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    immo-inside · 8. Juni 2025

    Baukosten sparen: Der einfache Trick im Grundriss

    8. Juni 2025 15 Min. 4 Min. Lesezeit
    20.000 € Baukosten gespart – mit diesem einfachen Trick im Grundriss

    Kapitel

    Das Wichtigste in Kürze

    • Die Vereinheitlichung von Fassadengestaltung und Fenstergrößen senkt das Baurisiko und reduziert die Quadratmeterkosten spürbar.
    • Ein klassischer Dachüberstand ist in regenreichen Regionen wirtschaftlicher und technisch unkomplizierter als moderne, dachüberstandslose Konstruktionen.
    • Bodentiefe Fenster erhöhen durch den Gewinn an anrechenbarer Wohnfläche den Verkaufs- oder Mietwert weit über ihre geringen Mehrkosten hinaus.
    • Hebeanlagen im Keller erfordern zwingend eine digitale Alarmweiterleitung aufs Smartphone, um teure Überschwemmungen bei Systemausfällen zu verhindern.
    • Dachterrassen treiben die Baukosten durch komplexe Dichtungsdetails in die Höhe, bringen aber bei der Wohnflächenberechnung nur einen Bruchteil ihrer Fläche ein.

    Wie Sie durch clevere Grundriss-Optimierung zehntausende Euro Baukosten sparen. Dr. Peter Burnickl zeigt die besten Tricks für Ihren Neubau.

    Warum Einfachheit beim Bauen bares Geld spart

    Beim modernen Hausbau gilt oft ein einfaches Prinzip: Weniger Komplexität bedeutet niedrigere Kosten. Viele Bauherren unterschätzen, dass Handwerker und Generalunternehmer komplexe Pläne sofort mit einem erheblichen Risikoaufschlag kalkulieren.

    Besonders in Zeiten des Fachkräftemangels spielen Sprachbarrieren auf deutschen Baustellen eine immer größere Rolle. Einfache, sich wiederholende Strukturen minimieren Fehlerquellen und beschleunigen den Baufortschritt erheblich.

    • Wiederholung: Gleichbleibende Grundrisse erlauben es Handwerkern, Routine zu entwickeln und schneller zu arbeiten.
    • Standardisierung: Der Verzicht auf Sondermaße bei Bauteilen senkt die Material- und Montagekosten drastisch.
    • Fehlerminimierung: Je unkomplizierter der Plan, desto seltener kommt es zu teuren Verzögerungen oder Baumängeln vor Ort.

    „Bauunternehmen lieben Einfachheit und ihr müsst euch einfach mal in die Lage auch der Bauunternehmen versetzen.“ — Dr. Peter Burnickl

    Die Fassade als versteckter Kostentreiber

    Eine ästhetische, asymmetrische Fassade mag zwar architektonisch ansprechend wirken, ist jedoch ein massiver Kostentreiber. Unterschiedliche Materialien, wechselnde Unterkonstruktionen und verschiedene Fenstertypen zwingen Bauunternehmen dazu, jeden Bereich individuell zu berechnen.

    Besonders der Verzicht auf einen klassischen Dachüberstand bringt erhebliche bautechnische Herausforderungen mit sich. Ohne schützenden Überstand müssen aufwendige Abdichtungen und Anschlüsse geplant werden, um Feuchtigkeitsschäden dauerhaft zu vermeiden.

    • Einheitliche Fassaden: Die Wahl eines durchgehenden Materials spart Rüstzeiten und reduziert den Verschnitt.
    • Dachüberstand nutzen: Ein klassischer Dachüberstand schützt die Fassade auf natürliche Weise vor Schlagregen und vereinfacht die Dachentwässerung.
    • Fenster vereinheitlichen: Die Begrenzung auf wenige, standardisierte Fenstergrößen sorgt für exzellente Einkaufskonditionen.

    Statische Tücken bei asymmetrischer Fensterplanung

    Die Anordnung der Fenster hat direkte Auswirkungen auf die Statik eines Gebäudes. Liegen die Fensteröffnungen nicht sauber in einer vertikalen Flucht übereinander, können die Lasten des Hauses nicht geradlinig nach unten abgeleitet werden.

