.200 Bauprojekten. Erfahren Sie, wie Sie Kostensicherheit erzielen und Fehler vermeiden.

    Fehlende Kostensicherheit bereits beim Immobilienankauf

    Viele Bauherren scheitern bereits vor dem ersten Spatenstich, weil sie die Kostenbasis im Ankauf nicht präzise prüfen. Sie verlassen sich blind auf grobe Kostenberechnungen oder Schätzungen von Architekten, anstatt fundierte Hausaufgaben zu machen.

    Wer ohne detaillierte Prüfung kauft, riskiert unvorhersehbare finanzielle Altlasten. Eine verlässliche Absicherung gelingt nur durch den gezielten Einsatz von Experten und standardisierten Prüfverfahren.

    „Verlasst euch niemals auf eure eigene Expertise. Auch ich nehme wirklich immer zusätzlich meine Experten mit ins Boot.“ — Dr. Peter Burnickl

    Für eine erfolgreiche Ankaufsprüfung sollten Investoren folgende Maßnahmen ergreifen:

    • Technical Due Diligence (TDD): Technische Prüfung der Bausubstanz zur Aufdeckung versteckter Mängel.
    • Legal Due Diligence (LDD): Rechtliche Absicherung aller Verträge, Baulasten und grundbuchlichen Gegebenheiten.
    • Investitionsbereitschaft: Einplanung von 10.000 bis 50.000 Euro für Gutachter vor dem eigentlichen Kauf.

    Die Bedeutung verlässlicher Kennzahlen bei den Baunebenkosten

    Ein fundiertes Verständnis von Baukosten erfordert den sicheren Umgang mit Branchenkennzahlen. Besonders die Kostengruppe 700 (Baunebenkosten) wird in vielen Kalkulationen falsch angesetzt, was zu massiven Budgetüberschreitungen führt.

    Als Sachverständiger für Baukosten verfügt Dr. Peter Burnickl über eine umfangreiche Datenbank, um Projekte schnell und präzise einzuschätzen. Die Abweichungen zwischen verschiedenen Vergabemethoden sind hierbei eklatant.

    Folgende Richtwerte dienen zur Orientierung für die Baunebenkosten:

    • Optimierte Methodik: Bei strukturierter Planung und GU-Vergabe betragen die Baunebenkosten lediglich 8 bis 14 Prozent.
    • Einzelgewerkvergabe: Bei der klassischen Vergabe an Einzelgewerke steigen die Nebenkosten auf 13 bis 17 Prozent.
    • Öffentliche Hand: Bei staatlichen Bauvorhaben liegen die Nebenkosten oft bei ineffizienten 20 bis 24 Prozent.

    Skalierung durch GU-Angebote und verlässliche Finanzierung

    Sicherheit beim Bauen bedeutet, erst dann zu handeln, wenn echte Marktpreise vorliegen. Erst nach der Einholung konkreter Angebote von Generalunternehmern (GU) sollte die finale Bankfinanzierung abgeschlossen werden.

    Diese Vorgehensweise ermöglicht es, Projekte ohne teure Nachfinanzierungen oder Liquiditätsengpässe durchzuziehen. So lassen sich selbst komplexe Portfolios mit mehreren Projekten gleichzeitig steuern.

    Die Vorteile dieser methodischen Kostensicherheit umfassen:

    • Kostensicherheitsquote: Nach Fertigstellung wird regelmäßig eine minimale Kostenabweichung von nur zwei bis drei Prozent erreicht.
    • Kostenunterschreitung: Durch optimierte Planung und Verhandlung gelingt häufig sogar eine Unterschreitung des Budgets.
    • Skalierbarkeit: Eine standardisierte Methodik erlaubt die parallele Umsetzung von zehn oder mehr Bauvorhaben.

    Partnerschaftliche Verträge statt starre Knebelvereinbarungen

    Der zweite große Fail in der Praxis betrifft die Ausgestaltung von Verträgen und die generelle Zusammenarbeit. Unnötig komplizierte Knüppelverträge zerstören das Vertrauen und führen zu einer schlechten Stimmung auf der Baustelle.

