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    Real Estate Lounge · 7. August 2025

    Energieberater werden: Gehalt, Ausbildung & Voraussetzungen

    7. August 2025 34 Min. 6 Min. Lesezeit
    Energieberater werden: Chancen, Voraussetzungen und Verdienstmöglichkeiten

    Kapitel

    Das Wichtigste in Kürze

    • In Deutschland stehen 20.000 gelisteten Energieberatern über 20 Millionen sanierungsbedürftige Gebäude gegenüber, was zu einem akuten Fachkräftemangel führt.
    • Seit dem Jahr 2020 können auch Quereinsteiger ohne klassischen bautechnischen Hintergrund über eine spezielle Qualifikationsprüfung Energieberater werden.
    • Die Erstellung eines individuellen Sanierungsfahrplans (iSFP) für ein Wohngebäude bringt in der Praxis typischerweise ein Honorar von 1.500 bis 3.000 Euro ein.
    • Die Ausbildung am FUP Umweltinstitut Leipzig vermittelt das notwendige Wissen in einem kompakten dreiwöchigen Online-Live-Kurs mit anschließender Prüfung.
    • Selbstständige können für die Weiterbildung zum Energieberater staatliche Zuschüsse wie die Kompass-Förderung von bis zu 90 Prozent in Anspruch nehmen.
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    Wie Sie in 3 Wochen Energieberater werden. Felix Günther verrät Voraussetzungen, Gehalt, Förderung und Ablauf der Kompaktausbildung in Leipzig.

    Der massive Fachkräftemangel in der Energieberatung

    In Deutschland herrscht ein drastischer Mangel an qualifizierten Kräften für die energetische Gebäudesanierung. Aktuell sind zwar rund 20.000 Energieberater in der offiziellen Bundesliste eingetragen, doch diese Zahl reicht bei weitem nicht aus.

    Auf der Gegenseite stehen über 20 Millionen Bestandsgebäude, die dringend saniert werden müssen, um die Klimaziele zu erreichen. Rein rechnerisch kommen auf jeden gelisteten Berater somit mehr als 1.000 sanierungsbedürftige Gebäude.

    „Auf diese 20.000 Energieberater kommen über 20 Millionen Gebäude im Bestand, die sanierungsbedürftig sind.“ — Felix Günther

    Zusätzlich verschärft sich die Situation, weil viele erfahrene Fachkräfte der ersten Stunde in den kommenden Jahren in den Ruhestand gehen. Gleichzeitig verschiebt sich der Fokus im Neubau von reinen Effizienzhäusern hin zu nachhaltigen Gesamtbetrachtungen, Kreislaufwirtschaft und Lebenszyklusanalysen von Baustoffen.

    • Hohe Nachfrage: Der immense Sanierungsstau im Gebäudebestand sorgt für langfristig gesicherte Auftragsbücher.
    • Demografischer Wandel: Ein großer Teil der etablierten Energieberater steht kurz vor dem Renteneintritt.
    • Neue Anforderungen: Neben der Sanierungsberatung rücken Nachhaltigkeitsbewertungen im Neubau immer stärker in den Fokus.

    Wer darf Energieberater werden? GEG und Quereinstieg

    Historisch richtete sich die Weiterbildung primär an klassische Baubeteiligte, die im Gebäudeenergiegesetz (GEG) verankert sind. Dazu zählen Architekten, Ingenieure, Bauphysiker, Maschinenbauer sowie Handwerksmeister und Sachverständige.

    Diese Berufsgruppen besitzen per Gesetz die Berechtigung, Energieausweise auszustellen. Diese Berechtigung wiederum bildet das Fundament für die Listung als Energieeffizienz-Experte bei der Deutschen Energie-Agentur (DENA).

    Seit dem Jahr 2020 steht der Weg über die sogenannte Qualifikationsprüfung Energieberatung jedoch fast jedem offen. Diese Sonderregelung wurde geschaffen, um Quereinsteigern mit technischem Verständnis und hoher Motivation den Einstieg zu ermöglichen.

