
Eintracht-Legende Peter Fischer im Gespräch über echte Fankultur, erfolgreiche Mitarbeiterführung im Homeoffice und seine Immobilien-Investments.
Alexander Schmid und Peter Fischer starten mit einer sympathischen Gemeinsamkeit: Beide haben am 14. März Geburtstag. Diese geteilte Wellenlänge legt das Fundament für ein offenes Gespräch über eines der wichtigsten Themen unserer Zeit: Wie schafft man es, eine riesige Community oder ein ganzes Unternehmen erfolgreich zusammenzuhalten? Peter Fischer hat als langjähriger Präsident von Eintracht Frankfurt bewiesen, wie echte Identifikation und ein tiefes Gemeinschaftsgefühl entstehen können.
Die Dynamiken aus dem Profisport lassen sich überraschend präzise auf die moderne Wirtschaftswelt übertragen. Ein Verein wie die Eintracht lebt von Emotionen, Leidenschaft und dem unbedingten Willen zur Gemeinschaft. Diese Energie ist auch für Unternehmen der Schlüssel, um in dynamischen Märkten dauerhaft erfolgreich zu sein und Mitarbeiter langfristig an die eigene Marke zu binden.
Für eine erfolgreiche Führung braucht es laut Peter Fischer vor allem eines: ein exzellentes Team. Niemand kann ein großes Vorhaben im Alleingang stemmen. Wer als Führungskraft glaubt, alle Antworten alleine parat zu haben, scheitert schnell an der Realität der komplexen Wirtschaftswelt. Moderne Führung verlangt heute ein hohes Maß an Anpassungsfähigkeit und die Bereitschaft, starre Hierarchien abzubauen.
„Du musst Menschen mitnehmen. Du musst ihnen auch das Gefühl geben, dass sie wertvoll und wichtig sind in dem Unternehmen.“ — Peter Fischer
Fischer betont, dass man die Menschen auf der gemeinsamen Reise mitnehmen muss. Ein kooperativer Führungsstil, der die individuellen Stärken der Mitarbeiter schätzt und fördert, ist die absolute Grundlage für nachhaltigen Teamerfolg.
Ein zentraler Aspekt erfolgreicher Führung ist das bewusste Abgeben von Macht und Verantwortung. Viele Manager neigen dazu, jede Entscheidung selbst treffen zu wollen, was zu massiven Engpässen und Frustration führt. Peter Fischer plädiert stattdessen für eine Kultur des Vertrauens.
„Verantwortung heißt Vertrauensvorsprung geben.“ — Peter Fischer
Das Vertrauen in die eigenen Leute schafft eine extrem hohe Motivation. Wenn Mitarbeiter spüren, dass ihr Beitrag zählt und sie echte Gestaltungsmacht besitzen, identifizieren sie sich ganz anders mit den Unternehmenszielen.
Die veränderte Arbeitswelt durch die Zunahme von Homeoffice stellt Unternehmen vor völlig neue Hürden. Wenn der physische Flurfunk wegfällt und die Kollegen nur noch über Bildschirme kommunizieren, leidet oft der Zusammenhalt.
Im Homeoffice lauern unzählige Ablenkungen im privaten Umfeld. Der Alltag ist geprägt von Partnern, Kindern, Haustieren oder alltäglichen Erledigungen wie dem Einkauf. In diesem Spannungsfeld ist es extrem anspruchsvoll, die Konzentration hochzuhalten und die Bindung zum Arbeitgeber nicht zu verlieren. Umso wichtiger ist es, strukturierte Prozesse einzuführen, die den Kontakt zur Belegschaft nicht abreißen lassen und ein Gefühl von Stabilität vermitteln.
Reine Überwachungstools oder ständige Kontrollanrufe führen im Homeoffice selten zum Ziel. Sie erzeugen meist nur Druck und das Gefühl von Misstrauen. Peter Fischer erklärt, wie man diese Herausforderung bei Eintracht Frankfurt gelöst hat. Die Devise lautet: Einbindung durch echten Dialog.
