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    immo-inside · 16. Dezember 2025

    Elektroinstallation Kosten sparen: Die 30%-Lüge beim Bau

    16. Dezember 2025 15 Min. 6 Min. Lesezeit
    Die 30%-Elektro-Lüge: Wo Bauherren sinnlos Geld verbrennen

    Kapitel

    Das Wichtigste in Kürze

    • Elektrische Jalousien und Raffstores verursachen durch Schnittstellen und Motoren extrem hohe Kosten von mindestens 500 Euro pro Fenster und sollten im Renditebau manuell geplant werden.
    • Klassische Sat-Anlagen, Breitbandkabel-Verbindungen und flächendeckende Netzwerkverkabelungen sind durch modernes Streaming und stabiles WLAN weitgehend überflüssig geworden.
    • Aufwendige KNX-Systeme sind im Mietwohnungsbau ungeeignet, da Reparaturen und Umprogrammierungen teure Fachkräfte erfordern, während günstige WLAN-Steckdosen denselben Komfort bieten.
    • Die strikte Einhaltung der DIN 18015 führt durch überzogene Platzreserven und zu viele FI-Schutzschalter zu massiver Geldverschwendung ohne echten Mehrwert.
    • Eine an den echten Nutzerbedürfnissen orientierte Elektroplanung spart im Vergleich zur normgerechten Standardplanung bis zu 56 % der reinen Elektroinstallationskosten ein.

    Erfahren Sie von Dr. Peter Burnickl, wie Sie bei der Elektroinstallation bis zu 30 % Kosten sparen – ganz ohne Komfortverlust und technische Risiken.

    Einsparpotenziale bei der Elektroplanung erkennen

    Die Elektroinstallation gehört bei modernen Bauvorhaben zu den größten Kostentreibern überhaupt. Viele Planungen sind völlig überzogen, rein normgetrieben oder folgen veralteten Gewohnheiten – bezahlt wird dieser Luxus am Ende immer eins zu eins vom Bauherrn. Dr. Peter Burnickl, der selbst aus einem familiären Elektrobetrieb stammt, Elektrotechnik studiert hat und jahrelang ein großes Ingenieurbüro leitete, zeigt in dieser Episode einen klaren und hocheffizienten Weg aus der Kostenfalle.

    Durch eine konsequent praxisnahe und nutzerorientierte Planung lassen sich die Ausgaben für die Elektrotechnik ohne jeglichen Komfortverlust oder technische Risiken drastisch reduzieren. Das Einsparpotenzial ist enorm und wird in der Realität auf den Baustellen wegen mangelnden Hinterfragens fast nie ausgeschöpft. Es ist an der Zeit, die überholten Standards auf den Prüfstand zu stellen.

    „30% hole ich bei euren Bauvorhaben in der Regel raus. Bei der Elektrotechnik.“ — Peter Burnickl

    • Nutzerperspektive einnehmen: Planen Sie die gesamte Installation konsequent aus der Sicht des späteren Mieters oder Käufers und nicht nach theoretischen Idealwerten.
    • Hinterfragung von Gewohnheiten: Jede einzelne Schnittstelle und jede vermeintliche Standard-Anforderung muss kritisch auf Kosten und Nutzen geprüft werden.
    • Komfort neu definieren: Echter Wohnkomfort definiert sich heute über die Lage, edle Böden oder hochwertige Bäder – fast nie über unsichtbare, überdimensionierte Kabelsysteme.

    Die Kostenfalle der elektrischen Jalousien und Raffstores

    Elektrische Jalousien und Raffstores sind in der Anschaffung, der Installation und im späteren Betrieb eine enorme finanzielle Belastung. Pro Fenster müssen Bauherren bei elektrischer Ausführung mit Kosten von mindestens 500 Euro rechnen, in vielen Fällen sogar mit deutlich mehr. Die Gründe hierfür liegen nicht nur im Motor selbst, sondern in der aufwendigen harten Verkabelung, den teuren Steuerungen und den komplizierten Schnittstellen am Bau.

