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    Real Estate Lounge · 23. Januar 2025

    Social Media für Immobilien: Sichtbarkeit & Deals steigern

    23. Januar 2025 53 Min. 5 Min. Lesezeit
    Mehr Reichweite, mehr Deals: Social Media als Umsatzbooster in der Immobilienbranche

    Kapitel

    Das Wichtigste in Kürze

    • Die Immobilien- und Bauwirtschaft agiert beim Social-Media-Marketing noch sehr zurückhaltend, wodurch Pioniere derzeit enorme Wettbewerbsvorteile erzielen können.
    • Für geschäftlichen Erfolg auf Social Media sind echte Einblicke hinter die Kulissen und menschliche Gesichter weitaus effektiver als sterile Produkt- oder Infoposts.
    • LinkedIn bildet die stärkste Plattform für B2B-Kontakte und Personal Branding in der Immobilienbranche, während Instagram und TikTok eher privater Natur sind, aber durch Video-Content hohe organische Reichweiten bieten.
    • Regelmäßiger Video-Content in Form von kurzen, dynamischen Hochkant-Videos (Reels oder Shorts) wird von den Algorithmen der Plattformen massiv bevorzugt und beschleunigt den Community-Aufbau.
    • Mitarbeiter sollten als authentische Markenbotschafter aufgebaut werden, da persönliche Profile auf LinkedIn signifikant mehr Reichweite und Engagement erzielen als anonyme Unternehmensseiten.
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    Wie nutzen Immobilienprofis LinkedIn und Instagram richtig? Carina Hahn erklärt funktionierende Strategien für Personal Branding und Reichweite.

    Der digitale Weckruf für die konservative Immobilienwirtschaft

    Die Immobilien- und Bauwirtschaft bildet in Sachen Digitalisierung und moderner Kommunikation im Vergleich zu anderen Branchen häufig das Schlusslicht. Viele Unternehmen haben in den letzten zwanzig Jahren florierende Geschäfte gemacht, ohne jemals aktives Marketing betreiben zu müssen. In Zeiten von Fachkräftemangel und sich verändernden Marktdynamiken rächt sich dieses Versäumnis jedoch spürbar. Wer heute keine digitale Sichtbarkeit besitzt, verliert den Anschluss bei der Gewinnung von Talenten, künftigen Partnern und Kunden.

    Social Media fungiert hierbei als mächtiger Hebel, um sich von klassischen, oft teuren Medienkanälen unabhängig zu machen und eine eigene, starke Marke aufzubauen. Durch den gezielten Einsatz von Plattformen wie LinkedIn und Instagram lässt sich nicht nur das verstaubte Image einer konservativen Branche aufpolieren, sondern eine direkte Verbindung zur Zielgruppe herstellen.

    „Man ist plötzlich nicht mehr abhängig von den klassischen Medien, sondern man kann seine eigene Brand aufbauen.“ — Carina Hahn

    LinkedIn vs. Instagram: Die richtige Plattform-Strategie

    Für Akteure in der Immobilienbranche stellt sich unmittelbar die Frage nach dem passenden Kanal. Jede Plattform bedient unterschiedliche Gesetzmäßigkeiten, Zielgruppen und Konsummuster:

    • LinkedIn: Die unangefochtene Nummer eins für B2B-Kontakte. Hier vernetzen sich Projektentwickler, Investoren, Makler und Dienstleister auf einer professionellen Ebene. Es ist der ideale Kanal, um Fachwissen zu demonstrieren und das eigene Netzwerk strategisch zu erweitern.
    • Instagram: Dieser Kanal wird primär privat genutzt, bietet aber eine hervorragende Bühne für visuelles Storytelling. Auf Instagram steht die emotionale Bindung im Vordergrund. Durch Videos und Alltags-Insights lässt sich eine loyale Community aufbauen.
    • TikTok: Die am schnellsten wachsende Plattform bietet enormes Potenzial für raschen Reichweitenaufbau. Entgegen verbreiteter Vorurteile geht es hier längst nicht mehr nur um Tanzvideos, sondern um unterhaltsamen, nahbaren Content im Büro- oder Baustellenalltag.
    • YouTube: Ein extrem hartes Pflaster, das qualitativ hochwertige Videos und ein nennenswertes Budget erfordert. Für schnelle Umsatzsteigerungen oder direktes Feedback ist YouTube aufgrund der geringeren Interaktionsrate oft weniger geeignet als LinkedIn oder Instagram.

