
Wie interne Podcasts Ihre Mitarbeiter erreichen. Experte Axel Robert Müller zeigt, warum Rundmails versagen und wie moderner Audio-Content funktioniert.
In fast allen Unternehmen läuft die interne Kommunikation nach demselben Muster ab: Informationen werden über ellenlange Rundmails, gedruckte Mitarbeiterzeitschriften oder starre Intranets verbreitet. Doch in der Praxis scheitert dieser Ansatz oft am enormen Workload und der chronischen Zeitnot der Angestellten, die morgens direkt mit ihren Kernaufgaben starten.
Kommunikationsabteilungen wünschen sich zwar, dass die Belegschaft zu Arbeitsbeginn erst einmal ausführlich die internen Neuigkeiten studiert, doch die Realität sieht anders aus. Schriftliche Informationen werden meist nur überflogen oder komplett ignoriert, was zu Missverständnissen und Informationsdefiziten führt.
"Wenn Sie einen Teil der Kommunikation outsourcen Richtung Ohr, hast du als Unternehmen die Chance, viel näher heranzukommen an deine Mitarbeitenden." — Axel Robert Müller
Ein Podcast verlagert die Kommunikation weg vom Bildschirm und rein ins Ohr, sodass die Inhalte flexibel nebenbei konsumiert werden können. Dies entlastet die Mitarbeitenden und sorgt gleichzeitig für eine deutlich höhere Reichweite wichtiger Botschaften.
Die Entscheidung für ein Audioformat hängt stark von der Unternehmensgröße und dem damit verbundenen Kommunikationsbedarf ab. Je größer ein Unternehmen wird, desto schwieriger gestaltet sich die direkte Informationsdurchdringung von der Führungsebene bis hin zu den einzelnen Teams.
Ab einer Belegschaft von etwa 200 bis 300 Mitarbeitenden lohnt es sich definitiv, die interne Kommunikation zu professionalisieren und feste Podcast-Strukturen zu etablieren. Hier hilft das Medium dabei, Silos aufzubrechen und alle Abteilungen auf den gleichen Wissensstand zu bringen.
In vielen Industrie-, Logistik- oder Dienstleistungsbetrieben gibt es eine große Gruppe von Angestellten, die keinen klassischen PC-Arbeitsplatz besitzen. Diese Menschen arbeiten in der Produktion, im Lager oder sind als Außendienstmitarbeiter ständig unterwegs.
Schriftliche Intranet-Beiträge erreichen diese Zielgruppe fast nie, da sie schlichtweg keinen regelmäßigen Zugriff auf einen Computer während der Arbeitszeit haben. Ein Podcast löst dieses Problem elegant, da fast jeder Mitarbeitende privat oder beruflich ein Smartphone besitzt.
"Das ist ja fast wie eine erweiterte WhatsApp-Sprachnachricht dann." — Axel Robert Müller
Um den Zugang so barrierefrei wie möglich zu gestalten, können Unternehmen kreative Vertriebswege im eigenen Haus nutzen. So lassen sich beispielsweise QR-Codes an zentralen Orten platzieren, die direkt zum Audio-Feed führen.
Ein erfolgreicher interner Podcast darf keine langweilige Aneinanderreihung von trockenen Vorstandsmonologen sein. Stattdessen sollte das Format wie eine professionelle Radiosendung oder ein abwechslungsreiches Journal aufgebaut sein, um die Hörer langfristig zu binden.
Das Konzept einer "Tagesschau für die Ohren" verbindet ein fokussiertes Leitinterview mit schnellen, dynamischen Nachrichten aus verschiedenen Unternehmensbereichen. So entsteht ein lebendiges Bild der gesamten Organisation.
Der Mensch ist ein ausgeprägtes Gewohnheitstier, was sich auch bei der Mediennutzung im privaten wie im beruflichen Umfeld zeigt. Ein interner Podcast entfaltet seine volle Wirkung nur dann, wenn er regelmäßig und zu verlässlichen Zeiten erscheint.
