
Dr. Stefan Soehngen erklärt im Interview, wie Sie durch strategisches Beziehungsmanagement (Relationing) Kontakte knüpfen und damit Geld verdienen.
Viele Unternehmer und Fachkräfte scheitern am Aufbau stabiler Netzwerke, weil sie zu kurzfristig denken. Sie vermitteln Kontakte und erwarten sofort ein messbares Ergebnis in ihrer Excel-Tabelle. Echtes Netzwerken funktioniert jedoch völlig anders und folgt einer langfristigen unternehmerischen Logik.
Wer erfolgreich Beziehungen knüpfen will, muss die Frage „Was habe ich davon?“ durch eine Haltung des echten Gebens ersetzen. In unserer schnelllebigen Zeit, in der jeder sofort einen schnellen Return on Investment sucht, wirkt diese Haltung fast anachronistisch – doch genau hier liegt der Schlüssel zum Erfolg.
„Netzwerken ist eine sehr, sehr langfristige Angelegenheit, bei der du nicht fragen darfst, was habe ich davon.“ — Stefan Soehngen
Nach seinem Dienst bei der Bundeswehr zog es Stefan Soehngen im Alter von 19 Jahren mit dem Rucksack nach Indien. Auf dieser extremen Low-Budget-Reise sammelte er prägende Lebenserfahrungen, die sein späteres Handeln grundlegend beeinflussten. Er lernte, sich in völlig fremden Umgebungen zurechtzufinden und verstand, dass gegenseitiges Vertrauen die wichtigste Währung ist.
Zurück in Deutschland entschied er sich für ein Studium der Politikwissenschaften und Soziologie in Frankfurt. Obwohl diese Studiengänge oft als theoretisch gelten, boten sie ihm die perfekte Grundlage für seine heutige Tätigkeit als professioneller Brückenbauer.
In seiner wissenschaftlichen Arbeit beschäftigte sich Stefan Soehngen früh mit der Elitenbildung und den demografischen Herausforderungen für das soziale Sicherungssystem in Deutschland. Schon in den 1990er-Jahren stellte er eine These auf, die sich heute im Fachkräftemangel und in Abwanderungstendenzen manifestiert.
Durch den demografischen Wandel und die steigenden Sozialabgaben geraten junge Leistungsträger zunehmend unter Druck. In einer globalisierten, einheitlichen Welt ist der Wechsel ins Ausland durch den gewohnten Lebensstandard barrierefrei geworden, was der Wirtschaftsstandort Deutschland immer deutlicher zu spüren bekommt.
Die Monetarisierung von Kontakten gilt in der Geschäftswelt oft als schwierig, da viele Vermittler lediglich auf ein vages Abendessen nach dem erfolgreichen Deal hoffen. Stefan Soehngen löst dieses Problem durch seine Firma Relationing und ein systematisches monatliches Beratungsmodell. Er agiert als externer Relationship Manager für Unternehmen, Kanzleien und Tech-Start-ups.
Im Zentrum seiner Dienstleistung steht das eigens entwickelte Push-and-Pull-Modell für den gezielten Kontaktaufbau, das auf einer klaren Struktur beruht.
Um dauerhaft hochwertige Kontakte pflegen zu können, initiierte Stefan Soehngen eigene, gesellschaftlich relevante Plattformen. Die Montagsgesellschaft ist ein von ihm vor fast zwei Jahrzehnten gegründeter, gemeinnütziger Verein in Frankfurt, der den bürgerschaftlichen Dialog fördert. Sie bringt regelmäßig hochkarätige Akteure aus Politik, Wirtschaft und Kultur mit der Stadtgesellschaft an einen Tisch.
Das Newcomers Network hingegen widmet sich der Internationalität der Region Frankfurt-Rhein-Main. Es unterstützt Fachkräfte aus aller Welt bei der Integration und feiert diese bei großen Festivals.
Gemeinsam mit seinem Partner Dominik Benner baute Stefan Soehngen mit „P5 – The Property Congress“ innerhalb kürzester Zeit eine starke Marke für die Immobilienbranche in Frankfurt auf. Nach zwei erfolgreichen Kongressen im KAP Europa folgt im Jahr 2025 ein radikaler Konzeptwechsel: Der klassische Kongress verwandelt sich in das erste große Immobilienfestival Deutschlands.