    Zielgruppenanalyse und Positionierung im Detail

    Bevor ein einziges Posting abgesetzt wird, muss Klarheit über die genaue Zielgruppe herstehen. Im Marketing wird dabei strikt zwischen zwei Kategorien von Daten unterschieden:

    • Demografische Daten: Hierzu zählen handfeste Fakten wie die exakte Altersgruppe, die Position im Unternehmen, die Branche (z. B. Asset Management, Architektur oder Projektentwicklung) sowie die Unternehmensgröße.
    • Psychografische Daten: Diese beschreiben die Persönlichkeit der Zielgruppe. Es geht darum, welche Sorgen und Herausforderungen sie im Alltag bewegen, welche Medien sie konsumieren und was ihnen bei geschäftlichen Partnerschaften besonders wichtig ist.

    Erst wenn diese Faktoren hinreichend analysiert sind, lässt sich relevanter Content erstellen. Der gemeinsame Nenner in einer heterogenen Gruppe, wie beispielsweise bei den Veranstaltungen der "Real Estate Lounge", liegt meist im ausgeprägten Willen zum proaktiven Netzwerken und im Karrieredrang.

    Personal Branding: Warum Menschen Menschen folgen

    Ein fundamentales Prinzip der modernen sozialen Netzwerke lautet: "People follow People". Nutzer vernetzen sich lieber mit echten Persönlichkeiten als anonymen Firmenlogos zu folgen. Der exakt gleiche Beitrag erzielt auf einem privaten Profil nachweislich ein Vielfaches an Reichweite und Interaktion im Vergleich zu einer offiziellen Unternehmensseite.

    Unternehmen sollten diese Dynamik nutzen, indem sie ihre eigenen Mitarbeiter gezielt zu Markenbotschaftern aufbauen. Wenn Beschäftigte authentische Einblicke in ihre tägliche Arbeit gewähren, stärkt das nicht nur das Employer Branding, sondern zahlt direkt auf das Vertrauen in die gesamte Firma ein.

    „Die meisten Social Media Accounts der Immobilien- und Bauwirtschaft oder der Firmen sind total langweilig.“ — Carina Hahn

    Praxis-Leitfaden: Mitarbeiter als Markenbotschafter aktivieren

    Damit die Belegschaft angstfrei und rechtssicher auf Plattformen agieren kann, bedarf es klarer Spielregeln. Zu restriktive Vorgaben hemmen jedoch die Kreativität. Ein pragmatischer Ansatz umfasst folgende Schritte:

    • Auftakt-Workshops: Durchführung eines gemeinsamen Workshops, um alle Beteiligten auf denselben Wissensstand zu bringen und grundlegende Funktionen von Plattformen wie LinkedIn verständlich zu erklären.
    • Schlanke Guidelines: Erstellung unkomplizierter Verhaltensrichtlinien. Hierbei wird klar geregelt, welche internen Projektdetails der Verschwiegenheit unterliegen und vorab freigegeben werden müssen.
    • Authentische Tonalität: Aufgabe von steifen Sprachmustern. Im Social-Media-Kontext ist das direkte "Du" oder "Ihr" der Standard. Ein künstliches Aufzwingen des "Sie" wirkt auf den Plattformen deplatziert und distanziert.

