
Wie Sie durch clevere Grundriss-Optimierung zehntausende Euro Baukosten sparen. Dr. Peter Burnickl zeigt die besten Tricks für Ihren Neubau.
Beim modernen Hausbau gilt oft ein einfaches Prinzip: Weniger Komplexität bedeutet niedrigere Kosten. Viele Bauherren unterschätzen, dass Handwerker und Generalunternehmer komplexe Pläne sofort mit einem erheblichen Risikoaufschlag kalkulieren.
Besonders in Zeiten des Fachkräftemangels spielen Sprachbarrieren auf deutschen Baustellen eine immer größere Rolle. Einfache, sich wiederholende Strukturen minimieren Fehlerquellen und beschleunigen den Baufortschritt erheblich.
„Bauunternehmen lieben Einfachheit und ihr müsst euch einfach mal in die Lage auch der Bauunternehmen versetzen.“ — Dr. Peter Burnickl
Eine ästhetische, asymmetrische Fassade mag zwar architektonisch ansprechend wirken, ist jedoch ein massiver Kostentreiber. Unterschiedliche Materialien, wechselnde Unterkonstruktionen und verschiedene Fenstertypen zwingen Bauunternehmen dazu, jeden Bereich individuell zu berechnen.
Besonders der Verzicht auf einen klassischen Dachüberstand bringt erhebliche bautechnische Herausforderungen mit sich. Ohne schützenden Überstand müssen aufwendige Abdichtungen und Anschlüsse geplant werden, um Feuchtigkeitsschäden dauerhaft zu vermeiden.
Die Anordnung der Fenster hat direkte Auswirkungen auf die Statik eines Gebäudes. Liegen die Fensteröffnungen nicht sauber in einer vertikalen Flucht übereinander, können die Lasten des Hauses nicht geradlinig nach unten abgeleitet werden.
Statiker müssen in solchen Fällen komplexe, teure Hilfskonstruktionen wie verstärkte Betonstürze oder zusätzliche Träger einplanen. Dies führt nicht nur zu höheren Materialkosten bei Beton und Stahl, sondern erhöht auch die Fehleranfälligkeit beim Schalen.
Ein genialer Trick erfahrener Bauträger betrifft den gezielten Einsatz bodentiefer Fenster. Obwohl diese Fenster in der Anschaffung rund 200 Euro teurer sein können, amortisieren sie sich durch eine clevere Besonderheit in der Wohnflächenberechnung.
Durch den Wegfall der Brüstung gewinnt der Raum entlang der gesamten Fensterfront etwa 15 Zentimeter an anrechenbarer Tiefe. Diese zusätzliche Fläche erhöht den offiziellen Quadratmeterwert der Immobilie und damit direkt den Miet- oder Verkaufserlös.
Die Anordnung von Badezimmern und Küchen sollte bei jedem wirtschaftlichen Bauvorhaben streng vertikal erfolgen. Liegen die wasserführenden Leitungen nicht exakt übereinander, müssen teure horizontale Leitungsführungen in den Decken verlegt werden.
Ein weiterer Hebel zur Optimierung liegt in der Gestaltung der Installationswände. Durchgezogene Vormauerungen sind zwar optisch ansprechend, stehlen dem Raum jedoch oft wertvolle Quadratmeter, die sich durch gezielte Nischenlösungen einsparen ließen.
Liegt der öffentliche Kanalanschluss höher als die Entwässerungsgegenstände im Untergeschoss, ist eine Hebeanlage unverzichtbar. Das Abwasser muss in diesem Fall mechanisch über die sogenannte Rückstauebene gepumpt werden, um abfließen zu können.
Da Hebeanlagen mechanische Bauteile sind, besteht hier stets das Risiko eines Ausfalls, was schnell zu verheerenden Kellerüberschwemmungen führen kann. Eine kleine, kostengünstige Investition in die Sicherheit ist daher für jeden Bauherrn absolute Pflicht.
Dachterrassen und Loggien im Dachgeschoss bieten zweifellos eine hervorragende Lebensqualität und sehen architektonisch spektakulär aus. Aus rein wirtschaftlicher Sicht erweisen sie sich jedoch oft als absolute Verlustgeschäfte für den Bauherrn.
Der bauliche Aufwand für die komplexe Abdichtung, die Dämmung zur Vermeidung von Kältebrücken und die Entwässerung ist extrem hoch. Demgegenüber steht eine unvorteilhafte Anrechnung der mühsam hergestellten Fläche bei der finalen Berechnung.
„Alles was nicht multiplizierbar ist oder einen zusätzlichen Aufwand generiert, kostet einfach Geld. Komplexität kostet.“ — Dr. Peter Burnickl
Durch gezielte Vereinfachungen bei Fassaden, Fenstern und Detaillösungen lassen sich bei kleineren Projekten problemlos 150.000 Euro oder mehr an Baukosten einsparen.
Einfache Pläne minimieren Missverständnisse und reduzieren Sprachbarrieren auf der Baustelle, was zu fehlerfreierem Arbeiten und günstigeren Angeboten führt.
Fassaden ohne Dachüberstand erfordern extrem komplexe Abdichtungen und Anschlüsse gegen Regenwasser, was die Baukosten im Vergleich zur Standardlösung massiv erhöht.
Wenn Fenster nicht vertikal fluchten, entstehen statische Tücken bei der Lastenverteilung, die aufwendige und kostenintensive statische Hilfskonstruktionen erfordern.
Ja. Bodentiefen Fenster kosten zwar geringfügig mehr, gewinnen aber ca. 15 Zentimeter anrechenbare Wohnraumtiefe, was den Verkaufswert der Immobilie drastisch steigert.
Hebeanlagen sollten zwingend mit einem zweiten Störmeldekontakt und einer Handy-Aufschaltung versehen werden, um verheerende Kellerüberschwemmungen zu verhindern.
Wasserführende Leitungen und Steigschächte sollten in allen Geschossen exakt übereinander geplant werden, um lange, teure Rohrläufe zu vermeiden.
Vollflächig durchgezogene Vormauerungen verkleinern den Raum unnötig. Werden sie nur dort platziert, wo Anschlüsse liegen, lässt sich wertvolle Wohnfläche zurückgewinnen.
Sie verursachen extrem hohe Kosten für Dämmung und Abdichtung, dürfen jedoch bei der Wohnflächenberechnung meist nur zu 25 bis 50 Prozent angerechnet werden.
Spiegelverkehrte Grundrisse sind ideal, da sie die Planung vereinfachen und Handwerkern die Wiederholung von Arbeitsschritten ermöglichen, was Kosten senkt.
Das Transkript für diese Folge wird derzeit vorbereitet.