
Wie wird man mit 28 Jahren Standortleiter? Lukas Krödel (HPC AG) teilt seinen ungewöhnlichen Karriereweg vom Studienabbrecher zum Teamchef.
Lukas Krödel blickt auf einen keineswegs geradlinigen Lebenslauf zurück, der für viele junge Schulabgänger als Mutmacher dienen kann. Nach einem Abitur mit der Note 2,7 war sein weiterer Weg an den Universitäten zunächst von Zulassungsbeschränkungen geprägt. Um sich zu orientieren, absolvierte er zuerst eine Ausbildung zum Rettungssanitäter und leistete einen Bundesfreiwilligendienst ab. Diese prägende Phase im Rettungsdienst schulte zwar seine Stressresistenz, machte ihm jedoch auch schnell klar, dass sein langfristiger Weg im akademischen Bereich liegen sollte. Die Suche nach dem passenden Studiengang gestaltete sich in der Folgezeit jedoch schwierig.
Sowohl sein erstes Studium im Bereich Energie- und Umwelttechnik an der Fachhochschule Kempten als auch der anschließende Versuch im Wirtschaftsingenieurwesen mit Fachrichtung Maschinenbau scheiterten. Lukas brach beide Studiengänge nach kurzer Zeit eigenständig ab, da es ihm an der notwendigen Motivation fehlte und die Noten unzureichend waren. Nach einem kurzen Ausflug in ein Praktikum im Garten- und Landschaftsbau stand er vor einem Wendepunkt.
„Fall auf die Schnauze, das tut dir gut.“ — Lukas Krödel
Die letztendliche Studienwahl traf Lukas auf eine höchst unkonventionelle Weise. Da er nach drei Jahren der Orientierung und verschiedenen Fehlversuchen unschlüssig war, überließ er die Entscheidung komplett dem Zufall. Er schrieb sechs potenzielle Studiengänge auf Zettel und warf sie als Lose in einen Hut, um sich selbst zur Umsetzung des gezogenen Fachs zu verpflichten.
Dieses Studium der Geowissenschaften an der Friedrich-Alexander-Universität Erlangen-Nürnberg erwies sich unerwartet als absoluter Volltreffer. Mit steigendem Interesse am Fach und der engen Identifikation mit den Inhalten verbesserten sich folgerichtig auch seine Leistungen signifikant.
Während seines Masterstudiums an der TU München spezialisierte sich Lukas Krödel auf die zukunftsträchtigen Bereiche Ingenieurgeologie und Hydrogeologie. Seine Abschlussarbeit befasste sich mit einer hochaktuellen Fragestellung im Kontext der Energiewende: dem Einfluss von Freiflächen-Photovoltaikanlagen auf die Bodenfeuchtigkeit.
Ursprünglich sollte die Arbeit auf einer umfassenden praktischen Versuchsreihe basieren. Als diese jedoch aus wirtschaftlichen Gründen kurzfristig abgesagt wurde, musste Lukas flexibel reagieren und konzipierte eine komplexe computergestützte Modellierungsarbeit.
Die Ergebnisse zeigten überraschend positive Effekte für die lokalen Bodenstrukturen. Durch die Verschattung der Solarmodule konnte die Feuchtigkeit im Boden des Untersuchungsgebiets langfristig besser gehalten werden. Dies deutet darauf hin, dass die Grundwasserneubildung durch Solarparks unter bestimmten klimatischen Voraussetzungen sogar positiv beeinflusst werden kann.
Aufgrund der hohen Lebenshaltungskosten in München suchte Lukas während seines Masterstudiums nach einer Beschäftigung und fand diese bei der HPC AG. Er bewarb sich initiativ für ein Praktikum am Standort München. Der Bewerbungsprozess verlief bemerkenswert unkompliziert und extrem schnell, was ihn sofort von der Unternehmenskultur überzeugte. Das erste Kennenlernen fand auf einer sehr persönlichen Ebene statt, weit abseits der üblichen starren Abfragen von Fachwissen.
Innerhalb von nur vier Jahren vollzog Lukas den Aufstieg vom Praktikanten zum vollwertigen Standortleiter der Münchner Niederlassung. Nach dem Praktikum folgte eine Werkstudentenstelle, die direkt nach dem Masterabschluss Ende 2022 in eine Festanstellung als Projektleiter mündete. Als der bisherige Standortleiter in den Ruhestand ging und der Fachkräftemangel die Suche erschwerte, bot das Unternehmen dem engagierten Nachwuchstalent die Führungsrolle an.
„Mir fehlt selbst die Erfahrung, aber ich habe einen riesen Wissenschatz, auf den ich mich berufen kann“ — Lukas Krödel
In seiner neuen Rolle als Standortleiter mit nur 28 Jahren sieht sich Lukas Krödel mit vielfältigen Managementaufgaben konfrontiert. Das Aufgabengebiet weicht stark vom klassischen, im Studium erlernten Fachwissen ab. Er muss Mitarbeiter führen, Bewerbungsgespräche leiten und vor allem neue Aufträge an Land ziehen. Hierbei profitiert er massiv von den Freiräumen, die ihm sein eigener Chef gewährt, der ihn Fehler machen lässt, um daraus zu lernen.
