
Wie saniert man eine alte Brauerei rentabel? Roland Breuning erklärt, wie du Risiken bei Denkmalschutz, Altlasten & Statik erfolgreich beherrschst.
Das Bauen im Bestand wird in Zeiten des Klimawandels und schwindender Flächen immer wichtiger. Während viele Projektentwickler den scheinbar einfacheren Weg auf die grüne Wiese wählen, konzentriert sich Roland Breuning mit Leidenschaft auf vergessene historische Areale. Die Revitalisierung von Industriebrachen erfordert jedoch Mut, Durchhaltevermögen und eine hohe Begeisterungsfähigkeit.
Ein erfolgreiches Revitalisierungsprojekt beginnt immer mit einer kreativen Vision und nicht mit nackten Tabellen kalkulierender Kaufleute. Roland Breuning und seine Frau suchen den emotionalen Zugang zu einem neuen Areal und widmen sich als Erstes der historischen Erforschung der Liegenschaft.
Im Gegensatz zum Neubau bleiben bei der Sanierung historischer Gebäude bis zum Schluss gewisse Restrisiken bestehen. Ein erfahrener Projektentwickler muss lernen, diese Risiken planvoll einzugrenzen, um finanzielle Desaster zu verhindern.
„Du bist beim Bestandsgebäude erst dann bei 100 Prozent, wenn du es komplett durchentwickelt und durchgeplant hast.“ — Roland Breuning
Um die hohen Planungskosten in der Vorphase abzusichern, arbeitet Roland Breuning mit einer durchdachten Vorvertrag-Strategie. Bis zu drei Jahre können vergehen, bis ein Areal final erworben wird, nachdem alle wesentlichen Risiken minimiert wurden.
„Ein bisschen wahnsinnig muss man sein, wenn man das macht. Oder ein bisschen zumindest leidenschafts- oder begeisterungsgetrieben.“ — Roland Breuning
Das Bürgerbräu-Areal in Würzburg stand über 22 Jahre leer, bevor Roland Breuning die vier Hektar große Brauerei übernahm. Heute gilt das Projekt als ein Paradebeispiel für eine gelungene Quartiersentwicklung, die Historie und Moderne verbindet.
„80% ist Unterbewusstsein, was der Mensch wahrnimmt, 20% ist Bewusstsein“ — Roland Breuning
Selbst intensivste Planungen können im Altbau Überraschungen nicht gänzlich ausschließen. Beim Bürgerbräu-Areal lauerten die größten Kostentreiber unter der Erdoberfläche und betrafen vor allem die bestehende Infrastruktur.
Der Denkmalschutz wird von vielen Akteuren der Immobilienwirtschaft als unüberwindbares Hindernis wahrgenommen. Breuning beweist, dass ein partnerschaftlicher Dialog und gegenseitiges Verständnis zu exzellenten wirtschaftlichen Lösungen führen.
Die Revitalisierung schont nicht nur die verbleibenden Freiflächen, sondern rettet auch die im Gebäude gebundene graue Energie. Dennoch stellt die Wärmeversorgung im unzureichend gedämmten Altbestand eine komplexe Herausforderung dar.
Nach der verheerenden Flutkatastrophe im Ahrtal im Jahr 2021 bewies Roland Breuning erneut strategischen Mut und erwarb das Kloster Kalvarienberg in Ahrweiler. Das Großprojekt bietet enorme Potenziale auf über 12.000 Quadratmetern Nutzfläche.
Obwohl die Risiken höher sind, bietet der Altbestand einen einzigartigen Charakter (USP), der langfristig zu einer extrem hohen Vermietungssicherheit und minimalen Leerständen führt.
Vor allem die unvorhersehbare Statik, veraltete Brandschutzanforderungen und unklare Schadstoffbelastungen in den Bestandsmaterialien.
Durch eine abschnittsweise, hausweise Entwicklung, bei der die einzelnen Gebäude sukzessive vermarktet und erst nach Erreichen einer Verkaufsquote saniert werden.
Man sollte niemals ohne vorherige, grundlegende Sondierungen (z. B. zu Altlasten oder Tragfähigkeit) kaufen oder ohne den planerischen Rückhalt der Politik zu kennen.
Weil ihnen der tiefe Bezug zur Historie des Areals fehlt und sie die visionäre Story des zukünftigen Quartiers nicht mit der nötigen Begeisterung vermitteln können.
Ein Letter of Intent (LOI) oder Notarvertrag mit langen Fristen sichert dem Entwickler die Exklusivität, während er in Ruhe bau- und denkmalrechtliche Vorprüfungen vornimmt.
Große Hackschnitzelanlagen (Biomasse) oder Fernwärme, da Wärmepumpen die für energetisch unzureichend gedämmte Altbauten nötigen hohen Vorlauftemperaturen im Winter kaum effizient leisten können.
Der Erhalt von Bestandsgebäuden spart immense graue Energie und reduziert den städtischen Flächenverbrauch – ökologische Faktoren, die heute für Banken und Investoren entscheidend sind.
Durch einen frühzeitigen, respektvollen Dialog auf Augenhöhe und einer tiefen Archivrecherche, um bauliche Veränderungen fundiert zu begründen.
Gesucht werden Kapitalgeber und Projektpartner aus der Region, die entweder Teile des historischen Klosters mitentwickeln oder die zugehörigen Neubauflächen realisieren möchten.
Das Transkript für diese Folge wird derzeit vorbereitet.