    Die Wachstumsformel: Frequenz, Reels und das eigene Ego

    Wer sich ambitionierte Wachstumsziele setzt, beispielsweise das Erreichen von 10.000 Followern innerhalb eines Jahres, muss auf Quantität und moderne Formate setzen. Die Plattform-Algorithmen pushen derzeit massiv Kurzvideo-Formate (Reels und Shorts). Die ideale Frequenz für solch ein dynamisches Wachstum sieht wie folgt aus:

    • Fünf Reels pro Woche: Fast tägliche Veröffentlichung von kurzen Videos im Hochformat mit schnellen Schnitten und passenden Hintergrund-Sounds.
    • Tägliche Storys: Drei bis fünf spontane Story-Sequenzen am Tag, um die bestehende Community mit in den Alltag zu nehmen — sei es der schnelle Kaffee am Morgen, ein kurzes Hallo aus dem Podcast-Studio oder ein Update von einer Tagung.
    • Community-Management: Tägliche Pflege des Postfachs und Beantwortung aller Kommentare, um die Interaktionsrate hochzuhalten.

    Der größte Bremsklotz für diesen Weg ist oft das eigene Ego. Wer Angst davor hat, im Bekanntenkreis als "peinlich" oder "cringe" wahrgenommen zu werden, blockiert sich selbst. Authentizität im Netz verlangt Mut zu unperfekten Momenten.

    Technische Grundausstattung und smarte Tools

    Professioneller Video-Content erfordert heute kein teures Filmstudio mehr. Mit minimalem Equipment lassen sich hervorragende Ergebnisse erzielen:

    • Kamera: Ein modernes Smartphone (iOS oder Android) liefert absolut ausreichende Bildqualität für Social-Media-Kanäle.
    • Mikrofon: Ein hochwertiges Ansteckmikrofon ist Pflicht, denn unsauberer Ton ist der häufigste Grund für das sofortige Wegklicken von Videos.
    • Licht & Stativ: Ein einfaches Smartphone-Stativ sorgt für wackelfreie Bilder, eine gute Lichtquelle hellt das Gesicht optimal auf.
    • Gimbal: Ein nützlicher Stabilisator für dynamische Aufnahmen bei Rundgängen auf Events, Messen oder Baustellen.

    Für die Postproduktion und Untertitelung haben sich Tools wie CapCut, Premiere Pro und die KI-gestützte App „Captions“ bewährt. Künstliche Intelligenz wie ChatGPT sollte jedoch nur als Assistenz zur Ideenfindung genutzt werden, da rein KI-generierte Floskeln von aufmerksamen Lesern schnell durchschaut werden.

    „Auf Social Media sollte man nicht irgendjemandem sagen, dass man nur noch siezen darf, das ist das falsche Medium.“ — Carina Hahn

    Pioniere im Fokus: Das Konzept von 38% und Olymp Consulting

    Carina Hahn hat mit ihrer Agentur Olymp Consulting eine klare Mission: Sie möchte die Pioniere der Bau- und Immobilienwirtschaft sichtbar machen. Ihr Fokus liegt auf Social-Media-Betreuung, Content-Marketing und strategischem Personal Branding. Neben ihrer Agenturarbeit betreibt sie gemeinsam mit Lars von den Green Engineers den erfolgreichen wöchentlichen Podcast "38% – Städte neu denken".

    Der Titel des Podcasts leitet sich vom erschreckenden Umstand ab, dass die Immobilien- und Bauwirtschaft für stolze 38 Prozent des weltweiten CO2-Ausstoßes verantwortlich ist. Der Podcast beleuchtet innovative Lösungsansätze, wie Städte durch Digitalisierung und Nachhaltigkeit zukunftsfähig gestaltet werden können. Für Branchenakteure gilt es nun, diese Innovationsfreude auch in der eigenen Kommunikation mutig umzusetzen.

    Häufige Fragen

    Welche Social-Media-Plattform eignet sich am besten für Immobilienprofis?

