
Johannes Schwärzler erklärt im Podcast, wie er durch ehrliches Dokumentieren statt Kreieren Vertrauen aufbaut und sein Immobiliengeschäft verdoppelt.
Johannes Schwärzlers Erfolg auf YouTube kam nicht über Nacht. Als er im Februar 2021 sein allererstes Video veröffentlichte, waren die Zugriffszahlen verschwindend gering. Die erste Resonanz bestand aus mageren zehn Aufrufen.
Doch anstatt wie viele andere nach wenigen Monaten frustriert aufzugeben, blieb Johannes am Ball und hielt an seiner Vision fest. Es dauerte mehrere Jahre, bis sich eine konstante Reichweite von ein paar hundert Klicks pro Video etablierte.
Für Johannes war das Aufhören jedoch nie eine Option, da er ohnehin fest in der Immobilienbranche verankert war und seine tägliche Arbeit fortführte. Heute verzeichnet sein Kanal über 34.000 Abonnenten, was zeigt, dass langfristige Kontinuität im Content-Marketing der entscheidende Hebel für organisches Wachstum ist.
Der Schlüssel zu Johannes’ Content-Strategie liegt in der Einfachheit. Statt aufwendig inszenierte Werbevideos zu drehen oder künstliche Themenwelten zu erschaffen, entschied er sich von Anfang an dafür, seinen realen Arbeitsalltag als Immobilieninvestor zu begleiten.
Bei seinem ersten Video nahm er die Zuschauer einfach mit durch seine neu erworbene Immobilie im unsanierten Zustand und erklärte ungeschminkt die geplanten Schritte.
„Ich habe eher dokumentiert, als Content zu kreieren, zu sagen, ich muss jetzt da was erschaffen.“ — Johannes Schwärzler
Aus diesem pragmatischen Ansatz entwickelte sich über die Jahre eine regelrechte Content-Maschine. Mittlerweile lädt sein Team jeden Sonntag und Donnerstag ein langes YouTube-Video hoch. Die Bandbreite der Inhalte ist dabei breit gefächert:
Hinter Johannes' Projekten steht die Marke „Flipper“. Der Name leitet sich direkt aus dem Fachbegriff des „Fix and Flip“-Geschäfts ab – dem Ankauf, der Sanierung und dem anschließenden gewinnbringenden Verkauf von Immobilien. Das Logo gestaltete er selbst und fügte einen subtilen Twist hinzu, indem er den Buchstaben „E“ einfach spiegelte.
Der Aufbau dieser Marke diente jedoch zu keinem Zeitpunkt dem klassischen Influencer-Dasein. Johannes betont, dass die Monetarisierung über Klicks im Verhältnis zum Aufwand vernachlässigbar ist. Social Media ist für ihn kein direkter Erwerbszweig, sondern ein hocheffektiver Verstärker für sein Kerngeschäft:
„Diese Aufmerksamkeit, also Views per se, das ist eine Währung und da wird irgendwas Gutes draus entstehen.“ — Johannes Schwärzler
Während YouTube von Beginn an Johannes' Fokus war, fiel ihm der Einstieg auf Instagram deutlich schwerer. Zu Beginn postete er nur unregelmäßig alle zehn Tage und verspührte wenig Motivation für die Plattform. Mit der Zeit erkannte er jedoch, dass auf Instagram völlig andere Gesetze herrschen als auf YouTube.
„Du musst einfach Kamera an und los babbeln und am besten auch mit so wie du bist, das kommt am besten an.“ — Johannes Schwärzler
Die wahre Magie auf Instagram liegt in der ungeschminkten Authentizität und extremen Disziplin. Heute pflegt sein Team einen straffen Redaktionsplan, um die Plattform systematisch zu bespielen:
Auf die Frage des Hosts, warum Johannes keinen eigenen Podcast betreibt, liefert er eine logische Begründung. Seine Arbeit im Bereich Bauen, Sanieren und Renovieren ist extrem visuell geprägt.
Einen Wasserschaden, den Durchbruch einer Wand oder das edle Verlegen eines neuen Parkettbodens kann man auf einer reinen Audiospur nur schwer transportieren.
Dennoch sieht Johannes das Potenzial, das in der Zweitverwertung von Interview-Formaten steckt. Längere Gespräche mit Projektentwicklern erzielen auch auf YouTube als reine Audio-Inhalte gute Abrufzahlen. Dennoch möchte er sein digitales Rad aktuell nicht weiter vergrößern, da sein Herz primär im handwerktlichen Bereich und nicht in der Rolle des reinen Online-Gurus schlägt.