Das gesamte Event zieht in das Fußballstadion des FSV Frankfurt am Bornheimer Hang um, um die Verbindung von fachlichem Austausch und entspanntem Networking auf eine neue Ebene zu heben.
In seinem Buch „Relationing“ beschreibt Stefan Soehngen, wie beruflicher Erfolg durch Fleiß und Systematisierung steuerbar wird. Netzwerken ist entgegen der landläufigen Meinung keine reine Frage von angeborenem Talent, sondern das Resultat harter Disziplin und stetiger Nachbereitung. Wer offline präsent ist, profitiert auch nachhaltig von seiner digitalen Präsenz auf Kanälen wie LinkedIn.
Ein Paradebeispiel für exzellentes Beziehungsmanagement lieferte der ehemalige Bundeskanzler Helmut Kohl, dessen persönliche Informationsdatenbank legendär war. Er nutzte Referenten, die sich persönliche Details von Gesprächspartnern notierten – ein menschliches CRM-System, das Kohl half, tiefe Wertschätzung auszudrücken, indem er sich nach Jahren noch nach familiären Details erkundigte.
„Wenn du guten Vertrieb machen willst, dann fang an zu geben. Erstmal geben und dann kommt mehr zurück.“ — Stefan Soehngen
Für junge Absolventen hat der Brückenbauer einen klaren Rat: Sie sollten rausgehen, Veranstaltungen besuchen und jede Gelegenheit zum Gespräch nutzen, anstatt sich hinter E-Mails zu verstecken. Persönliche Begegnungen und der sogenannte „Nasenfaktor“ sind durch keine Videokonferenz der Welt zu ersetzen.
Der aktuell von Krisen geschüttelten Immobilienbranche rät Soehngen zu Gelassenheit und Durchhaltevermögen. Der inhärente Bedarf an Wohnraum und die demografischen Gegebenheiten garantieren, dass der Markt nach einer Phase des Abwartens wieder an Fahrt aufnehmen wird.
Der größte Fehler ist kurzfristiges Denken. Viele Menschen erwarten nach dem Vermitteln eines Kontakts sofort ein messbares Ergebnis in einer Excel-Liste, anstatt die Beziehung langfristig und ohne direkte Erwartungen aufzubauen.
Relationing beschreibt das aktive, strukturierte und von Werten getragene Verwandeln von losen Kontakten in echte, tragfähige persönliche Beziehungen.
Er verdient Geld durch eine monatliche Service-Pauschale (Retainer), indem er als externer Relationship Manager Netzwerke für Unternehmen, Kanzleien oder Start-ups aufbaut, anstatt auf unzuverlässige Erfolgsbeteiligungen zu setzen.
Es ist ein systematischer Prozess, bei dem eine Liste von Wunschkontakten mithilfe eines Ampelsystems (Rot, Gelb, Grün) Schritt für Schritt von einem ersten Berührungspunkt in eine belastbare persönliche Beziehung überführt wird.
Die Montagsgesellschaft ist ein von Stefan Soehngen gegründeter, gemeinnütziger Verein in Frankfurt, der durch regelmäßige anspruchsvolle Diskussionsabende den engagierten Bürgerdialog mit prominenten Gästen fördert.
Es ist eine im Jahr 2000 initiierte Plattform und Messe in Frankfurt, die ausländische Fachkräfte bei der sozialen sowie beruflichen Integration unterstützt und jährlich über 5.000 Menschen zusammenbringt.
Der Kongress wandelt sich zum ersten großen Immobilienfestival Deutschlands und zieht in das Fußballstadion des FSV Frankfurt um, wo Fachvorträge, Masterclasses in Zelten und Live-Musik kombiniert werden.
Er empfiehlt das gelebte System des ehemaligen Bundeskanzlers Helmut Kohl, dessen Referenten persönliche Details von Gesprächspartnern archivierten, wodurch Kohl bei späteren Treffen unvergleichliche persönliche Wertschätzung zeigen konnte.
Wer im Vertrieb zuerst Nutzen stiftet und unvoreingenommen gibt, baut stabiles Vertrauen auf. Dadurch wird das aufdringliche Image des klassischen Hard-Sellings vermieden.
Er rät der Branche dazu, die Luft anzuhalten und durchzuhalten, da der demografisch bedingte Bedarf an Wohnraum ungebrochen hoch ist und sich der Markt bald wieder stabilisieren wird.
Das Transkript für diese Folge wird derzeit vorbereitet.