    LinkedIn ist die klare Nummer eins für das B2B-Geschäft und Personal Branding in der Immobilienwirtschaft. Instagram und TikTok eignen sich hervorragend für visuellen Video-Content und den Aufbau einer breiten Marktfanschar, während YouTube anspruchsvoll in der Produktion ist und mehr Budget erfordert.

    Warum zögern viele Immobilienunternehmen noch beim Thema Social Media?

    Viele Betriebe haben jahrzehntelang kein aktives Marketing benötigt und pflegen eine konservative Firmenkultur. Zudem besteht oft die unbegründete Angst, auf Plattformen wie TikTok tanzen oder sich peinlich präsentieren zu müssen.

    Warum performen persönliche Profile besser als Unternehmensseiten?

    Menschen folgen lieber Menschen als anonymen Logos. Beiträge auf persönlichen Profilen (Personal Branding) erzielen auf Plattformen wie LinkedIn nachweislich deutlich mehr organische Reichweite und Engagement als der exakt gleiche Post auf einer echten Unternehmensseite.

    Wie etabliert man Mitarbeiter als Markenbotschafter?

    Unternehmen sollten mit einem gemeinsamen Workshop starten, um die Mitarbeiter abzuholen und bestehende Unsicherheiten abzubauen. Mit schlanken Guidelines und Freigabeprozessen, beispielsweise für sensible Projektdaten, wird den Beschäftigten die nötige Freiheit zum Posten gegeben.

    Sollte man Beiträge einfach auf allen Kanälen gleichzeitig teilen?

    Ein pauschales Crossposten aller Inhalte auf allen Plattformen sollte vermieden werden, da Instagram, LinkedIn und TikTok unterschiedliche Zielgruppen und Kontexte bedienen. Lediglich bei universellen Kurzvideo-Formaten wie Reels, TikToks und YouTube Shorts ist ein paralleles Veröffentlichen zeiteffizient und sinnvoll.

    Wie oft sollte man Reels auf Instagram posten, um spürbar zu wachsen?

    Um ein ambitioniertes Ziel wie 10.000 Follower in einem Jahr zu erreichen, empfiehlt sich eine Frequenz von fast täglich, also etwa fünf Reels pro Woche. Ergänzend sollten täglich drei bis fünf kurze Storys aus dem Alltag geteilt werden.

    Besitzen klassische Infografiken und Textbeiträge noch Relevanz?

    Zwar haben informative Carousels und Textbeiträge ihre Berechtigung, doch Videos werden von den Algorithmen der Social-Media-Kanäle derzeit extrem gepusht. Authentische Insights, Teamfotos und spontane Alltagssituationen performen in puncto Engagement meist weitaus besser als reine Infografiken.

    Welche technische Grundausstattung ist für die Videoerstellung nötig?

    Ein modernes Smartphone reicht für den Einstieg völlig aus. Wichtig sind ein hochwertiges Ansteckmikrofon für klaren Ton, ein einfaches Stativ und eine gute Lichtquelle. Für dynamische Aufnahmen auf Events oder Baustellen kann ein Gimbal Erschütterungen ausgleichen.

    Lohnen sich bezahlte Werbeanzeigen (Ads) auf LinkedIn?

    Anzeigen auf LinkedIn sind im Vergleich zu Meta-Plattformen verhältnismäßig teuer. Sie machen vor allem dann Sinn, wenn man die Zielgruppe in einen konkreten Lead-Funnel leitet, beispielsweise für die Anmeldung zu einem gefragten Webinar, statt direkt eine hochpreisige Dienstleistung zu bewerben.

    Welche Rolle spielt künstliche Intelligenz bei der Texterstellung?

    Tools wie ChatGPT eignen sich hervorragend als Ideengeber, zur Strukturierung oder zum Lektorieren von Inhalten. Für hochwertige, authentische Social-Media-Beiträge müssen die Texte jedoch persönlich nachbearbeitet werden, da Leser standardmäßig optimierte KI-Floskeln schnell durchschaut werden.

    Transkript

    Das Transkript für diese Folge wird derzeit vorbereitet.