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    Real Estate Lounge · 21. August 2025

    Ökologisch Bauen: Kosten senken & nachhaltig sanieren

    21. August 2025 21 Min. 4 Min. Lesezeit
    Ökologisch Bauen ohne Mehrkosten: Mythos oder Realität?

    Kapitel

    Das Wichtigste in Kürze

    • Ökologische Baustoffe sind langfristig kostengünstiger, da sie die Instandhaltungs- und zukünftigen Entsorgungskosten erheblich reduzieren.
    • Durch ein kompaktes Oberflächen-Volumen-Verhältnis lässt sich bereits in der frühen Planungsphase viel Energie und Material einsparen.
    • Die Weiternutzung von grauer Energie im Gebäudebestand schont Ressourcen und vermeidet den CO2-intensiven Abriss und Neubau.
    • Nachhaltige Gebäude erzielen durch die Erfüllung von ESG-Kriterien und der EU-Taxonomie einen höheren und stabileren Wiederverkaufswert.
    • Das Erreichen des QNG-Siegels ermöglicht Bauherren den Zugang zu deutlich attraktiveren, staatlichen Förderkonditionen.
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    Felix Günther vom FUP Umweltinstitut Leipzig erklärt im Interview, wie ökologisches Bauen ohne Mehrkosten gelingt und wie Sie hohe Förderungen sichern.

    Ökologisches Bauen als langfristiger wirtschaftlicher Vorteil

    Ökologisches Bauen haftet oft das Vorurteil an, ein teures Luxusgut zu sein. Felix Günther vom FUP Umweltinstitut Leipzig räumt mit diesem Mythos auf und zeigt, dass nachhaltige Gebäude bereits in der Anschaffungsphase kostenneutral geplant werden können.

    Durch eine strukturierte und frühzeitige Einbindung ökologischer Faktoren lassen sich geringfügige Mehrkosten nachhaltiger Materialien auf Null nivellieren. Sobald die Immobilie bewirtschaftet wird, spielen ökologische Bauweisen ihre wirtschaftlichen Vorteile voll aus.

    „Das ökologische Bauen ist auf lange Sicht gesehen sogar kostengünstiger als das konventionelle Bauen.“ — Felix Günther

    Der direkte Vergleich: Holzfaserplatten versus XPS-Dämmung

    Am Beispiel der Außendämmung lassen sich die handfesten Unterschiede zwischen konventionellen und ökologischen Baustoffen besonders anschaulich verdeutlichen. Herkömmliche Dämmsysteme aus Styropor weisen erhebliche Defizite auf.

    • Lebensdauer: Holzfaserplatten halten nahezu doppelt so lange wie herkömmliche XPS-Materialien, was den Sanierungszyklus drastisch verlängert.
    • Wartungsaufwand: Styropordämmungen erfordern durch ihre physikalischen Eigenschaften deutlich kürzere Wartungsintervalle.
    • Feuchtschutz: Natürliche Holzfaserplatten regulieren Feuchtigkeit hervorragend, während XPS dichtet und somit Schimmelbildung begünstigen kann.
    • Lebensende: Nach der Nutzung müssen konventionelle Dämmungen teuer deponiert oder verbrannt werden, während Holzfaser recycelbar ist.

    Geometrie entscheidet: Das A-zu-V-Verhältnis in der Praxis

    Die Energieeffizienz eines Gebäudes wird maßgeblich von seiner geometrischen Form beeinflusst. Hierbei spielt das Verhältnis von Außenoberfläche zu beheiztem Gebäudevolumen eine Schlüsselrolle.

    • Kugelform: Sie bietet theoretisch das physikalisch optimalste Verhältnis mit der geringsten wärmeabgebenden Oberfläche.
    • Quaderform: Sie stellt in der Baupraxis den besten, umsetzbaren Kompromiss für kompakte und energieeffiziente Gebäude dar.
    • Kühlrippen-Effekt: Stark verwinkelte Gebäude kühlen durch die große Oberfläche extrem schnell aus und treiben Materialkosten in die Höhe.

    Wer kompakt plant, spart nicht nur wertvolles Heizmaterial im Betrieb, sondern benötigt bereits in der Rohbauphase signifikant weniger Fassadenfläche und Dämmstoffe.

    Graue Energie nutzen und Urban Mining etablieren

    Ein wesentlicher Teil des ökologischen Bauens betrifft den Umgang mit Grauer Energie. Dies bezeichnet die Energie, die für die Materialherstellung, den Transport und den Aufbau eines Gebäudes aufgewendet werden muss.

    Anstatt bestehende Gebäude abzureißen und die bereits investierte Energie ungenützt zu vernichten, gewinnt die Bestandssanierung massiv an Bedeutung. Die Stadt selbst wandelt sich dabei zur wertvollen Rohstoffquelle.

    „Wir dürfen nicht andauernd Gebäude abreißen und diese Energie verschwenden, sondern diese graue Energie kann weiterverwendet werden.“ — Felix Günther

    Durch das Konzept des Urban Minings werden Baustoffe so verbaut, dass sie nach der Demontage eines Hauses sortenrein getrennt, recycelt und für neue Projektentwicklungen herangezogen werden können.

    Zukunftssicherheit durch ESG-Kriterien und EU-Taxonomie

    Für gewerbliche Entwickler, Bauträger und Investoren gewinnt der ökologische Bau durch strengere regulatorische Rahmenbedingungen zunehmend an Relevanz. Nachhaltigkeit ist längst kein Nischenprodukt mehr.

    • ESG-Kriterien: Unternehmen müssen nachweisen, wie ökologisch, sozial und nachhaltig sie wirtschaften und investieren.
    • EU-Taxonomie: Europäische Standards bewerten Immobilien auf Basis ihrer Umweltverträglichkeit und beeinflussen Finanzierungslinien.
    • Mieternachfrage: Immer mehr namhafte Großunternehmen mieten Büros und Produktionsflächen ausschließlich in zertifizierten Gebäuden an.