    Besonders im Rendite- und Mietwohnungsbau stehen diese massiven Investitionen in keinem gesunden Verhältnis zum tatsächlichen Nutzen. Zudem bergen elektrische Systeme im Laufe der Jahre erhebliche Folgekosten und Wartungsrisiken, da Motoren und proprietäre Steuerungen eine begrenzte Lebensdauer haben und im Reparaturfall hohe Fachkraftkosten verursachen.

    • Manuelle Bedienung bevorzugen: Setzen Sie im Standard- und Renditewohnungsbau konsequent auf manuelle, langlebige Gurtwickler.
    • Schnittstellen-Vermeidung: Durch den Verzicht auf Motoren entfallen die typischen Haftungs- und Gewährleistungskonflikte zwischen Architekt, Fensterbauer und Elektriker.
    • Selektiver Einsatz: Planen Sie elektrische Steuerungen maximal im Penthouse oder im repräsentativen, großen Wohn-Essbereich ein und sparen Sie in den übrigen Räumen.

    Der Abschied von klassischen SAT-Anlagen und CAT-Kabeln

    Die Ära der Satellitenantennen (SAT) und Breitbandkabel-Anlagen (BK) im klassischen Wohnungsbau ist vorbei. Die moderne Mediennutzung der heutigen Generationen läuft fast ausschließlich über das Internet und Streaming-Dienste. Wer heute noch teure Koaxialkabel durch das gesamte Gebäude zieht und riesige Antennen auf das Dach montiert, schafft totes Kapital, das vom Nutzer nicht mehr nachgefragt wird.

    Auch die klassische, flächendeckende EDV-Verkabelung mit teuren CAT-7A-Kabeln in jedem einzelnen Zimmer ist meist völlig überdimensioniert. Heutige Haushalte funktionieren fast vollständig drahtlos über extrem leistungsstarke WLAN-Router, die mühelos die benötigten Datenraten liefern.

    • Streaming statt Kabelfernsehen: Verzichten Sie komplett auf teure, klassische SAT- und Kabelanschlüsse im gesamten Objekt.
    • Smarte Reduzierung der Netzwerkdosen: Verlegen Sie RJ45-Netzwerkdosen nur noch punktuell an Orten, an denen sie wirklich gebraucht werden.
    • Kombinierte Infrastruktur: Nutzen Sie eine einfache Verkabelung gezielt am Hauptfernseher und am Schreibtisch im Büro, während der Rest der Wohnung über stabiles WLAN versorgt wird.

    Warum Smart-Home-Systeme wie KNX im Mietbau scheitern

    Der Einbau von komplexen und proprietären KNX-Systemen im herkömmlichen Mietwohnungsbau ist einer der schwersten Fehler, die Bauherren und Bauträger begehen können. Fällt im Alltag auch nur ein einzelner Lichtschalter aus, kann dieser nicht einfach getauscht werden. Es muss ein spezialisierter Programmierer anreisen, um das gesamte System anzupassen, was zu unzufriedenen Mietern und unkalkulierbaren Betriebskosten führt.

    „Warum installieren heute noch so viele KNX Systeme im Miethausbau? Es ist doch Wahnsinn.“ — Peter Burnickl

    Sollte ein Käufer im High-End-Segment dennoch den Wunsch nach Smart-Home-Funktionalitäten äußern, lässt sich dies heute viel einfacher und kostengünstiger lösen. Moderne WLAN-Steckdosen und smarte Einzelsysteme bieten denselben funktionellen Komfort zu einem minimalen Bruchteil der Kosten eines KNX-Systems.

    • Extremer Wartungsaufwand: KNX-Systeme erfordern im Fehlerfall teure Spezialisten anstelle des normalen, kostengünstigen Hausmeisterservice.
    • Günstige WLAN-Alternativen: Nutzen Sie smarte WLAN-Steckdosen für wenige Euro, die der Nutzer eigenständig per Smartphone-App steuern kann.
    • Rechtssichere Formulierung: Achten Sie bei der Vermarktung und im Werbeprospekt penibel darauf, keine Smart-Home-Versprechen zu machen, die rechtliche Nachforderungen nach sich ziehen können.

