
Ist das Eigenheim wirklich die beste Altersvorsorge? Dr. Peter Burnickl rechnet vor, warum Mieten und Investieren Millionen mehr bringt.
In Deutschland gilt das Eigenheim seit Jahrzehnten als die unangefochtene Spitze der privaten Altersvorsorge. Fast jeder Deutsche bekommt früh eingetrichtert, dass mietfreies Wohnen im Alter der einzig sichere Weg sei, um finanziell auszusorgen. Doch wer glaubt, mit dem Bau oder Kauf eines selbstgenutzten Hauses eine kluge Investition zu tätigen, erliegt einem kostspieligen Trugbild.
In der Realität erweist sich das Eigenheim allzu oft als finanzielle Sackgasse, die wertvolles Kapital über Jahrzehnte bindet und zusätzliche Kosten verursacht. Dr. Peter Burnickl räumt in dieser Episode radikal mit diesem Glaubenssatz auf. Er zeigt anhand harter, realer Zahlen, warum alternative Wege der Kapitalanlage den Traum von den eigenen vier Wänden finanziell um Längen schlagen.
Um den Unterschied greifbar zu machen, rechnet der Experte ein realistisches Szenario mit zwei Paaren im Alter von Anfang 30 durch. Beide Parteien starten mit einem angesparten Eigenkapital von genau 100.000 Euro und sind frisch Eltern von Zwillingen geworden.
Dieses praxisnahe Setup basiert auf konservativen Annahmen, echten Steuersätzen und verzichtet ganz bewusst auf spekulative Fantasierenditen an den Aktien- oder Immobilienmärkten.
Ein Normalverdiener-Ehepaar mit einem gemeinsamen Bruttojahreseinkommen von 80.000 Euro verfügt nach Abzug aller Sozialabgaben und Steuern über rund 54.400 Euro netto. Rechnet man das staatliche Kindergeld für die Zwillinge hinzu, liegt das verfügbare Jahreseinkommen bei etwas über 60.000 Euro netto.
Für beide Szenarien werden identische Lebenshaltungskosten veranschlagt: 28.800 Euro für den täglichen Bedarf, 4.000 Euro für den Urlaub und 4.000 Euro als allgemeine Rücklage. Während das Eigenheimpaar jährlich rund 29.900 Euro für Zins und Tilgung aufbringen muss, zahlt das Mieterpaar anfangs eine Kaltmiete von 1.600 Euro. Ein entscheidender Lebensphasen-Vorteil zeigt sich jedoch nach 18 Jahren.
Der gravierendste Unterschied zwischen selbstgenutzten und vermieteten Immobilien liegt in der steuerlichen Behandlung durch das Finanzamt. Während das Eigenheim steuerlich ein reines Privatvergnügen ohne Abschreibungsmöglichkeiten darstellt, lässt sich bei vermieteten Objekten die Steuerlast massiv reduzieren.
Diese Steuerersparnisse verbleiben im Kreislauf des Investors und können direkt für den Zinseszinseffekt genutzt werden, während das Eigenheimpaar jeden Cent aus bereits voll versteuertem Nettoeinkommen bezahlen muss.
Viele Menschen verwechseln den Erwerb von Wohneigentum fälschlicherweise mit einer lukrativen Investition. Dr. Peter Burnickl definiert den Begriff der Investition jedoch sehr präzise und grenzt das Eigenheim davon ab.
„Das bedeutet, ich stecke Geld rein, dann passiert Magic irgendwas und es kommt mehr Geld zurück. Das ist eine Investition.“ — Peter Burnickl
Beim Eigenheim hingegen fließt kontinuierlich privates Geld ab, um Kredite zu bedienen und das Gebäude instand zu halten. Ein positiver Cashflow entsteht nie. Die einzige Hoffnung der Besitzer ruht auf einer spekulativen Wertsteigerung am Ende der Nutzungszeit, die jedoch oft durch Sanierungskosten aufgezehrt wird.
Ein zentraler Pfeiler der Investitionsstrategie ist das konsequente Ausnutzen der Spekulationsfrist bei vermieteten Immobilien. Nach genau zehn Jahren Haltedauer kann eine vermietete Immobilie in Deutschland komplett steuerfrei veräußert werden.