    • Klassische Zielgruppe: Personen mit akademischer oder handwerklicher Vorbildung im Bauwesen (z.B. Architekten, Ingenieure, Meister).
    • Quereinsteiger: Fachkräfte aus anderen Branchen (wie Immobilienmakler, Verwalter oder sogar Wirtschaftsingenieure) über ein erweitertes Prüfungsverfahren.
    • DENA-Anerkennung: Die Deutsche Energie-Agentur prüft im Einzelfall, ob Vorkenntnisse oder Studienmodule für die Listung anerkannt werden können.

    Das vielfältige Leistungsspektrum: Vom iSFP zur Baubegleitung

    Die Aufgaben eines Energieberaters sind abwechslungsreich und erstrecken sich über den gesamten Lebenszyklus eines Sanierungsprojekts. Die Basis bildet oft das Ausstellen von Energieausweisen für den Verkauf oder die Vermietung von Immobilien.

    Der Kern der Arbeit im Wohnbestand liegt in der Erstellung des individuellen Sanierungsfahrplans (iSFP). Hierbei analysiert der Berater den Ist-Zustand des Gebäudes und entwickelt konkrete, wirtschaftliche Maßnahmenpakete.

    „Der große Unterschied ist, dass ich mich als Energieeffizienz-Experte in diese Bundesliste listen lassen kann und damit Fördermittel beantragen darf.“ — Felix Günther

    Im Anschluss an die Planungsphase folgt die energetische Baubegleitung. Dabei überwacht der Experte die fachgerechte Ausführung auf der Baustelle, um die Einhaltung der strengen Förderrichtlinien zu garantieren.

    • Bestandsanalyse: Detektion von energetischen Schwachstellen an der Gebäudehülle und der Anlagentechnik.
    • Sanierungsfahrplan (iSFP): Strukturierter Leitfaden für Hauseigentümer, der die Sanierungsschritte und die zu erwartenden Kosten darstellt.
    • Qualitätssicherung: Begleitung der Handwerker vor Ort zur Vermeidung von Bauschäden wie Wärmebrücken oder Schimmel.

    Verdienstmöglichkeiten und Honorare in der Praxis

    Eine gesetzlich festgeschriebene Honorarordnung wie die HOAI gibt es für reine Energieberater nicht. Das bedeutet, dass Experten ihre Preise am Markt völlig frei und individuell aushandeln können.

    Die Vergütung richtet sich nach der Komplexität des Projekts und dem angebotenen Leistungsumfang. Für die Erstellung eines iSFP bei einem klassischen Ein- oder Zweifamilienhaus werden üblicherweise Honorare zwischen 1.500 und 3.000 Euro aufgerufen.

    Das Beste daran für die Kunden ist, dass der Staat diese Beratungsleistung direkt mit einem Zuschuss von 50 Prozent über das BAFA subventioniert. Im profitablen Nichtwohnsegment bei Gewerbeimmobilien oder Schulen können die Honorare schnell im fünfstelligen Bereich liegen.

    • Wohngebäude-iSFP: Honorarspektrum von 1.500 bis 3.000 Euro pro Sanierungsfahrplan im privaten Bereich.
    • Nichtwohngebäude: Deutlich höhere, oft fünfstellige Honorarsummen aufgrund der komplexeren technischen Anforderungen.
    • Zusatzleistungen: Zusätzliche Einnahmen durch Fachplanung, Statikberechnungen oder Ausschreibungen, sofern die entsprechende Vorbildung vorliegt.

    Die DENA-Expertenliste als Akquise- und Fördertool

    Um staatliche Fördermittel der KfW oder des BAFA für energetische Maßnahmen beantragen zu dürfen, ist die Listung in der Energieeffizienz-Expertenliste zwingend erforderlich. Ohne diese Registrierung können Bauherren keine Zuschüsse erhalten.

    Die offizielle Online-Plattform dient jedoch keinesfalls nur bürokratischen Zwecken. Nach Postleitzahlen sortiert, nutzen unzählige Bauherren die Suchfunktion der Expertenliste gezielt zur regionalen Beratersuche.

    Felix Günther empfiehlt angehenden Energieberatern, die Expertenliste als aktives Akquisewerkzeug zu verstehen. Neben der Listung ist jedoch auch der Aufbau einer eigenen Onlinepräsenz und eines starken Netzwerks im regionalen Handwerk ratsam.