    Die DIN 18015 und der Irrsinn der Platzreserven

    Die DIN 18015 schreibt für Elektroverteiler in Wohngebäuden üppige Platzreserven von 20 bis 30 Prozent vor. Im Zinshausbau ist dies jedoch vollkommen realitätsfern, da eine kompakte Zweizimmerwohnung auch nach Jahrzehnten nicht plötzlich zu einer Dreizimmerwohnung umgebaut wird. Diese theoretischen Vorgaben der Normung treiben lediglich die Kosten für Schaltschränke und Verteiler künstlich in die Höhe.

    Bauherren sollten sich stets bewusst machen, dass Baunormen keine Gesetze sind, sondern lediglich Empfehlungen. Abweichungen können im Vorfeld vertraglich flexibel vereinbart werden. Eine praxisnahe Auslegung spart hier sofort bares Geld, ohne die Sicherheit der Bewohner im Geringsten zu gefährden.

    • Keine Grundrissänderungen: Im klassischen Mietwohnungsbau werden die Raumaufteilung und die Elektroinstallation nach dem Bau erfahrungsgemäß nie wieder verändert.
    • Sicherungselemente nutzen: Moderne Leitungsschutzschalter bieten ohnehin meist ausreichend Flexibilität für minimale, spätere Anpassungen.
    • Vertragliche Abweichung: Klären Sie Abweichungen von der DIN-Norm im Vorfeld rechtssicher mit Ihrem Planer und unter Einbeziehung eines fachkundigen Anwalts ab.

    FI-Schutzschalter: Praxisnahe Auslegung statt Normen-Wahn

    Ein weiterer massiver Kostentreiber der DIN 18015 ist die strikte Vorgabe, maximal sechs Stromkreise über einen einzigen Fehlerstromschutzschalter (FI/RCD) laufen zu lassen. Dies führt bei kleinen Wohnungen schnell zu einem überfüllten Verteiler mit drei bis vier FIs, obwohl dies technisch absolut nicht notwendig ist.

    In der Realität reicht eine deutlich reduzierte Anzahl an FI-Schutzschaltern völlig aus, um maximale Sicherheit zu gewährleisten. Eine einfache und hocheffiziente Aufteilung in einen FI für Lichtstromkreise und einen für die Steckdosen ist meist der perfekte, kostensparende Kompromiss.

    • Künstliche Aufblähung: Zu viele FIs vergrößern den Verteilerkasten unnötig und treiben die reinen Material- und Verdrahtungskosten nach oben.
    • Das Praxisbeispiel: Selbst große Bestandsbauten von über 240 Quadratmetern Wohnfläche laufen oft jahrzehntelang fehlerfrei mit nur einem einzigen, zentralen FI-Schutzschalter.
    • Sinnvolle Reduktion: Teilen Sie die Stromkreise logisch auf zwei FI-Schalter auf, um die Anlage übersichtlich, funktional und extrem kostengünstig zu halten.

    Das Fazit: Nutzerfokus schlägt blinde Normerfüllung

    Wer die starren Normen der Elektroinstallation blind und ungeprüft umsetzt, zahlt am Ende bis zu 56 Prozent mehr als für eine intelligent optimierte, praxisnahe Planung. Bauherren und Bauträger müssen wieder lernen, die tatsächlichen Alltagsbedürfnisse der späteren Bewohner in den Vordergrund zu stellen, anstatt veralteten Gewohnheiten der Elektrobranche hinterherzulaufen.

