
Dr. Peter Burnickl zeigt die 5 größten Baufehler von TGA bis Schallschutz. Vermeiden Sie unnötige Kosten und sichern Sie sich maximale Rendite.
Viele Bauherren begehen bereits in der allerersten Phase ihres Projekts einen entscheidenden Fehler. Sie sichern sich ein Grundstück oder eine Bestandsimmobilie und beauftragen sofort einen Architekten sowie Ingenieure. Anstatt klare Leitplanken und Budgetgrenzen zu definieren, lassen sie sich von der Euphorie des kreativen Prozesses treiben.
Ohne feste Vorgaben entstehen Entwürfe, die zwar optisch ansprechend, aber oft wirtschaftlich unbrauchbar sind. Die erste böse Überraschung folgt meist bei der ersten detaillierten Kostenermittlung. Danach beginnt eine frustrierende Kette aus teuren Umplanungen.
Ein fundamentaler Fehler im klassischen Bauprozess ist die strikte Trennung von Planung und Ausführung. Architekten planen oft im stillen Kämmerlein, während die ausführenden Betriebe erst viel zu spät einbezogen werden.
„Ich verstehe überhaupt nicht, warum man nicht die Handwerker viel viel früher ins Boot nimmt und gemeinsam die Dinge entwickelt.“ — Peter Burnickl
Wenn Handwerker und Bauunternehmen erst bei der Ausschreibung ins Boot geholt werden, sind teure Planungsfehler meist schon zementiert. Eine kooperative Planung im Vorfeld schafft von Anfang an verlässliche Kostensicherheit.
Die Technische Gebäudeausrüstung (TGA) hat sich in den letzten Jahren zu einem der größten Kostentreiber im Bauwesen entwickelt. Durch strenge gesetzliche Vorgaben wie das Gebäudeenergiegesetz (GEG) oder KfW-Förderbedingungen steigen die Anforderungen kontinuierlich.
Mittlerweile macht die TGA bei gewöhnlichen Wohngebäuden oft 20 bis 40 Prozent der gesamten Baukosten aus. In einigen extremen Fällen übersteigen die Kosten für Heizung, Lüftung und Sanitär sogar die Kosten für den eigentlichen Rohbau.
Um die TGA-Kosten im Zaum zu halten, müssen Bauherren aktiv gegensteuern und die Planer in die Pflicht nehmen. Es gilt, die Systeme so schlank wie möglich zu dimensionieren und unnötigen Ballast abzuwerfen.
Eine bewährte Methode ist es, den planenden Ingenieuren finanzielle Anreize für besonders kosteneffiziente Lösungen zu bieten. Anstatt teure Sicherheitsreserven einzubauen, sollte die Technik exakt auf den tatsächlichen Bedarf ausgelegt werden.
Das Thema Schallschutz wird in Deutschland besonders emotional diskutiert und führt regelmäßig zu massiven Mehrkosten. Die maßgebliche Norm DIN 4109 unterscheidet zwischen dem normalen Schallschutz und dem sogenannten erhöhten Schallschutz.
Der Schritt vom normalen Schallschutz (Blatt 1 bis 4) zum erhöhten Schallschutz (Blatt 5) verursacht erhebliche Mehrkosten, die sich meist nicht auszahlen. Pro Quadratmeter Wohnfläche müssen Bauherren hier mit zusätzlichen Kosten von 100 bis 300 Euro rechnen.
Natürlich hat ästhetische Architektur ihren Wert und bereitet Freude, doch im investitionsorientierten Bauen muss die Wirtschaftlichkeit an erster Stelle stehen. Viele Bauherren verlieren sich in filigranen Details und Sonderanfertigungen, die keinen finanziellen Mehrwert bringen.
Standardprodukte sind auf dem Markt drastisch günstiger als maßgeschneiderte Sonderlösungen. Jedes Detail sollte daher konsequent auf seinen Beitrag zur Rendite hinterfragt werden.
„Wollen wir in Schönheit sterben oder wollen wir Geld verdienen?“ — Peter Burnickl
Deutschland ist weltweit führend, wenn es um die Regulierung des Bauwesens geht. Mit über 7.300 Normen und Richtlinien ist das Regelwerk für Laien und selbst für Profis kaum noch überschaubar.
Viele dieser Normen spiegeln jedoch nicht den gesetzlichen Mindeststandard wider, sondern wurden von Lobbyverbänden in den Gremien platziert. Vor allem private Bauherren und Investoren haben das Recht, von vielen dieser Normen rechtssicher abzuweichen.
„Wir haben in Deutschland 7300 Normen und Richtlinien nur in der Baubranche. Es ist ein totaler Wahnsinn.“ — Peter Burnickl
Bei gewöhnlichen Bauvorhaben geben Bauherren oft über 100.000 Euro unnötig aus. Bei größeren Projekten kann sich diese Summe sogar auf über eine Million Euro belaufen.
Handwerker bringen praktische Erfahrung und Kostensicherheit in den Prozess ein. Werden sie frühzeitig integriert, lassen sich unvollständige Angebote und teure Umplanungen vermeiden.
TGA steht für Technische Gebäudeausrüstung. Dazu gehören Heizungs-, Lüftungs-, Sanitär- und Elektroinstallationen, die heute einen erheblichen Teil der Gesamtkosten ausmachen.
Der Anteil der TGA liegt heute bei Wohngebäuden meist bei 20 bis 40 Prozent. In extremen Fällen kann die Gebäudetechnik sogar teurer sein als das restliche Bauvorhaben.
Bauherren sollten Planer explizit anweisen, Systeme knapp am Limit zu dimensionieren, statt übermäßige Sicherheitszuschläge einzuplanen. Zudem können finanzielle Anreize für kostenbewusstes Planen helfen.
Der normale Schallschutz wird über die DIN 4109 Blätter 1 bis 4 geregelt. Der erhöhte Schallschutz nach Blatt 5 ist hingegen eine teure Zusatzoption, die oft nicht zwingend notwendig ist.
Der Schritt zum erhöhten Schallschutz kostet den Bauherrn ca. 100 bis 300 Euro mehr pro Quadratmeter. Dies liegt an aufwendigen Details beim Fußbodenaufbau und den Wandanschlüssen.
Besondere Architekturdetails lohnen sich nur dann, wenn sie nachweislich die Mieteinnahmen oder den Verkaufspreis erhöhen. Ist das nicht der Fall, sollte aus Renditegründen auf Standardprodukte zurückgegriffen werden.
Es gibt in Deutschland aktuell rund 7.300 Normen und Richtlinien im Baubereich, was international einen Spitzenwert darstellt.
Nein, private Bauherren und Investoren, die keine Bauträger sind, können rechtssicher von einem Großteil dieser Normen abweichen. Das gilt besonders für überzogene Vorgaben zu Steckdosen oder Schaltkreisen.
Das Transkript für diese Folge wird derzeit vorbereitet.