
Erfahren Sie von Dr. Peter Burnickl, wie Sie bei der Elektroinstallation bis zu 30 % Kosten sparen – ganz ohne Komfortverlust und technische Risiken.
Die Elektroinstallation gehört bei modernen Bauvorhaben zu den größten Kostentreibern überhaupt. Viele Planungen sind völlig überzogen, rein normgetrieben oder folgen veralteten Gewohnheiten – bezahlt wird dieser Luxus am Ende immer eins zu eins vom Bauherrn. Dr. Peter Burnickl, der selbst aus einem familiären Elektrobetrieb stammt, Elektrotechnik studiert hat und jahrelang ein großes Ingenieurbüro leitete, zeigt in dieser Episode einen klaren und hocheffizienten Weg aus der Kostenfalle.
Durch eine konsequent praxisnahe und nutzerorientierte Planung lassen sich die Ausgaben für die Elektrotechnik ohne jeglichen Komfortverlust oder technische Risiken drastisch reduzieren. Das Einsparpotenzial ist enorm und wird in der Realität auf den Baustellen wegen mangelnden Hinterfragens fast nie ausgeschöpft. Es ist an der Zeit, die überholten Standards auf den Prüfstand zu stellen.
„30% hole ich bei euren Bauvorhaben in der Regel raus. Bei der Elektrotechnik.“ — Peter Burnickl
Elektrische Jalousien und Raffstores sind in der Anschaffung, der Installation und im späteren Betrieb eine enorme finanzielle Belastung. Pro Fenster müssen Bauherren bei elektrischer Ausführung mit Kosten von mindestens 500 Euro rechnen, in vielen Fällen sogar mit deutlich mehr. Die Gründe hierfür liegen nicht nur im Motor selbst, sondern in der aufwendigen harten Verkabelung, den teuren Steuerungen und den komplizierten Schnittstellen am Bau.
Besonders im Rendite- und Mietwohnungsbau stehen diese massiven Investitionen in keinem gesunden Verhältnis zum tatsächlichen Nutzen. Zudem bergen elektrische Systeme im Laufe der Jahre erhebliche Folgekosten und Wartungsrisiken, da Motoren und proprietäre Steuerungen eine begrenzte Lebensdauer haben und im Reparaturfall hohe Fachkraftkosten verursachen.
Die Ära der Satellitenantennen (SAT) und Breitbandkabel-Anlagen (BK) im klassischen Wohnungsbau ist vorbei. Die moderne Mediennutzung der heutigen Generationen läuft fast ausschließlich über das Internet und Streaming-Dienste. Wer heute noch teure Koaxialkabel durch das gesamte Gebäude zieht und riesige Antennen auf das Dach montiert, schafft totes Kapital, das vom Nutzer nicht mehr nachgefragt wird.
Auch die klassische, flächendeckende EDV-Verkabelung mit teuren CAT-7A-Kabeln in jedem einzelnen Zimmer ist meist völlig überdimensioniert. Heutige Haushalte funktionieren fast vollständig drahtlos über extrem leistungsstarke WLAN-Router, die mühelos die benötigten Datenraten liefern.
Der Einbau von komplexen und proprietären KNX-Systemen im herkömmlichen Mietwohnungsbau ist einer der schwersten Fehler, die Bauherren und Bauträger begehen können. Fällt im Alltag auch nur ein einzelner Lichtschalter aus, kann dieser nicht einfach getauscht werden. Es muss ein spezialisierter Programmierer anreisen, um das gesamte System anzupassen, was zu unzufriedenen Mietern und unkalkulierbaren Betriebskosten führt.
„Warum installieren heute noch so viele KNX Systeme im Miethausbau? Es ist doch Wahnsinn.“ — Peter Burnickl
Sollte ein Käufer im High-End-Segment dennoch den Wunsch nach Smart-Home-Funktionalitäten äußern, lässt sich dies heute viel einfacher und kostengünstiger lösen. Moderne WLAN-Steckdosen und smarte Einzelsysteme bieten denselben funktionellen Komfort zu einem minimalen Bruchteil der Kosten eines KNX-Systems.
Die DIN 18015 schreibt für Elektroverteiler in Wohngebäuden üppige Platzreserven von 20 bis 30 Prozent vor. Im Zinshausbau ist dies jedoch vollkommen realitätsfern, da eine kompakte Zweizimmerwohnung auch nach Jahrzehnten nicht plötzlich zu einer Dreizimmerwohnung umgebaut wird. Diese theoretischen Vorgaben der Normung treiben lediglich die Kosten für Schaltschränke und Verteiler künstlich in die Höhe.
