
Felix Günther vom FUP Umweltinstitut Leipzig erklärt im Interview, wie ökologisches Bauen ohne Mehrkosten gelingt und wie Sie hohe Förderungen sichern.
Ökologisches Bauen haftet oft das Vorurteil an, ein teures Luxusgut zu sein. Felix Günther vom FUP Umweltinstitut Leipzig räumt mit diesem Mythos auf und zeigt, dass nachhaltige Gebäude bereits in der Anschaffungsphase kostenneutral geplant werden können.
Durch eine strukturierte und frühzeitige Einbindung ökologischer Faktoren lassen sich geringfügige Mehrkosten nachhaltiger Materialien auf Null nivellieren. Sobald die Immobilie bewirtschaftet wird, spielen ökologische Bauweisen ihre wirtschaftlichen Vorteile voll aus.
„Das ökologische Bauen ist auf lange Sicht gesehen sogar kostengünstiger als das konventionelle Bauen.“ — Felix Günther
Am Beispiel der Außendämmung lassen sich die handfesten Unterschiede zwischen konventionellen und ökologischen Baustoffen besonders anschaulich verdeutlichen. Herkömmliche Dämmsysteme aus Styropor weisen erhebliche Defizite auf.
Die Energieeffizienz eines Gebäudes wird maßgeblich von seiner geometrischen Form beeinflusst. Hierbei spielt das Verhältnis von Außenoberfläche zu beheiztem Gebäudevolumen eine Schlüsselrolle.
Wer kompakt plant, spart nicht nur wertvolles Heizmaterial im Betrieb, sondern benötigt bereits in der Rohbauphase signifikant weniger Fassadenfläche und Dämmstoffe.
Ein wesentlicher Teil des ökologischen Bauens betrifft den Umgang mit Grauer Energie. Dies bezeichnet die Energie, die für die Materialherstellung, den Transport und den Aufbau eines Gebäudes aufgewendet werden muss.
Anstatt bestehende Gebäude abzureißen und die bereits investierte Energie ungenützt zu vernichten, gewinnt die Bestandssanierung massiv an Bedeutung. Die Stadt selbst wandelt sich dabei zur wertvollen Rohstoffquelle.
„Wir dürfen nicht andauernd Gebäude abreißen und diese Energie verschwenden, sondern diese graue Energie kann weiterverwendet werden.“ — Felix Günther
Durch das Konzept des Urban Minings werden Baustoffe so verbaut, dass sie nach der Demontage eines Hauses sortenrein getrennt, recycelt und für neue Projektentwicklungen herangezogen werden können.
Für gewerbliche Entwickler, Bauträger und Investoren gewinnt der ökologische Bau durch strengere regulatorische Rahmenbedingungen zunehmend an Relevanz. Nachhaltigkeit ist längst kein Nischenprodukt mehr.
Immobilien, die nachweisbar ökologisch geplant sind, sichern sich so einen langfristigen Werterhalt und erzielen im Marktvergleich deutlich höhere Wiederverkaufswerte.
Konventionelle Baumaterialien weisen auch heute noch bedenkliche Inhaltsstoffe auf, die sich negativ auf die Raumluftqualität auswirken können. Dazu zählen flüchtige Binde- und Lösemittel sowie diverse Brandschutzchemikalien.
Ökologische Baustoffe hingegen punkten mit ihrer Schadstofffreiheit, da sie überwiegend aus natürlichen Rohstoffen bestehen.
„Wenn ich heute konventionell baue, dann dürfen sich meine Kinder in 40, 50 Jahren damit beschäftigen, diese Rohstoffe teuer zu entsorgen.“ — Felix Günther
Zur Orientierung für schadstofffreie und unbedenkliche Materialien dienen vertrauenswürdige Siegel wie der Blaue Engel, wodurch sich viele Arbeitsschritte sogar sicher in Eigenleistung durchführen lassen.
Wer nachhaltig saniert oder baut, kann von denselben Förderangeboten wie bei einer klassischen energetischen Modernisierung profitieren. Es stehen jedoch noch zusätzliche finanzielle Möglichkeiten im Raum.
Das FUP Umweltinstitut Leipzig unterstützt Bauherren und Kommunen bei der Realisierung zukunftsfähiger Lösungen. Dabei ruht die Expertise des Instituts auf drei tragenden Säulen.
Über ein kostenloses Erstgespräch im Projektbüro erhalten Interessierte einen optimalen Einstieg in eine harmonische, strukturierte Begleitung ihrer ökologischen Sanierung.
Ja. Wenn ökologische Faktoren sehr frühzeitig in die Planung einbezogen werden, lassen sich geringe Anschaffungsmehrkosten auf Null ausgleichen.
Holzfaserplatten weisen bessere Feuchteregulations- und Wärmespeichereigenschaften auf, was zu einer fast doppelt so langen Lebensdauer und weniger Instandhaltung führt.
Es beschreibt das Verhältnis der Außenfläche zum beheizten Volumen. Ein niedriges Verhältnis spart Fassadenmaterial und mindert den Wärmeverlust.
Das ist die gesamte Energiemenge, die für die Materialherstellung, den Transport und die Montage eines Gebäudes benötigt wird.
Damit ist die städtische Erschließung recyclebarer Ressourcen gemeint, bei der die Materialien rückgebauter Häuser wiederverwertet werden.
Sie drosseln die Betriebskosten, sichern die Einhaltung verschärfter ESG-Anforderungen und sind bei zertifizierungsbewussten Mietern stark gefragt.
Leider ja. Viele konventionelle Materialien beinhalten trotz DIN-Normen schädliche Binde- und Lösungsmittel sowie ausdünstenden Brandschutz.
Das Qualitätssiegel Nachhaltige Gebäude zertifiziert nachhaltige Bauten und schaltet dadurch besonders günstige Darlehens- und Förderkonditionen frei.
Zusatzleistungen wie Lebenszyklusanalysen oder QNG-Zertifizierungsbegleitungen werden als Add-on individuell neben der regulären HOAI vereinbart.
Das Portfolio umfasst Konzepte für energetische Sanierung und Neubau, die Ausbildung von Energieberatern sowie Quartiers- und Wärmeplanungen.
Das Transkript für diese Folge wird derzeit vorbereitet.