
Wie Sie mit ca. 300.000 Euro Eigenkapital ein profitables Mehrfamilienhaus bauen. Robert Pflaum erklärt das steueroptimierte GÜ-Investorenmodell.
Das klassische Bauträgermodell stößt in Zeiten veränderter Zinsmärkte an seine Grenzen. Robert Pflaum, Gründer der Terra Immobilien GmbH, hat deshalb ein alternatives Kooperationsmodell entwickelt.
Bei diesem Modell kauft der Investor das Grundstück direkt an und beauftragt die Terra Immobilien GmbH als Generalübernehmer (GÜ) mit dem eigentlichen Bau. Auf diese Weise verschieben sich die enormen steuerlichen Vorteile des Neubaus direkt auf die Seite des Kapitalgebers.
Wer heute in den Neubau investiert, profitiert von massiven staatlichen Abschreibungsmöglichkeiten. Besonders die degressive Abschreibung und Sonder-AfA bieten Investoren enorme Hebel, um ihre private Steuerlast zu minimieren.
Wenn ein Projekt mit einem Gesamtvolumen von 10 Millionen Euro realisiert wird, verpuffen die Steuervorteile bei einem einzelnen Projektentwickler oft ungenutzt. Durch die Verteilung der Projekte auf Co-Investoren können diese die Abschreibungen optimal mit ihren sonstigen Einkünften verrechnen.
Robert Pflaum blickt auf eine zwölfjährige Historie in der Immobilienbranche zurück, die ganz klassisch und ohne eigenes Kapital begann. Als frischgebackener Uni-Absolvent nutzte er nach dem ersten Job seinen Gehaltsnachweis, um eine erste Bonität bei der Bank aufzubauen.
Gemeinsam mit Freunden erwarb er damals ein Paket aus fünf Wohnungen in Chemnitz aus einer Zwangsversteigerung. Dieses erste Investment legte den Grundstein für eine steile Karriere, in der er in verschiedenen Partnerschaften über 200 Wohneinheiten ankaufte und entwickelte.
„Du brauchst verschiedene Assets: Du brauchst Bonität, du brauchst Kapital und du brauchst das Wissen. Und das muss ja nicht bei der gleichen Person liegen.“ — Robert Pflaum
Diese frühe Erfahrung prägte seine Überzeugung, dass erfolgreiche Immobiliengeschäfte immer auf der geschickten Kombination unterschiedlicher Stärken und Partner basieren. Durch die Verteilung der Rollen konnte das Risiko minimiert und das Wachstum massiv beschleunigt werden.
Abseits der reinen Zahlenwelt engagiert sich Robert Pflaum stark im Umweltschutz. Inspiriert durch seine Arbeit in einer deutschen Forstbaumschule unterstützt er die "Paradise Restoration Foundation" im mexikanischen Regenwald.
Das Projekt zeigt eindrucksvoll, wie durch gezielte menschliche Hilfe degradierte Flächen in Rekordzeit wieder in artenreiche Urwälder transformiert werden können. Dafür werden Maya-Techniken mit modernem forstwirtschaftlichen Nährstoff-Wissen kombiniert.
Robert Pflaum hat sich vorgenommen, langfristig zehn bis zwanzig Prozent seiner Immobilienerträge in solche Aufforstungsprojekte fließen zu lassen, um der Natur aktiv etwas zurückzugeben.
Viele Investoren schrecken vor Neubauprojekten zurück, weil sie unkalkulierbare Baurisiken oder schiefgehende Bauträger-GmbHs fürchten. Pflaum setzt hier auf ein radikal transparentes und ehrliches Gegenmodell zu den marktüblichen 25.000-Euro-Projektgesellschaften.
Er wickelt die Projekte über seine Hauptgesellschaft ab und steht im Zweifel auch persönlich für die Fertigstellung und den vereinbarten Kostenrahmen gerade. Dies schafft ein Maximum an Sicherheit und Vertrauen für seine Co-Investoren.
„Am Ende ist die wertvollste Einheit, die ich zumindest irgendwie habe, am Ende Vertrauen.“ — Robert Pflaum
Ein häufig unterschätztes Risiko bei der Projektkalkulation sind unrealistisch hohe Mietannahmen, die am Ende nicht am Markt durchsetzbar sind. Robert Pflaum minimiert dieses Leerstandsrisiko durch einen systematischen, datengetriebenen Validierungsprozess vor dem Ankauf.