    Statiker müssen in solchen Fällen komplexe, teure Hilfskonstruktionen wie verstärkte Betonstürze oder zusätzliche Träger einplanen. Dies führt nicht nur zu höheren Materialkosten bei Beton und Stahl, sondern erhöht auch die Fehleranfälligkeit beim Schalen.

    • Fensterflucht einhalten: Die exakte vertikale Ausrichtung von Fenstern über alle Etagen hinweg schont das Budget.
    • Lastenverteilung: Eine konische Lastenverteilung nach unten funktioniert nur bei einer symmetrischen Fassadenstruktur reibungslos.
    • Materialeinsparung: Weniger statische Sonderlösungen bedeuten einen messbar geringeren Verbrauch an Bewehrungsstahl.

    Der clevere Bauträgertrick mit bodentiefen Fenstern

    Ein genialer Trick erfahrener Bauträger betrifft den gezielten Einsatz bodentiefer Fenster. Obwohl diese Fenster in der Anschaffung rund 200 Euro teurer sein können, amortisieren sie sich durch eine clevere Besonderheit in der Wohnflächenberechnung.

    Durch den Wegfall der Brüstung gewinnt der Raum entlang der gesamten Fensterfront etwa 15 Zentimeter an anrechenbarer Tiefe. Diese zusätzliche Fläche erhöht den offiziellen Quadratmeterwert der Immobilie und damit direkt den Miet- oder Verkaufserlös.

    • Wohnflächengewinn: Jeder gewonnene Zentimeter zählt voll als vermietbare oder verkaufbare Wohnfläche.
    • Amortisation: Die geringen Mehrkosten des Fensters werden durch den höheren Verkaufswert der Immobilie bei Weitem übertroffen.
    • Helligkeit: Neben dem wirtschaftlichen Vorteil bieten bodentiefe Fenster einen deutlichen Mehrwert an natürlichem Tageslicht.

    Das Badezimmer: Raumgewinn durch intelligente Vormauerung

    Die Anordnung von Badezimmern und Küchen sollte bei jedem wirtschaftlichen Bauvorhaben streng vertikal erfolgen. Liegen die wasserführenden Leitungen nicht exakt übereinander, müssen teure horizontale Leitungsführungen in den Decken verlegt werden.

    Ein weiterer Hebel zur Optimierung liegt in der Gestaltung der Installationswände. Durchgezogene Vormauerungen sind zwar optisch ansprechend, stehlen dem Raum jedoch oft wertvolle Quadratmeter, die sich durch gezielte Nischenlösungen einsparen ließen.

    • Vertikale Steigschächte: Nasszellen sollten über alle Stockwerke hinweg übereinander positioniert werden, um Rohrlängen zu minimieren.
    • Punktuelle Vormauerung: Vormauerungen sollten nur dort errichtet werden, wo Leitungen tatsächlich verlaufen, um Raumtiefe zurückzugewinnen.
    • Flächennutzung: Schon ein halber gewonnener Quadratmeter pro Bad summiert sich im gesamten Gebäude zu einem echten Vermögen.

    Vorsicht im Keller: Gefahrenquelle Hebeanlage minimieren

    Liegt der öffentliche Kanalanschluss höher als die Entwässerungsgegenstände im Untergeschoss, ist eine Hebeanlage unverzichtbar. Das Abwasser muss in diesem Fall mechanisch über die sogenannte Rückstauebene gepumpt werden, um abfließen zu können.

    Da Hebeanlagen mechanische Bauteile sind, besteht hier stets das Risiko eines Ausfalls, was schnell zu verheerenden Kellerüberschwemmungen führen kann. Eine kleine, kostengünstige Investition in die Sicherheit ist daher für jeden Bauherrn absolute Pflicht.

    • Zweiter Störmeldekontakt: Ein zusätzlicher Sensor warnt zuverlässig vor drohendem Überlaufen des Pumpensumpfs.
    • Digitale Aufschaltung: Die Verknüpfung der Warnmeldung mit dem eigenen Smartphone sorgt für schnelle Reaktionszeiten im Ernstfall.
    • Wartungszugang: Der Zugang zur Hebeanlage muss bei der Grundrissplanung stets frei und leicht zugänglich gehalten werden.