    Statt Paragraphen zu reiten, sollten Bauherren auf schlanke, verständliche Verträge setzen. Das Ziel ist eine Kooperation, bei der alle Partner motiviert sind und aktiv nach Einsparpotenzialen suchen.

    • Schlanke Verträge: Kurze und präzise Leistungsbeschreibungen ohne bürokratischen Ballast.
    • Keine doppelten Puffer: Vermeidung von versteckten Aufschlägen und unnötigen Sicherheitsmargen in den Angeboten.
    • Keine kostenlosen Leistungen: Verzicht auf das unfaire Einklagen von kostenfreien Leistungen nach VOB Teil C.

    Clevere Incentivierung: Architekten nach Wohnfläche vergüten

    Klassische Honorarmodelle setzen oft falsche Anreize, da Architekten bei höheren Baukosten automatisch mehr verdienen. Eine moderne Projektentwicklung bricht mit diesem veralteten System und setzt auf echte Leistungsmotivation.

    Durch eine gezielte Incentivierung wird der Architekt zum echten Partner des Investors. Er konzentriert sich darauf, das baurechtliche Maximum aus dem Grundstück herauszuholen.

    „Ich würde niemals im Zinshaus einen Architekten einfach mit einer Pauschallgütung nach Hawaii bezahlen. Niemals.“ — Dr. Peter Burnickl

    • Quadratmeter-Vergütung: Bezahlung des Architekten direkt gekoppelt an die realisierte Wohnfläche.
    • Flächenoptimierung: Maximierung des Baurechts durch die Motivation, jeden Quadratmeter sinnvoll zu planen.
    • Wettbewerbe: Durchführung von Architektenwettbewerben, um die besten planerischen Entwürfe zu vergleichen.

    Der größte Fail: Fehlende Selbsteinschätzung und Hochmut

    Der absolute Spitzenreiter unter den Fehlern ist die gravierende Selbstüberschätzung vieler Akteure. Nur weil jemand in einem Haus wohnt, bedeutet das nicht, dass er die Komplexität eines Millionenprojekts beherrscht.

    Bauen ist ein hochkomplexes Zusammenspiel verschiedenster Fachdisziplinen. Ohne Demut und die realistische Einschätzung der eigenen Fähigkeiten ist das Scheitern vorprogrammiert.

    „Erfolgreiches Bauen beginnt nicht auf der Baustelle. Es beginnt mit Demut, Vorbereitung, den richtigen Partnern und einer klaren Methodik.“ — Dr. Peter Burnickl

    • Disziplinenvielfalt: Einbindung spezialisierter Juristen für Bau-, Immobilien- und Vertragsrecht.
    • Fachspezifische Architekten: Nutzung von Experten je nach Objekttyp (Sanierung, Neubau, Zinshaus oder Gewerbe).
    • Vermeidung von Scheinexperten: Verzicht auf Gefälligkeitsleistungen durch Bekannte ohne nachweisbare Profi-Expertise.

    Das Expertennetzwerk als persönliche Lebensversicherung

    Selbst erfahrene Profis, die hunderte Millionen Euro bewegen, treffen weitreichende Entscheidungen niemals im Alleingang. Ein starkes, interdisziplinäres Team fungiert als unverzichtbarer Schutzschirm gegen kostspielige Fehlentscheidungen.

    Jeder Ankauf und jede grundlegende Planung muss vor der Freigabe von mehreren Experten kritisch durchleuchtet werden. Dies hat nichts mit Unsicherheit zu tun, sondern ist Ausdruck professioneller Professionalität.

    • Fester Expertenpool: Kontinuierliche Zusammenarbeit mit einem eingespielten Team aus Fachplanern und Ingenieuren.
    • Plankritik: Strukturierte Überprüfung aller Entwürfe im Team, bevor Investitionsentscheidungen getroffen werden.
    • Risikominimierung: Nutzung der kollektiven Intelligenz zur Vermeidung von Planungsfehlern in frühen Phasen.