Anstatt stumpf Arbeitszeiten zu tracken oder digitale Anwesenheitstools zu nutzen, sollten Führungskräfte den direkten und inhaltlichen Dialog suchen. Über gezielte, persönliche Nachfragen zu aktuellen Fachthemen fühlen sich Mitarbeiter gefordert und wertgeschätzt, während sie gleichzeitig im produktiven Arbeitsfluss bleiben. Es geht darum, Aufgaben nicht einfach nur anzuweisen, sondern sie partnerschaftlich im Team zu verteilen.
„Wir haben wirklich versucht, auch so Kommunikation und Arbeit zu verteilen und sie im Dialog führen zu können.“ — Peter Fischer
Neben seinen Führungsqualitäten im Sport überrascht Peter Fischer im Gespräch mit seiner unternehmerischen Karriere in der Immobilienbranche. Vor knapp 30 Jahren startete er gemeinsam mit einer Partnerin ein ambitioniertes Projekt auf der balearischen Insel Ibiza.
Was mit dem Kauf und der Vermittlung von einzelnen Apartments im Frankfurter Freundeskreis begann, entwickelte sich über die Jahrzehnte zu einem echten touristischen Großprojekt. Heute gehören zu dem Resort nicht nur exklusive Unterkünfte, sondern auch ein Beachclub und mehrere Restaurants.
Trotz seines beachtlichen Erfolgs und der millionenschweren Verträge, die er im Profifußball tagtäglich begutachtete, ist Peter Fischer erstaunlich bodenständig geblieben. Auf die Frage von Alexander Schmid, ob er auch in Deutschland oder Frankfurt große Immobilieninvestments besitze, antwortet er überraschend offen.
In Deutschland besitzt Fischer kein Wohneigentum, sondern lebt ganz bewusst zur Miete in seiner Heimatstadt Frankfurt. Die nötige Liquidität für den Erwerb von teuren Eigentumswohnungen in der Mainmetropole steckte er lieber direkt in das Wachstum seines Ibiza-Projekts. Diese Entscheidung bereut er keineswegs. Er genießt die Flexibilität und zeigt, dass wahrer Erfolg nicht zwangsläufig an glänzende Statussymbole im Inland gekoppelt sein muss. Seine Bodenständigkeit macht ihn zu einem inspirierenden Vorbild für Führungskräfte in der Immobilienwirtschaft und weit darüber hinaus.
Peter Fischer ist der langjährige und heutige Ehrenpräsident des Fußball-Bundesligisten Eintracht Frankfurt.
Beide haben am selben Tag Geburtstag, nämlich am 14. März, was im Interview für einen sympathischen Einstieg sorgt.
Ja, laut Peter Fischer lässt sich das Gemeinschaftsgefühl und die Teamdynamik aus dem Profisport hervorragend auf die freie Wirtschaft übertragen.
Eine gute Führungskraft benötigt hohe soziale und emotionale Kompetenz, Leidenschaft, ein starkes Team und darf nicht beratungsresistent sein.
Verantwortung zu übertragen bedeutet für ihn in erster Linie, den Mitarbeitern einen ehrlichen Vertrauensvorschuss zu gewähren.
Er sieht das Homeoffice kritisch bezüglich der Teambindung, betont aber, dass man mit klaren Kommunikationsstrukturen und Präsenzphasen entgegenwirken kann.
Statt starrer Überwachung empfiehlt Fischer den inhaltlichen Dialog und persönliche Nachfragen zu Projekten, um die Mitarbeiter aktiv einzubinden.
Er hat vor rund 30 Jahren begonnen, ein großes Urlaubsresort inklusive Beachclub und Restaurants auf Ibiza aufzubauen.
Das von ihm mitgegründete Resort auf Ibiza ist mittlerweile zu einem Großunternehmen mit rund 300 Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern angewachsen.
Nein, in Deutschland und insbesondere in seiner Heimatstadt Frankfurt lebt Peter Fischer ganz bewusst zur Miete.
Das Transkript für diese Folge wird derzeit vorbereitet.