    • Förderberechtigung: Nur gelistete Energieberater können die nötigen Antragsformulare und Durchführungsbestätigungen zeichnen.
    • Regionale Sichtbarkeit: Bauherren finden Sachverständige direkt über die Postleitzahlensuche der Bundesliste.
    • Netzwerkaufbau: Kooperationen mit Architekten, Maklern und Handwerksbetrieben sichern einen beständigen Strom an Empfehlungsgeschäften.

    In drei Wochen zum Abschluss: Die FUP Kompakt-Ausbildung

    Das FUP Umweltinstitut Leipzig hat sich auf ein hocheffizientes Ausbildungskonzept spezialisiert. Statt sich wie viele andere Angebote über mehrere Monate hinzuziehen, vermittelt das FUP das gesamte geforderte Wissen in nur drei Wochen.

    Die Ausbildung umfasst insgesamt 120 Unterrichtseinheiten, aufgeteilt in ein Basismodul mit 80 Unterrichtseinheiten und ein Vertiefungsmodul für Wohngebäude mit 40 Unterrichtseinheiten.

    Die Durchführung erfolgt vollständig online über Live-Seminare. Dies ermöglicht einen direkten und interaktiven Austausch mit den Dozenten, die allesamt erfahrene Praktiker aus der Bau- und Energiebranche sind.

    • Zeitlicher Rahmen: 120 Unterrichtseinheiten komprimiert auf drei intensive Seminarwochen.
    • Flexibles Format: Live-Onlinekurse mit direkten Kommunikations- und Diskussionsmöglichkeiten.
    • All-Inclusive-Paket: Schulungsunterlagen und die benötigte Bilanzierungssoftware sind im Kurspreis von rund 2.800 Euro brutto bereits enthalten.

    Prüfungsanforderungen, Durchfallquoten und Tipps

    Der Weg zur Listung schließt am FUP Umweltinstitut Leipzig mit zwei Prüfungsleistungen ab. Dies schützt den hohen Qualitätsstandard des Berufsstandes und bereitet optimal auf die tägliche Praxis vor.

    Die Absolventen müssen zum einen einen Multiple-Choice-Test bestehen. Zum anderen ist eine einwöchige Hausarbeit anzufertigen, in der ein Beispielgebäude bilanziert, energetisch saniert und als iSFP ausgearbeitet wird.

    Die Durchfallquote liegt konstant bei extrem niedrigen fünf Prozent. Scheitern im Erstversuch ist laut Felix Günther meist auf mangelnde Aufmerksamkeit im Online-Unterricht oder fehlende Nachbereitung zurückzuführen, nicht aber auf mangelnde Eignung.

    • Multiple-Choice-Test: Abfrage des theoretischen Wissens und der rechtlichen Rahmenbedingungen direkt nach den Kursen.
    • Praktische Hausarbeit: Eigenständige Bilanzierung und Konzeptionierung einer energetischen Sanierung an einem realen Fallbeispiel.
    • Fehlversuche: Bei Nichtbestehen wird eine individuelle Betreuung angeboten, um eventuelle Wissenslücken gezielt für die Nachprüfung zu schließen.

    Förderung der Weiterbildung: Bis zu 90 Prozent sparen

    Die Investition in die eigene Weiterbildung muss nicht komplett aus eigener Tasche gezahlt werden. Abhängig vom aktuellen Beschäftigungsverhältnis und Bundesland stehen verschiedene staatliche Fördertöpfe bereit.

    Ein echter Geheimtipp ist die sogenannte Kompass-Förderung, die sich speziell an Soloselbstständige richtet. Über dieses Bundesprogramm können bis zu 90 Prozent der gesamten Kursgebühren erstattet werden.

    Für Angestellte und andere Zielgruppen lohnt sich ein Blick auf das Portal meinnow.de der Bundesagentur für Arbeit. Dort lassen sich regionale und bundesweite Weiterbildungszuschüsse schnell über die Eingabe der Postleitzahl ermitteln.

    • Kompass-Förderung: Bis zu 90 Prozent Zuschuss für Soloselbstständige auf Bundesebene.
    • meinnow.de: Umfassende Datenbank zur Ermittlung länderspezifischer Förderungen und Bildungsschecks.
    • Individuelle Beratung: Das Team des FUP Umweltinstituts unterstützt Interessierte bereits vor der Anmeldung bei der Suche nach Fördermöglichkeiten.

