
Ist das Eigenheim wirklich eine Altersvorsorge? Marc Friedrich erklärt im Podcast, warum Ihr Haus eine Verbindlichkeit mit hohem Klumpenrisiko ist.
Wer in Deutschland ein Eigenheim baut oder kauft, setzt in den meisten Fällen sprichwörtlich alles auf eine Karte. Um sich den Traum von den eigenen vier Wänden zu erfüllen, greifen viele Familien auf eine 110-Prozent-Finanzierung zurück und verschulden sich bis über beide Ohren.
Das finanzielle Fundament ist dadurch extrem anfällig für unvorhergesehene Lebenskrisen. Kommt es zu einer Scheidung, zum Verlust des Arbeitsplatzes oder zu einer schweren Krankheit, bricht das gesamte Kartenhaus zusammen. Am Ende ist das Haus weg, während die Schulden bestehen bleiben. Dieses Risiko gleicht einem fatalen Casinobesuch, bei dem das gesamte Ersparte auf eine einzige Zahl am Roulettetisch gesetzt wird.
In der gesellschaftlichen Wahrnehmung gilt das eigene Haus nach wie vor als die ultimative Altersvorsorge. Doch diese Annahme entpuppt sich bei genauerer Betrachtung oft als Trugschluss. Ein Eigenheim ist in der Realität ein Fass ohne Boden, das kontinuierlich Reparaturen, Instandhaltungen und Modernisierungen erfordert. Spätestens nach zehn bis zwanzig Jahren stehen die ersten Großprojekte wie Dachsanierungen oder der Austausch der Heizungsanlage an.
Ein selbstgenutztes Haus spült im Gegensatz zu einer vermieteten Immobilie kein monatliches Geld in die Kasse, sondern entzieht dem Eigentümer fortlaufend Liquidität.
„Das Eigenheim ist kein Invest, sondern eine Verbindlichkeit. Der größte Luxus des Lebens.“ — Marc Friedrich
Aus diesem Grund sollte die eigene Immobilie nicht als rationale Investition, sondern als bewusste und teure Konsumentscheidung verstanden werden. Sie bietet zwar persönliche Freiheit, ist aber finanziell gesehen eine reine Luxusausgabe.
Die Belastungen für Immobilienbesitzer steigen nicht nur durch den natürlichen Verschleiß, sondern zunehmend auch durch staatliche Eingriffe. Das deutsche Heizungsgesetz ist ein Paradebeispiel für eine übergriffige Politik, die den Bürgern starre technologische Lösungen wie die Wärmepumpe vorschreibt.
Noch dramatischere Konsequenzen drohen durch die europäischen Klimaschutzpläne im Rahmen des „Fit for 55“-Pakets. Sollte das EU-Klimasanierungsgesetz in seiner vollen Härte umgesetzt werden, müssten nahezu alle Gebäude, die vor dem Jahr 2000 errichtet wurden, umfassend energetisch saniert werden.
Viele private Eigentümer werden diese immensen finanziellen Aufwendungen schlicht nicht stemmen können. Dem Staat wird im Zuge dieser Richtlinien das Recht eingeräumt, Eigentümer zur Aufnahme von Krediten für die Sanierung zu zwingen. Wer diese Schulden nicht bedienen kann oder die Sanierung verweigert, dem droht im schlimmsten Fall die Enteignung. Dies könnte dazu führen, dass unsanierte Bestandsimmobilien aus der Nachkriegszeit de facto unverkäuflich und wertlos werden.
Ein wesentlicher Kritikpunkt am deutschen Immobilienbesitz ist das schwindende Gefühl der tatsächlichen Eigenmacht. Trotz des formalen Eintrags im Grundbuch bleibt der Staat ein dominanter Akteur, der über Steuern und Vorschriften die Hand auf der Immobilie hält.
„Wenn du Steuern zahlst auf dein eigenes Haus, dann ist es nicht dein Eigentum.“ — Marc Friedrich
Im Vergleich zu liberaleren Regionen, wie beispielsweise bestimmten US-Bundesstaaten, sind Eigentümer in Deutschland stark eingeschränkt:
Deutschland leidet unter einer massiven Überregulierung, die alle Wirtschaftsbereiche und insbesondere den Bausektor lähmt. Die schiere Flut an Normen, technischen Richtlinien und komplizierten Steuergesetzen macht das Bauen und Sanieren unbezahlbar.
Diese bürokratische Überlastung betrifft nicht nur Bauherren, sondern zieht sich durch alle Branchen. Handwerker, Ingenieure und Landwirte verbringen inzwischen mehr Zeit am Schreibtisch mit der Erfüllung von EU-Verwaltungsauflagen als mit ihrer eigentlichen produktiven Arbeit. Um den drohenden Kollaps abzuwenden, bedarf es einer grundlegenden Deregulierung und einer „kreativen Zerstörung“ der verkrusteten Verwaltungsstrukturen.
Angesichts des enormen Sanierungsstaus und der drohenden gesetzlichen Verschärfungen stehen insbesondere Erben von älteren Immobilien vor einer schweren Entscheidung. Viele Bestände aus den 1950er bis 1980er Jahren wurden seit Jahrzehnten nicht modernisiert.
Ein Eigenheim wirft im Gegensatz zu vermieteten Immobilien keine Erträge ab, sondern verursacht fortlaufend Kosten für Reparaturen und Steuern, weshalb es als Verbindlichkeit und Luxusgut einzustufen ist.
Käufer setzen bei einer hohen Finanzierung, oft bis zu 110 Prozent, ihr gesamtes Kapital auf eine Karte. Tritt ein Schicksalsschlag wie Jobverlust oder Scheidung ein, droht der Totalverlust des Eigenheims bei bestehenden Schulden.
Es zwingt Eigentümer oft zum Einbau teurer Wärmepumpen, die in ungedämmten Altbauten oder alten Bauernhäusern energetisch und wirtschaftlich völlig ineffizient sind.
Die Richtlinie sieht strenge energetische Sanierungspflichten vor. Können Eigentümer die Sanierung nicht finanzieren, drohen Zwangsverschuldung oder im extremen Szenario sogar die Enteignung.
Besonders betroffen sind ältere Bestandsimmobilien, die vor dem Jahr 2000 erbaut wurden und einen erheblichen Sanierungsstau aufweisen.
Die Abschaffung der Grunderwerbsteuer für die erste eigengenutzte Immobilie würde die Kaufnebenkosten senken und es Familien erleichtern, überhaupt Wohneigentum zu erwerben.
Weil Eigentümer dem Staat permanent Steuern für ihren eigenen Grund und Boden zahlen müssen, da ihnen die Immobilie andernfalls entzogen werden kann.
Oft ist es wirtschaftlich sinnvoller, diese sanierungsbedürftigen Objekte schnell und günstig im Paket zu verkaufen, statt unkalkulierbare Millionenbeträge in die Modernisierung zu investieren.
KfW-Förderungen bieten zwar finanzielle Zuschüsse, sind jedoch an extrem strenge Vorgaben und Richtlinien gekoppelt, die das Bauen oft noch komplexer und teurer machen.
Die enorme Anzahl an Normen, Steuergesetzen und bürokratischen Vorschriften lähmt Bauherren sowie Handwerker und verhindert pragmatische, kostengünstige Lösungen.
Das Transkript für diese Folge wird derzeit vorbereitet.