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    Real Estate Lounge · 23. Dezember 2024

    Erfolgreich Netzwerken: Mehr Strategie, weniger Smalltalk

    23. Dezember 2024 47 Min. 4 Min. Lesezeit
    Netzwerken für Fortgeschrittene: Mehr Strategie, weniger Smalltalk

    Kapitel

    Das Wichtigste in Kürze

    • Ein belastbares enges Netzwerk kann maximal 250 relevante Kontakte umfassen, die man mindestens einmal pro Jahr persönlich bespielen muss.
    • Erfolgreiches Konferenz-Networking beginnt vor dem Event, indem man Speaker gezielt anschreibt und konkrete Termine vereinbart.
    • LinkedIn ist das führende B2B-Netzwerk in der Immobilienwirtschaft, erfordert aber echten, qualitativen Content statt oberflächlicher Massen-Postings.
    • Echtes Networking ist interdisziplinär und erfordert den Blick über den Tellerrand der eigenen Branche, beispielsweise in Richtung Family Offices oder Tech-Zulieferer.
    • Deep-Content-Formate wie Podcasts erzeugen eine ungeteilte Aufmerksamkeit, die mit flüchtigen Kurzvideos auf Social Media nicht zu vergleichen ist.
    SpotifyApple Podcasts

    Wie Jens-Peter Schulz mit 250 echten Kontakten mehr bewegt als mit 35.000 LinkedIn-Followern. Erfahren Sie seine besten Networking-Tipps!

    Das Dilemma der Masse: Kontakte vs. belastbares Netzwerk

    In der heutigen digitalen Welt gerät die wahre Bedeutung des Netzwerkens oft in den Hintergrund. Jens-Peter Schulz macht im Gespräch deutlich, dass echter Erfolg auf Qualität und nicht auf Quantität beruht. Viele verwechseln eine hohe Follower-Zahl auf Social Media mit einem aktiven, geschäftlich nutzbaren Netzwerk. Doch ein echter, belastbarer Kontakt erfordert weitaus mehr als einen simplen Klick auf einen "Folgen"-Button.

    Besonders in der Immobilienwirtschaft, in der persönliche Beziehungen und Vertrauen die Grundlagen für Millionen-Deals bilden, zeigt sich der Unterschied rasant. Wer nur Visitenkarten sammelt, statt Beziehungen aufzubauen, verschwendet wertvolle Ressourcen. Es geht darum, strategisch auszusortieren und die Relevanz im Auge zu behalten.

    Die magische Grenze von 250 Kontakten

    Obwohl Jens-Peter Schulz über 35.000 Follower auf LinkedIn hat, zieht er eine klare Grenze, wenn es um sein enges Geschäftsnetzwerk geht. Er betont nachdrücklich, dass ein Mensch maximal 250 Kontakte in einem wirklich aktiven und belastbaren Kreis pflegen und bespielen kann. Alles darüber hinaus verlässt die Sphäre der echten Beziehungspflege und rutscht in die reine Oberflächlichkeit ab.

    • Aussortieren: Ein Netzwerk muss dynamisch bleiben und regelmäßig auf Relevanz geprüft werden.
    • Fokus: Konzentrierte Zweitgespräche sind unersetzlich für tiefere Geschäftsbeziehungen.
    • Persönliche Termine: Ein persönlicher Kontakt sollte mindestens einmal im Jahr reaktiviert werden.
    • Interaktion: Formate wie Lunch-Termine, ein Espresso oder ein „Walk and Talk“ bieten den perfekten Rahmen dafür.

    Für diese gezielten Zweitkontakte hat Schulz einen direkten Buchungsbutton für Lunch-Termine in sein Profil integriert – ein praktischer Hebel, um Hürden abzubauen.

    Konferenzen strategisch hacken: Vorbereitung ist alles

    Als selbsternanntes „Conference Animal“ liebt Jens-Peter Schulz Fachkonferenzen, kritisiert jedoch das Verhalten der meisten Teilnehmer scharf. Viele reisen unvorbereitet an, stellen sich unschlüssig an die Stehtische und unterhalten sich am Ende nur mit den Personen, die sie ohnehin schon kennen. Das sei ein massiver Fehler, der hohe Kosten ohne nennenswerten Ertrag verursacht.