    Kooperation statt Konkurrenz für die Energiewende

    Felix Günther betont abschließend, dass die anstehende Transformation des Gebäudesektors eine gesamtgesellschaftliche Aufgabe ist. Einzelne Akteure sollten sich daher keinesfalls als Konkurrenten verstehen.

    Vielmehr liegt die Zukunft in der interdisziplinären Kooperation. Wenn Architekten, Handwerker, Makler und Energieberater Hand in Hand arbeiten, profitiert nicht nur der Kunde, sondern die gesamte Energiewende gewinnt an Fahrt.

    „Ohne Energieberater gibt es keine Energiewende.“ — Felix Günther

    Für Immobilienexperten stellt die Zusatzqualifikation zum Energieberater daher einen echten Wettbewerbsvorteil dar. Sie vergrößert das eigene Dienstleistungsportfolio und ermöglicht es, Kunden von Beginn an ganzheitlich zu begleiten.

    Häufige Fragen

    Wer darf die Ausbildung zum Energieberater machen?

    Die klassische Zielgruppe umfasst Architekten, Ingenieure, Handwerksmeister und Sachverständige. Seit 2020 können jedoch auch Quereinsteiger über eine erweiterte Qualifikationsprüfung Energieberater werden.

    Wie lange dauert die Ausbildung zum Energieberater am FUP Leipzig?

    Die Kompaktausbildung am FUP Umweltinstitut Leipzig dauert insgesamt drei Wochen (120 Unterrichtseinheiten) und wird komplett online als Live-Seminar durchgeführt.

    Was kostet die Weiterbildung zum Energieberater?

    Die Kursgebühren für die Ausbildung zum Energieeffizienz-Experten für Wohngebäude liegen am FUP Umweltinstitut bei circa 2.800 Euro brutto inklusive Schulungsunterlagen und Software-Lizenz.

    Kann ich die Ausbildung zum Energieberater fördern lassen?

    Ja, es gibt verschiedene staatliche Fördermöglichkeiten. Soloselbstständige können beispielsweise über das Kompass-Programm bis zu 90 Prozent der Kurskosten erstattet bekommen.

    Was verdient ein selbstständiger Energieberater pro Projekt?

    Für die Erstellung eines individuellen Sanierungsfahrplans (iSFP) im Wohngebäudebereich liegt das Honorar meist zwischen 1.500 und 3.000 Euro. Im komplexeren Nichtwohngebäude-Bereich sind auch fünfstellige Honorare möglich.

    Was ist der Unterschied zwischen einem Energieberater und einem Energieeffizienz-Experten?

    Der Begriff „Energieberater“ ist gesetzlich nicht geschützt. Als „Energieeffizienz-Experte“ darf sich nur bezeichnen, wer in der offiziellen Expertenliste der DENA eingetragen ist und somit auch berechtigt ist, staatliche Fördermittel zu beantragen.

    Wie läuft die Prüfung beim FUP Umweltinstitut Leipzig ab?

    Die Prüfung besteht aus zwei Teilen: Einem theoretischen Multiple-Choice-Test und einer praxisorientierten Hausarbeit, in der ein Gebäude eigenständig energieeffizient geplant und bilanziert wird.

    Wie hoch ist die Durchfallquote bei der Energieberater-Prüfung?

    Die Durchfallquote bei den Kompaktkursen des FUP Umweltinstituts liegt bei sehr geringen 5 Prozent, was auf eine intensive und praxisnahe Prüfungsvorbereitung im Kurs zurückzuführen ist.

    Werden Kursmaterialien und Software während der Ausbildung gestellt?

    Ja, alle benötigten Kursunterlagen sowie die Lizenzen für die professionelle Bilanzierungssoftware sind im Gesamtpreis der Ausbildung bereits vollumfänglich enthalten.

    Warum ist die Listung in der Energieeffizienz-Expertenliste so wichtig?

    Nur Experten, die in dieser Bundesliste eingetragen sind, dürfen für ihre Kunden staatliche Fördermittel bei der KfW oder dem BAFA beantragen. Zudem dient die Liste Bauherren als zentrales Suchportal für regionale Berater.

    Transkript

    Das Transkript für diese Folge wird derzeit vorbereitet.