Wenn die Belegschaft genau weiß, wann neue Informationen auf sie warten, wird das Hören schnell zu einem festen Ritual im Arbeitsalltag. Dies fördert nicht nur die Informationsaufnahme, sondern auch den informellen Austausch der Mitarbeitenden untereinander.
"Der Mensch ist ein Gewohnheitstier. Wenn ein Mitarbeiter weiß, am 15. des Monats in 15 Minuten, dann freut er sich drauf." — Axel Robert Müller
Die Frequenz sollte dabei realistisch gewählt werden und sich am tatsächlichen Informationsfluss des Unternehmens orientieren. Während für manche Organisationen ein monatlicher Rhythmus ideal ist, reicht bei anderen ein gut produziertes Quartalsformat völlig aus.
In der Marketingwelt wird oft hitzig darüber diskutiert, ob reine Audio-Podcasts oder visuelle Video-Podcasts die bessere Wahl sind. Für die interne Unternehmenskommunikation sowie den gezielten B2B-Außendienst hat das klassische Audioformat jedoch meist die Nase vorn.
Während Videos die ungeteilte visuelle Aufmerksamkeit des Betrachters fordern, punktet Audio durch seine unschlagbare Flexibilität im mobilen Alltag. Die Durchhörquoten bei reinen Audioproduktionen sind erfahrungsgemäß extrem hoch, da die Barriere zum Konsumieren minimal ist.
Die technische Umsetzung von Podcasts hat sich in den letzten Jahren drastisch vereinfacht, was die Einstiegshürden für Unternehmen massiv senkt. Aufwendige Studiobuchungen und lange Anfahrtswege für Interviewpartner gehören dank moderner Remote-Technologien endgültig der Vergangenheit an.
Heute lassen sich professionelle Audio-Feeds unkompliziert über gängige Konferenz-Tools wie Microsoft Teams, Webex oder Google Meet koordinieren. Der eigentliche Clou liegt in der dezentralen Aufnahme über das Smartphone der interviewten Person.
Mitarbeitende haben im Alltag extrem viel zu tun und wenig Zeit. Sie starten direkt mit der Arbeit, anstatt lange Intranet-Texte oder Rundmails zu lesen.
Eine Professionalisierung empfiehlt sich ab etwa 200 bis 300 Mitarbeitenden. Bei kleineren Betrieben reicht oft eine kurze, vierteljährliche Audiobotschaft des Chefs.
Diese Mitarbeitenden können über QR-Codes auf Plakaten in der Produktion oder im Lager direkt auf den Podcast über ihr eigenes Smartphone zugreifen.
Das ist flexibel und reicht von 14-tägig bis quartalsweise. Wichtig ist jedoch ein fester, verlässlicher Rhythmus, wie beispielsweise immer am 15. des Monats.
Bewährt hat sich eine abwechslungsreiche Magazinstruktur mit einem 6–7-minütigen Hauptinterview und einem anschließenden, kleinteiligen Nachrichtenblock aus verschiedenen Abteilungen.
Ja, viele hören ihn freiwillig beim Pendeln oder bei der Hausarbeit. Um rechtlichen Ärger mit dem Betriebsrat zu vermeiden, muss das Hören jedoch optional sein und darf nicht ausschließlich in die Freizeit verlagert werden.
Bei spitzen Vertriebsthemen sind Quoten von 80 bis 90 Prozent möglich. In großen Konzernen mit breit gestreuten Themen liegen die Abrufe meist zwischen 8 und 20 Prozent.
Audio lässt sich hervorragend nebenbei konsumieren, zum Beispiel im Auto auf dem Weg zum Kunden. Video erfordert die volle visuelle Aufmerksamkeit, was die Durchhörquote senkt.
Nein, professionelle Aufnahmen lassen sich einfach remote über Tools wie Webex oder Teams in Kombination mit der Sprachmemo-App des Smartphones erstellen.
Durch professionelles Infotainment, verständliche Sprache ohne schweres Konzernssprech, den Einbau von humorvollen Elementen und einen festen Veröffentlichungstermin.
Das Transkript für diese Folge wird derzeit vorbereitet.