
Wie baut man Immobilien mit Seele? Ardi Goldman erklärt im Podcast, warum er lebendige Produkte statt bloßer Renditeobjekte entwickelt. Jetzt hören!
Ardi Goldman ist kein typischer Immobilienentwickler. Als Mitgründer der 25hours-Hotelkette und Clubbetreiber versteht er sich selbst eher als Generalist und "Stadtstreicher". Ein echter Unternehmer lässt sich für ihn in keine vordefinierte Schublade pressen.
Heutzutage geht die Fähigkeit des Generalistentums in der Wirtschaft zunehmend verloren. Goldman knüpft hierbei an die historische Figur des Baumeisters an, der nicht nur die äußere Form, sondern auch Innenräume, Möbel, die Nutzung sowie die gesellschaftliche Funktion eines Bauwerks im Blick hatte.
„Ich habe mich nie als sogenannten Immobilieninvestor gesehen, sondern als Stadtstreicher.“ — Ardi Goldman
Seine Philosophie basiert auf der bewussten Gestaltung des städtischen Raumes. Es geht ihm darum, das Umfeld zu verschönern und Orte der Begegnung zu sozialisieren, anstatt bloße Renditeobjekte zu errichten.
Ein zentrales Credo von Ardi Goldman lautet: Er entwickelt keine statischen Immobilienobjekte, sondern lebendige Produkte. Doch worin unterscheidet sich diese Herangehensweise vom klassischen Projektentwickler?
Ein echtes Produkt definiert sich laut Goldman durch klare, unverwechselbare Alleinstellungsmerkmale und eine starke Markenidentität. Wenn Gewinnmaximierung der einzige Antrieb ist, fehlt dem Projekt die grundlegende Seele.
Um herausragende Immobilienprodukte zu erschaffen, braucht es laut Goldman eine essenzielle Eigenschaft: Mut. Er zieht hierbei den Vergleich zu visionären Unternehmenspersönlichkeiten wie Steve Jobs und der Entwicklung von Apple.
Die meisten Akteure in der Wirtschaft kopieren lediglich bestehende Konzepte, was zu einer Homogenisierung führt. Goldman orientiert sich an der Philosophie, nicht mit den Riesen der Branche in ihrem eigenen Spiel zu konkurrieren.
„Ein Unternehmer ist grundsätzlich, was in der heutigen Zeit verloren gegangen ist, ein Generalist.“ — Ardi Goldman
Es geht nicht darum, eine bessere Version eines bestehenden Produkts zu bauen. Das Ziel muss sein, ein gänzlich anderes Angebot zu kreieren, das eine spezifische Identität besitzt und polarisiert.
Die Gründung und Entwicklung der bekannten 25hours-Hotelkette folgt einer klaren inneren Logik. Goldman erklärt, dass jedes erfolgreiche Produkt, wie jedes Leben, auf einem ausgefeilten Drehbuch basieren muss.
Kreativität ist für ihn kein theoretischer Prozess, der am Reißbrett entsteht, sondern das Ergebnis offener Wahrnehmung. Durch aufmerksames Beobachten der urbanen Umwelt lassen sich Geschichten finden, die in Architektur übersetzt werden können.
Architektur ist für Goldman viel mehr als die Anordnung von Baumaterialien. Inspiriert von Film und Werbung versucht er, Emotionen und Stimmungen auf die räumliche Realität zu übertragen.
Ein schlechter Film im Kino oder ein misslungenes Gemälde im Museum kann man meiden oder ignorieren. Bei der Architektur verhält sich dies jedoch grundlegend anders.
„Architektur, die steht, der kannst du nicht entkommen, weil sie ein Teil deiner Umgebung ist.“ — Ardi Goldman
Da Gebäude unausweichliche Teile des täglichen Lebensraumes aller Menschen sind, tragen Entwickler eine immense ästhetische Verantwortung. Das Ziel muss es sein, mit einem Gebäude Gefühle der Sehnsucht, der Zugehörigkeit und der Begeisterung zu wecken.
Unter Bezugnahme auf den Kulturphilosophen Walter Benjamin spricht Goldman über "auratische Räume". Dies sind Orte, die eine ganz besondere, fast ungreifbare Atmosphäre ausstrahlen und den Betrachter sprachlos hinterlassen.
Die Erschaffung einer solchen Aura lässt sich nicht in starren Excel-Tabellen planen. Es ist ein hochsensibler Prozess, den Goldman mit dem Abschmecken eines meisterhaften Gerichts vergleicht.
Ardi Goldman spart nicht mit deutlicher Kritik an den aktuellen Zuständen der globalen Immobilien- und Hotelbranche. Er bemängelt vor allem das grassierende Fehlen von persönlicher Verantwortung und echten Konsequenzen.
Große Teile des Marktes werden heute von gesichtslosen Aktiengesellschaften und austauschbaren Konzernen beherrscht. In diesem System zählen oft nur Quartalszahlen statt nachhaltige städtebauliche Qualität.
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Ardi Goldman ist ein unkonventioneller Unternehmer, Clubbesitzer und Mitgründer der bekannten 25hours-Hotelkette, der Immobilien als emotionale Produkte statt als reine Investitionsobjekte versteht.
Ein Produkt besitzt klare Alleinstellungsmerkmale, eine Seele und eine emotionale Identität. Ein klassisches Objekt hingegen wird meist nur zur Gewinnmaximierung ohne tiefen städtischen Bezug gebaut.
Er sieht seine Aufgabe darin, durch aufmerksames Gehen im urbanen Raum Geschichten und Potenziale zu entdecken, um das städtische Umfeld zu verschönern und zu sozialisieren.
Ein Generalist vereint die Bereiche Architektur, Design, Nutzung und Betriebsführung ganzheitlich, anstatt sich auf eine einzige Nische zu fokussieren.
Sein Motto lautet nicht, besser als die Konkurrenz sein zu wollen, sondern radikal anders zu agieren, um eine echte Identität zu schaffen.
Es basiert auf der gezielten Suche nach dem, was dem Markt fehlt, und der Übersetzung von Emotionen und urbanen Geschichten in ein einzigartiges Hotelerlebnis.
Inspiriert von Walter Benjamin sind dies durch Architektur, Geschichte und Atmosphäre emotional aufgeladene Räume, die den Betrachter sprachlos machen.
Er bemängelt das Fehlen von persönlicher Verantwortung, da viele Hotel- und Immobilienketten als gesichtslose Aktiengesellschaften agieren, die ohne Konsequenzen agieren.
Standardketten setzen auf Wiederholung und Berechenbarkeit, während jedes 25hours-Hotel eine eigene, ortsspezifische Geschichte erzählt und Neugier weckt.
Die Promenadologie ist die Wissenschaft des Spaziergangs. Sie hilft Entwicklern, durch bewusste Wahrnehmung des Alltags auf der Straße neue kreative Ideen zu finden.
Das Transkript für diese Folge wird derzeit vorbereitet.