Bauherren sollten sich stets bewusst machen, dass Baunormen keine Gesetze sind, sondern lediglich Empfehlungen. Abweichungen können im Vorfeld vertraglich flexibel vereinbart werden. Eine praxisnahe Auslegung spart hier sofort bares Geld, ohne die Sicherheit der Bewohner im Geringsten zu gefährden.
Ein weiterer massiver Kostentreiber der DIN 18015 ist die strikte Vorgabe, maximal sechs Stromkreise über einen einzigen Fehlerstromschutzschalter (FI/RCD) laufen zu lassen. Dies führt bei kleinen Wohnungen schnell zu einem überfüllten Verteiler mit drei bis vier FIs, obwohl dies technisch absolut nicht notwendig ist.
In der Realität reicht eine deutlich reduzierte Anzahl an FI-Schutzschaltern völlig aus, um maximale Sicherheit zu gewährleisten. Eine einfache und hocheffiziente Aufteilung in einen FI für Lichtstromkreise und einen für die Steckdosen ist meist der perfekte, kostensparende Kompromiss.
Wer die starren Normen der Elektroinstallation blind und ungeprüft umsetzt, zahlt am Ende bis zu 56 Prozent mehr als für eine intelligent optimierte, praxisnahe Planung. Bauherren und Bauträger müssen wieder lernen, die tatsächlichen Alltagsbedürfnisse der späteren Bewohner in den Vordergrund zu stellen, anstatt veralteten Gewohnheiten der Elektrobranche hinterherzulaufen.
„Wir haben hier eine Preisdifferenz bei der Elektrotechnik von 56 %.“ — Peter Burnickl
Durch den bewussten Verzicht auf teuren, wartungsintensiven Schnickschnack wie KNX, SAT-Anlagen und flächendeckende elektrische Rollläden bleibt mehr Budget für Dinge übrig, die den tatsächlichen Wert der Immobilie steigern. Eine clevere Elektroplanung ist somit einer der größten Hebel für maximale Rendite und zufriedene Mieter.
Durch eine praxisnahe, nutzerorientierte Auslegung statt blinder Normerfüllung lassen sich im Schnitt 30 % und im Extremfall bis zu 56 % der Elektroinstallationskosten einsparen.
Sie kosten mindestens 500 Euro pro Fenster, erzeugen komplizierte Schnittstellen zwischen Gewerken und verursachen aufgrund der Anfälligkeit von Motoren und Steuerungen hohe Wartungskosten.
Nein. Moderne Mieter und Käufer nutzen fast ausschließlich Internet-Streaming. Auf SAT-Anlagen und Breitbandkabel-Verkabelungen kann daher komplett verzichtet werden.
In der Regel reicht stabiles WLAN völlig aus. Eine physische CAT-Verkabelung sollte nur noch selektiv am Schreibtisch und am Hauptfernseher eingeplant werden.
KNX-Systeme sind im Unterhalt zu teuer. Bei Defekten muss ein teurer Programmierer gerufen werden, da ein einfacher Austausch durch den Mieter oder Hausmeister nicht möglich ist.
Einfache WLAN-Steckdosen für wenige Euro bieten oft denselben Nutzen, sind extrem flexibel und können vom Bewohner unkompliziert per Smartphone gesteuert werden.
Die Norm fordert 20 bis 30 % Platzreserve im Elektroverteiler. Da Normen keine Gesetze sind, kann man hiervon im Wohnungsbau durch vertragliche Vereinbarungen abweichen.
Statt der von der Norm geforderten Vielzahl an FIs reichen in der Praxis meist zwei FI-Schutzschalter (aufgeteilt in Licht und Steckdosen) völlig aus.
Vergleichende Musterplanungen zeigen, dass eine rein normgerechte Installation bis zu 56 % teurer ist als eine auf die tatsächlichen Nutzerbedürfnisse reduzierte Planung.
Es besteht die Gefahr von Mängelrügen durch Käufer. Daher sollten Bauträger Abweichungen von den anerkannten Regeln der Technik immer rechtssicher vertraglich vereinbaren.
Das Transkript für diese Folge wird derzeit vorbereitet.