Eine der größten Herausforderungen für Lukas ist die Führung eines Teams, dessen Mitglieder teilweise deutlich älter sind als er selbst. Sogar sein ehemaliger Chef, der nun als stundenbasierter Berater für den Standort tätig ist, untersteht fachlich seiner Führung. Dieser potenzielle Konflikt wird jedoch durch flache Hierarchien und gegenseitigen Respekt gelöst.
Das Münchner Büro gilt als der jüngste Standort der gesamten HPC AG, was eine sehr dynamische und moderne Arbeitsatmosphäre schafft. Lukas setzt in der Führung voll und ganz auf Authentizität. Er verstellt sich weder vor Kunden noch vor seinen Mitarbeitern. Diese ehrliche und nahbare Art bildet das Fundament für eine vertrauensvolle Zusammenarbeit und erleichtert die tägliche Führungsarbeit trotz des geringen Altersunterschieds enorm.
Die HPC AG ist eine nicht-börsennotierte Aktiengesellschaft, die sich im Besitz von rund 85 aktiven Gesellschaftern befindet. Das Leistungsbild erstreckt sich über alle maßgeblichen Disziplinen der Umwelt-, Geotechnik- und Infrastrukturplanung. Mit über 30 Standorten und rund 800 Mitarbeitern bundesweit verfügt das Unternehmen über Schlagkraft für Großprojekte, berät aber ebenso Kleinanleger.
Das Leistungsspektrum ist breit gefächert und deckt alle Phasen des Bauens ab:
Rückblickend würde Lukas seinem jüngeren Ich raten, sich insbesondere in der Schulzeit etwas mehr anzustrengen. Ein besserer Notendurchschnitt hätte ihm einige Hürden und Umwege auf dem Weg zum Traumstudium erspart. Dennoch sieht er jeden Fehltritt als essenzielle Erfahrung an, die ihn für seine heutige Führungsaufgabe charakterlich geformt hat.
An die Akteure der Immobilienbranche richtet er den dringenden Appell, Nachhaltigkeit und Umweltschutz fest in die Projektentwicklung zu integrieren. Die Schonung von Ressourcen und die fachgerechte Sanierung von Altlasten dürfen nicht als lästiges Übel verstanden werden. Sie sind die zentralen Bausteine für eine lebenswerte Zukunft und sichern langfristig auch den wirtschaftlichen Erfolg von Immobilienprojekten.
Nach seinem Einstieg als Praktikant und Werkstudent während des Masterstudiums bewährte sich Lukas als Projektleiter. Als der bisherige Standortleiter in den Ruhestand ging, übernahm Lukas die Führung des Münchner Standorts.
Er brach Studiengänge im Bereich Energie- und Umwelttechnik sowie Wirtschaftsingenieurwesen Maschinenbau wegen mangelnder Motivation und schlechter Noten vorzeitig ab.
Nach mehreren Orientierungsjahren schrieb er sechs potenzielle Studiengänge auf Zettel und zog blind Geowissenschaften aus einem Hut. Er verpflichtete sich selbst, das Ergebnis diszipliniert durchzuziehen.
Er untersuchte mittels einer Modellierung den Einfluss von Freiflächen-Photovoltaikanlagen auf die Bodenfeuchtigkeit und die potenzielle Grundwasserneubildungsrate.
Das Dienstleistungsspektrum umfasst Altlastenbewertung, Gebäudeschadstoff- und Rückbauplanung, Geotechnik und Baugrunduntersuchungen sowie umfassende Umwelt- und Infrastrukturplanung.
Ja, die HPC AG berät Kunden jeglicher Größe. Das Angebot erstreckt sich vom privaten Einfamilienhausbauer über Architekten bis hin zu großen Industrie- und Logistikprojektentwicklern.
Er setzt auf flache Hierarchien, offene Kommunikation auf Augenhöhe und absolute persönliche Authentizität im Arbeitsalltag.
Die HPC AG ist eine nicht-börsennotierte Aktiengesellschaft im Besitz von rund 85 aktiven Aktionären mit über 30 eigenständigen Standorten in ganz Deutschland.
Lukas Krödel wendet etwa 40 % seiner Arbeitszeit für die aktive Kundengewinnung auf, die er über Events, Ausschreibungen und Netzwerkarbeit steuert.
Er rät dazu, viel auszuprobieren, keine Angst vor Fehlern zu haben und aus jedem unplanmäßigen Rückschlag wertvolle Erfahrungen für die Zukunft mitzunehmen.
Das Transkript für diese Folge wird derzeit vorbereitet.