    „Wir haben hier eine Preisdifferenz bei der Elektrotechnik von 56 %.“ — Peter Burnickl

    Durch den bewussten Verzicht auf teuren, wartungsintensiven Schnickschnack wie KNX, SAT-Anlagen und flächendeckende elektrische Rollläden bleibt mehr Budget für Dinge übrig, die den tatsächlichen Wert der Immobilie steigern. Eine clevere Elektroplanung ist somit einer der größten Hebel für maximale Rendite und zufriedene Mieter.

    • Budget sinnvoll investieren: Nutzen Sie das eingesparte Geld lieber für sichtbare Highlights wie edle Parkettböden oder moderne Sanitärobjekte.
    • Kosten-Nutzen-Check: Fragen Sie sich vor jeder Installation, ob der spätere Mieter oder Käufer bereit wäre, für dieses Detail mehr zu bezahlen.
    • Professionelle Beratung nutzen: Lassen Sie sich von erfahrenen Planern und Juristen begleiten, um Ihre Einsparungen rechtssicher und technisch einwandfrei umzusetzen.

    Häufige Fragen

    Wie viel Geld kann man bei der Elektroinstallation sparen?

    Durch eine praxisnahe, nutzerorientierte Auslegung statt blinder Normerfüllung lassen sich im Schnitt 30 % und im Extremfall bis zu 56 % der Elektroinstallationskosten einsparen.

    Warum sind elektrische Jalousien im Mietwohnungsbau oft unwirtschaftlich?

    Sie kosten mindestens 500 Euro pro Fenster, erzeugen komplizierte Schnittstellen zwischen Gewerken und verursachen aufgrund der Anfälligkeit von Motoren und Steuerungen hohe Wartungskosten.

    Benötigt man heute noch klassisches Kabelfernsehen oder SAT-Anlagen?

    Nein. Moderne Mieter und Käufer nutzen fast ausschließlich Internet-Streaming. Auf SAT-Anlagen und Breitbandkabel-Verkabelungen kann daher komplett verzichtet werden.

    Ist eine flächendeckende LAN-Verkabelung (CAT-Kabel) noch zeitgemäß?

    In der Regel reicht stabiles WLAN völlig aus. Eine physische CAT-Verkabelung sollte nur noch selektiv am Schreibtisch und am Hauptfernseher eingeplant werden.

    Warum wird von KNX-Systemen in Mietwohnungen abgeraten?

    KNX-Systeme sind im Unterhalt zu teuer. Bei Defekten muss ein teurer Programmierer gerufen werden, da ein einfacher Austausch durch den Mieter oder Hausmeister nicht möglich ist.

    Welche kostengünstigen Alternativen gibt es zu teuren Smart-Home-Systemen?

    Einfache WLAN-Steckdosen für wenige Euro bieten oft denselben Nutzen, sind extrem flexibel und können vom Bewohner unkompliziert per Smartphone gesteuert werden.

    Was schreibt die DIN 18015 bezüglich Platzreserven vor und muss man sich daran halten?

    Die Norm fordert 20 bis 30 % Platzreserve im Elektroverteiler. Da Normen keine Gesetze sind, kann man hiervon im Wohnungsbau durch vertragliche Vereinbarungen abweichen.

    Wie viele FI-Schutzschalter (RCDs) sind in einer Wohnung wirklich sinnvoll?

    Statt der von der Norm geforderten Vielzahl an FIs reichen in der Praxis meist zwei FI-Schutzschalter (aufgeteilt in Licht und Steckdosen) völlig aus.

    Wie unterscheidet sich eine normgerechte Planung von einer praxisnahen Auslegung preislich?

    Vergleichende Musterplanungen zeigen, dass eine rein normgerechte Installation bis zu 56 % teurer ist als eine auf die tatsächlichen Nutzerbedürfnisse reduzierte Planung.

    Welche rechtlichen Risiken bestehen beim Abweichen von Elektro-Normen?

    Es besteht die Gefahr von Mängelrügen durch Käufer. Daher sollten Bauträger Abweichungen von den anerkannten Regeln der Technik immer rechtssicher vertraglich vereinbaren.

    Transkript

    Das Transkript für diese Folge wird derzeit vorbereitet.