    Schulz wendet stattdessen eine bewährte, hocheffiziente Strategie an: Er analysiert die Speaker-Liste im Vorfeld und kontaktiert relevante Persönlichkeiten gezielt vor dem Event.

    „Ich gehe auf keine Konferenz, ohne dass ich vorher die Personen schon mal angeschrieben habe, die auf dem Panel sitzen.“ — Jens-Peter Schulz

    Auf diese Weise schafft er bereits vor dem ersten physischen Aufeinandertreffen einen digitalen Berührungspunkt. Die Wahrscheinlichkeit, vor Ort ein qualifiziertes Gespräch zu führen, steigt dadurch enorm.

    LinkedIn im B2B: Qualität vor Quantität

    In der Immobilienbranche hat sich LinkedIn als das unangefochtene B2B-Netzwerk herauskristallisiert. Konkurrierende Plattformen wie Xing haben nach Ansicht von Schulz durch falsche strategische Entscheidungen an Relevanz verloren. Doch Reichweite allein reicht auch auf LinkedIn nicht aus, wenn sie nicht mit strategischem Content hinterlegt ist.

    „Ein Netzwerk mit 2000 Leuten bringt einem gar nichts, wenn man nicht konzentriert aussortieren kann.“ — Jens-Peter Schulz

    Wer nur passiv mitliest, geht in der Masse unter. Da nur ein Bruchteil aller LinkedIn-Mitglieder aktiv eigenen Content produziert, bietet die Plattform eine gigantische Bühne für alle, die wertvolles Branchenwissen teilen. Wichtig bleibt dabei, stets authentisch zu bleiben und nicht auf künstliche, allzu glatte "Morgenfernsehen-Formate" zu setzen.

    Warum Podcasts das unterschätzteste Medium sind

    Während Social-Media-Kanäle wie Instagram oder TikTok auf extrem kurze Aufmerksamkeitsspannen setzen, bietet ein Podcast eine einzigartige Tiefe. Wer einen Podcast hört, schenkt der stimmlichen Präsenz des Hosts und des Gastes oft eine volle Stunde ungeteilte Aufmerksamkeit. Dies schafft eine intime und vertrauensvolle Basis für langfristige Geschäftsbeziehungen.

    • Vertrauensaufbau: Durch lange Audio-Formate lässt sich eine echte Persönlichkeit und fundierte Kompetenz transportieren.
    • Hoher Return: Ein einziger hochkaratiger Podcast-Auftritt kann langfristig mehr wertvolle Kontakte generieren als hunderte kurze Videoclips.
    • Echte Interaktion: Hörer entwickeln eine engere Bindung und kommen gezielt auf die Protagonisten zu, um konkrete Probleme zu lösen.

    Interdisziplinäres Netzwerken mit Family Offices

    Ein schwerwiegender Fehler vieler Marktteilnehmer ist das reine Verharren in der eigenen Branchen-Bubble. Jens-Peter Schulz setzt stark auf ein interdisziplinäres Netzwerk, insbesondere im Family-Office-Bereich. Durch den Austausch mit Akteuren außerhalb der klassischen Immobilienwelt lassen sich Trends und zukünftige Bedarfe viel früher erkennen.

    Wer beispielsweise die Anforderungen von Tech-Zulieferern versteht, weiß genau, welche Gewerbe- und Wohnimmobilien in Zukunftsregionen wie dem „Silicon Saxony“ in den nächsten Jahren benötigt werden. Das Netzwerk dient hierbei als direkter Seismograph für zukünftige Geschäftsmodelle.

    Innovationen entstehen im Büro, nicht im Homeoffice

    Die Diskussion um Homeoffice und mobiles Arbeiten führt Schulz auf harte Daten zurück. Unter Verweis auf Untersuchungen der Fraunhofer-Gesellschaft betont er, dass der physische Arbeitsplatz im Büro unverzichtbar für die Zukunftsfähigkeit von Unternehmen ist und die Kreativität vor Ort befeuert.