    Projektkultur und wertschätzender Umgang auf Augenhöhe

    Ein oft unterschätzter Erfolgsfaktor ist die gelebte Projektkultur und der persönliche Umgangston. Wer seine Partner wie Bittsteller behandelt, wird bei Problemen auf der Baustelle im Stich gelassen.

    Regelmäßige Teamevents, schnelle Entscheidungen und ein fairer Umgang bei Schäden schaffen eine außergewöhnliche Loyalität. Partner müssen echte Lust darauf haben, dass der Bauherr erfolgreich ist.

    • Gemeinsame Events: Einladungen zum Oktoberfest oder Karneval stärken den persönlichen Zusammenhalt.
    • Schnelle Entscheidungswege: Klare, verbindliche Vorgaben und das Vermeiden endloser Abstimmungsschleifen.
    • Fairness bei Kleinschäden: Unbürokratische Übernahme kleinerer Kosten zur Aufrechterhaltung des Baufortschritts.

    Häufige Fragen

    Warum reichen Kostenberechnungen von Architekten nicht aus?

    Architekten-Schätzungen basieren oft auf ungenauen Durchschnittswerten. Erst durch die gezielte Abfrage von echten Generalunternehmer-Angeboten am Markt entsteht verlässliche Kostensicherheit.

    Was kostet eine professionelle Ankaufsprüfung (TDD/LDD)?

    Im Durchschnitt kostet eine fundierte technische und rechtliche Prüfung vor dem Ankauf zwischen 10.000 und 50.000 Euro. Dr. Peter Burnickl zahlt dank seines eingespielten Expertennetzwerks deutlich weniger.

    Wie hoch sollten die Baunebenkosten (Kostengruppe 700) idealerweise sein?

    Mit einer optimierten Planung und GU-Vergabe lassen sich die Baunebenkosten auf 8 bis 14 Prozent senken. Bei Einzelgewerken steigen sie auf 13 bis 17 Prozent, bei der öffentlichen Hand sogar auf über 20 Prozent.

    Wann sollte die Bankfinanzierung für ein Bauprojekt abgeschlossen werden?

    Die Bankfinanzierung sollte erst nach der Einholung konkreter Generalunternehmer-Angebote finalisiert werden. Erst dann liegt die notwendige Kostensicherheit vor, um Nachfinanzierungsrisiken auszuschließen.

    Warum ist eine Pauschalvergütung für Architekten im Zinshausbereich nachteilig?

    Pauschalhonorare bieten keinen Anreiz für eine optimale Flächenausnutzung. Eine Vergütung pro Quadratmeter Wohnfläche motiviert den Architekten hingegen, das baurechtliche Maximum herauszuholen.

    Was versteht man unter einer Technical Due Diligence (TDD)?

    Eine TDD ist die detaillierte technische Prüfung eines Gebäudes oder Grundstücks vor dem Kauf. Sie deckt versteckte Baumängel, Sanierungsstau und technische Risiken auf.

    Wie erreicht man eine Kostensicherheitsquote von zwei bis drei Prozent?

    Dies gelingt durch eine fehlerfreie Vorbereitung, die vollständige Fertigstellung der Planung vor Baubeginn und das frühzeitige Einholen fester Marktpreise.

    Warum sind Knebelverträge bei Bauvorhaben kontraproduktiv?

    Sie zerstören das partnerschaftliche Vertrauensverhältnis und führen zu defensiver Arbeit. Schlanke, faire Verträge mit klaren Anreizen motivieren Partner, aktiv an Kosteneinsparungen mitzuarbeiten.

    Wie verhält man sich bei kleineren Schäden auf der Baustelle?

    Bei Kleinschäden bis etwa 1.000 Euro empfiehlt es sich, diese unbürokratisch zu übernehmen, statt den Baufortschritt durch langwierige Versicherungsstreitigkeiten zu blockieren.

    Welchen Vorteil bietet ein Architektenwettbewerb?

    Ein Wettbewerb bringt unterschiedliche kreative Ansätze hervor. Dadurch lässt sich die optimale baurechtliche und gestalterische Nutzung eines Grundstücks realisieren.

    Transkript

    Das Transkript für diese Folge wird derzeit vorbereitet.