    Dachterrassen und Loggien: Der teure Luxus im Dachgeschoss

    Dachterrassen und Loggien im Dachgeschoss bieten zweifellos eine hervorragende Lebensqualität und sehen architektonisch spektakulär aus. Aus rein wirtschaftlicher Sicht erweisen sie sich jedoch oft als absolute Verlustgeschäfte für den Bauherrn.

    Der bauliche Aufwand für die komplexe Abdichtung, die Dämmung zur Vermeidung von Kältebrücken und die Entwässerung ist extrem hoch. Demgegenüber steht eine unvorteilhafte Anrechnung der mühsam hergestellten Fläche bei der finalen Berechnung.

    • Geringe Anrechnung: Gemäß Wohnflächenverordnung dürfen Dachterrassen meist nur zu 25 oder maximal 50 Prozent angerechnet werden.
    • Hohes Mängelrisiko: Flache, bewohnte Dachflächen gehören zu den schadensanfälligsten Bauteilen eines Hauses.
    • Finanzielles Defizit: Den hohen Investitionskosten stehen oft drastisch reduzierte Verkaufserlöse durch den Verlust an vollwertiger Wohnfläche gegenüber.

    „Alles was nicht multiplizierbar ist oder einen zusätzlichen Aufwand generiert, kostet einfach Geld. Komplexität kostet.“ — Dr. Peter Burnickl

    Häufige Fragen

    Wie viel Geld lässt sich durch Grundrissoptimierung sparen?

    Durch gezielte Vereinfachungen bei Fassaden, Fenstern und Detaillösungen lassen sich bei kleineren Projekten problemlos 150.000 Euro oder mehr an Baukosten einsparen.

    Warum bevorzugen Bauunternehmen einfache Grundrisse?

    Einfache Pläne minimieren Missverständnisse und reduzieren Sprachbarrieren auf der Baustelle, was zu fehlerfreierem Arbeiten und günstigeren Angeboten führt.

    Was ist der finanzielle Nachteil einer Fassade ohne Dachüberstand?

    Fassaden ohne Dachüberstand erfordern extrem komplexe Abdichtungen und Anschlüsse gegen Regenwasser, was die Baukosten im Vergleich zur Standardlösung massiv erhöht.

    Warum sind unregelmäßige Fensteranordnungen teurer?

    Wenn Fenster nicht vertikal fluchten, entstehen statische Tücken bei der Lastenverteilung, die aufwendige und kostenintensive statische Hilfskonstruktionen erfordern.

    Lohnt sich der Einbau von bodentiefen Fenstern finanziell?

    Ja. Bodentiefen Fenster kosten zwar geringfügig mehr, gewinnen aber ca. 15 Zentimeter anrechenbare Wohnraumtiefe, was den Verkaufswert der Immobilie drastisch steigert.

    Was muss beim Einsatz von Hebeanlagen im Keller beachtet werden?

    Hebeanlagen sollten zwingend mit einem zweiten Störmeldekontakt und einer Handy-Aufschaltung versehen werden, um verheerende Kellerüberschwemmungen zu verhindern.

    Wie lassen sich Kosten bei Sanitär- und Küchenleitungen sparen?

    Wasserführende Leitungen und Steigschächte sollten in allen Geschossen exakt übereinander geplant werden, um lange, teure Rohrläufe zu vermeiden.

    Warum können Vormauerungen in Badezimmern ein Flächenkiller sein?

    Vollflächig durchgezogene Vormauerungen verkleinern den Raum unnötig. Werden sie nur dort platziert, wo Anschlüsse liegen, lässt sich wertvolle Wohnfläche zurückgewinnen.

    Warum sind Dachterrassen oft unwirtschaftlich?

    Sie verursachen extrem hohe Kosten für Dämmung und Abdichtung, dürfen jedoch bei der Wohnflächenberechnung meist nur zu 25 bis 50 Prozent angerechnet werden.

    Was bedeutet ein spiegelverkehrter Grundriss für die Baukosten?

    Spiegelverkehrte Grundrisse sind ideal, da sie die Planung vereinfachen und Handwerkern die Wiederholung von Arbeitsschritten ermöglichen, was Kosten senkt.

    Transkript

    Das Transkript für diese Folge wird derzeit vorbereitet.