    „Eighty Prozent der Innovationen finden im Büro statt.“ — Jens-Peter Schulz

    Wenn Mitarbeiter ausschließlich isoliert zu Hause arbeiten, leidet die kreative Reibung. Der zufällige und informelle Austausch an der Kaffeemaschine, der für spontane Einfälle und Problemlösungen sorgt, lässt sich digital nicht simulieren. Daher fordern auch globale Tech-Konzerne ihre Belegschaften wieder verstärkt in die Büros zurück.

    Die Zukunft der Innenstadt: Erlebnisshopping statt simpler Konsum

    Der schleichende Niedergang vieler Innenstädte ist eine der größten Herausforderungen für Gewerbeimmobilien. Schulz plädiert für eine strikte Differenzierung zwischen reinem, funktionalem Einkaufen und dem emotionalen „Shoppen“. Während Alltagsbesorgungen problemlos digital über Dienste abgewickelt werden, verlangen Menschen für die Freizeitgestaltung nach echten Erlebnissen.

    • Erlebnisorientierung: Erfolgreiche Shopping-Zentren im Ausland kombinieren Konsum mit Entertainment wie etwa künstlichen Surfwellen.
    • Qualität statt Masse: Innenstädte benötigen Nischengeschäfte und kulturelle Highlights, die online nicht replizierbar sind.
    • Begegnung: Lebendige Innenstädte sichern langfristig die Attraktivität und damit auch den Wert der umliegenden Immobilien.

    Häufige Fragen

    Wie viele Kontakte kann ein Mensch in einem engen Netzwerk wirklich pflegen?

    Laut Jens-Peter Schulz liegt die Obergrenze bei rund 250 relevanten Kontakten, die man intensiv und persönlich bespielen kann.

    Warum bringt ein riesiges Netzwerk oft keinen geschäftlichen Nutzen?

    Ohne sorgfältiges und konzentriertes Aussortieren verflachen Beziehungen und es lässt sich kein echtes, belastbares Geschäft generieren.

    Was ist der wichtigste Tipp von Jens-Peter Schulz für Konferenzen?

    Man sollte niemals unvorbereitet auf eine Konferenz gehen. Am effizientesten ist es, relevante Speaker auf den Panels bereits im Vorfeld gezielt anzuschreiben.

    Wie schafft man Barrieren im digitalen Raum ab?

    Schulz empfiehlt beispielsweise das Einbinden eines direkten Buchungsbuttons (z. B. für Lunch-Termine oder einen Espresso) im eigenen LinkedIn-Profil.

    Welche Rolle spielt LinkedIn im B2B-Bereich?

    Es ist derzeit die einzig relevante und funktionierende B2B-Plattform für die Immobilienwirtschaft, während Plattformen wie Xing massiv an Bedeutung verloren haben.

    Warum sind Podcasts klassischen Kurzvideos überlegen?

    Ein Podcast bietet eine extrem hohe Aufmerksamkeitsspanne. Hörer schenken den Inhalten oft eine ganze Stunde Zeit, was tiefes Vertrauen aufbaut.

    Was versteht Jens-Peter Schulz unter interdisziplinärem Netzwerken?

    Dabei geht es um den Aufbau von Kontakten außerhalb der reinen Immobilienbranche, beispielsweise zu Startups, Family Offices oder Industrie-Zulieferern.

    Warum ist das Büro für Innovationen so wichtig?

    Studien wie die der Fraunhofer-Gesellschaft belegen, dass rund 80 Prozent aller Innovationen im Büro entstehen, da der persönliche Austausch vor Ort unersetzlich ist.

    Wie sieht die Zukunft von Innenstädten und Einzelhandelsimmobilien aus?

    Innenstädte müssen vom reinen Einkaufsort zum Erlebnisraum mutieren (Erlebnisshopping), um gegenüber dem reinen Online-Handel langfristig konkurrenzfähig zu bleiben.

    Welches Tool nutzt der Experte für die Strukturierung seiner Kontakte?

    Jens-Peter Schulz nutzt intensiv den LinkedIn Sales Navigator, um Kontakte geografisch und thematisch präzise zu strukturieren.

    Transkript

    Das Transkript für diese Folge wird derzeit vorbereitet.