    Immobilien, die nachweisbar ökologisch geplant sind, sichern sich so einen langfristigen Werterhalt und erzielen im Marktvergleich deutlich höhere Wiederverkaufswerte.

    Schadstofffreie Innenräume für ein gesundes Wohnumfeld

    Konventionelle Baumaterialien weisen auch heute noch bedenkliche Inhaltsstoffe auf, die sich negativ auf die Raumluftqualität auswirken können. Dazu zählen flüchtige Binde- und Lösemittel sowie diverse Brandschutzchemikalien.

    Ökologische Baustoffe hingegen punkten mit ihrer Schadstofffreiheit, da sie überwiegend aus natürlichen Rohstoffen bestehen.

    „Wenn ich heute konventionell baue, dann dürfen sich meine Kinder in 40, 50 Jahren damit beschäftigen, diese Rohstoffe teuer zu entsorgen.“ — Felix Günther

    Zur Orientierung für schadstofffreie und unbedenkliche Materialien dienen vertrauenswürdige Siegel wie der Blaue Engel, wodurch sich viele Arbeitsschritte sogar sicher in Eigenleistung durchführen lassen.

    Staatliche Fördermittel und das QNG-Siegel clever kombinieren

    Wer nachhaltig saniert oder baut, kann von denselben Förderangeboten wie bei einer klassischen energetischen Modernisierung profitieren. Es stehen jedoch noch zusätzliche finanzielle Möglichkeiten im Raum.

    • QNG-Siegel: Das staatliche Qualitätssiegel Nachhaltige Gebäude bescheinigt höchste Standards und sichert verbesserte Kreditkonditionen.
    • Lebenszyklusanalyse: Die wissenschaftliche Bewertung des Energieaufwands und Abbaupotenzials von Baustoffen wird separat gefördert.
    • Fördereffekte: Durch das Einbinden zertifizierter Planer amortisieren sich ökologische Mehrkosten durch die Extra-Mittel oft gänzlich.

    Ganzheitliche Planung mit dem FUP Umweltinstitut Leipzig

    Das FUP Umweltinstitut Leipzig unterstützt Bauherren und Kommunen bei der Realisierung zukunftsfähiger Lösungen. Dabei ruht die Expertise des Instituts auf drei tragenden Säulen.

    • Institut: Fokus auf Energie- und Umweltfragen, ganzheitlichen kommunalen Wärmeplanungen sowie innovativen Quartierskonzepten.
    • Akademie: Aus- und Weiterbildung von Ingenieuren, Architekten und Handwerksmeistern zu qualifizierten Energieberatern.
    • Projektbüro: Praktische Betreuung, architektonische Detailplanung und Beantragung von Fördermitteln für Neubauten und Sanierungen.

    Über ein kostenloses Erstgespräch im Projektbüro erhalten Interessierte einen optimalen Einstieg in eine harmonische, strukturierte Begleitung ihrer ökologischen Sanierung.

    Häufige Fragen

    Kann man ökologisch und gleichzeitig kostenneutral bauen?

    Ja. Wenn ökologische Faktoren sehr frühzeitig in die Planung einbezogen werden, lassen sich geringe Anschaffungsmehrkosten auf Null ausgleichen.

    Warum ist eine Holzfaserplatte langlebiger als Styropordämmung (XPS)?

    Holzfaserplatten weisen bessere Feuchteregulations- und Wärmespeichereigenschaften auf, was zu einer fast doppelt so langen Lebensdauer und weniger Instandhaltung führt.

    Welche Rolle spielt das A-zu-V-Verhältnis beim nachhaltigen Bauen?

    Es beschreibt das Verhältnis der Außenfläche zum beheizten Volumen. Ein niedriges Verhältnis spart Fassadenmaterial und mindert den Wärmeverlust.

    Was versteht man unter dem Begriff 'Graue Energie'?

    Das ist die gesamte Energiemenge, die für die Materialherstellung, den Transport und die Montage eines Gebäudes benötigt wird.

    Was versteht man unter dem Begriff 'Urban Mining'?

    Damit ist die städtische Erschließung recyclebarer Ressourcen gemeint, bei der die Materialien rückgebauter Häuser wiederverwertet werden.

    Warum sind ökologische Gebäude für Investoren wirtschaftlich attraktiver?

    Sie drosseln die Betriebskosten, sichern die Einhaltung verschärfter ESG-Anforderungen und sind bei zertifizierungsbewussten Mietern stark gefragt.

    Gibt es heute noch Schadstoffe in konventionellen Baustoffen?

    Leider ja. Viele konventionelle Materialien beinhalten trotz DIN-Normen schädliche Binde- und Lösungsmittel sowie ausdünstenden Brandschutz.

    Welche Zusatzförderung bringt das QNG-Siegel?

    Das Qualitätssiegel Nachhaltige Gebäude zertifiziert nachhaltige Bauten und schaltet dadurch besonders günstige Darlehens- und Förderkonditionen frei.

    Wie wird der Mehraufwand für eine ökologische Planung abgerechnet?

    Zusatzleistungen wie Lebenszyklusanalysen oder QNG-Zertifizierungsbegleitungen werden als Add-on individuell neben der regulären HOAI vereinbart.

    Welche Leistungen bietet das FUP Umweltinstitut Leipzig an?

    Das Portfolio umfasst Konzepte für energetische Sanierung und Neubau, die Ausbildung von Energieberatern sowie Quartiers- und Wärmeplanungen.

    Transkript

    Das Transkript für diese Folge wird derzeit vorbereitet.