Ein spannendes Nebenprojekt, an dem Johannes arbeitet, ist sein eigenes Buch. Nachdem er bereits als Co-Autor aktiv war, möchte er nun ein Werk voller unglaublicher, aber wahrer Geschichten aus der Immobilienwelt veröffentlichen. Die Branche bietet dafür reichlich bizarren Stoff.
In dem Buch sollen skurrile Begegnungen mit betrügerischen Machenschaften, nicht existierenden Objekten und exzentrischen Mietern thematisiert werden. Johannes möchte damit einen humorvollen und gleichzeitig tiefen Einblick in die Absurditäten geben, die man im Immobiliensektor zwangsläufig erlebt. Sobald im Sommer etwas Ruhe einkehrt, soll dieses Herzensprojekt vollendet werden.
Ein entscheidender Vorteil von Johannes’ Social-Media-Präsenz ist der immense Vertrauensaufbau, bevor überhaupt ein persönliches Gespräch stattfindet. Im Marketing spricht man traditionell von sieben notwendigen Kontaktpunkten, bis ein Interessent eine geschäftliche Beziehung eingeht.
Ein potenzieller Partner schaut mehrere YouTube-Videos, stößt auf Instagram auf Johannes und lädt schließlich ein Tool herunter. Wenn Bankangestellte die Bonität oder Projekte eines neuen Investors prüfen, liefert der transparente Social-Media-Auftritt sofortigen Social Proof. Auch Makler sehen über den Flipper-Newsletter genau, wie professionell ihre vermittelten Objekte saniert werden, und bieten Johannes schneller neue Deals an.
Zuschauer werden über strategisch platzierte Mehrwerte in das geschäftliche Ökosystem überführt. Ein zentraler Lead-Magnet ist Johannes’ persönlicher Excel-Kalkulationsrechner, mit dem er seit seinen Anfängen kalkuliert.
Dieses nützliche Tool, das auch bei Bankgesprächen als solides Argumentationsmittel dient, ist in den Videobeschreibungen verlinkt. Wer sich den Rechner herunterlädt, liefert seine E-Mail-Adresse und landet in Johannes' qualifizierter Kontaktdatenbank.
Über regelmäßige, wertstiftende Newsletter für Flipper und seine Immobilienfirma Homara bleibt er mit Maklern und Partnern proaktiv in Kontakt – ohne jemals aggressiv oder aufdringlich zu verkaufen.
Sein YouTube-Kanal hat über 34.000 Abonnenten und auf Instagram folgen ihm fast 40.000 Menschen. Monatlich erzielen die Inhalte eine Reichweite von drei bis vier Millionen Impressionen.
Der Name leitet sich von der Strategie „Fix and Flip“ ab, bei welcher Immobilien angekauft, saniert und wieder abverkauft werden. Das zugehörige Logo kreierte Johannes selbst mit einem gespiegelten Buchstaben „E“.
Es meint, anstelle künstlich produzierter Werbeinhalte einfach den realen Arbeitsalltag mit allen seinen Erfolgen, Baustellen und realen Problemen authentisch zu filmen und zu begleiten.
Seine Arbeit in der Renovierungsbranche ist extrem visuell geprägt, weshalb eine reine Audiospur für viele Inhalte ungeeignet wäre. Er schließt es für Interview-Formate in der Zukunft jedoch nicht völlig aus.
Johannes schätzt den geschäftlichen Einfluss auf etwa die Hälfte seines gesamten Business. Die digitale Bekanntheit zieht Mitarbeiter, Partner und neue Investitionsmöglichkeiten an.
Interessenten finden in den Videobeschreibungen einen nützlichen Excel-Kalkulationsrechner als kostenloses Tool. Im Tausch gegen den Download hinterlassen sie ihre E-Mail-Adresse.
Laut Johannes ist extreme Konsistenz unverzichtbar, wie etwa ein Jahr lang täglich ein Reel zu posten. Zudem sollte man die Kamera einfach einschalten und ohne langes Skript authentisch sprechen.
Die Profile fungieren als starker Validierungsfaktor (Trust-Faktor). Finanzierungspartner und Makler sehen dort transparente Fortschritte und den professionellen Qualitätsstandard der sanierten Objekte.
Das Buch soll eine unterhaltsame Sammlung von kuriosen, aber wahren Geschichten aus der Immobilienwelt sein, beispielsweise über skurrilen Betrug, irrwitzige Mieter oder nicht existierende Kaufobjekte.
Er startete extrem simpel mit einem handelsüblichen iPhone 11 und erweiterte sein Setup erst nach dem achten Video um ein externes Ansteckmikrofon, um bessere Tonqualität zu gewährleisten.
Das Transkript für diese Folge wird derzeit vorbereitet.