
Wie steigern Projektentwickler den Wert von Immobilien? Felix Hilt (brandEstates) erklärt die 5 Schritte von der Positionierung zum Storytelling.
Felix Hilt startete seine Karriere in renommierten Kreativagenturen wie Kolle Rebbe, TBWA und Heimat Berlin, bevor er den Schritt in die Freiberuflichkeit wagte. Nach einigen erfolgreichen Jahren als Freelancer gründete er gemeinsam mit seiner Geschäftspartnerin Ulrike seine erste eigene Agentur. Die Anfänge waren minimalistisch und geprägt von knappen Ressourcen in einem improvisierten Büro am Hamburger Steindamm.
Die Geburtsstunde der spezialisierten Unit brandEstates geht auf eine Zusammenarbeit mit dem ehemaligen TBWA-Praktikanten Simon zurück. Simon stieg in das etablierte Projektentwicklungsbüro seines Vaters ein und suchte nach innovativen Vermarktungsansätzen. Felix Hilt übertrug daraufhin die strategischen Kommunikationskonzepte großer Konsumgütermarken wie Nivea oder Adidas auf den Immobiliensektor.
Dass strategisches Branding einen direkten Einfluss auf den wirtschaftlichen Erfolg hat, zeigt das Hamburger Quartiersprojekt Jenfelder Aue. Hier standen zeitweise Reihenhäuser beziehungsweise Townhouses verschiedener Anbieter in direktem Wettbewerb auf demselben Areal zueinander. Dank einer präzise ausgearbeiteten Kommunikationsstrategie konnte das von brandEstates betreute Projekt zu einem höheren Preis und in kürzerer Zeit komplett veräußert werden.
„Ein Turnschuh ist ein gutes Beispiel: Eigentlich sind alle Turnschuhe gleich, aber warum kostet der Nike Air 300 Euro und der von Deichmann nur 30?“ — Felix Hilt
Der erste Schritt zu einer wertsteigernden Markenidentität ist eine fundierte Positionierungsstrategie. Hierbei gilt es, den Unique Selling Proposition (USP) herauszuarbeiten und die Konkurrenz genauestens zu analysieren. Erst wenn die gewünschte Zielgruppe über komplexe Sinusmilieus detailliert erfasst ist, lassen sich die passenden Botschaften formulieren.
Im zweiten Schritt, dem Naming, erhält das Projekt schließlich seinen prägnanten Namen. Ein gelungener Projektname transportiert die Kernbotschaft weit besser als bloße Adressdaten. Felix Hilt nutzt hierfür erprobte sprachliche Mechanismen, um bleibenden Eindruck zu hinterlassen.
Hervorragendes Storytelling orientiert sich an modernen Unterhaltungsformaten wie Netflix-Serien oder klassischen Opern. Jede gute Geschichte benötigt einen Helden, Emotionen, Reizwirkungen und oft auch einen spürbaren Konflikt, um echte Spannung über die lange Bauphase hinweg zu erzeugen.
„Wir empfehlen das immer, dass man im Social Media sehr, sehr viel Kommunikation, sehr viel zielgerichtete Kommunikation machen kann...“ — Felix Hilt
Im vierten Schritt, dem Branding, wird dieses Konzept visuell professionell übersetzt. Farbpsychologie und exklusive Typografie spielen dabei eine entscheidende Rolle, um Wertigkeit zu vermitteln. Professionelle Gestaltung hebt sich maßgeblich von autodidaktischen Entwürfen ab und beeinflusst unbewusst die Kaufentscheidung.
Der fünfte Schritt widmet sich der Auswahl der richtigen Vertriebs- und Kommunikationskanäle. Portale wie Immoscout sind zwar wichtig, reichen jedoch nicht aus, um die komplette Vision eines neuen Wohnquartiers erlebbar zu vermitteln. Die emotionale Reise der Kunden findet primär auf einer exklusiv gestalteten Website statt.
Ein massiver Trend, der den amerikanischen Markt bereits erobert hat und nun auch in Deutschland Einzug hält, ist das Influencer-Marketing. Das Gesicht einer bekannten Persönlichkeit kann das Image eines ganzen Quartiers positiv aufladen. Besonders effektiv erweist sich dabei die Zusammenarbeit mit lokalen Mikro-Influencern.
Zum Abschluss des Gesprächs wendet sich Felix Hilt mit einem klaren und dringlichen Statement an die gesamte deutsche Immobilienwirtschaft. Er fordert ein jähes Ende der gesichtslosen, rein renditeoptimierten Neubauviertel.
„Ihr gestaltet die Stadt, ihr gestaltet den Wohnraum der Menschen, dann denkt doch auch an die Menschen und wie die Menschen wohnen wollen...“ — Felix Hilt
Entwickler tragen eine gesellschaftliche Verantwortung für die kommenden Generationen, weswegen Ästhetik und architektonischer Mut wieder im Vordergrund stehen sollten. Auch wenn der kurzfristige Gewinn minimal geringer ausfallen mag, zahlt sich schöne Architektur langfristig aus – sowohl für das Ansehen des Entwicklers als auch für das gesamte Stadtbild.
Durch eine gezielte Positionierung, ein emotionales Naming und eine fesselnde und durchdachte Story lässt sich ein Projekt im Premiumsegment deutlich schneller und zu höheren Preisen verkaufen.
Der optimale Zeitpunkt ist bereits die Phase des Grundstückskaufs. So können die Wünsche der Zielgruppe von Anfang an direkt in die Konzeption und die gesamte spätere Kommunikation einfließen.
brandEstates ist eine auf Immobilienmarketing spezialisierte Unit der Hamburger Agenturgruppe von Felix Hilt, die aus der professionellen Vermarktung von kreativen Projektentwicklungen hervorging.
Weil ein rein administrativer Name keine Emotionen weckt. Kreatives Naming wie „Der König“ transportiert den USP und die Wertigkeit des Projekts im Vergleich zur Standardadresse sofort.
Indem eine klare Dramaturgie mit Protagonisten, emotionalen Reizen und spannenden Konflikten aufgebaut wird, ganz ähnlich dem Aufbau einer bekannten Netflix-Serie oder einer Oper.
Portale bieten schlichtweg zu wenig Raum für Emotionen und Visionen. Eine eigene Projektwebsite hingegen transportiert die Story durch Videos, ausgefeiltes Design und Interaktion weitaus intensiver.
Das ist eine vorgeschaltete Phase, in der über QR-Codes auf Bauschildern gezielt erste Leads gesammelt werden, um die Nachfrage und den optimalen Quadratmeterpreis frühzeitig am Markt zu testen.
Durch die Zusammenarbeit mit lokalen Mikro-Influencern aus ganz unterschiedlichen Themenbereichen, die durch gegenseitige Markierung die Relevanz beim Social-Media-Algorithmus extrem steigern.
Mikro-Influencer mit bis zu 5.000 Followern sind verhältnismäßig günstig und können oft schon mit einem Budget von rund 500 Euro für eine einmonatige Kampagne erfolgreich eingebunden werden.
Er empfiehlt seinem jüngeren Ich, sich von Anfang an professionelle Hilfe zu holen und für ein schnelleres Wachstum auch externes Kapital zu nutzen, statt alles mühsam und rein organisch aufzubauen.
Das Transkript für diese Folge wird derzeit vorbereitet.