„Wir machen grundsätzlich nach 10 Jahren einen steuerfreien Exit. Wir machen das Gegenteil vom Eigenheim.“ — Peter Burnickl
Durch den Verkauf nach zehn Jahren wird das durch die Tilgung des Mieters und die Wertsteigerung aufgebaute Eigenkapital steuerfrei freigesetzt. Aus 100.000 Euro Startkapital werden so im Rechenbeispiel nach zehn Jahren über 350.000 Euro freies Kapital. Dieses neu gewonnene Vermögen wird anschließend sofort reinvestiert, um neue Objekte zu erwerben und das Portfolio kontinuierlich zu vergrößern.
Im Gegensatz zum unflexiblen Eigenheimbesitzer, der sein gesamtes Vermögen an einem einzigen Standort bindet, streut das Mieterpaar sein Risiko breit. Das Kapital fließt im Laufe der Jahre in ein diversifiziertes Portfolio aus insgesamt acht Objekten in wirtschaftsstarken deutschen Regionen.
Diese breite Streuung schützt vor lokalen Marktschwankungen und sichert gleichzeitig einen kontinuierlichen, von der Inflation geschützten Mietstrom, der die Tilgung der Kredite wie von selbst erledigt.
Nach 30 Jahren zeigt sich das unbarmherzige finanzielle Endergebnis der beiden Lebenswege. Die Differenz zwischen den beiden Modellen ist so gigantisch, dass sie die Vorstellungskraft der meisten Angestellten sprengt.
Diese Zahlen belegen eindeutig, dass der Verzicht auf das Eigenheim und die clevere Nutzung von Fremdkapital und Steuervorteilen den Weg zum Multimillionär ebnen.
Trotz der erdrückenden Zahlen möchte der Bauexperte niemandem das eigene Haus madig machen. Auch er selbst bewohnt ein Eigenheim – allerdings mit einer völlig anderen mentalen Einstellung und einer soliden finanziellen Basis.
„Eigenheim ist Luxus. Ich will es zu Hause haben wie im Urlaub und ich konnte und kann es mir leisten.“ — Peter Burnickl
Das Eigenheim sollte niemals als Investition oder Altersvorsorge schöngerechnet werden. Es ist und bleibt teurer Luxus, den man sich erst dann gönnen sollte, wenn das restliche Vermögen bereits solide aufgestellt ist. Wer finanziell unabhängig werden will, muss die emotionalen Wünsche vom logischen Vermögensaufbau trennen.
Ein Eigenheim generiert keinen positiven Cashflow, sondern zieht laufend Kapital für Zinsen, Tilgung und Instandhaltung ab. Eine echte Investition hingegen bringt regelmäßig mehr Geld zurück, als hineingesteckt wurde.
Während das Eigenheim-Modell bei einem Normalverdiener-Ehepaar am Ende rund 1,7 Millionen Euro einbringt, erzielt das Miet- und Investment-Modell über 4,81 Millionen Euro.
Investoren können hohe steuerliche Abschreibungen nutzen, wie die Denkmal-AfA mit 9 % jährlich oder die Neubau-Sonder-AfA mit 5 %. Diese Vorteile gibt es beim selbstgenutzten Eigenheim nicht.
Vermietete Immobilien können in Deutschland nach einer Haltefrist von zehn Jahren komplett steuerfrei verkauft werden, was das schnelle Umschichten und Skalieren des Kapitals ermöglicht.
Für den Bau oder Kauf energieeffizienter Objekte (z. B. KfW 40 QNG) gibt es zinsgünstige Darlehen und hohe Tilgungszuschüsse, die das Eigenkapital enorm hebeln.
Mieter können flexibel in eine kleinere Wohnung umziehen und ihre Mietkosten sofort halbieren. Eigenheimbesitzer bewohnen meist weiterhin das große, teuer instandzuhaltende Haus.
Bei 150.000 Euro Bruttoeinkommen und 250.000 Euro Startkapital führt das Eigenheim zu 3,89 Millionen Euro, während die Investment-Variante stolze 12,26 Millionen Euro erzielt.
Empfohlen wird eine breite Streuung über wirtschaftsstarke Regionen und Städte wie Leipzig, Nürnberg, Dresden, Regensburg, Chemnitz, Erlangen und Ingolstadt.
Doch, aber man sollte es als bewussten Luxus begreifen und nicht fälschlicherweise als Investition deklarieren. Man sollte es sich erst anschaffen, wenn man es sich problemlos leisten kann.
Dies sind oft Altstadtbereiche, in denen Immobilien steuerlich wie Denkmäler behandelt werden und extrem hohe Abschreibungen für Sanierungsmaßnahmen ermöglichen.
Das Transkript für diese Folge wird derzeit vorbereitet.