Bevor ein Grundstück erworben wird, schaltet sein Team gezielte Testanzeigen für das geplante Objekt in den gängigen Portalen. Anhand der generierten Kundenanfragen lässt sich exakt ablesen, welche Wohnungsgrößen in dieser Mikrolage am gefragtesten sind.
Wie genau sieht ein solches Investment in der Praxis aus? Bei einem Gesamtinvestitionsvolumen von etwa 1,5 Millionen Euro lässt sich in Berlin ein modernes Mehrfamilienhaus mit ca. sechs Wohneinheiten und 300 Quadratmetern Wohnfläche realisieren.
Ein solches Projekt wird nach dem modernsten Energiestandard EH40-QNG errichtet und sichert dem Investor eine stabile Objektrendite von rund fünf Prozent. Dadurch deckt der laufende Cashflow die Bankraten und das KfW-Darlehen problemlos ab.
Nach zehn Jahren Haltedauer profitiert der Investor nicht nur von der kontinuierlichen Tilgung, sondern auch von der Wertsteigerung der Immobilie in einer Top-Lage wie Berlin.
„Wenn man langfristig mit Immobilien dran bleibt und investiert, dann führt eigentlich wenig daran vorbei, dass man irgendwann mal einen siebenstelligen Betrag hat.“ — Robert Pflaum
Unter der Annahme einer jährlichen, moderaten Wertsteigerung von zwei bis drei Prozent steigt der Wert des Hauses nach zehn Jahren auf circa 1,9 Millionen Euro an, was einen steuerfreien Veräußerungsgewinn von über einer halben Million Euro bedeutet.
Auf seinem unternehmerischen Weg hat Robert Pflaum vor allem gelernt, wie wichtig absoluter Fokus ist. Er empfiehlt das Standardwerk "The One Thing", um sich nicht durch zu viele parallele Geschäftsfelder zu verzetteln.
Für die Zukunft der deutschen Baubranche wünscht er sich deutlich weniger regulatorische Hürden und Bürokratie. Ein Abbau von übertriebenen bautechnischen Normen würde es ermöglichen, Wohnraum wieder spürbar kostengünstiger und schneller zu errichten.
Der Investor erwirbt das Baugrundstück und beauftragt Robert Pflaum als Generalübernehmer. Pflaum realisiert den schlüsselfertigen Bau zu einem festen Kostenrahmen, während der Investor die vollen steuerlichen Abschreibungen nutzen kann.
Investoren sollten ein liquides Eigenkapital von ca. 200.000 bis 500.000 Euro mitbringen, bei einem Gesamtvermögen von mindestens einer Million Euro, um den Bankkriterien standzuhalten.
Durch degressive Abschreibungen bzw. Sonder-AfA können im ersten Jahr bis zu zehn Prozent der Bausumme steuerlich abgeschrieben und mit anderen steuerpflichtigen Einkunftsarten verrechnet werden.
Pflaum haftet für die Projekte persönlich und garantiert den vertraglich vereinbarten Kosten- und Fertigstellungsrahmen, wobei er mögliche Mehrkosten oder Bauträgerausfälle zu Lasten seiner Marge auffängt.
Zur Validierung schaltet die Terra Immobilien GmbH Testanzeigen mit fiktiven Wohnungen in der Zielregion, um die tatsächliche Nachfrage nach bestimmten Wohnungsgrößen und die erzielbaren Quadratmeterpreise live zu testen.
Die Gebäude werden nach dem hocheffizienten KfW-Standard EH40-QNG (Qualitätssiegel Nachhaltiges Gebäude) errichtet, was staatliche Förderungen ermöglicht und die Energiekosten minimiert.
Als Generalübernehmer ist es Pflaums Aufgabe, ausgefallene Handwerksbetriebe zügig zu ersetzen. Etwaige zeitliche Verzögerungen oder Mehrkosten fängt er im Rahmen seiner Fertigstellungsgarantie ab.
Bei einem Gesamtinvestment von ca. 1,5 Millionen Euro lässt sich nach zehn Jahren durch Tilgung und eine konservative Wertsteigerung ein steuerfreier Gewinn von über 500.000 Euro erzielen.
Es ist Robert Pflaums Herzensprojekt in Mexiko, bei dem nach alten Maya-Techniken und modernem forstwirtschaftlichem Wissen trockene Flächen schnell wieder in artenreichen Regenwald verwandelt werden.
Er empfiehlt das Buch „The One Thing“ von Gary Keller, das zeigt, wie wichtig der absolute Fokus auf eine einzige Sache ist, anstatt sich in zu vielen Projekten gleichzeitig zu verzetteln.
Das Transkript für diese Folge wird derzeit vorbereitet.